Real Madrid muss für Ronaldo künftig wohl das Doppelte bezahlen. Das Ende einer absurden Steuererleichterung hat schon einen Barca-Star vertrieben.
Real Madrid will sich die Dienste von Cristiano Ronaldo langfristig sichern. Der Vertrag des Portugiesen läuft zwar noch bis 2015, doch seit einiger Zeit gibt es Gespräche über eine Verlängerung. Doch die wird für Madrid extrem teuer.
Bislang verdient „CR7“ jährlich 9,5 Millionen Euro – netto. Dazu kommen noch etwa 2,5 Millionen Steuern, die zahlt auch der Verein und profitierte dabei bislang vom „Beckham-Gesetz“. Das war 2003 von der Aznar-Regierung eingeführt wurden, um ausländische Spitzenkräfte anzulocken: Sie mussten bei einem Verdienst von 300.000 Euro nur einen Steuersatz von 24 Prozent zahlen.
Doch es waren weniger Ingenieure, Professoren oder Topmanager die ins Land strömten und von dem Steuergeschenk profitierten, sondern Fußballstars wie eben David Beckham oder Cristiano Ronaldo.
2010 wurde die Regelung jedoch ausgesetzt und seither gilt bei neuen Verträgen der inzwischen erhöhte Spitzensteuersatz von 52 Prozent (vorher betrug er 45 Prozent).
Da Ronaldo im Falle der Verlängerung 15 Millionen Euro netto bekommen soll, muss Madrid effektiv etwa 23 Millionen bezahlen – fast doppelt soviel wie die derzeit 12 Millionen.
Und auch andere Vereine trifft dieser Effekt. So hat Seydou Keita gerade den FC Barcelona verlassen und wechselt wie so viele andere Stars nach China zu Dalian Aerbin. Nach Aussage des 32-jährigen aus Mali wollte Barcelona den höheren Steueranteil nicht übernehmen.
Barca hat in Bezug auf die Steuern schon seit langem höhere Personalkosten als der Erzrivale aus Madrid. Denn während die Königlichen vor allem auf ausländische Stars setzen und so lange vom „Ley Beckham“ profitierten, sind die Topverdiener bei Barcelona Spanier, für die schon immer der volle Spitzensteuersatz fällig war (auch Messi fällt nicht unter die Beckham-Regel, da er schon vor deren Einführung an die Jugendakademie in Barcelona gekommen war). Zudem beträgt der Spitzensteuersatz in Katalonien sogar 56 Prozent – vier Punkte mehr als in Madrid.
Ob die Vereine die Steuern letztlich abführen ist aber ein anderes Thema. Erst im März kam heraus, dass die Clubs den Finanzämtern noch 752 Millionen Euro schulden. In vier Jahre ist die Steuerschuld um fast 150 Millionen Euro gewachsen. Nun werden zwar 35 Prozent der TV-Einnahmen eingefroren, um die Schulden zu begleichen – dafür wurde den Vereinen aber eine Frist bis 2020 eingeräumt.
Den Kredit für den 100-Millionen-Transfer von Ronaldo hat Madrid übrigens noch nicht einmal abbezahlt – und die Forderungen der krisengeplagten Bankia-Gruppe liegen inzwischen als Bürgschaft bei der Europäischen Zentralbank (EZB).











4 Kommentare zu “Spitzensteuer verteuert Ronaldo & Co. massiv”
An sich ja wirklich ein spannendes Thema. Schade allerdings, dass hier nichts darüber steht, dass Real Madrid eben keine Steuerschulden hat. Da gab es schon ein offizielles Statement vom Verein, direkt nachdem das Thema aufgekommen war. Außerdem sind Real Madrids Verbindlichkeiten im letzten Jahr von 240 Mio. auf 170. gesunken. Da der Umsatz dieses Jahr noch mal deutlich nach oben ging, kann man wohl davon ausgehen, dass dieses Jahr auch noch mehr zurückgezahlt wurde. Spricht das nicht dafür, dass die Bank bei den Geschäften mit Real Madrid alles richtig gemacht hat? Sie bekommen ihr Geld zurück und darauf eben noch die Zinsen. Das ist doch, aus Sicht der Bank, der Sinn eines solchen Kredits.
Also ich bin ja nicht sooo schlecht in Mathe, aber wie bei einem Spitzensteuersatz von 52 %, ein Bruttogehalt von 23 Mio. bei einem Nettogehalt von 15 Mio. rauskommen soll, bedarf für mich dann doch einer Erklärung.
Dass im Artikel ohne große Diversifizierung dann noch zwischen Steuerschulden ALLER LiagBBVA Mannschaften, Krediten für Real Madrid CF und dem Streifen der Bankenkrise mit Hinweis auf die Haftung anderer Staaten für diese, gesprungen wird, gibt dem Ganzen dann einen faden, populistischen Beigeschmack…
Der Hinweis mit Real Madrid ist in der Tat richtig – wobei man auch dazu erwähnen müsste, wieviel Geld der umstrittene Stadionverkauf an die Stadt in die Kassen gespült hat.
@Gummiwelle 15 Millionen + 7,8 Millionen = 22,8 Millionen.
Stadionverkauf? Sie meinen wahrscheinlich den Verkauf des Trainingsgeländes… dieses wurde aber nicht an die Stadt, sondern an Investorenfirmen verkauft.
Kritik gab es dann, weil der hohe Kaufpreis dadurch entstand, dass das Gelände in Baugrund umgewandelt wurde (heute stehen da ja Hochhäuser). Als Gegenzug durfte die Stadt dann Teile des Geländes selbst vermarkten, was den Verdacht erweckte, dass der Verein illegal durch die Stadt gefördert wurde. Aber bei den Ermittlungen der EU-Wettbewerbgskommission kam man dann zu einem anderen Schluss (weil die Käufer wohl alle private Firmen waren, wobei ich nicht verstehe, was das in dem Zusammenhang zu bedeuten hat…)
Vielleicht nicht alles ganz durchsichtig, aber gekauft hat die Stadt hier gar nichts.