Artikel mit dem Tag: Konjunktur

Chemie und Pekingente

Die Auftragslage der deutschen Industrie bessert sich fast täglich, die Wirtschaft wächst wie schon lange nicht mehr – die Frage über den Wirtschaftsverlauf nach der Finanzkrise scheint beantwortet: Ein kräftiger Absturz, dann wieder aufwärts, bildhaft also ein scharfes V, so sieht der Konjunkturverlauf aus, der auch auf unserer Titelseite abgebildet ist. Alles deutet darauf hin, dass wir wieder an die gute Lage des Jahres 2008 anschließen könnten. Fast alles jedenfalls. So richtig nachhaltig freut sich nämlich kaum jemand: Konjunkturforscher reden dauernd von Wolken, die den Wirtschaftsherbst verdüstern, als habe der Sommerdauerregen ihnen auch die professionelle Stimmung verhagelt.Im ZEW-Konjunkturindex geht’s grad so talwärts, als wäre die Wirtschaft ein W: Absturz, kurz aufwärts, dann wieder Absturz. Die Stimmung, die Erwartungen sind jedenfalls deutlich schlechter als die Lage.

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Erklärungs-Notstand

Krise ist, wenn Madame Leysen ihrem Gatten Butterbrote in die Aktentasche packt. So rüstete sich André Leysen, einer der großen Nachkriegsunternehmer und Manager in Belgien und Deutschland (Agfa, Philips, BMW, Telekom, Treuhand, Holzmann), einst für Betriebsschließungen und die Geiselnahme durch aufgebrachte Arbeiter. In Frankreich ist jetzt wieder die Zeit der Butterbrote in der Tupperware für Manager
angebrochen; eine Mehrheit der Bevölkerung dort findet Geiselnahme und Aushungern von Managern in Ordnung. In Deutschland versuchen die Linke und die Möchte-so-gerne-Bundespräsidentin Gesine Schwan, Massenproteste herbeizureden.

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Der Staat als Beute

Wie gerne erinnere ich mich an diese Tour, eingeklemmt zwischen Vater (am Steuer) und Mutter (sehr stolz) auf der durchgehenden Sitzbank (Einzelsitze nur als Sonderausstattung erhältlich). Ein paar PS, Drei-Gang-Getriebe, Lenkradschaltung und jedes Mal diese Freude, wenn unser Opel Rekord noch einmal und noch einmal auf singenden Weißwandreifen die ebenso steilen wie engen Spitzkehren der Großglockner-Hochalpenstraße bezwingt, und der Himmel so blau und die Berge so hoch und der Gletscher so kalt und immer näher das Land, wo die Zitronen blüh’n.

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Zahlen für den Euro

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Spaghetti-Konjunktur

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Gold für Eisen

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V, U, oder L?

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Globaler Luftballon

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Geiz ist geil

Geiz ist ja schon eine ganze Weile geil in Deutschland; jetzt droht die Geizgeilheit zum Dauerzustand zu werden. Alles wird heute billiger und morgen noch billiger. Was Marketingstrategen bisher in immer neue Werbeslogans fassen mussten, geht jetzt fast automatisch, quasi naturgesetzlich vonstatten: Alles muss raus, alles wird billiger. Deflation nennen Ökonomen so einen Preisverfall quer durch den Warenkorb. Benzin und Diesel binnen Jahresfrist im Preis halbiert; Weizen um ein Drittel billiger, Kupfer, Blei, minus zwei Drittel. Es geht immer schneller und schlägt auf immer neue Produkte in der Wertschöpfungskette durch. Wer hat noch was, was muss noch raus? Die Inflationsrate ist mit 1,4 Prozent auf ein Zweijahrestief gesunken. Noch hoffen manche, dass ihre eigentliche Wucht beim Endkunden nicht ankommt. Und auch die Bundesregierung vertraut auf die ruhige Hand.

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Panik auf der Titanic

Kanzlerin und Finanzminister konnten sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und hintenrum um die besten Startplätze für den nächsten Bundestagswahlkampf rangeln.

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