Die Konsolidierung ist eine Chance für Neueinsteiger und Aufstocker. Im Dax gibt es dafür eine Reihe von Favoriten.
Eine Korrektur zeichnet sich dadurch aus, dass der Markt einen Teil der vorangegangenen Aufwärtsbewegung wieder abgibt. Der kurzfristige Optimismus wird gedämpft, aber nicht zerstört; die Grundrichtung bleibt erhalten – und genau in diesem Modus läuft der Dax derzeit ab.
Damit der Dax in seiner Korrektur eben nur einen Teil der vorangegangenen Gewinne hergibt, muss sich in den Einzelwerten folgendes abspielen: Entweder die starken Werte, von denen die bisherige Aufwärtsentwicklung getragen haben, verhalten sich nach dem genannten klassischen Muster (schließlich dominieren sie in der Phase ohnehin den Index); oder es findet eine vorübergehende Umschichtung statt, und andere Branchen rücken in den Vordergrund. Im Dax findet derzeit beides statt – und deshalb hat der Gesamtmarkt eine so ausgeprägte Stärke.
Korrektur bestätigt Aufwärtstrend
Starke Aktien sind derzeit die Allianz, BASF oder Bayer. Alle drei haben in den vergangenen Wochen erheblich zugelegt und wichtige technische Marken erreicht oder (wie im Fall Bayers) sogar überschritten. Jetzt läuft die Korrektur. Bei der Allianz könnte sie in den Bereich 85 bis 90 Euro gehen, bei BASF auf 64 bis 62 Euro. Bis dahin wären klassische, kurzfristige Korrekturen, die den mittelfristigen Aufwärtstrend nicht nur nicht gefährden; sie bestätigen ihn vielmehr und machen ihn damit dauerhafter.
Das zeigt sich auch bei weiteren Favoriten. E.On etwa hatte bei 19,50 Euro ein neues, mittelfristiges Hoch erreicht. Ein Korrektur kann schon bei 18 Euro wieder zu Ende sein (selbst 17 Euro wären kein Beinbruch). In beiden Fällen dürfte sich danach die übergeordnete Aufwärtstendenz wieder fortsetzen. E.On ist ein Kauf.
Auch SAP. Das Papier, seit langem schon schwerster Wert im Dax und damit ein wichtiger Treiber und Stabilisator des Index, hatte ebenfalls ein mittelfristiges Hoch und gibt derzeit etwas ab. Viel allerdings nicht, wahrscheinlich dürfte spätestens bei 52 bis 50 Euro eine neue Kaufbasis erreicht sein.
Wie schon geschrieben, hat auch der Klassiker Telekom wieder nach oben gedreht. Welche strategischen und fundamentalen Chancen das Unternehmen hat, dazu ausführlich in der neuen WirtschaftsWoche 40/2012. Kurzfristig war der Anstieg auf gut 10 Euro ein Vorgeschmack. Aktuell könnte die Korrektur spätestens zwischen 9 und 9,50 Euro auslaufen.
Defensive kommen schubweise – aber nachhaltig
Schon die starken Werte verlieren nicht zu viel, das stabilisiert den Markt. Und mehr noch, die defensiven ziehen sogar wieder an: Fresenius, Beiersdorf, Merck etwa erreichen neue Höhen. Auch wenn diese Aktien im Index nicht so massiv gewichtet sind, hilft das dem Dax, sein Terrain zu verteidigen.
Unterm Strich dürfte der Dax damit keine Probleme haben, in den nächsten Wochen die Untergrenzen bei 7200 (oder wenn es doch etwas tiefer geht) 7000 oder sogar 6900 zu verteidigen. In jedem Fall ist damit die mittelfristige Aufwärtstendenz ungefährdet – und damit sind in diesem Jahr 8000 Punkte (oder besser noch das alte Hoch bei 8100) durchaus wahrscheinlich.










