» 21.12.2012, 10:21

Gute Kursaussichten bis zum Jahreswechsel

Die Chance auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit ist ein gutes Umfeld für den Aufwärtstrend an den Börsen.

Die politischen Hakenschläge im US-Haushaltsstreit nehmen die Börsen derzeit ziemlich gelassen. Die amerikanischen Indizes sind weiter in ihrer Aufholphase nach der relativen Schwäche der vergangenen Monate; der Dow Jones insbesondere hält sich weiterhin mit Distanz über der wichtigen Zone bei 13000.

Man kann diese Stabilität der Märkte angesichts der politischen Poker-Partie so und so sehen. Einerseits rechnen die Börsen fest damit, dass es eine Lösung gibt (und wenn die dann kommt wären in dieser Logik auch kurze Gewinnmitnahmen wahrscheinlich – sell on good news).  In der Regel liegen die Märkte bei solchen Vorwegnahmen politischer Ereignisse nicht schlecht; aber eine absolute Sicherheit gibt es natürlich nicht. Andererseits: Gerade weil sie das so uneingeschränkt positiv vorwegnehmen, wäre die Überraschung bei einem Fehlschlag umso böser.

Die Chance auf Einigung ist größer

Wäre – unabhängig von dem, was sich die Börsen wünschen – ein Scheitern überhaupt realistisch? Politisch läuft es bis jetzt nicht ungewöhnlich. Dass bis zum letzten Moment gefeilscht wird, ist in solchen Prozessen üblich; und dass derjenige, der im Show Down zuerst zuckt, im Nachhinein als der Loser gilt, dürfte im personality-orientierten Amerika ganz besonders zählen.

Andererseits, sollte die Einigung wirklich scheitern, wen würden die Amerikaner dann für das Desaster verantwortlich machen? Die Republikaner haben angesichts ihrer erodierten Position nicht viel zu verlieren. Viel mehr zu verlieren hätte dagegen Barack Obama, der nach seiner Wiederwahl zwar an Macht gewonnen hat, sicherlich aber nicht als Präsident in die Geschichte der Vereinigten Staaten eingehen will, unter dessen (zumal zweiter) Amtszeit das Land diesen wichtigen politischen Kompromiss nicht zuwege brachte.

Im Falle eines Scheiterns wäre der größte Verlierer Obama. Und da er alles tun dürfte, dies zu vermeiden, ist die Chance einer Einigung entschieden größer als die eines Scheiterns.

Reserven im Dax untermauern den Trend

Für den Dax heißt das konkret: Die Aufwärtsbewegung, die Mitte November begonnen hat, ist weiterhin intakt. Kurze Rücksetzer sind möglich, gefährden aber bisher nicht den Trend. Die erste Anstiegsphase seit Mitte November brachte 730 Punkte Plus. Wenn der Dax in klassischer Manier davon rund 300 wieder hergibt, wären das 7380.

Auch von den Unterstützungen sollte die Zone 7300 bis 7400 ein gutes Auffangnetz für eventuelle Rückschläge bieten. Dass die 200-Tage-Linie erst bei 6900 verläuft (und dabei stabil ansteigt), gibt dem positiven Szenario weitere Reserven. Allerdings, ein Rückgang unter 7300 (der im Augenblick wenig wahrscheinlich ist), wäre dann schon ein Bruch der Aufwärtsdynamik, die Mitte November eingesetzt hat.

 

» 21.12.2012, 10:21

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