Gerade hatte Goldman Sachs überraschend gute Quartalsergebnisse geliefert, da knicken die Bankaktien ein, weil Obama das Investmentgeschäft massiv begrenzen will. Es geht gegen riskante Eigengeschäfte und spekulative Hedgefonds. Zudem soll keine Bank mehr so groß sein, dass ihr Zusammenbruch die gesamte Volkswirtschaft in Gefahr bringt.
Wenn die Pläne verwirklicht werden, wäre das durchaus eine spürbare Beschneidung der bisherigen Gewinnmöglichkeiten der Banken. Gerade die jüngsten Zahlen von Goldman zeigen, wie gut mit riskanten Geschäften schon wieder verdient wird. Auch wenn Obamas Offensive langfristig nicht schlecht ist, weil sie die Ertragsentwicklung der Banken verstetigt und zur Stabilisierung des Finanzsystems beiträgt, kurzfristig wird die Börse das eher negativ bewerten.
Bankaktien - ohnehin weit gestiegen und derzeit einfach ziemlich teuer – bleiben in den nächsten Wochen unter Druck. Je realer Obamas Vorhaben werden, desto eher werden Analysten Gewinnschätzungen zurückstutzen und Bankaktien weiter nachgeben.
Aktienmarkt bleibt angeschlagen
Der Sturz der Bank-Aktien trifft auf einen Aktienmarkt, der ohnehin auf der Kippe steht. In Europa ist nach der Schieflage Griechenlands und der angespannten Situation in Ländern wie Spanien, Italien oder Portugal der Optimismus der vergangenen Wochen verflogen.
Als immer schwerere Belastung entpuppt sich der Euro. Nur sechs Wochen dauerte es und die Europa-Währung verlor zehn Cent gegenüber dem Dollar. Dass dieser Dreh für viele Anleger überraschend kam, macht ihn um so gefährlicher – schließlich hatten sich kleine und große Investoren in den Monaten davor massiv im Euro positioniert. Was machen die, wenn der Euro noch weiter abschmiert?
Währung als offene Flanke
Für die heimischen Exporteure ist es durchaus ein Vorteil, wenn sie im internationalen Geschäft keine starke Währung mehr im Nacken haben. Nur, so abhängig vom Dollar wie etwa vor zwanzig Jahren ist die deutsche Wirtschaft lange nicht mehr. Umgekehrt heißt das: Der positive Effekt aus einem schwachen Euro ist eher begrenzt.
Gefährlicher ist der gegenteilige Effekt. Bleibt der Euro weich, werden sich Dollar-Investoren Schritt für Schritt von europäischen Wertpapieren verabschieden. Der Mix aus schwachem Euro und wiederkehrendem Dollar ist derzeit übrigens auch verantwortlich dafür, dass die Korrektur im Goldpreis noch etwas dauern dürfte. Notierungen um 1050 Dollar sind in den nächsten Wochen durchaus realistisch.
Weltbank warnt vor zweiter Rezession
Von der Wirtschaft bekommen die Aktienkurse keine Unterstützung. Das ZEW-Barometer fiel im Januar stärker als erwartet, die Euro-Einkaufsmanagerindizes signalisieren nach einem guten Jahresbeginn eine Abschwächung im zweiten Halbjahr. Die Weltbank warnt vor einem Abgleiten in eine zweite Rezession 2011.
Die neuen Unsicherheiten sind der Grund dafür, warum der Dax an der wichtigen Hürde bei 6100 gescheitert ist und sie so schnell auch nicht nehmen dürfte. Hält er sich an seine durchschnittlichen mittleren Zyklen, ist vor Ende Februar/Anfang März nicht mit einem Ende der Korrektur zu rechnen. Wer Geld frei hat, muss nichts übereilen. Es geht jetzt nicht um Chancen, es geht jetzt um das Vermeiden von Risiken. Dass nun nicht einmal die wichtige Untergrenze bei 5800 gehalten hat, mahnt zur Vorsicht.
Bei 5957 Punkten beendete der Dax das Jahr 2009. Derzeit liegt er mit rund 5700 Punkten weit darunter. Gut möglich, dass er sich von den ersten Abschlägen nach dem Obama-Crash wieder etwas erholt. Doch massive Käufe sind jetzt nicht zu erwarten. Damit ist die Gefahr groß, dass der erste Monat des Jahres gleich ein Verlustmonat wird. Statistisch gesehen wäre das für das Gesamtjahr 2010 kein gutes Zeichen.











9 Kommentare zu “Kurskorrektur geht weiter”
Obamas Ankündigungen sind nur heiße Luft. Er muss mal Dampf ablassen nach den Wahlen in Mass. Die jetzige Korrektur war längst überfällig. Ist nur gesund für den Markt. Carttechnisch stehen Dow + S&P500 noch besser da, als der DAX. Der hinkt (leider) seid Oktober 2009 ein wenig hinterher. Wie schon ein paar mal prophezeit: Der generelle Trend dieses Jahr ist seitwärts! (Bei heftigen Ausschlägen nach Oben und Unten).
Frohes Traden,
wünscht AJ
Die Bändigung der Banker, die die Aktionäre praktisch enteignet haben, kann nach einiger Überlegung nur zur Kurssteigerung der Bankaktien führen: endlich bleibt nach Abzug der Boni noch was für die Eigentümer übrig.
Hier geht’s um fressen oder gefressen werden; nicht um DAX Kapriolen. Wen INTERESSIERTS in 5 Jahren ob der DAX heute bei 5677,45 oder 5678,12 steht??
Bestimmt nicht die Generationen die die Zeche zahlen.
Sorry, einmal habe ich den Deckel für HRE, WestLB und Konsorten bezahlt. Nix mehr in der Tasche.
Was soll das denn heißen, geht nichts mehr wenn die Zockerei endlich ein wenig eingegrenzt wird? Glaubt denn wirklich jemand, mit dauerhafter Spekulation um alle möglichen “Werte, Wetten und Vermutungen” lässt sich eine reale und nachhaltige Kapitalmarkwirtschaft zum Wohl vieler Menschen realisieren? Hier geht es doch nur darum, wenigen Spekulanten und Großkapitalbesitzern riesige Vermögenswerte zuzuschieben die in der Realwirtschaft überhaupt nicht gedeckt sind. Die Zeche zahlt die Masse der Menschen durch ständige Lohndrückerei, Kreditabhängigkeit und Perspektivlosigkeit für die Zukunft. Mir ist meine Sparkasse lieber, die eine Bilanzsumme von 2,5 Mrd bei 2 Mrd Einlagen verwaltet, die selbst in der jetzigen Krise mehr Kredite ausgereicht hat als ein Jahr zuvor und nur durch die Zocker der Landesbanken geschädigt wurde. Das ist Realwirtschaft, mehr müssen Banken nicht tun. Das Investmentbanking mit Milliardenbonus für die paar Beteiligten sollte wie eine Spielbank gestaltet werden. Das muss global vom realen Wirtschaftskreislauf abgekoppelt werden und zukünftig mit Schneeballsystemen gleichgestellt werden. Mehr ist das nicht. Wo sollen ständig “Renditen und Erträge von 8-25% herkommen”? Das kann nur Betrug sein und die Zeche zahlt die Masse wenn das ganze Konstrukt in sich zusammen fällt. Warten wir mal auf den Einbruch der Billionen-Derivate-Geschäfte” die durch nichts gesichert sind und die Werte der Realwirtschaft um ein mehrfaches überschreiten. Ganz simpel geht es doch nur darum, ein Schneeballsystem so lange laufen zu lassen und abzukassieren bis auch dem letzten klar wird das es tatsächlich ein globales Schneeballsystem war.
Mal angenommen, man gehe von der beinahe unglaublichen These aus, dass die Investmentbanker ihre Boni wirklich verdient hatten?
Ein Wirtschaftszweig der 50% des Erwirtschafteten an diejenigen ausschüttet, die dafür gearbeitet haben und dadurch vielleicht etwas übermotiviert waren.
Natürlich ist es besser diese Leute an die Leine zu nehmen und von Leuten lenken zu lassen die völlig unmotiviert sind oder dass die Gewinne dorthin fließen, wo Leute keinen Finger krumm machen für ihr Vermögen. Geld anhäufen für eine vermeintliche Sicherheit – die es nicht gibt – sich nicht ändern, ihren Hintern über Jahrzehnte im Benz durch die Gegend schieben wollen, obwohl sie die letzten 25 Jahre nichts mehr geleistet haben.
Eventuell sollte man vielleicht darüber nachdenken, warum die Bänker Erfolg hatten und der Rest nicht – anstatt nur einer vorgefertigten Meinung nach zu rennen.
Nachdenken ist manchmal gar nicht so schlecht. Die USA werden von diesem Crash profitieren, weil jetzt Leute an Geld gekommen sind die ihren Ar.. noch beweglich gehalten haben. Und diese werden es mit Sicherheit selbst und gezielt investieren. Und davon wird die US Wirtschaft die noch eine ist profitieren.
Die staatlich gelenkte BRD Banken und Konzernlandschaft wird der eigentliche Verlierer sein.
Deswegen schön weiter erklären, dass die bösen US Banken die ihre Schulden bereits zurückgezahlt haben die “Bösen” sind und die deutschen Staats- und Landesbanken die Ihre Schulden niemals zurück zahlen werden können – die “Guten”
Vielleicht sollten die Deutschen aufhören jede glaubhafte Lüge mit der Wahrheit zu verwechseln.
Obama hat recht. Es gehört verboten, daß Banker mit fremder Leute Geld ohne persönliches Risiko ins Spielkasino gehen und einen Großteil der Gewinne für sich einstreichen. Verluste bleiben zu 100% an anderen kleben. Das ist Veruntreuung von Aktionärsvermögen und Steuergeldern.
Obama hat – wie Hitler – eine “glänzende messianische Fasade” (OSS, 1943) aufgebaut. Was passiert, wenn sich die Sache gegen ihn wendet? Wird er sich – wie Hitler – von der Öffentlichkeit zurückziehen und umbringen oder seine Rolle bis zu Ende spielen?
Übrigens: Hinter Hitler und Obama standen/stehen die selben angelsächsischen Finanzgruppen. Verblüffend aber wahr.
das heisst amerikanische Finanzgruppen
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