Fundamental trübt sich die Lage ein. Dennoch hat der Dax die Chance, seine kurzfristige Erholung noch auszubauen.
Dass der Ifo-Index nun etwas stärker nach unten abdreht als vielfach erwartet, kommt eigentlich nicht überraschend. Schon seit Monaten haben führende Industriekonzerne wie Siemens vor zu hohen Erwartungen für 2012 gewarnt. Im Maschinenbau sind die Auftragseingänge schon seit Wochen rückläufig; auch die anderen, klassischen Branchen tun sich immer schwerer, das bisher hohe Niveau zu halten.
Abkühlung, aber nicht Absturz
Nach den neuesten Prognosen rechnen die volkswirtschaftlichen Abteilungen noch mit einem etwas schwächeren zweiten Quartal und auch einem moderaten dritten. Dann aber, spätestens 2013, soll die Konjunktur wieder – verhalten – zulegen.
Für die Börsen wäre das eigentlich kein schlimmes Szenario. Dass vor allem die deutsche Wirtschaft derzeit (und wahrscheinlich in den nächsten Monaten weiterhin) etwas Luft ablässt, dürften die Kurse zwar noch nicht ganz verarbeitet haben; dennoch würden die Unternehmens in einem solchen Szenario nicht wegbrechen. Freilich, die mittelfristige Korrektur, die der Dax vor einigen Wochen einleitete, sollte dann noch etwas länger dauern. Zyklische Aktien jetzt schon wieder als Investment zu kaufen, ist noch reichlich früh.
Rohstoffpreise korrigieren
Zur international moderateren Konjunkturentwicklung passen die Rohstoffpreise. In der aktuellen WiWo, die am Wochenende erscheint, werden Sie sehen, dass alle wichtigen Rohstoffkurven seit 2010/2011 korrigiert haben, zum Teil sogar kräftig. Der Rohstoffindex CRB ist in den vergangenen Tagen sogar unter die bisherigen mittelfristigen Tiefs bei 295 gerutscht. Zyklische Rohstoffe wie Aluminium und Kupfer kippen ab, sogar das Rohöl hat nach seinem Anstieg auf bis zu 125 Dollar für Brent zumindest auf mittlere Sicht nach unten gedreht.
Auch wenn an den Rohstoffmärkten in den meisten Fällen die langen Aufwärtstrends, die 2008/2009 begonnen haben, intakt sind, dürfte die mittelfristige Korrektur hier sich noch ausweiten. Auch das spricht für eine Abkühlung der Konjunktur in den nächsten Monaten.
Aktienmärkte kurzfristig entspannt
Das trifft auf Aktienmärkte, die durch das Dauerfeuer der Schuldenkrise ziemlich angeschlagen sind. Am stärksten der Euro Stoxx, am wenigsten der Dow Jones – und mittendrin der Dax.
Der hat bisher genau auf Basis der nach oben drehenden 200-Tage-Linie (aktuell 6196) eine Erholung gestartet. Immerhin wurde das kurzfristige Niveau um 6200 schon zweimal verteidigt, das ist eine Basis für die nächsten Wochen. Damit besteht weiterhin die Chance, dass der Dax bis in den Juni hinein in Richtung 6600 kommt.
Eine große Stütze ist – wie könnte es anders sein – der Dow Jones. Er hat ebenfalls ein wichtiges Niveau gehalten und die Chance, zwischen 12300 und 12500 einen vorübergehenden Boden auszubilden.










