Aktien halten sich gut, doch die Korrektur ist noch nicht ausgestanden. Dank moderater Bewertung sollten die Rückschläge begrenzt bleiben.
Konjunkturwarnungen vom IWF, Demonstrationen in Spanien, immer wahrscheinlichere Austrittsszenarien für Griechenland – angesichts dieser keineswegs guten Nachrichten halten sich Aktien nicht schlecht. Das ist schon einmal eine passable Vorgabe für die verbleibenden Monate des Jahres. Mit anderen Worten: Sollte sich die Lage auch nur etwas aufhellen, ist eine Fortsetzung der bisherigen Aufwärtsbewegung wahrscheinlich, womöglich sogar ziemlich dynamisch.
Noch aber ist es nicht soweit. Bei seinem jüngsten Kursrückgang ist der Dax nun unter seinen Juli-Aufwärtstrend gerutscht. Das ist im Grunde kein Problem und passt voll und ganz zur aktuellen Korrektur. Es bedeutet aber auch, dass man beim Kauf derzeit nichts übereilen muss.
Im Dow eine ähnliche Entwicklung – und die vollzog sich genau um die angekündigten 13600. Zunächst ein schneller Sprung über diese Hürde – allerdings mit einem Gap, also nicht durchgehandelt. Dieses Gap wäre kein Problem gewesen, wenn die Aktien danach sofort und unverzüglich weitergestiegen wären. Doch das Gegenteil war der Fall – und kurz danach folgte sogar der Rückfall unter die 13600. Für den Dow heißt das bis auf weiteres: vorsichtig sein, abwarten.
Schon auf Baisse spekulieren?
Natürlich kommen in so einer Phase schnell wieder Baisse-Spekulationen auf. Doch auch den Skeptikern wird an der Börse derzeit nichts geschenkt. Technisch ist, wie beschrieben, der aktuelle Rücksetzer eine völlig normale Korrekturbewegung, die zunächst in der Zone 7000 bis 7200 aufgefangen werden könnte, dann darunter bei rund 6900 die nächste Unterstützung hätte. Die 200-Tage-Linie, die den mittelfristigen Aufwärtstrend markiert, verläuft derzeit sogar erst bei 6700. Sie dürfte in einigen Wochen 6900 erreichen und würde dann dort den Markt zusätzlich stützen.
Auch fundamental sieht es nicht schlecht aus. Für das aktuelle Jahr liegt die Gewinnbewertung im Dax um 11. Das ist angesichts der miesen Stimmung und der mageren Zinsen moderat und keine Übertreibung. Da zudem die Gewinnzahlen der Unternehmen schon zum größten Teil eingefahren sind, das Risiko großer Enttäuschungen in den verbleibenden Monaten des Jahres überschaubar ist, dürfte sich an den 2012er Zahlen nicht mehr viel ändern.
Aktien weiter günstig bewertet
Der Blick auf 2013 es ebenfalls nicht übertrieben. Im Dax rechnen die Analysten derzeit nur mit einem Anstieg der durchschnittlichen Gewinne um etwa acht Prozent. Natürlich, kommt es zu einem schweren Absturz der Weltwirtschaft, sind diese acht Prozent Illusion. Doch nach bisherigen Prognosen (auch denen des IWF) ist ein Anstieg der Unternehmensgewinne im einstelligen Bereich keineswegs zu großer Optimismus. Und daran gemessen hat der Dax dann nur ein Zehner-KGV.
Fazit: Die Korrektur geht weiter, eine Abwärtswende ist nicht in Sicht, die weiteren Rückschläge sind begrenzt und für Käufe sollte in den nächsten Wochen genug Spielraum sein.










