Jetzt geht´s looos!

Geld schießt keine Tore? Angesichts des Höhenfluges der Mainzer Karnevalsbubis und Klopps Dortmunder Nachwuchstruppe möchte man gerne wieder an die Gültigkeit der alten Rehagel-Weisheit glauben. Statt der Millionärs-Ensembles aus München oder Schalke stürmen derzeit junge Talente an die Spitze der Bundesliga. Doch die Bundesliga ist eine Veranstaltung, bei der die Mannschaften 34.Spieltage hinter dem Ball herjagen und am Ende wird Bayern Meister. Oder wieder einmal nicht?

Dieser Blog begleitet den Fußball und schaut dabei vor allem auf die wirtschaftlichen Seiten des Sports. Denn schon lange ist eine der schönsten Nebensachen der Welt vor allem ein großes Geschäft. Über die Spielergehälter wird noch leidenschaftlicher gestritten als über Managerboni und manche Transfersummen sind für Normalverdiener genauso schwer zu fassen, wie Rettungsschirme und Garantien für marode Banken.

Während die Folgen der Finanzkrise die Realwirtschaft erreichten und auch in Spanien eine Immobilienblase platzte, erklommen die Summen auf dem Fußballmarkt immer neue aberwitzige Höhen. Am 11.Juni 2009 verpflichtete Real Madrid den Portugiesen Cristiano Ronaldo für die Rekordsumme von 93 Millionen Euro. Die geschichtsträchtige Grenze von 100 Millionen verfehlte der Portugiese zwar, wie das Tor beim Elfmeterschießen im Champions League Finale, dafür soll in seinem Vertrag eine Ablöse von einer Milliarde Euro festgeschrieben sein. Eine Summe, die ihren Zweck erfüllt und selbst Mäzene wie Manchester City-Eigner Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan abschrecken dürfte.

Doch inzwischen stecken auch Vereine im erfolgsverwöhnten England und Spanien in der Krise. Der FC Portsmouth musste im Frühjahr Insolvenz anmelden und steht jetzt vor dem endgültigen Aus, der hoch verschuldete FC Liverpool wurde durch einen Verkauf vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. In Spanien schlitterten bereits der Odonkor-Club Betis Sevilla und Real Mallorca in die Pleite.

Und obwohl (oder weil?) sich die Bundesliga gegen Ölscheichs und Oligarchen sperrt, hat sie die mit Berlusconi-Millionen gehätschelte italienische Liga in der UEFA-5-Jahres-Wertung überholt.

Doch Angesichts der Möglichkeiten die ein VWl Wolfsburg, Bayers-Werkstruppe oder der FC SAP Hoffenheim haben – hält sich in den Augen der Fans aus Bochum und Kaiserslautern, Cottbus oder Dresden die Begeisterung über fairere ökonomische Verhältnisse auf dem deutschen Fußballmarkt in Grenzen. Ein Stück Erfolg ist eben doch käuflich, trotzdem schießt Geld allein noch immer keine Tore.

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