» 25.04.2012, 10:25

Europa angeschlagen, aber nicht am Ende

Die Schuldenkrise dämpft die Aktienmärkte, doch den Aufwärtstrend des Dax hat sie bisher nicht gedreht.

Die Aussichten auf ein Ende der deutsch-französischen Kernallianz, die akute Schuldenkrise in Spanien und nun einmal etwas moderatere Wirtschaftsdaten verlängern die Korrektur im Dax. Doch am grundlegenden Szenario ändern sie bisher nichts.

Die Wahl in Frankreich ist noch nicht gelaufen, aber selbst wenn – was wahrscheinlich ist – Sarkozy nicht gewinnt, bedeutet das nicht das Ende Europas. Erstens zeigt die Erfahrung, dass auch Sozialisten um die große Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen in Europa wissen; zweitens wäre eine etwas stärkere Betonung der expansiven Geld- und Konjunkturpolitik für die Märkte selbst ja keineswegs schlecht (auch wenn Anhänger der alten Bundesbankpolitik das anders sehen.)

Die Rezession in den maroden Südstaaten bleibt natürlich ein Dauerproblem. Aber solange das nicht zum Auseinanderfall der EU führt, wird es über den Liquiditätseffekt keineswegs negativ für Aktien sein.

Europa-Index ist negativ verzerrt

Dass der Euro Stoxx derzeit der international schwächste Index ist, verwundert nicht. Aber auch der Euro Stoxx an sich ist nicht der gesamte Markt. Es sind drei Branchen, die den Index derzeit besonders nach unten ziehen: Banken, Energiewerte und Telekomwerte – alle direkt im Zentrum der Finanzkrise oder eng mit den Staaten verbunden. Dagegen sind Industriewerte und Defensiv-Aktien keineswegs schlecht. Auch Konsumwerte nicht – wenn man mal von der Metro hier in Deutschland absieht.

Positiv ist die Entwicklung in Amerika. Da muss zwar der Nasdaq erst einmal die massiven Kursgewinne der vergangenen Monate verdauen – aber das ist nur eine klassische Korrektur und keine Abwärtswende. Der Dow Jones selbst ist zwar knapp an seinem mittelfristigen Trend, doch die Teilindizes Versorger und Transport sehen wesentlich stabiler aus, signalisieren eine innere Stärke der klassischen Aktien.

Boden-Szenario im Dax läuft

Auch der Dax schlägt sich wacker und verläuft nach dem bisher beschriebenen Schema. Die ersten Unterstützungen haben gehalten, die 200-Tage-Linie (in ungewichteter Berechnung derzeit bei 6220) ist noch weit genug entfernt und dürfte wie angekündigt in den nächsten zwei Wochen nach oben drehen. Zusätzlich stützt bei 6200 der mittelfristige Aufwärtstrend.

Es bleibt damit bei der Einschätzung, dass der Dax zwischen 6600 und 6200 die Tiefen der aktuellen Korrektur auslotet und von da aus den nächsten Kletterversuch startet. Sollte der Dax wider Erwarten unter 6200 rutschen, wäre dieses positive Szenario natürlich ernsthaft gefährdet.

Hinweis: Der nächste Dax-Radar erscheint erst wieder in einer Woche.

 

» 25.04.2012, 10:25

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