Die besten Personalberater 2016

Fachkräfte sind sehr begehrt, aber schwer zu finden. Ein exklusives Ranking zeigt, welchen Headhuntern Unternehmen bei der Suche nach Personal am meisten vertrauen. Ein Beitrag von Claudia Tödtmann und Julia Leendertse

Experten, die Unternehmen digital voranbringen, sind heiß begehrt und schwer zu finden. Deshalb wollte Michael Opitz, Prokurist beim Tiefkühlkostproduzenten Eismann, auf professionelle Hilfe setzen. Doch die Wahl des passenden Personalberaters fiel schwer. Zwar wurde Opitz „täglich mit Angeboten bombardiert“, wie er sagt, deren Qualität konnte er jedoch kaum einschätzen.
Deshalb recherchierte er selbst im Internet, prüfte Referenzen und lud schließlich drei Spezialisten zum persönlichen Gespräch. Schließlich bekam die Hamburger Beratung Dwight Cribb den Zuschlag.

wiwo_personalberater_5st_wiwoSchon nach wenigen Wochen präsentierte sie einen passenden Kandidaten, im September fing der bei dem Unternehmen an. „Ohne spezialisierten Berater wären wir nicht so schnell ans Ziel gekommen“, ist Opitz überzeugt.
So läuft es, wenn es gut läuft. Doch dafür gibt es bei der Zusammenarbeit mit Personalberatern keinerlei Garantie. Erfolg ist oft Glückssache, die Branche ist so klar wie ein Moorsee und unüberschaubar: In Deutschland suchen 6650 Headhunter aus 2000 Unternehmen nach Fach- und Führungskräften.

Denn für sie steht viel auf dem Spiel. Wenn sie den Falschen einschalten, verplempern sie Zeit in Gesprächen mit unpassenden Bewerbern und verlieren schlimmstenfalls noch Geld für die Abfindung einer Fehlbesetzung.
Besonders heikel ist die Auswahl für Mittelständler, die nur selten Berater einschalten und deshalb wenig Erfahrung haben. „Die richtigen Adressen zu kennen ist für Unternehmen Gold wert“, sagt Christel Gade, Expertin für Personalberatungen und Professorin an der IUBH Internationalen Hochschule Bad Honnef.

Um die Auswahl zu erleichtern, hat sie Verantwortliche in 1250 Unternehmen über ihre Erfahrungen mit und das Image von Beratungen befragt. Die Ergebnisse hat sie exklusiv für die WirtschaftsWoche zusammengefasst. Ihr Ranking verschafft Unternehmen Überblick über Generalisten wie Egon Zehnder, Russell Reynolds und Kienbaum sowie Spezialisten der wichtigsten Branchen.
Viel Erfahrung, umfangreiche Datenbank und enges Netzwerk
Letztere sind für Unternehmen besonders wertvoll, wenn sie Experten mit Jahresgehältern unter 100.000 Euro suchen. Denn solche Aufträge sind für die Branchengrößen zu wenig lukrativ und deshalb kaum interessant.
Das hat Ralph Grobecker, General Manager beim Medikamentenhersteller Merck in Darmstadt, selbst festgestellt. Als er etwa einen Markenbetreuer für Kytta-Salbe und einen Außendienst-Bezirksleiter für die Betreuung von Apotheken brauchte, ließen ihn die großen Adressen abblitzen.

Eine schob ihn zu einer Tochterfirma ab, deren Berater unbeleckt von jeglicher Branchenkenntnis bloß soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn durchkämmten. „Solche Fähigkeiten haben wir selbst im Haus“, sagt Grobecker.
Dabei geht es oft nicht ohne Berater. Managern innerhalb des Unternehmens fehlt meist der Überblick, sie wissen nicht, wer bei der Konkurrenz gerade wechselbereit ist. Bei Spezialthemen wie der Digitalisierung können sie zudem die Kompetenz möglicher Kandidaten nur schwer einschätzen.

Dabei agieren sie still und heimlich, Diskretion gilt in der Branche als eine der wichtigsten Tugenden. Bisher machen nur öffentliche Auftraggeber publik, wen sie mit der Suche betrauen. Doch wäre mehr Offenheit durchaus möglich. In den Vereinigten Staaten ist es von jeher üblich, mit Aufträgen an Headhunter ganz offen umzugehen.

Mittlerweile gibt es dort sogar eine Webseite namens „Hunt Scanlon Media“, die per App täglich mitteilt, welche Berater welche Aufträge bekommen haben. „Die Globalisierung könnte auch hierzulande für mehr Transparenz sorgen“, sagt ein Branchenvertreter. Schaden kann das sicher nicht.

Zum Wiwo-Ranking „Deutschlands beste Personalberater 2016“

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