In den nächsten Wochen, könnte der Dax erst einmal auf der Stelle treten – um dann seinen langen Aufwärtstrend fortzusetzen.
Die Weltbank sagt, die akute Finanzkrise in Europa verliere ihren Schrecken; die Wachstumsprognose der Bundesregierung für 2013 ist nicht überschäumend, aber zuversichtlich – und doch geben die Aktien erst einmal nach. Kurzfristig passt das durchaus in das Muster der üblichen Dax-Schwankungen; und da steht nach sieben bis acht Wochen Anstieg eben eine Korrektur an.
An der positiven Grundtendenz ändert sich nichts. Dass die Konjunktur schon im vierten Quartal wahrscheinlich nicht so schwach war wie befürchtet, ist ein gutes Vorzeichen für die ersten Monate 2013. Es muss jetzt nicht gleich ab Frühjahr zu einer massiven Erholung kommen, aber was aus den Unternehmen zu hören ist (etwa über die Neuaufträge, vor allem im internationalen Geschäft) deutet auf eine moderat bis gute Entwicklung ab Frühjahr hin.
Europa kommt wieder, langsam
Natürlich, sollte es in der Eurokrise zu einer erneuten Verschärfung kommen, wäre die Erholung gefährdet. Aber hier ist nicht nur die genannte Einschätzung der Weltbank interessant, ein Blick auf den Euro-Chart noch viel mehr: Denn die Europa-Währung hat durch ihren jüngsten Anstieg die hier mehrmals erwähnte kurstechnische Aufwärtswende bisher voll bestätigt. Das Comeback Europas läuft.
Und es gibt weitere Stabilisierungen: In den USA haben sich die Indizes nicht nur gefangen, sie schieben sich sogar klammheimlich weiter nach oben; vor allem der Transport-Index. Das passt auch zu den Erwartungen vieler Unternehmen, die gerade für Nordamerika gute Aufträge hereingeholt haben.
Zweitens kommen, wie schon vor Wochen hingewiesen, die Schwellenländer wieder. Vor allem die chinesischen Inlandsindizes haben deutlich nach oben gedreht. Dazu ziehen auch die Aktien in Indien hoch – und die Türkei ist ohnehin weiter Anlagefavorit. Noch etwas hinterher hinken die Osteuropäer, sichtbar am Cece-Index.
Es können auch mehr als 0,5 Prozent Wachstum werden
Zumindest leichte Entspannung in der Euro-Krise, stabile Entwicklung in den USA und Wachstum in den Schwellenländern: diese Mischung könnte für Deutschland auch mehr möglich machen, als die von der Bundesregierung erwarteten 0,5 Prozent.
Das sollte auch dazu beitragen, dass die aktuelle Korrektur im Dax nicht allzu tief gehen sollte. Die 200-Tage-Linie verläuft erst bei 6942 – bis dahin wäre das Maximum. Wahrscheinlicher aber ist es, dass sich der Dax um 7400/7500 wieder fängt, spätestens um 7200.
Als Zeitfenster könnte man ab Mitte Januar rund sechs Wochen ansetzen. Das ergäbe ein Ausloten der kurzfristigen Tiefen etwa um Ende Februar bis Anfang März. „Tiefen“ ist hier relativ, denn angesichts des stimmigen fundamentalen Szenarios kann es auch mit einer ruhigen Seitwärtsbewegung, einer mehrwöchigen Schwankung zwischen 7400 und 7700 abgehen.










