Die deutschen Fußballclubs starten optimistisch in die Saison. Es könnte die wirtschaftlich lukrativste Spielzeit werden, zwei Rekorde sind schon geknackt.
Dem deutschen Fußball geht es wirtschaftlich gut wie nie. Nachdem 2010/11 mit 1,94 Milliarden Euro ein neuer Umsatzrekord erzielt worden war, dürfte in der Vorsaison sogar erstmals die Zwei-Milliarden-Marke geknackt worden sein. Die genauen Zahlen veröffentlicht die DFL erst im Januar 2013.
Und für die nun startende Saison kündigt sich ein neuer Rekord an. Die Einnahmen aus Trikotwerbung stiegen von 120 auf 130 Millionen Euro (die optimistischen Schätzungen des Sport-Informations-Dienstes gehen sogar bis 140 Millionen Euro) und auch bei den Dauerkarten gibt es einen neuen Rekord: 482 495 Karten wurden bereits verkauft (Vorjahr: 480 835).
Wobei allein Aufsteiger Fortuna Düsseldorf 31 000 Tickets dazu beisteuerte und sich sofort auf Platz vier der Liste katapultierte. Davor liegen Dortmund (54 000), Schalke 04 (43 195) und Bayern München (38 000).
Der Optimismus zeigt sich auch in einer Umfrage der Wirtschaftsberatung Ernst & Young. Demnach erwartet die Branche für die kommende Saison – schon ein Jahr vor Inkrafttreten des neuen Rekord-Medienvertrages – deutlich mehr Einnahmen bei nur leicht steigenden oder im Oberhaus sogar sinkenden Kosten.
Damit wollen die Clubs Schulden abbauen: 73 Prozent gaben an, das zusätzlich erwirtschaftete Geld für die Tilgung von Verbindlichkeiten aufwenden zu wollen. Vor vier Jahren war dazu lediglich ein Drittel der Vereine bereit.
Allerdings ist das Gefälle zwischen Bundesliga und 2. Liga enorm groß. Die Vereine im Unterhaus hatten die Verluste in der Saison 2010/11 nach DFL-Angaben zwar um rund sieben Millionen Euro auf 18,9 Millionen Euro verringert. Die Verbindlichkeiten waren jedoch um 28 Prozent auf 163,5 Millionen Euro gestiegen – bei schrumpfendem Eigenkapital.
Probleme gibt es zudem in der 3. Liga, wo nur jeder dritte Verein zumindest einen kleinen Gewinn vorweisen konnte. Fast die Hälfte (47 Prozent) berichtete von Verlusten.
Insbesondere kleinere Drittligisten wollen ihre Umsätze nun mit besseren Stadien und VIP-Bereichen steigern. Ein Drittel will laut der Umfrage ein neues Stadion bauen, noch mal knapp die Hälfte plant Umbauten.
„Sie machen nur einen niedrigen Prozentsatz der Sitzplätze aus, generieren aber etwa ein Drittel der Spieltageinnahmen“, sagte der Autor der Ernst & Young Studie, Thomas Fuggenthaler, zu den Logen und Business-Sesseln.
Im Schnitt rechnen die Drittligisten für die kommende Saison mit Einnahmesteigerungen von neun Prozent, während in den beiden Ligen darüber lediglich ein Plus von sechs Prozent erwartet wird.










