Der Dax wird einige Wochen brauchen, um die Zone um 7000 Punkte nachhaltig zu überwinden. Dabei kann er noch etwas weiter nachgeben, sollte aber spätestens um 6600/6500 aufgefangen werden.
Schon im Mittwoch hat der Dax die notwendigen 7040 zum Börsenschluss nicht geschafft (nachbörslich fällt weniger ins Gewicht). Am Donnerstag dann hätte er, wie beschrieben, deutlich anziehen müssen. Genau das Gegenteil war der Fall – gestern ein massiver Rutsch durch alle kurzfristigen Unterstützungen.
Für die nächsten vier bis sechs Wochen, hat sich das Bild damit eingetrübt; dennoch dürften der grundlegend enorme Anlagebedarf Tiefspitzen im Markt immer wieder auffangen. Zwischenzeitlich könnte sogar ein schneller Rücklauf an die 7000er-Marke anstehen.
Notenbanken in Wartestellung
Zudem bereiten die Notenbanken die nächsten Liquiditätsmaßnahmen vor. Bernanke hat das schon angekündigt. Brisant sind in dem Zusammenhang Aussagen des republikanischen Kandidaten Romney, er werde Bernanke im Falle eines Wahlsieges absetzen. Dafür wolle er eine Notenbank, die eine Politik des starken Dollars verfolge – also Ende der Geldspritzen?
Erstens ist die Wahl natürlich noch nicht entschieden; zweitens ist es fraglich, ob solche Ankündigungen auch nach einer gewonnenen Wahl umgesetzt werden. Dass Bernanke mit ähnlichen Gedanken womöglich seine dritte Geldspritze früher als geplant aus dem Schrank holt, dürfte allerdings eher hypothetisch sein. Also: Es sollte bei dem bisherigen Fahrplan bleiben, dass es bei neuen, schwächeren Wirtschaftsdaten die nächste Ladung für die Märkte gibt.
Im Dax könnte das zeitlich in die Schwankungsbewegung kommen, die nun nach dem Scheitern am Mittwoch und Donnerstag begonnen hat. Unterstützungen liegen hierbei um 6800, 6600 und 6500. Bis dahin reicht – wie in WirtschaftsWoche 34 auf Seite 91 beschrieben – der Spielraum für den nächsten Anlauf.
Siemens vor Strategieentscheid
Aus den Unternehmen selbst ist die Nachrichtenlage gar nicht mal so schlecht. Siemens, der wichtigste deutsche Industriekonzern, steht wieder mal am Beginn eines Umbaus. Vielleicht etwas spät, da schon im vergangenen Quartal die Aufträge um ein Viertel wegbrachen; aber auch nicht zu spät, da die Renditen unterm Strich noch passabel sind.
Siemens ist mit seinen Kerngeschäftsfeldern Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur ohnehin schon gut positioniert. Ein grundlegender Umbau ist hier gar nicht notwendig. Und einige Tausend Stellen lassen sich bei weltweit mehr als 300000 Mitarbeitern durch normale Fluktuation bewältigen.
Die Einzelheiten für die neue Strategie gegen den Abschwung will Siemens-Chef Löscher Mitte Oktober präsentieren. Gut möglich, dass die Aktie im Zuge der allgemeinen Korrektur vorher noch etwas nachgibt. Das könnte dann ein Gelegenheit für langfristige Investoren werden.










