» 13.01.2013, 09:05

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Wenn Headhunter ihrem Beratungshaus den Rücken kehren

Die Globalisierung ist für Personalberater Stress pur. Um weltweit schneller wachsen zu können, brechen Beratungshäuser häufig mit dem Partnerschaftsprinzip. Unternehmerische Eigenverantwortung wird durch zentralistische Managementdenke ersetzt.

Doch wer Unternehmertypen die Luft zum Atmen nimmt, züchtet sich selbst Rivalen heran. Gerade im Headhunting ziehen verkaufsstarke Partner schnell von dannen und machen das Geschäft auf eigene Rechnung.

Klaus Leciejewski, Jahre lang selbst Partner einer führenden internationalen Personalberatung und heute freischaffender Schriftsteller, beschreibt in einem Gastbeitrag, warum:

Komplexität

Einstmals arbeitete ich als Headhunter für ein Unternehmen, in dem das operative Geschäft dezentral geleitet wurde. Auch die Personalabteilung umfasste nur wenige Personen. Einstellungen, Entlassungen und Bewertungen verantworteten die Abteilungsleiter individuell.

Dann wuchs das Unternehmen, aber der Gewinn wuchs nicht mit.

Gastautor Klaus Leciejewski:
Warum Headhunter den zentralistisch
geführten globalen Personalberatungen weglaufen. 

Eine neue Unternehmensführung wollte alles besser machen. Dafür meinte sie, zuerst die Kontrolle über alle dezentralen Unternehmensteile und deren Steuerung zu benötigen. So wurde auch die Personalabteilung umgebaut. Jetzt konnte ich nicht mehr vertraglichen Regelungen direkt mit den Abteilungsleitern absprechen, sondern musste meine Honorare mit der zentralen Personalleitung aushandeln. Sämtliche Unterlagen meiner Suchaufträge hatte ich an diese zu senden. Zudem waren jetzt für jeden Unternehmensteil spezialisierte Personalleiter zuständig, von denen keiner das Geschäft der Abteilungsleiter verstand und jeder dem Headhunter sein Honorar neidete. Ihr Erfolg bestand nicht mehr darin, eine offene Position mit dem richtigen Manager zu besetzen, sondern zuerst dafür einen niedrigeren Preis auszuhandeln und dann den Prozess der Einstellung hinauszuzögern, um damit ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen, wozu auch die Entwicklung ständig neuer und umfangreicherer Antragsformulare und Berichtsbögen gehörte.

Das Resultat: Die Komplexität erhöhte sich, zugleich der bürokratische Aufwand, die Abteilungsleiter waren unzufrieden, ich wurde unzufrieden und als Ersatz für mich wurden weniger qualifizierte, aber geschmeidigere Berater beauftragt. Gleichgültigkeit zog in das Unternehmen ein.

Ich habe nur erlebt, was an jedem Tag in Unternehmen passiert. Die einen bauen Hierarchien auf sowie Eigenverantwortung ab und steigen ab, die anderen haben flache Hierarchien sowie umfangreiche Eigenverantwortung und steigen auf.

Zur Person: Klaus Leciejewski bloggt unter Literarische Gedanken.

 

 

» 13.01.2013, 09:05

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