Bei 6200 gelingt dem Dax eine Stabilisierung. Sie kann die Notierungen bis in den Juni hinein steigen lassen.
Fundamental wird die Lage am deutschen Aktienmarkt in den nächsten Wochen schwierig. Noch immer halten die meisten Analysten an ihren bisherigen, recht optimistischen Hochrechnungen für 2012 fest. Danach steigen die Gewinne der im Dax gelisteten Unternehmen (auf den Index bezogen) von knapp 500 Euro auf weit über 600.
Nach diesen Hochrechnungen liegt die Dax-Bewertung 2012 unter zehn, der Markt erscheint günstig. Was aber, wenn die derzeit von der OECD genannten Gefahren Wirklichkeit werden und 2012 von den schönen Gewinnen wenig oder gar nichts übrig bleibt?
Die Rechnung lässt viel Spielraum. Bleiben die Dax-Unternehmen auf ihrem bisherigen Niveau und liegt die Bewertung beim Zehnfachen, ergäbe das einen rechnerischen Stand um 5000 Punkte. Natürlich, es gibt kein Automatik die den Dax dahin zwingen muss; nur wird bei aktuell 6300 offensichtlich, welches Kursrisiko eine Rezession wirklich hätte. (Von Gewinnrückgängen und der in Baisse-Phasen üblichen negativen Übertreibungen ganz zu schweigen.)
Kurzfristig kommt es jetzt darauf an, dass der Dax die bei 6200 gestartete Erholung möglichst weit ausbaut. Technisch ist es ein Vorteil, dass – wie mehrmals in den vergangenen Wochen beschrieben – die 200-Tage-Linie (in einfacher Berechnung) nicht nur exakt gehalten hat, sondern nach oben dreht.
Allein wenn sich der Dax auf dem bisherigen Niveau hält, wird die 200er-Linie bis weit in den Juni hinein steigen. Das würde durchaus mit einer technischen Erholung auf die 1000 Punkte Verlust der vergangenen vier Wochen zusammenpassen. Selbst wenn der Dax nur knapp die Hälfte seiner Verluste wieder ausgleicht, wäre das ein Zwischenziel um 6600 – immerhin.










