Artikel mit dem Tag: Finanzkrise

Produktiver Wahn

Nun platzt also die Dubai-Blase, wird der Traum von 1001 Nacht zur abgewrackten Shoppingmall. Scheich Mohammed bin Raschid al Maktum hat sein Emirat verzockt, und mit ihm bangen nun Banken und Investoren um ihre Milliarden. Eigentlich hätte man es ja gleich wissen können – die Arabische Halbinsel ist einer der lebensfeindlichsten Orte der Welt, und die hochgejubelten künstlichen Inseln aus Sand und Schlick haben den Charme von Sträflingskolonien. Angepriesen wurde das als Urlaubsparadies im XXL-Format, bombastisch-fantastisch.

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Das hässliche I-Wort

Es ist schon eine verkehrte Welt: Jeder, mit dem man spricht, erwartet massive Inflation. Die Statistiken sprechen eine andere Sprache – je nachdem, welche Statistik man zum Lügen bringt, signalisieren sie das Gegenteil: Es drohen Deflation und sinkende Preise. Regierung und Notenbank in Japan warnen vor einer Beschleunigung der Preis-Abwärtsspirale. Inflation und Deflation sind ein Gegensatzpaar, erfordern konträre Verhaltensweisen, haben jeweils andere Gewinner und Verlierer: Bei Deflation gewinnen die Konsumenten.

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Mogli kauft Gold

Wenn ich mit Bankern rede, komme ich mir vor wie der kleine Mogli, der Junge aus der Disney-Verfilmung „Das Dschungelbuch“: Du sitzt auf einem dünnen Ast, unten schnappt Tiger Shir Khan nach deinem Bein, und vor dir lockt die Schlange Kaa mit diesem betörenden Blick und ihrem Singsang: „Vertraue mir!“ Wird alles wieder gut mit der Finanzkrise, soll ich den Banken wieder vertrauen? Kann man auf unser Geld noch vertrauen?

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Die Wut der Bürger

Muss ich mich eigentlich bei Norbert Blüm entschuldigen? Jahrelang habe ich den letzten legendären Sozialpolitiker, 16 Jahre lang Bundesarbeitsminister unter Helmut Kohl, publizistisch attackiert, weil die Rente eben nicht so sicher ist, wie er 1986 plakatiert hat. Und jetzt? Hat er nicht doch recht, ist die Sozialrente der letzte Anker unserer materiellen Sicherheit? Denn weltweit geht unter, was die Mittelklasse angespart hat: Das Eigenheim verfällt im Wert ebenso wie Aktien. Pffffft, es ist, als ob die Luft aus dem Ballon entwiche, der mal unsere Vorsorge war. Daran kann auch der Londoner Finanzgipfel nichts mehr ändern. Es trifft die Rentner in Florida, die den Golfplatz gegen einen Billigjob bei McDonald’s tauschen müssen, um sich über Wasser zu halten, nachdem ihre Depots ausradiert wurden. Es trifft die aufsteigende Mittelklasse am Perlflussdelta, der Fabrik der Welt, die erstmals in der Geschichte Chinas menschenwürdige Wohnung, Versorgung und bescheidenen Wohlstand erworben hat – und jetzt ihre Aufstiegspläne durch eine ganz neue Art der Kulturrevolution durchkreuzt sieht. Es trifft die neuen Mittelschichten in Osteuropa, die aus den Ruinen des Sozialismus demokratische und lebenswerte Städte aufgebaut haben.

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Danke, liebe Krise

Haben Sie heute schon Ihren Anlageberater geohrfeigt? So unkultiviert sollte man sich keinesfalls geben. Noch vor einem Jahr wäre das als Notwehr durchgegangen – an dem Tag, an dem der Ihr sauer erspartes Vermögen halbierte. Mittlerweile kritisiert niemand mehr Bankberater für die größte Geldvernichtung aller Zeiten. Verständnisvoll hören wir unserem leidgeprüften Berater zu, der seinen lieben Kunden so traurige Nachrichten übermitteln muss. Lehman! Was kann man da machen?

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Gold und Kartoffeln

Die Industriegewerkschaft Metall ist sehr stolz, weil es ihr gelungen ist, Tausende von Opel-Demonstranten auf die Straße zu bringen – und das, obwohl alle in Urlaub waren, sagt ein Gewerkschaftssprecher. Das muss man sich mal vorstellen – die Revolution fällt aus, weil das Proletariat am Ballermann feiert. In Berlin debattiert die Koalition darüber, ob die Abwrackprämie auch Hartz-IV-Empfängern ausgezahlt werden soll. Im Konjunkturprogramm sollten schon mal ein paar Milliarden für die Erweiterung der Parkzonen vor den Arbeitsämtern reserviert werden – für die vielen schnieken Neuwagen der Stütze-Kundschaft. Und in Frankfurt muss das Sicherheitspersonal den Eingang zum neu eröffneten Kaufhaus abriegeln, weil im Gedränge sonst Konsumenten zu Schaden kommen könnten. Lieber in der Krise genießen als für den Aufschwung schuften.

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Neue deutsche Bank

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Das Jahr der Nullen

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Träume und Taten

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Ciao, Aufschwung

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