Der Aktienmarkt ist stabil. Immer mehr Dax-Werte drehen nach oben. Ein Sprung über 7000 ergäbe ein starkes Kaufsignal.
7000 Punkte im Dax sind nicht nur eine runde Zahl. Es ist die Hürde, an der sich entscheidet, ob der Dax auf Monate hinaus deutlich an Fahrt gewinnt – oder ob er wieder scheitert und sich der mühsame Sägezahnmarkt fortsetzt (den weder Haussiers noch Baissiers mögen, sondern nur die Kurzfristtrader).
Die Wirtschaft in Europa und vor allem in Deutschland bietet gar kein so schlechtes Umfeld. Die Dynamik lässt zwar nach und die Volkswirte der Commerzbank befürchten sogar, dass die Meldungen in Zukunft um ein gutes Stück schlechter werden. Doch was die Unternehmen an Zahlen bieten und an Prognosen geben, sieht so düster nicht aus.
Dazu kommen – und das muss man immer vor der Hintergrund eines schon ausgemachten Weltuntergangs sehen, – dass die Wirtschaft in den Problemstaaten Griechenland und Spanien zwar schrumpft, aber nicht im freien Fall ist. Banken, vor allem spanische, brauchen zwar Dutzende von Milliarden – aber sie bekommen sie, durchaus als Teil der geplanten Hilfsprogramme, die in den vergangenen Monaten geschnürt wurden. Man könnte auch sagen: Das Krisenmanagement greift.
Das Undenkbare: Eines Tages wird die Krise beendet sein
Natürlich, die Krise um die Schuldenstaaten und um die Euro-Währung ist keineswegs bewältig. Dennoch, sollt man sich als Börsianer zumindest einmal vorstellen, was passiert, wenn die Krise doch einmal beendet wäre. Nicht auszudenken: Die Zinsen würden auf ein wirtschaftlich gerechtfertigtes Niveau steigen, Anleihen würden im Kurs kräftig sinken – und das Geld müsste ja irgendwo hin. In kurzfristige Bankengelder?
Viel stärker dürfte dann der Aktienmarkt davon profitieren. Genau deshalb sind Meldungen über langsam steigende Aktionärszahlen in Deutschland so wichtig. Das sind Vorboten einer möglichen besseren Zeit; und das zeigt, dass ein ganz besonderer Mix mehr und mehr wieder geschätzt wird: Die Kombination aus Sachwert (Anteil an einem realen Unternehmen) und an einer Gewinndynamik, die sich am wirtschaftlichen Verlauf orientiert.
Mehr noch: Man könnte daraus sogar eine Renaissance des eigenverantwortlichen, von administrativer All-Versorgung unabhängigen Wirtschaftens sehen – nach den Enttäuschungen staatlicher Schuldenpolitik weltweit wäre das kein Wunder.
Hochspannung im Chart, langfristig enormes Potenzial
Genau diese Brisanz zeigt sich im Dax. Bei 6900 bis 7000 Punkten hat sich der Index in einer kurzfristigen, neutralen Zone festgefahren. Rutscht er unter 6900, könnte es noch einmal in Richtung 6500 gehen (die bisher genannte Untergrenze um 6400 verschiebt sich auf der Zeitachse immer weiter nach oben, da 200-Tage-Linie und mittlere Trends nach oben zeigen.)
Andererseits: Gelingt dem Dax jetzt oder in den nächsten Wochen der Sprung über die 7000er-Hürde nachhaltig (um mehr als drei Prozent), hätte das eine enorme Sogwirkung. Langfristig, für die nächsten zwei oder drei Jahre, könnten deutsche Aktien dann leicht ihre alten Rekorde wieder erreichen – und sogar deutlich übertreffen.










