Das politische Bekenntnis der EU pro Hellas nimmt zunächst etwas Druck vom Euro und von den Aktienmärkten. Es bremst den freien Fall. Für eine nachhaltige Erholung sind aber mehr als schöne Worte notwendig. Es wird Wochen dauern, bis es zu konkreten Maßnahmen kommt – seien es Einsparungen in Griechenland oder Hilfsaktionen der EU. Die Unsicherheit darüber wird den Börsen nicht schmecken. Und dabei gibt es noch viel größere Schuldner als Griechenland: von Spanien bis – das wird in der aktuellen Diskussion gern übersehen – zu den USA. Ausführlich dazu in der neuen WirtschaftsWoche 7/2010.
Dass in Deutschland in diesem Jahr die Zahl der Unternehmenspleiten einen neuen Rekord erreichen wird und schon das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal enttäuschte, mahnt zur Vorsicht. Die Börsen müssen auf absehbare Zeit mit den Folgen der Finanz- und Konjunkturkrise leben. Bis Anfang Januar gingen die meisten Anleger von einem schnellen Ende der Krise aus. Dass dies offensichtlich länger dauert als vielfach gedacht, erfordert ein Umdenken. Das heisst auch: An der Börse wird umdisponiert. Große, kurstreibende Anleger sind mit Käufen vorsichtiger, ein nachhaltiger Kursanstieg ist damit zunächst wenig wahrscheinlich.
Banken bleiben die Achillesferse
Schon in der ersten Phase der Finanzkrise gaben Bankaktien den Takt an und stürzten besonders tief. Nach den Rettungsaktionen fielen dann die Kurserholungen prozentual gesehen um so stärker aus. Auf dem mittlerweile hohen Niveau sind die Notierungen aber wieder anfällig geworden. Wie schnell und heftig es einschlagen kann, zeigt etwa ein Blick auf die Kursverläufe spanischer Banken.
Banken sind vielfach belastet: Als Staatsfinanzierer (In Griechenland haben deutsche Banken 40 Milliarden Euro Forderungen, in Spanien rund 240 Milliarden), als Unternehmensfinanzierer, als Kreditgeber für private Kunden, als Wertpapierhalter, als Immobilienfinanzierer. Keine Branche steht so im Feuer der Finanz- und Wirtschaftskrise wie die Banken.
Eigentlich verwundert es nicht, dass die Banken in dieser Situation ihre Reserven so gut es geht zusammenhalten; und das weltweit, wie gerade ein US-Notenbanker schimpft. Damit verpufft aber nicht nur ein großer Teil der expansiven Geldpolitik. Die Knausrigkeit der Banken dürfte auch ein Zeichen dafür sein, dass in ihren Büchern noch größere Risiken schlummern und sie selbst noch mit größeren Risiken rechnen als bisher angenommen.
Weltweit haben die Branchenindizes der Bankaktien nach ihrer fulminanten Aufwärtsrally wieder nach unten gedreht. Die Chance, dass diese Kurven nach nur drei Wochen Korrektur sich wieder nachhaltig nach oben bewegen, ist ziemlich gering.
Aktien weiter im Abwärtstrend
Der Dax schafft nach seinem Abtaucher auf die 200-Tagelinie bei 5400 eine Zwischenerholung. Strategische Käufer mit hohem Volumen haben hier aber nicht zugeschlagen. Vielmehr versuchen schnellentschlossene Spekulanten, die jüngsten Wellen des Dax nach oben und unten zu reiten. Die Volumina in den Erholungen sind mager, in den Abwärtsphasen schwellen sie wieder an. Auf erhöhtem Niveau sind damit wieder schnelle Verkäufe absehbar.
Die Zwischenerholung der vergangenen Tage könnte noch etwas andauern. Treibsatz ist derzeit der Dow Jones. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten in den USA waren besser als erwartet, sie könnten dem US-Konsum eine Stütze verleihen.
Kurzfristig wird es im Dow Jones spannend. Im Idealfall könnte der Dow die große Kurslücke schließen, die er am am 4. Februar zwischen 10250 und 10100 nach unten gerissen hat. Den Dax würde das bei seiner Zwischenerholung noch auf über 5600 Punkte hochziehen – bevor dann mindestens noch einmal ein Tiefen-Test der Kurse anstehen sollte.











Ein Kommentar zu “Neue Risiken nach Zwischenerholung”
faz…
right here are a handful of references to places that we connect to for the fact we feel they are worthwhile browsing…