» 26.09.2012, 10:39

Kurze Korrektur, mittelfristig aufwärts

Dem Dax tut eine kleine Verschnaufpause gut. Die Geschäftsentwicklung der Unternehmen und die Hilfen der Notenbanken machen daraus Einstiegsgelegenheiten.

Dass der Ifo-Index nun etwas schlechter ausgefallen ist als erwartet, ist keine Enttäuschung. Es zeigt nur, dass sich Anleger bis auf weiteres allenfalls auf eine moderate Wirtschaftsentwicklung einstellen müssen. Einerseits werden die Notenbanken alles tun, die Wirtschaft am Laufen und das System am Leben zu halten; andererseits kommen die einzelnen Unternehmen unterschiedlich voran, insgesamt aber meist nach dem Motto: zwei Schritte vor, einen zurück.

Beispiel Telekom:  Seitdem der einstige Platzhirsch sogar auf dem heimischen Markt von Vodafone überholt wurde, ist der Druck enorm gewachsen. Mit allen Mitteln versucht nun die Mannschaft um René Obermann, das wieder wett zu machen: vom verstärkten Angehen der Großkunden bis zu neuen Tarifen, weiteren Gesprächen mit Sky wegen des Liga-Fußballs bis hin zu großen Investitionen in Amerika.

Für Anleger wichtig dabei ist, dass die Grundrichtung stimmt. Die Telekom wird in diesem Jahr ihr operatives Ziel um 18 Milliarden Euro erreichen und wahrscheinlich auch eine Basis für eine echte und nachhaltige Dividende legen, die dann freilich unter den bisher zugesprochenen 70 Cent je Aktie liegen dürfte.

Substanzielle Fortschritte bei Dax-Unternehmen

So wie die Telekom kommen auch andere Dax-Konzerne Schritt für Schritt weiter: Siemens steht am Anfang einer neuen Umstrukturierung, die in den nächsten Wochen genauer umrissen werden soll; Thyssen kämpft nach wie vor um eine verträgliche Lösung des Abenteuers Stahlwerke in Amerika; die Deutsche Bank definiert neue, keineswegs bescheidene Ertragsziele – und muss sich nebenbei politischem Druck erwehren, der besonders auf das Investmentbanking zielt. Allen gemeinsam ist, dass es strukturell gesehen durchaus Fortschritte gibt, wenn sie auch noch so klein sein mögen.

An den Märkten muss das verarbeitet werden. Der Anstieg auf fast 7500 folgte der Euphorie über die unbegrenzten Hilfen der Notenbanken; der jüngste Rückschlag ist die Konsequenz, dass die Mühen der Ebene erheblich und nervenaufreibend sein können.

Spätestens bei 6900/7000 sollte die Korrektur auslaufen

Für die beschriebene Marktentwicklung bedeutet das: Kurzfristig, für die nächsten Tage bis zu zwei/drei Wochen wäre eine Korrektur gut angebracht. Die kann im Bereich um 7200 abgefangen werden, bis 7000 gehen – oder im Extremfall sogar noch einmal die Obergrenze der Ausbruchsformation erreichen.

Kurzzeitig könnten das dann sogar 6900 werden wenn (in vier Wochen) die 200-Tage-Linie mit der Obergrenze der Formation zusammen treffen. Spätestens von da aus dann dürfte der Markt seinen  mittelfristigen Aufwärtstrend wieder fortsetzen.  Am Ziel 8000 (möglichst sogar 8100) noch in diesem Jahr ändert das nichts.

» 26.09.2012, 10:39

Die Kommentare sind geschlossen.