» 02.08.2010, 09:00

Peak Oil: Wird das Öl früher als erwartet knapp?

Für die Wirtschaft wäre das dramatisch. Doch trotz immer lauterer Warnungen von Experten, unterschätzen europäische Unternehmen die Folgen der sinkenden Ölreserven. Zu dem Ergebnis kommt die britische Denkfabrik Chatham House in einer Studie für eine der angesehensten Institutionen der Londoner City, den Versicherungsmarkt Lloyd’s.

Laut der Untersuchung muss sich die Wirtschaft schon in den nächsten Jahren auf drastische Engpässe bei der Ölversorgung einstellen. Vor allem global aufgestellte Unternehmen müssen ihre Lieferketten sowie ihre Just-in-time-Modelle überdenken, so die Studie. Sie seien besonders störanfällig für plötzlich steigende Rohstoffpreise.

Und die wird Europa laut der Chatam-House-Experten bald erleben: Schon 2013 sei ein Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel realistisch. Denn nicht nur die Ölreserven sinken, auch Investitionsstaus in der Öl-Infrastruktur verkleinern das Angebot.

Experten wie Werner Zittel von der Technologieberatung Ludwig-Bölkow-Systemtechnik halten solche Schätzungen sogar für konservativ: “Wir haben 2008 das globale Fördermaximum erreicht.” Heute wird der Ölpreis mit 75 Dollar pro Barrel als moderat empfunden, noch im Jahr 2005 wäre dieser Preis undenkbar gewesen. Und nun kommt weltweit die Wirtschaft in Gang, was die Ölpreise treibt. “Der Ölpreis wird in den nächsten Jahren so stark steigen, bis er uns wehtut”, sagt Zittel. “Die ersten Vorläufer dieser Entwicklung könnten wir im Herbst sehen.”

» 02.08.2010, 09:00

    4 Kommentare zu “Peak Oil: Wird das Öl früher als erwartet knapp?”


  1. udo sagt:

    man wird ab 2020 immer weniger Öl in Europa verbrauchen wemm man eine vernüftige Energiepolitik anstrebt .Zum beispiel Fahrzeuge mit einem vernüftigen Elektroantrieb wie beim Tesla ausrüstet , Reichweite 400-500 KM . Aber ich glaube das möchte man nicht , denn dann bricht ja unser Industrie-Wirtschaft zusammen . Denkste denn
    wir währen schon wieder abhängig , von unseren eigenen Elektrokonzernen. Kauft euch eine Solaranlage und produziert selber Strom dann habt ihr strom zum Fahren.

  2. Zafolo sagt:

    Vorab zum Elektroantrieb bzw. Akkubetrieb von Automobilen: Bisher steht der Nachweis, dass sich hiermit wirtschaftlich ausreichende Reichweiten erzielen lassen aus, und somit könnte sich die in ihrem Eigennutz leicht durchschaubare Akku-Euphorie der Autobauer als sehr gefährliche Illusion erweisen. Machbar und erprobt ist hingegen beispielsweise eine Ergänzung der ÖPNV-Infrastruktur mit Oberleitungsbussen, die sich in so verschiedenen Ländern wie der Schweiz und Russland seit langem hervorrragend bewähren.

    Das grosse Risiko bei Peak Oil ist nicht, dass es keine alternativen Energiequellen gäbe, sondern dass die Situation einer Energieknappheit so plötzlich eintreten kann, dass viele bisherige Investitionen sich nicht mehr rechnen, beispielsweise: Fahrzeuge, Autobahnen, Flughäfen, Supermärkte, stadtferne Siedlungen und ungenügend isolierte Wohnungen. Die resultierende starke Verteuerung der Energieträger (und hierzu wird auch Strom zählen, mit dem man bekanntlich heizen kann) hätte in kürzester Zeit durch das sinkenden freie Einkommen der Bevölkerung auch Auswirkungen auf den gesamten Binnenkonsum. Angemessene Vorsorgemassnahmen auf nationaler Ebene wären daher im Interesse der allermeisten Unternehmen – abgesehen von den absehbaren Verlierern dieses bevorstehenden Wandels.

  3. jumbo sagt:

    LKW’s mit Elektromotor halte ich fraglich.
    Wenn dann Wasserstoff, Herstellung mit Solarenergie durch Elektolyse.
    Das Öl wird zu kostbar werden um es nur zu verbrennen, es wird Rohstoff für Kunststoffe, Pharme, Chemie bleiben , da keine andere Alternative. Zum verbrennen zu schade, Fliegen wird Luxus werden, die Globalisierung (sprich Transportwesen drastisch eingeschränkt werden). und positiv der Treibhauseffekt CO2 Ausstoß wird weniger, was mich nur wundert, das diese Themen nur am Rande erwähnt werden

  4. Jens sagt:

    ich habe in der letzten Zeit unterschiedliche Analyseprogramme
    für den Energiesektor entwickelt und bin der Meinung, dass durch die
    Eröffnung der ersten Ölpipeline zwischen Russland und China ab 3.01.2011 unsere Ölpreise jetzt richtig in die Höhe gehen. Ab Ende 2015 sollen dann auch noch vom Energiekonzern Gazprom jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas an die staatliche China Petroleum geliefert werden. Denn nun will Moskau den Öl + Gasverkauf auf den asiatisch-pazifischen Märkten ausweiten und damit seine Abhängigkeit von europäischen Kunden verringern. Diesbezüglich werden in Zukunft enorme Energie Preisveränderungen auf uns zu kommen.

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