» 20.02.2013, 10:26

Kurzfristige Kaufsignale in Sicht

Nach fünf Wochen Konsolidierung mehren sich die Anzeichen, dass die Aktienmärkte nun ihre Hausse-Phase fortsetzen.

Der ZEW-Frühindikator signalisiert eine deutliche Erholung der Wirtschaft, das GfK-Konsumklima ist robuster als erwartet – und sogar die Deutsche Bundesbank, jene hehre Institution alter Grundsätze, erwartet eine baldige und nachhaltige Erholung der Wirtschaft.

Natürlich, die Erholung, die sich immer mehr abzeichnet, wird erstens in Schüben verlaufen und zweitens sehr unterschiedlich innerhalb Europas. Frankreich etwa senkt gerade die Prognosen für dieses Jahr und dürfte froh sein, wenn es am Ende überhaupt ein Plus wird.

In den vergangenen fünf Wochen haben sich deutsche Aktien erstaunlich gut gehalten, obwohl sich die Nachrichten wieder verdüstert haben. Und auch jetzt gibt es reichlich Risikomomente: von den Wahlen in Italien, die in Kürze anstehen (ein überraschend starker Zuwachs für Berlusconi wäre ohne Frage Gift für die Aktienerholung), über die Spannungen in Afrika bis hin zu einem wieder ziemlich hohen Ölpreis.

Der aktuell starke Markt ist ein Zeichen für weiter steigende Kurse

Wenn sich Märkte in einer Korrekturphase gut halten, dann ist das ein Zeichen von Stärke. Das wiederum ist nicht nur eine Zustandsbeschreibung, sondern es ist eine Frage der Kondition – und das wirkt in die Zukunft. Ein starker Markt steckt schlechte Nachrichten weg und zieht dann durch, wenn die schlechten Nachrichten ausbleiben – und erst recht, wenn die Nachrichten besser werden sollten. (Und das, was von den Frühindikatoren derzeit kommt, sind in der Tat gute Nachrichten).

Die aktuelle Verfassung der Märkte passt dazu. Der Dow Jones ist fast am All-Time-High, das bei gut 14100 lag. Das war im Oktober 2007. Mit anderen Worten: Wenn der Dow diesen Stand wieder erreicht, hätte er die ganze Krisenphase ausgeglichen. Die Teilindizes Transport (sehr stark) und Utilities (stark) untermauern die Marktbreite.

Die europäischen Indizes sehen nicht ganz so robust aus; die EU-Indizes sind schwächer, der Schweizer SMI und der britische FTSE sind dagegen sehr stark). Dennoch ist wichtig, dass der Euro Stoxx die hier mehrmals erwähnten 2600 verteidigt hat.

Breiter Anstieg unterstützt den Trend

Im Dax selbst ist es ein wichtiges Zeichen von Stärke, dass er sein maximales Korrekturpotenzial (bis rund 7000/7200) eben nicht ausgeschöpft hat, sondern vorher nach oben gedreht hat: genau auf dem Aufwärtstrend, der seit Juni 2012 besteht und deutlich oberhalb der 200-Tage-Linie.

Und schauen Sie sich einmal neben dem Dax den MDax an. Der zeigt seit Monaten steil nach oben, auch während der jüngsten Korrektur ging es weiter hoch. Das zeigt die spezifische Stärke vieler deutscher Qualitätsunternehmen – und ist in der Regel auch in guter Indikator für die Konjunktur hierzulande.

Noch ein Verweis hinter Dax und MDax: Klöckner-Aktien gehen durch die Decke- mehrmals ausdrücklich als spekulativer WiWo-Favorit genannt – weil Großaktionäre zulangen. Das zeigt nicht nur, dass potentes Geld scharf auf günstige Aktien ist; solche Nebenwerte verschaffen dem Markt auch eine Breite, der für einen nachhaltigen Anstieg wichtig ist.

Baisse-Gefahr am Minenmarkt, angefressener Goldpreis

Ziemlich schwach sind derzeit die Goldminen. Beide wichtigen Indizes, JSE in Südafrika und der FT Goldmines, haben kurzfristige Verkaufssignale gegeben. Normalerweise sind die Minenindizes ein Vorlauf für den Goldpreis. Der sieht ebenfalls ziemlich angefressen aus, wenngleich nicht ganz so schwach wie die Minen.

Vorsichtig zumindest sollten Gold-Anleger schon sein. Rutscht der Preis für die Feinunze unter 1600 Dollar, könnte es eine längere Korrektur im gelben Metall geben. Theoretisch wäre dann sogar eine obere Trendwende abgeschlossen, aber da der Goldpreis charttechnisch ziemlich zickig ist, sind solche Aussagen nur unter Vorbehalt möglich. Ein kurzfristiger Favorit jedenfalls ist Gold derzeit definitiv nicht.

 

» 20.02.2013, 10:26

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