Wenn ich mit Bankern rede, komme ich mir vor wie der kleine Mogli, der Junge aus der Disney-Verfilmung „Das Dschungelbuch“: Du sitzt auf einem dünnen Ast, unten schnappt Tiger Shir Khan nach deinem Bein, und vor dir lockt die Schlange Kaa mit diesem betörenden Blick und ihrem Singsang: „Vertraue mir!“ Wird alles wieder gut mit der Finanzkrise, soll ich den Banken wieder vertrauen? Kann man auf unser Geld noch vertrauen?
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Geiz ist geil
Geiz ist ja schon eine ganze Weile geil in Deutschland; jetzt droht die Geizgeilheit zum Dauerzustand zu werden. Alles wird heute billiger und morgen noch billiger. Was Marketingstrategen bisher in immer neue Werbeslogans fassen mussten, geht jetzt fast automatisch, quasi naturgesetzlich vonstatten: Alles muss raus, alles wird billiger. Deflation nennen Ökonomen so einen Preisverfall quer durch den Warenkorb. Benzin und Diesel binnen Jahresfrist im Preis halbiert; Weizen um ein Drittel billiger, Kupfer, Blei, minus zwei Drittel. Es geht immer schneller und schlägt auf immer neue Produkte in der Wertschöpfungskette durch. Wer hat noch was, was muss noch raus? Die Inflationsrate ist mit 1,4 Prozent auf ein Zweijahrestief gesunken. Noch hoffen manche, dass ihre eigentliche Wucht beim Endkunden nicht ankommt. Und auch die Bundesregierung vertraut auf die ruhige Hand.


