Symbolische Politik

Sparen ist gut. Investieren auch. Beides ginge zusammen, aber die Bundesregierung krallt sich allein an der schwarzen Null fest.

Stellen wir uns die Bundeskanzlerin vor, wie sie mit zarter und ein wenig zitternder Hand das Glastürchen öffnet. Ein vorsichtiger Griff in die Monstranz, und schon ist dort auf weichem Kissen glänzend positioniert, was nahezu anbetungswürdig scheint: die schwarze Null. Wie eine polit-ökumenische Glaubensgemeinschaft sammeln sich die Mehrheiten beider großer Volksparteien derzeit hinter dieser Zahl, um gegen die Neuverschuldung anzuziehen.

Glaube kann bekanntlich Berge versetzen. Ein Berg von zwei Billionen Euro ist ziemlich hoch. So viele Staatsschulden hat Deutschland derzeit. Und geht es nach einigen unserer europäischen Verbündeten, dann sollen es noch mehr werden: Weg mit der Haushaltsdisziplin und her mit frischem Geld für Investitionen, um damit die schwächelnde europäische Wirtschaft anzukurbeln. Angela Merkel glaubt an die schwarze Null, die Franzosen und Italiener nicht – ein haushaltspolitisches Schisma durchzieht Europa.

Es ist richtig, nicht wieder auf Neuverschuldung zu setzen. Es wäre auch richtig, auf Investitionen und Wachstum zu setzen. Aus Sicht Merkels ist die schwarze Null „alternativlos“, um eines ihrer Lieblingswörter zu benutzen. Entweder sparen oder investieren. Diese Alternative ist falsch. Die richtige lautet: Reform oder Stillstand.

Vor bald zehn Jahren hat Deutschland der Mut zu Wirtschaftsreformen verlassen. An seine Stelle ist das wohlige Regieren getreten: Sparst du noch oder lebst du schon? Das hat lange gut geklappt. Die Agenda-Reformen der Regierung Schröder haben den Weg bereitet, die guten konjunkturellen Entwicklungen ihren Teil beigetragen. Und so haben die Deutschen nicht recht gemerkt, was fehlt. Wir leben von der Vergangenheit und schließen eine Wette auf die Zukunft ab. Doch die, so fürchten die Wirtschaftsforschungsinstitute nun, geht womöglich nicht mehr auf.

In der Debatte über den Haushalt 2015, der zum ersten Mal seit 1969 wieder ohne neue Schulden auskommen soll, hat die Bundeskanzlerin gesagt, es handele sich um „einen generationengerechten Haushaltsentwurf“. Das stimmt so nicht. Ein generationengerechter Haushalt muss die Voraussetzungen schaffen, dass diejenigen, die nach uns kommen, die Chance auf ein gutes Leben haben. Dazu gehört es natürlich, zu sparen. Aber dazu gehört auch, jetzt für die Zukunft zu investieren – nicht über zehn Jahre von der Substanz zu leben und keine Wahlgeschenke zu machen, die nicht bezahlbar sind.

Die schwarze Null ist eine großartige Zahl, wenn sie mehr ist als die Momentaufnahme eines Stopps der Neuverschuldung. Wenn sie mit Investitionen und wirtschaftlichen Reformen einhergeht. Ist das nicht der Fall, verkommt sie zum Zeichen symbolischer Politik. Wir können nun Wetten darauf abschließen, ob und wann sie doch wieder fällt. Die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister werden alles dafür tun, dass dies nicht geschieht, und dem Druck aus Europa so lange wie möglich standhalten. Denn die schwarze Null ist die politische Innenverteidigung der Kanzlerin. Sie ist der Gipfel machtpolitischer Absicherung und der Schutzraum deutscher Reformträgheit.

An dieser Zahl lässt sich auch zeigen: Die Logiken von Politik- und Wirtschaftssystem passen in unserer internationalisierten Welt immer weniger zusammen. In der Politik geht es um Macht haben oder keine Macht haben, in der Wirtschaft dagegen um Gewinn machen oder keinen Gewinn machen. Nähme die Bundesregierung nun Koalitionsgeschenke zurück, um zu sparen und doch auch zugunsten von Wirtschaftswachstum zu investieren, würde es machtpolitisch gefährlich. In Deutschland, nicht in Europa. Merkel hat die Schröder-Lektion gut gelernt. Also bleibt die schwarze Null das Credo der deutschen Wirtschaftspolitik.

Glaube kann Berge versetzen. Leider aber keine Schuldenberge.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein von Miriam Meckel. Permanenter Link des Eintrags.

Über Miriam Meckel

Dr. Miriam Meckel ist Chefredakteurin. Die studierte Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin sowie Sinologin startete als Fernsehjournalistin bei WDR, RTL und Vox, bevor sie eine Professur für Journalistik an der Universität Münster übernahm. Meckel war danach fünf Jahre Regierungssprecherin und Staatsekretärin für Medien, Europa und Internationales beim Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen und wechselte dann zurück in die Wissenschaft. Sie ist Professorin für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, Schweiz, und Autorin zahlreicher Wissenschafts- und Sachbücher.

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Alle Kommentare [182]

  1. Kriege ich nichts Magic?

    Also mir gefiele sehr gut „Frauen lieben Kohle“ als Grillschürze, ich wende auch die Spanferkel auf dem Rost unter adelig-blauer Brandbeschleuniger-Paste. 😉

    Gruß
    Pampa

  2. Hm, fuer zamir nehmen wir den billigen vino fiascoi und fuer dich, pampa, den teuren casanova grande, eysel nimmt den baerentoeter und ghost den edelzocker, karel einen liter melissengeist und roemer die wodka-baldrian tinktur aus dem silicon valley, und fuer fraeulein miriam reservieren wir eine schnabeltasse sechszentnertropfen, heilt sollbruchstellen und laesst kartoffeln quellen…;-))

  3. Magic & Zamir
    Nun vertragt Euch doch wieder Exil-Moselfränkchen. Für Euch beide Wein-Liebhaber habe ich eine Empfehlung aus dem Hause Bull&Bear. Nein, keine persönliche Interessen und probiert habe ich es auch noch nicht. Aber alleine die Labels, Magic Weiß, Zamir Rot, okay?

    Also ein Fläschchen Bärentöter und ein Fläschchen Edelzocker? 😉

    http://www.bull-bear.de/geniessen/wein/

    Na seht Ihr, geht doch wieder.

    Gruß
    Pampa

  4. Danke Karel, für Deine An- und Einsichten. Deine Auffassung teile auch ich in weiten Teilen, nicht allen.

    Hast Du übrigens sehr schön geschrieben und formatiert.

    Was macht denn das Kraftwerk, geht es schon wieder etwas besser? Denke an unsere Zielvereinbarung, 129,6 Jahre Jüngling. Wird schon wieder Senator.

    Gruß und gute Besserung
    Pampa

  5. Du fuehlst dich also „geehrt“, zamir plappertasche, sieh’s mal so: wonach sollte einer wie du denn streben, wenn du uns nicht haettest:-))

  6. Eysel,
    Dein bildungsniveau überrascht mich nicht mehr, denn du
    bist es eher der, der froh sein kann, einen einigermassen
    akzeptablen wohlstand erreicht zu haben, bei den
    vergleichen, die du hier durchlaufen lässt, gratulation.

    Scheinbar hat das alter dir schon die „drähte“ angeknabbert und
    ein gewisser starrsinn ist ebenfalls erkennbar,
    nun denn.

    Wobei, wir müssen hier ja die absolute realität stets
    ausblenden und nur vom hören/sagen auf weiteres schliessen.

    Ansonsten, nixx für ungut, mach et joot und geniesse
    deinen Altersruhesitz, Zamir

  7. Ooh da ist mir einer entwischt, wollte gerade sagen,es ist der helle
    Wahnsinn, euch auch über die nächsten sechs bis fuffzich
    Jahre unterrichten zu dürfen, ihr wart stets ein dankbares
    pub-linksrum und wenn ihr euch ein bisschen anstrengt,
    dann habt ihr alle Schanzen dieser wölld, lesen-rechnen und
    schreiben zu lernen, ohohohoh.

  8. Ich fühle mich sehr geehrt, wenn drei profunde Kenner der
    Szene mir die Wölld erklären und sich dabei
    das Lätzchen vollsauen.
    Wie kann man nur sooho töricht sein und von euresgleichen
    auch nur ein kleines fünkchen Diskussionsbeitrag ohne
    irgendwelche Vorschriften und klugscheisserische
    Besserwissereien erwarten?
    Noch mehr freude geht wohl kaum und es ist der helle
    Wahnsinn, euch auch die nächsten sechs bis fünfuig

  9. Lass es gut sein Eysel, da bohrst Du auf Granit. Die DDR hatte Langzeitfolgen, die sich bis heute offenbar auswirken, bis hin zu Verfolgungswahn. Zamir ist aber kein übler Kerl, das glaube ich nicht.

    Auch Westberlin war eine Scheinwelt, eingekesselt, von Westdeutschland finanziert und den USA verteidigt. Die Stadt war von jeher seit WK2 eine Scheinwelt. Die Stadt hat bis heute Wunden, die nur ganz langsam verheilen. Das dauert eben Jahre bis Jahrzehnte, es braucht Zeit.

    Wie hätten wir uns in der Stadt entwickelt? Da erlaube ich mir kein Urteil, denn nachher sind immer alle schlauer.

    Gruß
    Pampa

  10. Die Nichtstuer und Faultiere, verehrte Sabbelbacke,
    arbeiten mit dem Hirn, falls du ahnst was das sein könnte,
    nicht mit den Fingern, Tastenquäler, Schmierfink und Schwachmat.
    Dir schein nicht einmal aufzufallen, dass die angeblichen Idioten
    die du immerzu beschimpft dir IN JEDER BEZIEHUNG enteilt sind.
    WAS könnte denn der Grund sein dafür dass diese Nichtstuer und Faulpelze dir permanent eine lange Nase machen? – Irgendeine Idee? – Oder WIEDER nur Logorrhoe und Systemschelte? – Und der ewige Ruf nach der Zamirschen-Leere die schon beim ALLERERSTEN Blick nix anderes ist als ein zum zwanzigsten Male aufgebrühter oller kommunistischer Muckefuk. – Aber nichtmal DAS kapierst du. –
    Nu komm und sonder deinen Dünnschiss ab …
    Ich hör’s schon sprazzeln …

  11. „Linsensueppchen“..gute idee, sabbelbacke, mehr jibbt et nisch fuer phrasendrescher typ zamir, jedem das seine, mir das beste und den zamirs die reste..

  12. Magic,
    bedroht wäre zuviel der „ehre“, für menschen
    deines schlages, besponnen und leicht amüsiert
    kommt dem sächelchen schon eher näher, herr vom
    fadenscheinigen anspruchsdenken,
    master der wellblechsaga und der undehütten
    inklusive „äuffschen“, ohne H wohlgerochen.
    Es ist das magische linsensüppchen, das verdorben
    schmeckt und den magen verdirbt, gelle.

    Viele Grüsse von August dem Starken und seinen Hofnarren, Zamir

  13. Du fuehlst dich „bedroht“, mach sachen..so einen wie dich bedroht doch nichts auf der welt, alle ausser dir sind doch sterblich, nur du stehst doch druebba…
    Wir ziehen hoechstens mal etwas am zamir-seilchen, da hampelt es sich etwas leichter.. dankbar solltest du sein, nur ein dankbarer block-idiot ist ein guter block-idiot, zamir, bin kein fan von dir, abba ein versteher, komm lass noch ein
    paar wort-tupolews ueber tito kreisen, aber vergiss nicht den transponder einzuschalten, sonst folgt dur ueberhaupt keiner mehr, obwohl du dich hier jedem bereits von hinten genaehert hast….;-)))))

  14. Ach Magic-Mukefuck,
    das hatten wir doch auch schon,
    bedrohungen im virtuellen räumschen
    duhu pfläumschen …
    glaube mir, unsere gesetze werden gerade
    dir nicht den spülraum lassen, den du gerne
    hättest, schnitt.
    Abba rechnen kannste, so unjefäähr, ohohoh.

  15. Nimm dich in acht, zamir, du block-idiot ….du machst dich hier seit 6, 5 jahren zum anti-kapita-affen und willst nun allen ernstes deine idiotenkappe anderen ausetzen…

  16. karel,
    Dein 22:24 Uhr an Ghost gerichtet ist wort für wort
    Blasam für meine, von den Dreien gequälte, gefoltere
    seele, danke.
    Wie, die Drei, wer das iss?
    Die Drei, die a) nichts sehen, b) nichts hören und
    c) nichts sagen wollen.
    Es gibt sie sogar zu kaufen in schnökeredözkes-läden,
    als figuren aus porzellan mit goldüberzug und noch
    so mancherlei, sie halten sich einfach mit einer oder
    auch beiden händen den mund, die ohren und die augen zuu.
    Du weisst sicher was ich meine und wie ich’s rüberbringe, odda?

    Nun denn, schönen Gruss aus Sankt Petersburg, Zarmir

  17. Pampa,
    dudu wolltest 27 kommentare haben bis heute abend
    2200, das könnte noch klappern, hängt jedoch gaanz
    enstcheidend davon ab, was du in den näxxten minudde
    kauderwelschsd oder radebrechst, hoho.
    Es kann auch ruhich was sein vom Cäcilius Zyckenmeck
    oder diesem Buffet seinem kalten Warren, vahaschd …
    Hau rein großer, wenn noch irgendwo ein fünkchen
    hoffnung existiert, dann nur in deinem hirnskästchen, chrchrchr.

    Viele Grüsse aus Stenzelbach am Mittelrhein, Zamir

  18. The Unterdeiger,
    kucke mal, wir haben siebzehn millionen ostdeutsche
    gesund gepflegt, trotz dieser von dir erwähnten anspruchs-
    unverschämtheit oder gerade deswegen.
    Nun werden wir doch die wenigen, restlichen, armen fluchtmenschen aus afrikanien und arabien auch noch gross kriegen,
    kein problem, wir rücken zusammen-ernähren uns
    von suppe und reisbrei und alle medien werden abgeschafft
    dann sind wir nahe am paradies, verschmelzen uns
    mit den neuangekommenen und
    Pampa, s’Biedenköpfle, Meinrad Miegel und all die
    anderen schlaufüxxe aus politik und wirtschaft, halten ein symposium über den demographischen Vecktorverwandler ab.

    Schönen Gruss von den Feierlichkeiten zur gelungenen
    Welt-Wieder-Vereinigung in Deutschland, Zamir

  19. Under…..

    „Mein Land ist weg…..“
    Nicht eher das Ergebnis der einheitlichen „Meinungsvielfalt“?
    Selbst der Fall Kirch/Deutsche Bank hat ja dazu beigetragen.
    Auch im ÖR hat man ja eher den Eindruck, daß der Wirkungskreis der „Kulturschaffenden“ im Westen der Republik fast am Aussterben“ ist.

    Und was den „Trieb“ der Alten angeht,
    lenke Deinen Blick einfach mal in Schulhöfe.

  20. Römer,
    das westliche Wirtschafts-, kultur- und militärbündnis
    ist schon seit jahren sehr gelangweilt und sucht
    ablenkungsmöglichkeiten, um seine untriebe zu
    verbreiten.
    Mit all den modernen spionagetechniken hat man versucht
    die arabische und afrikanische welt konsequent
    aufzumischen, plötzlich bricht da in westafrika eine seuche
    aus und die dummdödels stossen an ihre wissensverschachtelten
    grenzen, springen im karre und wundern sich.
    Die multinationalen, grossen konzerne schöpfen weiterhin
    den ausbeutungsrahm ab, der mit dem wort globalisierung
    allen seinen schrecken verlieren soll.
    Es gibt trotz allen internationalen verflechtungen kein
    gesamtkonzept für die erde, die menschheit, die zukunft.
    Das „klitzekleine Grüppchen“ von kapitalverbrennern
    macht bis zum bitteren ende seinen affentanz und nach
    dem grossen knall, können die „trümmerfrauen“ wieder
    alles aufräumen, was diese schmierlappen hinterlassen
    haben, sooho iss ess.

    Viele Grüsse aus Dummbach und Knödelheim, Zamir

  21. Eyssblubb,
    dein karl heisst in wahrheit einfach karel.
    Einfach karel, ohne helm und ohne kurt,
    ahahahahah.
    Pampa,
    welches mantra meechteste denn hait vor-
    gesungen hawwe?
    Das von der wundersamen geldvermehrung
    aller reichen und schnöden nichtstuer und faultiere?
    Die geschichte vom „kleinen Grüppchen
    der doofen“, die mit kapital und vermögen
    nichts anzufangen wissen und davon träumen,
    dass übernacht alles sich vervielfacht, ohne
    auch nur einen abgelutschten finger bewegt zu haben?
    Komm und mach einen, abba einen langen und
    ein bisserl schmutziger sex darf auch drinnen enthalten
    sein, isch zähl auf disch.

    Viele Grüsse aus Rimmelsburg, Zamir

  22. 22:31 Uhr
    karel

    „“Es gibt einen Trieb, der stärker als Sex ist.

    Der Trieb, den Anderen zu dirigieren, zu lenken, zu bevormunden, zu unterwerfen.““

    >> Ist dies wohl altersabhängig? „Wenn dem so ist, dann sind tatsächlich alte Männer gefährlich!!“

    ++

    karel, Deine filigranen Untersuchungen in allen Ehren

    ein Aspekt, der nicht zur Sprache kommt…

    Mein Land ist weg!

    „… Das Deutschland der Gegenwart ist eine ostdeutsche Republik. ..“

    http://www.zeit.de/kultur/2014-10/brd-wiedervereinigung-polemik

  23. Bettina Röhl…….

    Ihr üblicher „WiWo“-Beitrag jeden Dienstag fehlt diesmal .
    Dafür gibt´s einen Beitrag unter Tichy´s Einblicke.

    Ich habe auch dieses längst erwartet.
    Und schon damals meine Konsequenz gezogen.

    Übrigens, unter brandeins ist folgender Artikel über die steuerliche Handhabung von Kostenlos-Artikeln im Internet zu lesen:
    http://www.brandeins.de/archiv/2014/scheitern/app-steuer.html
    Eine bemerkenswerte Entwicklung…..
    oder wie man steuerlich die „Meinungsfreiheit“ begleitet.
    Freuen wir uns auf „Zukunft“.

    Nun denn…

  24. Eysel
    Mein
    — Elite folgt dem „Erlernten“
    Deshalb „kracht“ es in jeder „Kurve“.–
    ist eigentlich meine impulsive Folgerung aus dem Bekenntniss eines Michael Naumann.
    Für mich liegt hier die Schilderung eines Mannes vor, der als Beteiligter aus dem Zentrum der Macht von 1998 bis 2005 authentisch Zeugnis ablegt
    Natürlich ist sein Bestreben zu erwarten, dabei „gut“ wegzukommen.
    Es ist die Auflistung der Ereignisse, nicht die Wertung, die mich interessiert.
    Einer der Erkenntnisse eines Michael Naumann finde ich besonders bemerkenswert:
    „Doch allem politischen Pragmatismus haftet der Verzicht auf theoretische Durchdringung makroökonimischer Prozesse an……..“
    Eysel, für mich eine Folge der „Flurbereinigung“ in den Ministerien in 1998,
    als über 60, ich meine, es waren 65 Beamte, in den Führungsebenen der Ministerien „in den einstweiligen Rujhestand“ versetzt wurde. Man schickte also höchst wichtige, vorhandene Kompetenz nach Hause, um einen Spitzelsberger von der BASF,einen Roland Berger und viele seiner Kollegen in politische Entscheidungsfindungen einzubeziehen.
    Ich folgere daraus, daß man dem „Erlernten“, nämlich Leute nach Parteibuch, nicht nach Qualifikation in die „Etagen“ einzubringen, sich nicht verschließen konnte.
    Viele dieser „65“ sind heute noch in „Amt und Würden“, was auch ein Schlaglicht auf die aktuelle Regierungsarbeit wirft.
    Beim Regierungswechsel in 1983, so habe ich noch in Erinnerung, waen es es wohl so um die 10 bis 15, beim Regierungswechsel 2005 nur einige Wenige der vorhandenen Kompetenz, die „in den vorläufigen Ruhestand“ versetzt wurden.
    Und nun „kracht“ es in jeder „Kurve“.
    Mich wundert das gar nicht.
    Einen Horst Köhler „entsandte“ die Regierung Schröder in 2000 zur IWF, obwohl er hierzulande dringend mit seiner Fachkompetenz gebraucht wurde.
    Einen IWF-Köhler, der schon 2002 in einer von ihm veranlaßten Studie darauf hinwies, daß den damaligen „Finanzströmen“ allergrößte Aufmerksamkeit zuzuwenden sei, weil er darin ein enormes Risiko für die Weltwirtschaft sah.
    Nun, diese Studie war wohl nicht „erwünscht“ un deshalb kaum publiziert.
    Warum wohl?
    Aus dem Naumann-Artikel ließen sich viele Entwicklungen erklären, ableiten.
    So auch stellvertretend die bekannte Entwicklung der Deutschen Bank mit all den höchst aktuellen Problemen.

    „Nachfolgende, politisch gewollte Deregulierungen im deutschen Finanzbereich gehorchten dem transatlantischen Konkurrenzdruck“,
    eine wie ich finde, nette Umschreibung der selbst durch ‚“Freistellungen“ herbeigeführten „Orientierungslosigkeit“.

    Was folgte, war, daß zu der sowieso vorhandenen politischen Abhängigkeit von „Onkel Sam“ auch noch die finanzpolitische Abhängigkeit kam, abzulesen an der „immerwährenden EURO-Krise“.

    Es ist interessant, festzustellen, welche Kommentar zu Schröders „Die Macht liegt immer woanders“ abgegeben wurde. Eben einer Macht, die, wie ich finde, „ahnungslos“ preisgegeben wurde.

    Weiter:
    „Dass sie eines Tages in den Händen von Hedgefonds-Managern und Algo-Tradern, von Großbanken, Rating-Agenturen und Börsianern in aller Welt liegt, hätter er sich nicht träumen lassen“

    Und nun Eysel, steht da noch der letzte Satz, der komplett ignoriert wird:
    „Seine Nachfolgerin allerdings auch nicht“.

    Und damit sind wir wieder beim beliebten „Merkel-Bashing“,
    der, wie ich mittlerweile finde, recht „hilflos“ daherkommt.

    Ja, was noch auffiel, war Naumanns Feststellung:
    „Normative Tugenden wie `Anstand` und ´Maß` waren ebenso aus dem linken Diskurs verschwunden wie die alte Redewendung `das tut man nicht`.

    Ja, der ganze Artikel läßt, kritisch hinterfragt, erahnen, was „Angie“ da so alles hinterlassen wurde.

    Gruß
    karel

  25. Es gibt einen Trieb, der stärker als Sex ist.

    Der Trieb, den Anderen zu dirigieren, zu lenken, zu bevormunden, zu unterwerfen.

    So etwas wie eine intelligente Mäßigung wäre lobenswert.

  26. Ghost,
    was würde eine „schnelle“ Demokratisierung im westlichen Sinne diesem Rußland denn bringen?
    Ich sehe. daß eine politische Zersplitterung des riesigen Landes folgen wird.
    Und somit die Marginalisierung einer atomaren und militärischen Weltmacht.
    Und das alles widerstandslos???? Cui bono……
    Und warum das Ganze?
    Ich sehe darin den Versuch des Westens, eine eher wirtschaftliche, militärische und politische Schwäche im globalen Kontex zu kompensieren, auszublenden. Ein trauriges Bild der Unfähigkeit, ohne militärische Mittel Weltgeltung zu erhalten.

    Ich sehe mit Sorge, daß ein Deutschland, welches weltweit auf poltisch-militärische Druckmittel überhaupt nicht angewiesen ist, sich deshalb Ansehen erworben hat, eben dieses Ansehen zur Disposition zu stellen gewillt ist.

  27. Römer
    Es ist mehr als „Prunk und Protz“. In die Zarenzeit will niemand zurück, es geht hier um ein Symbol. Wer die russische Mentalität und Geschichte kennt, der kann das nachvollziehen. Das Dramatische an der jetzigen Situation ist, dass der eigentlich regionale Konflikt (Ukraine) von den USA und Brüssel-Europa ausgeweitet wird. Geopolitische Strategien und Überlegungen spielen die Hauptrolle. Deshalb ja auch jetzt die militärischen Muskelspiele der Russen. Die empfinden die Embargopolitik als Aggression, nicht nur als politisches Druckmittel.

  28. Pampa,
    ihr drei von der punkstelle gebt ein sooho schwaches
    bild ab, da ist euch schon lange nicht mehr zu helfen.
    Dass eyssbabe schon auf der letzten düse flötet ist
    ja kein wunder, aber ihr beiden jüngeren, stan und ollie,
    das ist schon eine sensäjschen, gelle.
    Komm, gib noch einen zum besten vom Zickendraht
    aus dem brasilianischen urwald damit’s ghoschdl auch
    was zum schrabbeln hat, sei kein feigelingel, duhuu schlingl.

    Viele Grüsse von Knick und Knoof, Zamir

  29. 2200 Uhr Zamir,

    die Aufgabenstellung ist klar, dann fällt die Flagge.

    Kannst Du es, odda nur Gesabbele?

    Reiß Dich zusammen Freund der körperlosen Liebe.

    Mir muss Eysel nicht helfen, wir versuchen Dir zu helfen, wenn Du das nicht begreifen solltest. Los jetzt.

    Glückauf
    Pampa