» 28.01.2013, 10:21

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Transfer als Wahlkampfhilfe

Der italienische Fußballmarkt ist schon immer besonders. So spielen nun beim Rückholmanöver eines Fußballstars zum Berlusconi-Club AC Mailand auch wahltaktische Überlegungen eine wichtige Rolle.

Silvio Berlusconi hat den Fußball schon immer politisch instrumentalisiert, seine erste Partei benannte er gar nach dem Schlachtruf der italienischen Tifosi: Forza Italia. Da verwundert es kaum, wenn er auch bei seinem wahrscheinlich letzten Gefecht alle Mittel ausreizt und auch sein Club AC Mailand eine gewichtige Rolle spielt.

So wie Berlusconis Mediaset-Imperium nach seinem Abgang deutliche Verluste hinnehmen musste, hat auch Milan längst nicht mehr die Mittel wie früher, wie sich in prominenten Abgängen zeigt. Vor Saisonbeginn wurden mit Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva zwei Stars an den Scheichclub Paris Saint Germain verhökert und nun geht sogar Pato, Freund von Tochter und Aufsichtsratsmitglied Barbara Berlusconi, zurück nach Brasilien.

Doch um vom mageren fünften Tabellenplatz auf einen Champions League Platz zu kommen, sollen noch Verstärkungen her. Seit Tagen drehen sich die Spekulationen dabei um Kaká, der bei Real Madrid von Mesut Özil verdrängt wurde. Die Rückkehr des früheren Milan-Spielers wurde schon mehrfach als gescheitert vermeldet,da Madrid 16 Millionen Euro verlangt und die Italiener nur die Hälfte zahlen wollen (oder können). Doch die Verhandlungen laufen offenbar weiter. Mourinho heizte die Spekulationen an, indem er in einem Interview erklärte, dass Kaká in Mailand wieder glücklich werden könnte. Laut italienischen Medien soll in dieser Woche ein weiteres, finales Angebot unterbreitet werden.

Denn der Transfer hat für Berlusconi auch eine politische Dimension: Nach einem Bericht der Zeitung “Libero” würde der Deal Berlusconi zwei Prozentpunkte mehr in den Umfragen bescheren.

Es wäre nicht das erste Mal, dass wahltaktische Überlegungen den Transfermarkt beeinflussen. So soll 2009 ein Wechsel von Pirlo zu Chelsea gescheitert sein, da Berlusconi einen negativen Effekt auf seine Popularität fürchtete.

Ein anderer immer wieder diskutierter Kandidat fällt daher aus: Mario Balotelli. Denn Manchester City verlangt 37 Millionen – solch eine Ausgabe in Zeiten von Krise und Sparmaßnahmen könnten die Anhänger negativ auslegen. “In Zeiten wie diesen, kann man so eine Operation nicht durchführen”, erklärte Berlusconi kürzlich im Radio. “Man kann nicht Monopoly spielen”.

Doch inzwischen wird auch hier eine Lösung ins Spiel gebracht, die Berlusconi bei seinen Fans einen Schub geben könnte: Für Balotelli erhalten die Engländer Boateng, damit sinkt der Preis auf ein akzeptables Niveau und die Lücke im Mittelfeld füllt Kaká.

 

» 28.01.2013, 10:21

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