Nach schweren Verlusten schafft der Dax nun Zwischenerholungen. Dennoch ist das noch keine Basis für einen längeren Anstieg.
Spanien ruft nach Hilfe, und Spanien wird geholfen. Das muss auch ohne Frage sein, denn die Kapitalmarktfinanzierungen des Landes werden immer teurer, und je tiefer Spanien in den Sumpf rutscht, desto schwieriger und auch teurer wird eine mögliche Rettung für alle Beteiligte.
Eine Schlüsselrolle hat dabei die EZB. In der heutigen Sitzung (Mittwoch) wird es dazu mehr Aufschluss geben, auch wenn die große Zinskeule im Augenblick wohl nicht herausgeholt wird. So oder so, das Zinsniveau wird niedrig bleiben, an den Kapitalmärkten zeigen die langen Renditetrends weiter nach unten. Dabei dürfte der verbleibende Spielraum in den USA größer sein als in Europa.
Die großen Hypotheken drücken weiter
Dennoch, die administrativen Stützen dürften vorerst nur dazu führen, dass die Märkte nicht ins Leere fallen, also nach starken Einbrüchen sind kurze Erholungen möglich. Bei den entscheidenden Belastungen zeichnet sich keine Erleichterung ab:
-Die Schuldenkrise wird durch die Spanienfrage in den nächsten Wochen im Mittelpunkt stehen;
-die Konjunkturkurve wird (das zeigen neueste Indikationen aus den Industriestaaten wie den Schwellenländern) eher nach unten weisen;
-die Börsen sind chart- und stimmungstechnisch schwer angeschlagen und müssen dies erst einmal verarbeiten;
Mittelfristige Kursrisiken nicht vom Tisch
Im Dax ist es ein schwerer Unfall, dass die zentrale Zone 6150/6200 durchschlagen wurde. Sie zieht sich seit Ende der Neunziger Jahre wie eine Achse durch die lange Kurskurve. Das nächste, tiefere Niveau von ähnlicher Bedeutung liegt erst um 5400. Dazwischen verläuft derzeit der Aufwärtstrend seit 2009, etwa bei 5600 bis 5700.
Hilfe kommt, wieder mal, aus Amerika. Der Dow Jones ist bei 12150 genau am 2009er-Trend angekommen und könnte von da aus eine kurze Erholung starten. Zudem ist der Markt in seiner Breite keineswegs so angeschlagen wie der europäische. Der Teilindex Utilities etwa weist sogar Stärke auf. Kurzfristig könnte es im Dow zum Schließen der Kurslücken um 12400, vielleicht sogar um 12600 kommen.










