Viele Fans reichen nicht. In der Rangliste der erfolgreichsten Vereine bei Facebook & Co. gibt es daher einige Überraschungen. So müssen sich die Bayern einem besonderen Gegner geschlagen geben.
Facebook-Ranglisten der Fußballvereine sind ja an sich nichts Neues, eine aktuelle Übersicht gibt es beispielsweise hier. Doch in der Regel werden dort vor allem die Zahl der Fans und Follower gemessen und die wird gern gnadenlos überbewertet.
Das zeigt sich auch in der umfangreichsten Social Media Analyse deutscher Sportclubs, die mir bekannt ist: “Obgleich der FC Bayern München mit mehr als 3,8 Millionen „Likes“ die meisten Fans auf seiner Facebook-Seite vereinen kann, belegt der deutsche Rekordmeister im Facebook-Ranking der Fußball-Bundesliga nur einen Mittelfeldplatz”, schreibt der Autor André Bühler, Professor von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Stuttgart.
Um den “Deutschen Social Media Meister” zu küren, hat er die Auftritte bei Facebook, Twitter, Youtube, Google+ und Xing anhand von mehreren Kriterien untersucht. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der Likes in Relation zum Ligadurchschnitt, die Häufigkeit und Aktualität der Posts innerhalb einer Woche aber auch die Einbindung der Social Media Dienste auf der Website.
Für Facebook ergibt sich dabei folgendes Bundesliga-Ranking:
1. FC Schalke 04
1. SV Werder Bremen
3. Hannover 96
3. Hertha BSC
5. 1. FC Köln
6. 1. FSV Mainz 05
6. Borussia Dortmund
8. VfB Stuttgart
9. FC Augsburg
9. FC Bayern München
9. SC Freiburg
12. Hamburger SV
12. VfL Wolfsburg
14. 1. FC Kaiserslautern
14. 1. FC Nürnberg
14. Borussia Mönchengladbach
17. 1899 Hoffenheim
18. Bayer 04 Leverkusen
Bei Twitter sind die Schalker Facebook-Meister nicht ganz so erfolgreich, dafür ist Nürnberg überraschend Zweiter (bei Facebook nur auf einem Relegationsplatz). Dass sie social media verstanden haben, zeigen die jeweils ganz weit vor liegenden Bremer aber auch Hannover 96 und Hertha BSC. Publikumslieblinge wie Bayern oder Borussia Dortmund, die auch bei reinen Fan- und Followerzahlen dominieren, sind dagegen abgeschlagen.
Twitter-Rangliste der Fußballvereine
1. SV Werder Bremen
2. 1. FC Nürnberg
2. Hannover 96
4. Hertha BSC
4. VfL Wolfsburg
6. Borussia Dortmund
7. FC Augsburg
7. FC Schalke 04
9. Hamburger SV
10. VfB Stuttgart
11. 1. FC Köln
11. Bayer 04 Leverkusen
11. Borussia Mönchengladbach
11. FC Bayern München
15. 1. FC Kaiserslautern
15. 1. FSV Mainz 05
17. SC Freiburg
18. 1899 Hoffenheim
Etwas kürzer ist die YouTube-Tabelle, denn in der Fußball-Bundesliga haben nur dreizehn von achtzehn Vereinen einen eigenen Kanal auf der Videoplattform.
1. FC Schalke 04
1. VfB Stuttgart
3. Borussia Dortmund
3. Borussia Mönchengladbach
3. Hertha BSC
6. FC Bayern München
7. Hannover 96
8. 1. FC Köln
9. SV Werder Bremen
10. 1. FC Kaiserslautern
11. Hamburger SV
11. SC Freiburg
13. 1. FC Nürnberg
Für die Gesamtliste wurden die Durchschnittswerte des Facebook-Rankings mit dem Faktor 5 gewichtet, YouTube mit dem Faktor 4, Twitter mit dem Faktor 3, Google+ mit dem Faktor 2 und XING mit dem Faktor 1.
Bühler hat aber auch noch Fußball-Zweitligisten, Handball-, Eishockey- und Basketballvereine untersucht. Insbesondere die Basketballclubs schneiden dabei extrem gut ab. So sind in den Top-20 des Social-Media-Gesamtranking elf Fußballvereine und acht Sportorganisationen aus dem deutschen Profi-Basketball vertreten. Kurios ist die Konstellation bei den Bayern aus München, wo die Basketballer einen Platz vor den Fußballern liegen, die es gerade noch auf den vorletzten Platz geschafft haben. Auch Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock ist der Sprung in die Top-20 gelungen, rausgefallen sind dagegen Kaiserslautern, Leverkusen, Freiburg, Nürnberg, Mainz, Wolfsburg, Augsburg und Hoffenheim. Gesamtsieger ist der SV Werder, kanpp vor Hannover 96.
Social-Media-Gesamtrangliste
1. SV Werder Bremen
2. Hannover 96
3. ALBA Berlin
4. BBL (Basketball Bundesliga)
5. VfB Stuttgart
6. Hertha BSC
7. Telekom Bonn
8. Fraport Skyliners
9. FC Schalke 04
10. 1. FC Köln
11. Borussia Dortmund
12. Brose Baskets
13. Würzburg Baskets
14. ratiopharm Ulm
15. F.C. Hansa Rostock
16. Hamburger SV
17. THW Kiel
18. Bayern München (Basketball)
19. FC Bayern München
20. Borussia Mönchengladbach
Sind Sie denn mit den Social Media Auftritten Ihres Vereins zufrieden? Was würden Sie sich wünschen?











21 Kommentare zu “Die erfolgreichsten Fußballclubs bei Facebook, Twitter & Co.”
Der Ball ist rund und gespielt wird auf dem Rasen. Als Social Media Meister ist hingegen kein Pokal zu gewinnen.
Normal gehört Bayern ja auf den zweiten Platz! HALT Vize
Auch die Ergebnisse dieser Untersuchung spiegeln für mein Empfinden nicht wirklich die Realität wieder.
Einerseits werden Werte, die ausschließlich den FB-Administratoren der Vereine vorliegen, nicht in das Ergebnis miteinbezogen. Das ist in den meisten Studien so. Zweitens finde ich die Addition der einzelnen Netzwerk-Werte zu einem Gesamtergebnis sehr schief.
Fazit: Wenn Hannover 96 beispielsweise vor Schalke und dem BVB liegt, gibt das nicht die Social Media-Realität hinsichtlich Viralität und Reichweite wieder.
@Sven: Stimme Dir da vollkommen zu. Ingesamt keine wirklich aussagekräftige Studie. Inhalt & Qualität der Posts sowie die Viralität die & Interaktionsraten der jeweiligen Seiten werden nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Zudem haben einige Vereins-Seiten gar keinen offiziellen Twitter/Google+ Account. In der “Studie” hingegen werden diese Fan/Fake-Accounts als offizielle Accounts aufgeführt.
@Sven @Felix Ich würde vor allem kritisieren, dass die Qualität der Posts und das Feedback darauf keine Rolle spielen. Auch kann der knappe Untersuchungszeitraum zu Verzerrungen führen, was der Autor ja selbst einräumt.
Das Zusammenrechnen ist weniger das Problem, da die Netzwerke ja mit einem vernünftigen Faktor gewichtet wurden. Zudem lag z.B. Hannover auch allein bei Twitter und Facebook vorn.
Fanaccounts wurden angeblich explizit ausgeschlossen und nur die offiziellen genommen (daher sind bei Youtube ja auch nicht alle dabei). Welche sind denn zweifelhaft oder klare Fakes?
unnötig wie ein kropf, diese spielerei
Grundsätzlich ist es für die Vereine (insbesondere in den unteren Ligen) sehr wichtig eine große Social Media Gefolgschaft zu haben, denn diese Plattformen sind hervorragend dazu geeignet näher an die Fans heran zu rücken und Werbung für den Verein zu betreiben.
Alleine Werbereichweite, die erzielt werden kann ist schon ein großer Wert an sich. Auch der dadurch eröffnete Feedbackkanal liefert Informationen von unschätzbarem wert für die Vereine (wenn man diese dann auch richtig nutzt!).
Richtig interessant wird das Thema Social Media aber erst wenn man verstanden hat es zu monetarisieren. Ein auf Facebook eingespielter Produkt- oder Affiliate-Link kann dann in großen Communities schnell mal ein paar tausend Euro wert sein. Allerdings vermisse ich den intelligenten Einsatz dieser Maßnahmen bei den meisten Vereinen aktuell noch.
@Andreas Will Zu ersten Social-Commerce-Experimenten vom VfB Stuttgart, St.Pauli und Hertha gab es neulich diese interessante Meldung:
http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Dienstleistungen/Beispiele-fuer-Social-Commerce-Einsatz-Fussballclubs-Verkauf-von-Fan-zu-Fan-65605.html
Frage mich auch, wie die Bayern ohne Twitter Account auf Platz 11 sind. Nicht nur das diskreditiert die ganze “Studie”, und Formulierungen wie “haben Social Media verstanden” in diesem Artikel hier werden dann nur um so peinlicher.
Ja man,wir sind Facebook & YouTube Meister!
)
Schalke. <3
friedrike: dann passt ja der spruch “nur gucken, nicht anfassen” .-)
Der Hammer! Machen Wissenschaftler eine Riesen-Studie, geben sich einen seriösen Anschein, und merken trotz aller Wissenschaft und Recherche noch nicht mal, dass der FCB gar keinen Twitter-Account hat… Was soll man da wohl glauben, was den Rest der Stufie betrifft, wenn so etwas elementares, und für jeden Fan offensichtliches nicht erkannt wird?!
Wie bitte, Bayern twittert nicht, und bei der Studie landen sie in der Twitter-Rangliste auf Platz 11?!?! Dann kann man die Studie getrost in den Müll klopfen. Wie peinlich!
Bayern und Dortmund haben zusammen mehr Facebook-folliwer als die gesamte 1. und 2. Liga zusammen, und verdienen lt Experten mit Marketing und Sponsoring auf facebook siebenstellig. Das hätten andere gerne vom Hauptsponsor. Beide aber nur im Facebook-Mittelfeld. Dabei erreichen die ihre Ziele dich sehr gut. Aber wohl nicht die des Studienerstellers….Vielleicht ein Fan kleiner Clubs?
Mit @fcbayern_news gibt es einen quasi-offiziellen FCB Account – zählt man den nicht, müsste man Bayern noch schlechter werten. Wo stimmen sonst Accounts nicht?
mich kotzt ehrlich gesagt diese undifferenzierte und unqualifizierte “social media analyse” hier in deutschland an. nicht inhalte, nicht die qualität, nicht die aktualität, nicht die einbeziehung der user, nicht die internationalität der posts oder gar die integration von sponsoren oder merchandising werden analysiert sondern die Likes in Relation zum Ligadurchschnitt oder die häufigkeit von postings.
scheint wohl noch zu dauern, bis es dazu mal vernünftige, qualitative analysen zu gibt.
“bansi” und “begi” bringen es auf den Punkt.
Sehr interessantes Thema, ich schreibe gerade meine Bachelor-Arbeit darüber. Und sogar mir Student ist klar, dass Likes und Follower allein kein Qualitätskriterium sind. Ich mache sowohl einen quantitativen als auch qualitativen Vergleich, wobei der letztere natürlich wichtiger ist. Aber diese Kriterien sichtbar darzustellen ist nicht ganz einfach, ich habe ja nicht die Zeit und das Know-How eines Wissenschaftlers.
@begi: Stimme dir voll zu, nur bei der Integration von Sponsoren wäre ich vorsichtig…das kommt meist nicht gut an, und kann Leute vergraulen.
Interessant wäre ein Vergleich mit europäischen Vereinen.
Deutsche ist Europameister http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutschland-ist-Europameister-article6392776.html
@ Felix:
ich schreibe auch gerade meine Masterarbeit über dieses Thema.
@ Felix & Begi: Interessant fände ich es, wenn wir uns mal über FB unterhalten und Meinungen austauschen….