» 24.10.2012, 10:09

Schwäche-Signal aus USA

Die Korrektur im Dax zieht sich hin. Und jetzt kommt auch noch Querfeuer aus Amerika.

Bisher hat es dem Dax und den europäischen Aktienmärkten geholfen, dass die US-Börsen ziemlich stabil waren.  Doch jetzt kippt dieses Verhältnis – und die amerikanischen Märkte könnten zu einer Belastung werden.

Seitdem der Dow Jones den Ausbruch bei 13600 nicht geschafft hat, ist der US-Markt angeschlagen. Jetzt ist sogar unter die nächste Grenze bei 13250 gefallen; kein gutes Zeichen.

Mehr noch: Sowohl defensive Klassiker wie Coca Cola als auch die schweren Technologiewerte verloren zuletzt an Boden. Normalerweise gleichen sich beide aus und führen insgesamt zu einer verträglichen Entwicklung – mal sind die einen vorne, mal die anderen. Dass beide nun so schlecht abschneiden, mahnt zur Vorsicht. In den nächsten Tagen könnte es zum Test der Untergrenze bei 13000 Punkten im Dow Jones kommen. Gut möglich, dass das dann mit der Präsidentschaftswahl im November zusammenfällt.

Mögliches Korrekturziel 6900 gilt immer noch

Dax und Euro Stoxx haben sich in den vergangenen Wochen dagegen wacker geschlagen. Erst die letzten Tage, als der Dax zum dritten Mal in der Zone zwischen 7400 bis 7500 hängen blieb, brachte einen neuen Verkaufsdruck. Die seit Wochen laufende Korrektur zieht sich hin. Ihr Potenzial nach unten liegt weiterhin bei rund 6900.

Im Dax wurden die Juli- und August-Trends gebrochen, der Juni-Trend bei 7100 könnte als nächstes getestet werden. Die 200-Tage-Linie verläuft derzeit bei 6800; sie könnte in wenigen Wochen 6900 erreichen, die Oberkante der großen Aufwärtsformation. Technisch sollte der Markt in der aktuellen Korrektur nicht viel weiter sinken. Wenn doch, wäre das mittelfristig positive Szenario zu überprüfen.

Bewertung schützt vor größeren Rückschlägen

Bisher sieht es nicht schlecht aus. Die Prognosen für die Wirtschaft 2013 sind moderat, aber nicht desaströs. Die Auftragslage der meisten Unternehmen ist nicht schlecht, die Margen durch die Kostensenkungen der vergangenen Monate und Jahre in Ordnung, die Gewinnaussichten akzeptabel. Von Überbewertung kann ebenfalls derzeit noch keine Rede sein.

Die politische Großwetterlage in Europa entwickelt sich zäh. Spanien ist weiterhin tief in der Rezession, doch die Zinslasten des Landes sind daran gemessen nicht zu hoch. Griechenland bekommt wieder einmal etwas mehr Zeit, ein Schritt Realismus.

Ein Hoffnungsschimmer (für Aktien) kommt vom Anleihemarkt. Hier tendieren die Bund-Renditen Schritt für Schritt nach oben. Das ist ein Zeichen auf dem Weg zu einer Normalisierung in Richtung eines wirtschaftlich gerechtfertigten Zinsniveaus (das deutlich höher liegt als das aktuelle). Ein deutlicher Anstieg der Umlaufrendite über 1,4 Prozent hinaus wäre ein weiteres Signal für eine Zinswende.

Fazit für den Aktienmarkt: Die Korrektur geht weiter. Das mittelfristig positive Szenario stimmt, doch kurzfristig ist Vorsicht angesagt.

» 24.10.2012, 10:09

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