Ein Opel fährt vor, aus dem die Herren von Daimler und BMW klettern und artig um Schirme bitten wie Cabriofahrer im Schneesturm. Schon fordern die energieintensiven Branchen der Chemie-, Metall-, Stahl-, Glas-, Baustoff- und Papierindustrie Schutzschirme gegen Milliardenbelastungen der europäischen Umweltpolitik. Noch jemand ohne? Anstellen zur Schirmausgabe vor dem Kanzleramt, nicht drängeln! Kaum je war der Staat so mächtig, die Bundeskanzlerin als Schirmherrin so umworben, die Wirtschaft so kleinlaut. Marktwirtschaft war gestern.
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Der Ökosumpf
Die Vorkämpfer der Ökobewegung nehmen für sich in Anspruch, sie wollten „die Erde für unsere Kinder retten“. Das klingt gut und erfüllt seinen Zweck: Wer zu widersprechen wagt oder Zweifel äußert, enttarnt sich als Vertreter des Bösen, der das Weltklima aufheizen will. Immer dann, wenn die Welt auf diese Weise in Gute und Böse eingeteilt wird, ist sie in höchster Gefahr, weil dann nicht mehr argumentiert und voneinander gelernt wird. Auch die Ökobewegung könnte zu einer Kraft werden, die das Gute will und doch das Schlechte schafft.
Gute gegen Böse
Ob die wissenschaftlichen Grundlagen wirklich hieb- und stichfest sind, ist dabei unerheblich. Gefördert und erforscht wird nur noch eine Bestätigung der Hypothesen; der wissenschaftliche Zweifel ist unerwünscht. Das mag bedenklich sein im Sinne von Karl Popper und wissenschaftlicher Lauterkeit, unüblich ist diese Verengung des Blickwinkels nicht. Thomas S. Kuhn hat in seiner „Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ gezeigt, dass die Wissenschaftsgemeinde zum Herdentrieb neigt und zur Blindheit gegen nicht passende Phänomene. Abweichende Erkenntnisse werden unterdrückt, bis sie nicht mehr zu leugnen sind. Entscheidend ist: Die Weltgemeinschaft hat sich auf diesen Weg eingeschworen und weltweit schließen sich Menschen, Gemeinschaften und Unternehmen diesem Ziel an. Wer gegen den Klimakonsens verstößt, wird von Regierungen und Konsumenten abgestraft. In der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse wird kein Pardon gegeben. Im Hintergrund mögen wissenschaftliche Erkenntnisse stehen – die Triebfeder des Geschehens ist emotional gespannt. Right or wrong – es ist die erste wirklich globale Massenbewegung in der Geschichte der Menschheit. Unternehmen müssen sich daher auf diese ungeheuren Gewinnchancen einstellen und auch auf ein gewaltiges Risikopotenzial.

