» 01.12.2012, 05:00

Gold für Draghistan

Gold kann man nicht essen, es bringt keine Zinsen. Und doch kaufen viele Gold. Es ist eine Misstrauenserklärung an die Währungspolitik.

Stellen Sie sich vor, Sie finden auf dem Speicher ein fettes Bündel Reichsmark oder ein Sparbuch von 1932. Mit den Geldnoten können Sie die Wände tapezieren. Für das Sparbuch empfehle ich eine Vitrine mit Messingtafel, auf der steht: “Sinnbild für die Vergeblichkeit materiellen Bemühens”. Fänden Sie aber einen Beutel mit Goldmünzen, wäre die Freude riesengroß und das Studium der Tochter gesichert. Gold ist die einzige Form Geld, die Raum und Zeit überdauert. Sein Wert wird jeden Tag in jeder beliebigen Währung in jedem Land der Welt aufs Neue festgestellt. Der Goldpreis ist derzeit hoch, aber trotzdem wird Gold jeden Tag relativ billiger: Auch staatliches Geld bringt kaum mehr Zinsen; inflationäre Tendenzen drohen es zu entwerten. Auch Gold könnte fallen – wenn die Notenbanken ihre Tresore öffnen und ihre Schätze verkaufen würden. Aber gerade die Notenbanken der Wachstumsstaaten kaufen Gold: Auch ihnen erscheint Metall sicherer als Papier in Form von Dollar, Euro oder Renminbi.

Der Preis des Goldes misst das fiebrige Misstrauen gegen die Politik. In Südamerika tauschen wenig wohlhabende Menschen die einheimische Währung in Dollar, mal fünf , mal zehn. Die Dollar werden in Plastikfolie eingeschweißt und vergraben. Auch das bringt keine Zinsen, ist aber sicherer als Bankguthaben, die alle paar Jahre abgewertet, nationalisiert oder besser noch solidarisiert werden.

Der Dollar gilt nach Gold als zweitsicherste Anlage: Seit George Washington ist kein Staatsbankrott der USA und keine Währungsreform eingetreten – eine gute Prognose für die Altersvorsorge mit Keller-Dollar. Weil das Vertrauen in den Dollar seit 230 Jahren gehärtet wurde, können sich die USA auch so viel höher verschulden: Ihnen traut man zu, was man Griechenland noch nie und Frankreich nur gelegentlich unterstellt hat – die Fähigkeit, Schulden zurückzuzahlen.

Geld ist nur ein Fetzen Papier ohne Vertrauen. Ohne Vertrauen in Währung und Rechtssystem fliehen die Menschen in Gold. Frauen in Arabien hängen sich kleine tropfenförmige Goldstücke an den Tschador – es gibt ihnen Sicherheit im Falle eines Verstoßens durch den Ehemann. Menschen in Indien haben lange Zeit Dollar-Noten dünn gerollt und in den empfindlichsten Körperöffnungen verwahrt, um sie an den Grenzbeamten vorbei nach Dubai zu schmuggeln und dort in Gold zu wechseln. Wenn Gold und Geld im Keller liegen, wird es dem Wirtschaftskreislauf entzogen, entfaltet weder Nachfrage, noch steht es für Investitionen zur Verfügung. Die Armut folgt dem Goldschatz auf dem Fuß. Die eigentliche Währung für Wachstum und Wohlstand ist Vertrauen. Es kann Jahrzehnte dauern, es herzustellen, es braucht nur Tage, es zu zerstören.

Es war Ludwig Erhards Geniestreich, über Nacht mit einer Währungsreform das Vertrauen schneller zu reproduzieren, als andere Weihnachtsplätzchen backen. Die Menschen vertrauten den Stabilitäts-Freaks in der Bundesbank, dass die schon unser Geld verteidigen. Noch ist dieses Vertrauen da. Deutschlands Boom ist auch der Noch-Existenz der Bundesbank geschuldet. Kapital fließt ins Land.

Aber schon geht die Sorge um – sind wir nicht doch Teil einer seltsamen Währung in einem Kunststaat namens Draghistan? Hilft das Gerede von der Dicken Bertha wirklich gegen Inflation? Geld ist ein scheues Reh, es flüchtet vor dem Büchsenknall in Gold oder andere Länder. Deshalb wird es gerne eingesperrt. Adolf der Fürchterliche benutzte die “Reichsfluchtsteuer”; François Mitterrand hat 1984 die Mitnahme von Franc ins Ausland verboten. François Hollande will Geldexportverbote für Erlöse aus Unternehmensverkäufen. Die Wut deutscher Linker und Finanzminister auf die Schweiz, dieser Rettungsinsel, die trockenen Fußes erreichbar ist, lässt Nachdenkliche in Versteckgeld investieren, in Gold. Das feine Klingen des Goldes ist das Echo auf solche Drohungen.

Das alles ist unproduktiv. Aber die individuelle Wahrnehmung beginnt sich von den lauten Versprechungen abzuwenden.

Mit jedem EU-Gipfel mehr.

 

» 01.12.2012, 05:00

    151 Kommentare zu “Gold für Draghistan”


  1. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa,

    die masche bleibt sich immer treu, sie ist auf
    einseitige bereicherung und betrug aufgebaut,
    seit tausenden von jahren; man muss nur
    hinter die “aufbauten” schauen und den
    analysator laufen lassen.

    Wäre es anders, so hätte das kleine, dumme
    menschlein den hunger, die krankheit, den krieg
    und die not längst besiegt.

    Ein kleines grüppchen nur ist es, die den falschen
    glauben verkündet und das labyrinth für den
    garten eden hält.

    Schönen Gruss zum Zweiten, Zamir

  2. Pampa sagt:

    Eysel,
    hast Du Dich schon mal gefragt, wie sich Medien finanzieren? Hast Du Dich schon mal gefragt, wie sich Online-Medien finanzieren? Halte kurz inne und denke nach.

    Zahlst Du hier was? Eben. Sagen wir mal so, der große Marketing-Kuchen ist begrenzt, wie mir mein innerer Freund Warren Budget suggereiert. Nehme ich alle Warren Budgets dieser Welt, so sind sich die einigermaßen einig. Wer also macht die Mäuse, who is the Moneymaker? Also klassische Medien fallen mir nicht auf Anhieb ein, eher jemand wie Warren Budget Google. Der freut sich … Warren Budget Facebook freut sich auch mehr, als Warren Budget StudiVz … das sind richtige Nackenschläge, nehme ich an.

    Aber tiefere Einblicke habe ich auch nicht, nur so eine Grundüberlegung. Es gibt nach wie vor meines Wissens keinerlei Geschäftsmodell für Print-Medien im Internet, nicht mal Murdoch oder Pearson, nix. Übrigens ist Pearson schon seit 2008 aus der FTD raus. Das ganze kannibalisiert aber auch den Printbereich, fast würde ich sagen atomisiert ihn.

    Daher denke ich, erst der Beginn eines Blutbades.

    Gruß
    Pampa

  3. Rainer Chaudhuri sagt:

    Es ist kaum möglich eine seriöse Prognose für die weitere Entwicklung des Goldkurses anzugeben. Die Entwicklung des Goldpreises scheint allerdings von der Entwicklung des US-Dollar Kurses im Verhältnis zum Euro abhängig. Meiner Meinung nach wird der Goldpreis fallen, wenn der US-Dollar im Verhältnis zum Euro an Wert gewinnt. Ob der Anstieg des Goldpreises mit der Dynamik der letzten 5 Jahre weitergeht, ist zumindest fraglich. Die Flucht in den vermeintlich sicheren Sachwert Gold ist wohl eher ein Ausfluss allgemeinem Misstrauens wie im Artikel beschrieben, denn für die Stabilität der weltweit wichtigsten Währungen und der Stabilität der Weltwirtschaft als solche, spielt das Edelmetall keine Rolle.

  4. pedro sagt:

    @Eysel.:Es ist längst mal wieder Zeit für „sieben magere Jahre“.

    stimmt vorbehaltlos für alle krawattiosis und obere 10 %

  5. Eysel sagt:

    @ Pampus, dtesch,
    vom Medien hab ich keine Ahnung.
    deshalb halte ich Meinen da raus.
    Als die FTD raus kam, hab ich sie gelesen.
    Nur online.
    Hat sich schnell gelegt.
    Weil ich NICHTS von der ft.com wieder fand.

    Is ja nett und auch als Metapher zutreffend Pampus was du 14:13 schreibst. Nur trifft es den Kern der Sache nicht wirklich. -
    Ich wusste zwar schon länger, von der 0-EK Hinterlegung als vermutlich die Mehrzahl hier. Die ÄUSSERST gravierenden Implikationen der Sache für die Verhaltensweisen der Politik sind mir erst im Sommer vor gut 6 Jahren an einem denkwürdigen Sommer-Abend-Terrassen-Gespräch mit meinem Freund X. klar geworden. Woraufhin ich zaghaft anfing mein Portfolio um zu stellen. Etwa ein Jahr später hatte ich dann ein längeres one-to-one mit einem („echten“) Banker der ganz eigentümlich einsilbig reagierte, als ich ihm gesprächsweise mein (globales) worst case szenario präsentierte. Für mich ein Hinweis darauf, dass verdammt weit oben in einem nicht unbekannten Haus ähnliches „gesponnen“ wurde. I
    ch SO falsch möglicherweise nicht liege.
    Beides zusammen genommen für mich der Wendepunkt.
    Dass Angela, Griechenland mir (Europa betreffend) so schnell Recht geben würden hätte ich allerdings nicht erwartet.

    Mein Vater (25-87) hat aller Wahrscheinlichkeit nach niemals A. Smith gelesen. Erstaunlicherweise finde ich nun bei meiner größtenteils und nun konzentrierten Zweitlektüre von A.S. unglaublich Vieles von dem was Vater (3 Jahre Krieg/Gefangenschaft, dann von ganz unten angefangen, krank geworden und an sehr vermutlich an den Kriegsfolgen für seine Gesundheit gestorben) mir ganz nebenbei über Menschen und Wirtschaft und die Zusammenhänge schon als kleinem Buben – vermutlich unbewusst – vermittelte wieder.
    - Unglaublich! –
    Ebenso unglaublich wie weit entfernt sich ein Großteil der Menschen nach 67 Jahren des Aufstiegs und Wohlstands und Friedens von der Wirklichkeit des Lebens, von der Natur des Menschen haben. Wie sehr sie sich von Träumern in naive Träume haben ein-spinnen und sogar ein-spannen lassen.
    FAST nur noch bei ausgesprochen bodenständigen Menschen und bei ausgesprochen unabhängig denkenden Menschen wird erkannt, welch ein hochgradiger Schwachsinn einer Mehrheit als Maßstab für die Zukunft verkauft wird. –
    Und der Schwachsinn WIRD tatsächlich und überwiegend und mit bestenfalls unterschwelligem Misstrauen diesen „Predigern neuer Zeiten“ abgekauft. -
    Es ist längst mal wieder Zeit für „sieben magere Jahre“.

  6. Zamir Zebulovic sagt:

    Wenn wir das über allem stehende Wörtchen
    Markt nehmen und dann auch noch das
    Wort Sättigung hinzufügen, dann haben
    wir eine weitere variante gefunden, die
    eventuell mitschuld am aus der ftd trägt.

    Wie bereits erwähnt, Cicero und brand eins
    sind nun keine tageszeitungen, haben dennoch
    mit einem eigenwilligen und interessanten stil,
    vielfaches interesse geweckt und bemühen sich
    jedesmal auf ein neues, hinter die kulissen zu
    schauen und bringen ständig staunenswertes
    material aus allen ecken und winkeln zu papier.

    Man muss ebenso kein hellseher sein, um
    zu erkennen, dass die sogenannten polit-talk-
    shows auf allen tv-kanälen, vor dem ende
    stehen, auch hier werden über kurz oder lang
    die möglichkeiten der veränderung eintreten
    und formate und formen annehmen.

    Es kommt der zeitpunkt, da kennt man
    sämtliche sprüche aus der hexenküche
    der politiker, wirtschaftskapitäne, spezial-
    meinungsexperten und der sonstigen
    prominenz zur genüge, dann fällt der
    vorhang noch vor dem beginn.

    Hier ist ein sehr grosser nachholbedarf und
    weder die öffentlich-rechtlichen, noch die
    privaten erkennen den zug der zeit.

    Wetten dass, es auf diesem Gebiete noch ungeahnte
    Veränderungen geben wird, Zamir

  7. Ghost sagt:

    Pampa 14:18
    “12 Jahre nur Miese schreiben”
    Mich hat immer erstaunt, wie sich das Blatt so lange auf den Beinen halten konnte. Bei dem (zahlenmässig) grossen Staff und dramatisch sinkenden Werbeanzeigen. Das ist auch das Problem bei so manchem Blatt, von dem noch nicht die Rede ist, aber bald sein wird.
    Die FTD hatte auch, so weit ich informiert bin, offenbar ein Marketingproblem: Inhalte am Interesse der Leser vorbeigeschrieben. Das ist dann die tödliche Dosis.

  8. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa,

    wer kann schon genau ermessen, wie es den
    presse-erzeugnissen im innersten ergeht,
    wie gesund die kassenlage sich stellt?

    Dass der konkurrenzkampf heftig tobt ist
    bestimmt keine erfindung der neuzeit.

    Jeder abgesang ist ein weniger an meinungs-
    vielfalt und informationskaleidoskop.

    Dass es trotzdem immer wieder bestimmten
    journalistischen ideen gelingt, sich mit neuen
    ideen auf einem hartumkämpften markt
    durchzusetzen, zeigen die beiden spezialisten
    Cicero und brand eins.

    Qualität und spitzenleistungen werden zu jeder
    zeit ihre anhänger und ihr spezielles publikum
    finden und zu begeistern wissen.

    Das gesamte angebot dagegen an zeitungen, zeitschriften
    und fachzeitschriften indessen ist gigantisch und
    total unüberschaubar geworden, es gibt kaum noch ein
    wissensgebiet oder irgendein hobby, das nicht mit
    einer, oder gleich mehreren wochen-, monats- oder
    sonstigen spezialausgaben zu glänzen vermag.

    Interessenvielfalt, wahnsinn mit methode,
    ob der Eisenbahner, mein gefiederter Freund,
    Wirtschaftswoche, der Spiegel, Focus, wie
    auch immer und welches fachgebiet angeboten
    wird, auch die macht der gewohnheit führt
    dazu, dass die informationsvielfalt manchmal
    seltsame blüten treibt, oft sogar übertreibt.

    “Wer die Wahl hat, hat die Qual.”

    Es kostet uns ganz nebenbei das Wichtigste was
    wir haben, die Lebenszeit, Zamir

  9. Pampa sagt:

    Warum meinst Du eigentlich, dass zum Beispiel auch Der Spiegel Mitarbeiter entlässt? Ich gebe zu bedenken, der Verlag gehört den Mitarbeitern zu 50% selbst Zamir.

    Also wie meinst Du sieht es insgesamt aus?

    Dass Du darüber wenig in den Medien liest, hm, an was könnte das wohl liegen? Zwölf Jahre lang SPD-rote Zahlen zu schreiben zeitigt Konsequenzen. Denke mal an die Kirche ohne e und an einen Löwen. Wie geht es den Verlagen generell?

    Nun ja, mich würde es nicht wundern, wenn da bereits einige hinter verschlossenen Türen Blut spucken.

    Todesanzeigen sind ein stabiles Geschäftsmodell.

    Gruß
    Pampa

  10. Zamir Zebulovic sagt:

    Die bekanntesten deutschen, überregionalen
    tageszeitungen sind bereits von einer
    hervorragenden qualität, sodass man das
    gefühl hat, Spiegel, Stern, Focus, Wirtschafts-
    woche, Die Zeit, können eigentlich keinen grösseren
    leserkreis mehr finden.

    Diese wochenmagazine haben dennoch eine
    sonderstellung erkämpft und behaupten
    ihre marktanteile aufgrund einer verschworenen
    stammleserschaft, die bestimmte spezialinformationen
    und ausgezeichnete journalistischer leistungen
    zu würdigen wissen.

    Es sind die angebote an aktuell-interessanten
    polit-wirtschaft-gesellschaftlichen themen,
    die den leser in den bann ziehen und deren
    aufbereitung.

    FR und FTD, als reine tageszeitungen
    sind diesem konkurrenzkampf
    erlegen und konnten die geforderte qualität
    auf dauer nicht bringen.

    Es wird somit nicht die letzte auslese-situation
    auf diesem hart umkämpften markt bleiben.

    Der beweis, dass das gedruckte wort immer
    noch seinen wert in der gesellschaft behauptet,
    trotz internet, fernsehen, radio etc.

    Die gesunde mischung aus alledem ist vermutlich
    der königsweg.

    Schönen Gruss von fliegenden Reporter, Zamir

  11. Pampa sagt:

    @RTY
    When the going gets tough, the tough get going.

    Halten Sie sich ran und sehen es positiv, ein paar Konkurrenten weniger, mess with best, forget about the rest. ;-)

    Gruß
    Pampa

  12. Roland Tichy sagt:

    http://ufomedia.posterous.com/was-bleibt-ist-print

    …und weils so schön ist noch einer. Aber dann ist Schluss, Gemeinde

  13. R. Tichy sagt:

    …und weil das hier so eine netzartige Gemeinde ist noch mehr davon.

    @RolandTichy: Zum Ende der FTD http://t.co/MlK7S2ff, und dazu meine Meinung

  14. roland Tichy sagt:

    http://bit.ly/RGAM8K

    Der All,

    Meine Meinung zur FTD. Klarer Fall von zu spät gekommen.

  15. Pampa sagt:

    @dtesch
    250 Millionen Euro in 12 Jahren zu versenken, mit einer Zeitung, wow. Wenn die Zahl denn stimmt, lässt sich ja schwer verifizieren, schreiben sie jedenfalls selbst.

    Warren Buffett sagte mal, am Anfang des Automobils gab es rund 2000 Start-Ups im Automobil-Sektor. Das wäre aber nicht die Zeit gewesen, um in Automobil-Fabriken zu investieren, sondern Pferde-Droschken (Stellmacher und sowas) zu shorten.

    Genau die Situation haben wir im Zeitalter des Internets bei Print-Medien doch auch: Null Burggraben ums Geschäft (Philip A. Fisher)

    Deswegen dürfte fast allen Journalisten die Düse gehen. One time baby, we’re will be old … ganz im Sinne Schumpeters, der übrigens auch mal pleite ging.

    Gruß
    Pampa

  16. dtesch sagt:

    Natürlich war Pampa gemeint.
    Aber Eysel sieht es wahrscheinlich ähnlich

    Gruß
    dtesch

  17. dtesch sagt:

    @Eysel
    FDT
    Offenbar haben sie den Schwachsinn, den sie geschrieben haben, selbst geglaubt und praktiziert.
    Darum ist das Ergebnis nur folgerichtig: Die meisten Träumereien enden mit einem bösen Erwachen.

    Gruß
    dtesch

  18. Pampa sagt:

    Mir kommen die Tränen … http://www.ftd.de/

    Da kann man mal sehen, wie wenig Journalisten und Volkswirte von Wirtschaft verstehen. 12 Jahre nur Miese schreiben und sich dann wundern, dass die journalistische Inflation betriebswirtschaftlich ihre Kinder frisst.

  19. Pampa sagt:

    @Eysel
    Modgliani-Miller-Theorem: Es spielt für eine Unternehmung keine Rolle, wie viel EK und wie viel FK (Kapitalstruktur) eingesetzt werden, bei sinkendem EK-Anteil erhöhen sich Zinsforderungen der Gläubiger. Demnach ist (Modell-theoretisch, also formal) die Kapitalstruktur egal. Als Ausgangshypothese, das ist übrigens VWL.

    CAPM: EK ist mit mehr Risiko als FK behaftet (Nachrangigkeit), demnach sind die Verzinsungsanforderungen der Eigentümer höher, als die der FK-Geber.

    Lender of last Resort: Das ist im Zweifelsfalle der Staat und somit genießt er die höchste Bonität, siehe CAPM und Auswirkungen. Dabei gibt es keine Insolvenzregelungen für Staaten, weiter kameralistische (Bauchwarenhändler) Buchungen, buchhalterische Steinzeit.

    Regulation: Staatsanleihen werden gegenüber Privatanleihen eindeutig bevorzugt und sind im EZB-System mit 0 EK zu hinterlegen. Dies verbilligt staatliche Finanzierung gegenüber privater Finanzierung, siehe CAPM.

    Nur aus diesen Wirkungskreisen im Zusammenhang, insbesondere der durch den Staat extrem staatsfreundlichen Kapital-Allokations-Rahmenregulierungen ist es überhaupt möglich gewesen, derartige staatliche Misswirtschaft zu finanzieren. Würde sich ein privater Schuldner so verhalten, hätte ihm der komplette Banken-Sektor längst die Linien zusammen gestrichen und die Daumenschrauben angelegt.

    Das ist letztlich eine Staatsglaubensfrage, ist der Staat der bessere Unternehmer, dieser Konsumschuldner? Wenn nein, und wir dennoch nach immer mehr Regulierung rufen, fordern wir Opium für den Bock als Gärtner. Moral Hazard in Extremform.

    Gruß
    Pampa

  20. Klaus F. sagt:

    „So viel (Schulden) man auch abträgt, sie wachsen immer wieder nach.

    @Ghost
    Es wurden noch nie Schulden abgetragen. Im Gegenteil, es wurden immer mehr Schulden gemacht – weltweit – und zwar im beschleunigten Maße.

    Das bringt das Schuldgeldsystem mit sich. Es unterliegt einem systemimmanenten Wachstumszwang. Denn Wachstum wird nur durch immer mehr Schulden generiert.
    Doch schon jetzt erzeugen immer mehr Schulden immer weniger Wachstum. Anders ausgedrückt: Die Wirtschaft kann den Zinsdienst durch Wirtschaftswachstum immer schlechter aufbringen.

    Wie gesagt: Am Ende nutzen auch neue Rettungsschirme und Schuldenlimit-Erhöhungen nichts mehr. Sie haben einen Null-Effekt. Es droht die Singularität: Schulden tendieren gegen unendlich und Wachstum tendiert gegen Null.

  21. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    Deinen pudeligen kern kannst Du Dir getrost schenken,
    denn sowohl der staat als auch die banken sind nur
    billige werkzeuge in den händen weniger macht- und
    vermögens-anteilseigner, die den kurs bestimmen
    und die richtung vorgeben; die reine, klare Lehre bringt
    es nur für Dich extra, sozusagen als weihnachts-
    geschenk verpackt auf den punkt, gelle.

    Schönen Gruss vom Knecht Rubber-recht, Zamir

  22. Eysel sagt:

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/risiko-staatsanleihe-ezb-schuert-gefahr-einer-zwillingsexplosion/7486688.html
    ENDLICH einmal wird in einem wesentlichen Organ thematisiert,
    was ich bereits vielfach als des Pudels KERN bezeichnete.
    Die elende Verquickung von Staat und Bnaken
    durch staatliche Reglementierung
    in Form der ZERO-Unterlegung!!!

  23. Ghost sagt:

    Klaus F
    Das ist anschaulich beschrieben. Das Problem: Man ist unfähig, die Folgewirkungen der Wirtschaftsglobalisierung in den Griff zu bekommen, aber niemand will es eingestehen. Es wird wahrscheinlich – ich nehme es an – zu einer Art monetärer Apokalypse kommen: Das Papiergeld wird als virtuell erkannt, der Goldkurs steigt unaufhaltsam…….. Den Rest kann man sich ausmalen.
    Die jetzige Situation erinnert mich an die altgriechische Sage der Hydra. So ist es auch mit den Schulden. So viel man auch abträgt, sie wachsen immer wieder nach. IMF und Finanzmärkte können noch so viel von Haushaltssanierung und Austerity predigen, es wird daran nichts ändern. Nur diesmal wird es keinen Herakles geben, der die Hydra besiegt, sondern wohl ein neues Bretton Woods.

  24. Michael Klingseis sagt:

    welche kartenschicht mischt da was zusammen

    zivilcourage in betrieben
    da wird man ganz schnell vertrieben
    nur aussen soll es dein
    ist ja mein geldelein

    mut gegen links
    no problem
    mut genen rechts
    no problem
    wem gehört der hut

    den linken die zukünftige gedacht
    den rechten real geschat
    beide lassen es sich gut leben
    brauchen ja nur schamprambläser zu heben

    ein rotschwarz grünes ei
    ostern ist nie vorbei

    war schon mal
    siehst du die hasen grasen
    auf den kaugummiblasen

    hier haben ein paar nichts geriffelt
    am seichten geld gekiffelt
    der widerstand war immer da
    leichter singt micht geldtralala

    eine gans
    ein kommunist
    frag dich weru du bist
    isst du fein
    am tichschein deck dich ein

    umrüheren tut der suppe gut
    kaminchens zauberbrut

    rechtfertigungen haben schon viele verschlunen
    dehen ist dann nichts mehr gelungen

    run run rudolph rocking bein
    ja denn Holunderwein

    zivlcourtrage
    möchten groß kleine heeine
    zu geigen das eine
    villahalle
    morgen schneibts eh

    bin wieder freigeschaltet sie ei day
    hey welche festtags maus
    tasknousted
    was ist in diesem zusammenhang pressehousted

    rechenheistung
    de hoiz rechea
    denken meistung
    zagazeh
    computerheh

    mal heh
    http://www.tichi.de/index2.html
    ei da seh
    wo tut die meise kreisen

  25. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus F.,

    die klügsten menschen dieser welt
    wissen es schon seit langer zeit,
    dass sich reichtum ab einem
    bestimmten, erreichten punkt
    nicht weiter maximieren lässt.

    Dieses wissen wurde vermutlich
    bewusst und zielgerichtet tief im ozean versenkt.

  26. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus F.,

    dass die hiesige “parteienlandschaft, sich zu
    unseren tiefschürfenden, weitsichtigen
    prognosen und systemanalysen, sich entweder
    überhaupt nicht äussert oder im ernstfall
    nicht begreifen will, was sich abspielt, ist
    einerseits genugtuung, aber andererseits
    doch ein wenig traurig.

    Der zeitpunkt einer umkehr, rückbesinnung, bzw.
    eines “alle maschinen stopp” dürfte ebenfalls
    schon lange hinter uns liegen, wenn auf der
    intensiv-station die notaggregate ausfallen,
    dann würden auch die notwendigen bluttransfusionen
    keine wirkung mehr zeigen.

    Nein, der mayakalender, diese billige ausrede
    wird das ende der bescherung auch nicht
    aufhalten können, menschliches versagen und
    grössenwahn lautet die genauere diagnose.

    Schönen Gruss vom Zocker-Toni, Zamir

  27. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus,

    irgendwann haben sowohl vermögen, als auch
    schulden ihre mathematisch, natürlichen grenzen
    erreicht bzw. überschritten.

    Eine völlig nüchterne betrachtung dieser situation
    besagt, dass vermögen in form von kapital,
    keinen weiteren nutzen mehr stiften können,
    ob zinseszins, oder wie auch immer, die
    reste solcher unsinnigen ansammlungen werden
    verrotten und im “Müll” landen.

    Dieses sogenannte grenznutzen ist jedoch den
    berühmten grüppchen von 0,0001 vermögens-
    ansammlern, weder bewusst noch bekannt,
    also sammeln sie weiter bis zum zerbrechen
    und zusammenfall ihres babylonischen kapitalturmes.

    Mit den schulden verhält es sich im umgekehrten
    prozess ganz genau so, ab einem bestimmten
    punkt funktioniert nichts mehr und die uanbwendbare
    katastrophe steht unmittelbar bevor.

    Die bestimmer und vermögensfürsten dieser welt
    haben mit ihrem dem wahnsinn geweihten
    untergangssytem schon seit vielen jahren
    abgewirtschaftet, begriffen aber haben sie es
    noch nicht, arme hunde.

    Schönen Gruss vom Blick hinter die Kulissen, Zamir

  28. Klaus F. sagt:

    Die Welt-Schuldenbombe: Jetzt 200 Billionen

    Das Leben an den Finanzmärkten hat sich in letzter Zeit beruhigt. Doch die Schuldenbombe tickt unerbittlich weiter: Laut McKinsey stiegen die Weltschulden von 158 Bio. (2010) auf jetzt 200 Bio. Dollar. Tendenz: Explosionsartig weiter steigend. – Die Singularität naht.

    Wer das Geldsystem kennt, für den ist es sicher keine Neuigkeit, dass die Schulden in der Spätphase eines solchen Systems in exponentielles Wachstum übergehen. Das ist sozusagen das eingebaute Suizidprogramm der schönen Schein-Welt. Ursache: Der Zinseszins-Effekt. Dieser wird den Sparern immer bildhaft vorgemalt, wenn’s um die Altersvorsorge geht. Problem dabei: Das Guthaben des einen müssen in diesem System die Schulden eines anderen sein – denn Geld=Schuld.

    Dieser Zinseszinseffekt gilt natürlich auch systemisch, also für das globale Geldsystem. Das haben viele Beobachter aber nicht im Blick. Eine globale Geldmenge X verzinst sich mit dem Zins Y – sie wächst also und das mit zunehmenden Tempo.

    Aber auch, wenn man das System nicht begreift, so ist doch unübersehbar, dass Schulden dauernd steigen. So beklagt der Unternehmensberater McKinsey Global in seiner jüngsten Studie, dass die Weltschuldenmenge von 158 Billionen im Jahr 2010 auf die Rekordsumme von 200 Billionen 2012 gestiegen ist: Macht ein Plus von 42 Billionen in nur zwei Jahren!
    Die McKinsey-Jungs schreibt, dass die Schuldensumme sehr bedrohlich ist – vor allem die Geschwindigkeit, mit der sie steigt. Als Volkswirtschaftler haben sie vorbildlich errechnet, dass dieser Betrag dem 2,5 fachen des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht und kommen zu dem Schluss: Das Ende ist nah. Der Grund: Ab der 3,5 fachen Verschuldung des Welt-BIP werde Wirtschaftswachstum unmöglich.

    Angesichts dieser Entwicklung schlagen nun bereits einige Analysten Alarm: Leigh Skene von Lombard Street Research (LSR) in London, der diese Zahlen zitiert, vermutet zahlreiche Industriestaaten bereits jenseits dieser Schwelle. Die öffentlichen und privaten Schulden seien vielfach zu hoch, als dass sie jemals zurückgezahlt werden könnten. Massive Defaults seien unvermeidbar. – Nun haben es offenbar auch die Experten begriffen.

    Nun glauben einige Optimisten, dass es auch bei 400 Bio. Dollar Weltverschuldung noch weiter gehen könne. Doch das ist eine naive Annahme. Denn schon jetzt erzeugen immer mehr Schulden immer weniger Wachstum. Anders ausgedrückt: Die Wirtschaft kann den Zinsdienst durch Wirtschaftswachstum immer schlechter darstellen.

    Am Ende nutzen auch neue Rettungsschirme und Schuldenlimit-Erhöhungen nichts mehr. Sie haben einen Null-Effekt. Es droht die Singularität: Schulden tendieren gegen unendlich, Wachstum tendiert gegen Null, Zinsen Null.

    Das ist dann spätestens der Zeitpunkt, an dem Geld wertlos wird – ganz einfach, weil es nichts mehr bewirkt: Auch wenn man eine Trillion in den Wirtschaftskreislauf pumpen würde, hätte es keinen Effekt mehr. Dies zeichnet sich insbesondere schon Japan ab, aber auch in den USA, wie folgende Graphik verdeutlicht. Sie zeigt, wieviel Wirtschaftswachstum durch einen Dollar neue Schulden erzeugt wird. Fazit: Die Null-Linie ist nicht mehr weit.

  29. Zamir Zebulovic sagt:

    Überischens,

    mit Dir wollte ich erst wieder kommunizieren,
    nachdem “Uns Eyss” eine neue episode
    der unvergleichlichen — Pförtner, halbe Hähnchen, Sekt-Saga —
    veröffentlicht hat, nun habe ich gegen meine
    eigenen, eisernen prinzipienreitereien verstossen.

    Vielleicht hört er ja auf Dich und Du kannst ihn überreden, Zamir

  30. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa,

    zu meinem 10:12 Uhr kommentar,

    habe ich nun im ersten satz oben, den Smiley
    vergessen oder absichtlich nicht placiert, hmm.

  31. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa,

    da sieht man mal wieder wie wenig Du mir in
    mehr als vier jahren folgen konntest, wenn es
    um die themen, den klaren und reinen sachverstand
    ging.

    Es sind wie immer im läbben, die ganz feinen und
    kaum wahrnehmbaren differenzen und klare worte
    sind auf allen ebenen klar und unverfälscht, gelle.

    So habe ich mir erst gestern abend die zeit
    geklaut und in aller muse den ansichten des
    menschen W.Reitzle gelauscht; siehe da ich
    kann durchaus sogar mit ihm fühlen und
    viele seiner ausfühungen für sehr gut befinden.

    Jetzt verlange nicht von mir, dass
    ich mich auch dafür noch verteidigen, entschuldigen
    oder sonstnoch etwas zu tun hätte.

    Schönen Gruss vom eindrucksvollen Auftritt, Zamir

  32. Pampa sagt:

    Zamir,

    das sind ja ganz neue Töne von Dir, Reitzle ist einer von denen da oben, odda wo fängt oben an? ;-)

    Gruß
    Pampa

  33. Zamir Zebulovic sagt:

    Nachbetrachtung zu Wolfgang Reitzle im
    Forum Manager am 02.12.2012:

    Reitzle hat etwas schwächer begonnen, um dann
    am ende so zu brillant die aktuellen politischen
    und wirtschaftlichen themen zu dominieren,
    wie es kaum zu überbieten sein wird,

    a) Die deutsche Schuldenfalle
    b) Die europäische Währungsunion und ihre Krankheiten
    c) Die griechische Tragödie in all ihren Ausmassen
    d) Ein möglicher Ausstieg Deutschlands aus dem Euro
    e) Die Gefahr der deutschen Garantien im Falle eines Scheiterns,
    f) Klug und leise, hervorragend und weise im Gesamtbild.

    Schönen Gruss vom klugen Einsatz der vorhandenen Kräfte, Zamir

  34. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Ghost um 20:21 Uhr,

    schönes “Dichtchen,” gefällt mir in vielerlei
    hinsicht, weil dehnbar und flexibel,
    zeitnah und jederzeit überallhin austauschbar.

    Eine meiner früheren, unvergessenen Chef-Figuren
    hätte bei einer solchen analyse immer hinterfragt,
    mit dem pfiffigen augenzwinker-spielerchen:

    “Herr Zamir, ihre arbeit gefällt mir ausserordentlich,
    aber ich vermisse bei den alternativen hierzu die
    genauigkeit und die aufzuzählenden tendenzen in die
    dann einzuschlagende richtung; das können sie doch
    bestimmt innerhalb der nächsten 48 stunden ohne
    grosse mühewaltung nachliefern?!”

    Tja, dann stand ich da ich armer tropf, oder ich hatte
    mir klugerweise schon mehrere elastische modelle
    zurechtgelegt, die es dann nur noch zu verfeinern galt.

    Diese blöde vergangenheit, kaum hat man sich
    ihrer entledigt, steht sie schon wieder vor der tür.

    Schönen Gruss von den Aha-Erlebnissen, ZAmir

  35. Eso-Policier sagt:

    Es steht jetzt fest, dass Ausländer bzw. Migranten den Linienrichter in den Niederlanden getötet haben. Siehe dazu
    http://www.pi-news.net/2012/12/marokkaner-schlagen-linienrichter-in-holland-tot/
    Die Einwanderung muss endlich stark begrenzt werden. Bei der Bundestagswahl treten erstmals die Parteien Pro, DF und FW an. Freireligiöse und €uro-Kritiker setzen sich durch. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

  36. karel sagt:

    19:57

    Sorry, das war nicht ein Rudolf, das war Jakob Augstein.

  37. Ghost sagt:

    karel
    Leider kann die Generation, die den Krieg und die Nachkriegszeit nicht bewusst erlebt hat, so gut wie nichts mehr mit der Judenvernichtung anfangen. Man besucht Ausschwitz, weil das im Programm steht, und das ist alles. Ressentiments gegenüber Menschen jüdischen Glaubens gibt es überall, weil sie als Minderheit schnell als Projektionsfläche herhalten können. Der Jude als böser Banquier war solch ein Bild, so als gäbe es keine Nichtjuden in diesem Gewerbe. Die Ratio ist in diesem Fall ausgeschaltet, was die Nazis bewusst lenkten: Emotion statt Verstand. Emotionen sind leicht tendenziös zu dirigieren.

    Das Problem ist, dass man zuweilen versucht – auch im Geschäftsleben – aus dem Schuldbewusstsein der Deutschen Vorteile zu ziehen, insbesondee im Ausland. Oder in Konfliktsituation, wo es um Konkurrenz und Wettbewerb geht. Das ist jedoch im Verlauf der Jahre immer seltener geworden. Ich habe das noch erlebt.

  38. Ghost sagt:

    Magic-Mariechen,
    schön, dass Du Dich an meinen Ausführungen erhitzt.
    Ich gehe mal davon aus, dass der Bischof von Galen (in Münster) in Deinem Allgemeinbildungskatalog steht. Dann weisst Du, dass der Mann damals gegen die Nazis gewettert hat. Weil er wusste, dass sie ihn in Ruhe lassen würden, denn er war beim Volk beliebt. Man wollte sich die butige Rache für den Endsieg aufheben.
    Das Ziel eines jeden bösartig-totalitären Regimes ist es, den Mut seiner Bürger zu brechen. Das war auch in der “DDR” so: Man kultivierte ein Klima der Angst. Heute hat man die Soft-Version “political correctness” und “mainstream”………

    Jemand der Angst hat, etwas zu verlieren, hat auch, wenigstens en général, keinen Mut. Der Widerstand in Hitlerdeutschland formierte sich erst, als Stalingrad die Wende brachte, der Krieg war so gut wie verloren. Der Widerstand war eine Verzweiflungstat, um die eigene Haut zu retten. Ich unterscheide also Mut einerseits, und Aktion aus Verzweiflung andererseits.

    Ein Rätsel bleibt die genauere Motivation des Tischlers aus dem Schwäbischen, der im Bürgerbräukeller eine Bombe plazierte, die den Idioten aus Braunau nicht tötete, weil der einige Minuten früher den Saal verliess.

  39. Ghost sagt:

    dtesch
    Opportunisten haben in allen Parteien “leichtes Spiel”, gerade in unserer Epoche.
    Ich will dabei die Kommunalpolitik ausklammern, weil die noch bürgernah ist und sogar individuell den Menschen helfen kann. Ganz schlimm sieht es bei den Partiemitgliedern aus, die von ihrer Partei ein Gehalt beziehen. Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing. Die haben keine Möglichkeit mehr, eigene Standpunkte zu vertreten, die müssen spuren.
    Das Politpersonal ist auch immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die Mediokrität des Plebs kann nun einmal keine Titanen hervorbringen, sondern lediglich karrierebewusste Ellbogen.
    Dazu kommt noch, dass im Rahmen der Globalisierung die nationale Politik immer weniger Gewicht hat, deshalb das zuweilen öde Coctailgeplapper in politischen Diskussionen. Es gibt immer weniger ermutigende Perspektiven.

  40. karel sagt:

    Randnotiz und all

    Worte, die zum Nachdenken anregen sollten.
    Worte von enem Mutigen, Rudolf Augstein

    Das Gedenken an den Holocaust wird zu niedriger Münze verkauft. Das Traurige ist: Am Ende bleibt nur ein Achselzucken. Inflationärer Gebrauch führt immer zur Entwertung. Das ist eine Katastrophe. .

    Aber wenn jede Kritik ……..antisemitisch ist, hört Antisemitismus auf, etwas Verwerfliches zu sein. Das freut die echten Rassisten und Antisemiten.

    Mehr unter.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kritik-an-israel-inflationaerer-gebrauch-des-antisemitismus-vorwurfs-a-869280.html

    Augstein bringt es hier besser zum Ausdruck, als ich es je könnte.
    Soviel zum Umgang mit Themen wie Kühne&Nagel,
    Einem M. Kühne, vom dem von mir berichtet wurde, warum er in die Schweiz ging.

  41. karel sagt:

    Schlitzohr

  42. Pampa sagt:

    Rover

  43. karel sagt:

    null,

    Einer wie Reitzle, auch mit seinen Millionen,
    schafft Arbeit, schafft Wohlstand, schafft Geld für den Sozialstaat
    Dies gilt für all die “Reitzle´s” in der Gesellschaft.

    Die Armut entsteht woanders.

  44. Marie sagt:

    Nullum, schwatzum, wie geht’s denn, lang nichst mehr gehört aus Thuringstan;-9
    ich “halte Herrn Reitzle nichts vor, nullkommanull.
    ich halte ghost vor, dass er uns vorhält, wie mutig es doch ist, Klartext als Vorstandsvorsitzender von Linde zu reden.
    Ich kann mich noch daran erinnern, woran es damals gelegen haben soll, dass besagter R. nicht grand chef bei BMW werden konnte, wenn ich mich nicht irre war es der Umstand, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die reitzlige Art von Klartext nicht besonders goutierte, Das nur am Rande.
    Könnte ja auch sein, dass der gute herr R. zu der Menschlein-Sorte zählt der erstes Bäuerchen nach Absetzen der Milchflasche bei Mutti schon so klar rübergekommen ist, dass sie in gleich in der Marschallstab-Verleigfirma nebenan in die Babyklappe gelegt hat.

    gehab dich wohl und gute Geschäfte °;°

  45. karel sagt:

    11:37

    Damals gehörte Mut dazu, gegen rechts zu sein.
    Da gibts heute keine Zweifel.

    Heute gehört Mut dazu, gegen links zu sein.
    Und genau da beginnen meine Zweifel.

    Die Linksradikalen, ja die Linksextremen sitzen heute auf der Parlamentsbank.
    Die Rechtsradikalen, ja die Rechtsextremen sitzen heute auf der “Anklagebank”.

    Wer das nicht sieht, nicht sehen will,
    hat viele “Gründe”, es so nicht zu sehen.

    Zivilcourage scheint heute eher das zu sein, was “benötigt” wird,
    weniger das, was nötig ist.

  46. Null sagt:

    Magic, als Marie schreibst Du genauso weiter, wie als Original.
    Du kannst ja dem Reizle vorhalten, dass es sich mit seinem Gehalt gut zetern lässt. Wer von den Kalibern lässt denn schon mal so Dampf ab? Wenn Sie nur ihren Job machen, haben sie auch genug zu tun, ihre Organisationen durchzubringen.
    Ich sehe es ähnlich wie ghost. Nur in D setzt das etwas später ein.

  47. Skeptiker sagt:

    Fortsetzung:

    Unter Steinbrück schrieben Banken selbst das Steuergesetz

    Für eine Gesetzesänderung haben Mitarbeiter des Finanzministeriums Schriften des Verbandes deutscher Banken übernommen. Chef des Ministeriums war damals Peer Steinbrück.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/lobbyismus-banken-steinbrueck

    Und bei den satten Konzerngewinnen nach 2002 halfen dem Herrn Eichel die Steuerexperten aus Dax-Konzernen. So z.B. ein Herr Zitzelsberger/BASF

    Und bei der Agenda 2010 ein Peter Hartz.

    Offenbar herrschen im “Unterbau” der Ministerien fachliche Defizite,
    ersetzt durch ideologische Defizite.

  48. dtesch sagt:

    @Ghost
    „Die Frau ist eine eiskalte Rechnerin und Opportunistin, mit einem überaus starkem Überlebenswillen – deshalb wurde sie von vielen unterschätzt. „

    Was sagt das über das Personal der CDU aus? Offenbar haben dort Opportunisten ein leichtes Spiel.
    Nun, bei den anderen Parteien sind es nicht besser aus, wohl eher noch schlimmer.
    Wie kann es denn sein, das ein Sigi Pop es an die Spitze der SPD schafft? Ein Joseph-Steinerwerfer-Fischer als Außenmister, der beliebteste Politiker war? Ein Guido-Mobil-Westerwelle in einer debilen Fernsehunterhaltung reüssierte?

    Gruß
    dtesch

  49. Marie sagt:

    “..Armut unbekannten Ausmaßes” steht bevor…”
    ….
    … “Zivilcourage”..”Angstfreiheit” …”souveräne Einstellung”…ho,ho,ho der Sandyman in ghost-Klamotten geht um…hohoho, gestatte eine kleine Anmerkung ghost brother: “Zivilcourage” oder ein Gehalt im siebenstelligen Bereich und das seit langen Jahren, das ist das Reitzle, das frei macht. Die Freiheit sei den reitzles gegönnt und das gehalt sowieso, aber erzähl, ghost, hier bitte keine Geistergeschichten..hohoho°;°
    …und zu deiner nosrtaghostischen Apokalypse zur Armutsentwicklung kann ich nur sagen: what goes up, must go down, spinnin# wheel is got to turn round, aus du als connaisseur und adeliger Geniesser willst uns doch hoffentlich nicht empfehlen mit Macht ins Rad zu greifen.

    Dein Merkel-picture wirkt etwas kleingeistig und scheint einer Unternehmerwelt zu entstammen in der befehl-und-Gehorsam herrschen. Das ist aber in politischen Parteien und auch in Tichy-Town;-) nicht so und das ist gut so, sonst würden die Eysel-Geister dieser Erde auch dort auf dem Tisch rum steppen und den Rest der Welt rechts-linkskommandieren, jüppzweidrei und tandaradei, wer bringt als nächstes neue Gespinste herbei, zwei drei °;°

  50. Ghost sagt:

    randnotiz
    Schön und gut, aber der Mut ist an alles mögliche gebunden. Beispiel: Viele Menschen in Europa haben Angst, das Wenige zu verlieren, das ihnen geblieben ist. Wir werden im kommenden Jahrzehnt eine Armutswelle unbekannten Ausmasses erleben. Es beginnt schon jetzt. Ich habe neulich wieder England und Frankreich besucht. Dort wird an allen Ecken und Enden gespart, die Armut aber steigt. Ein Bürgermeister erklärte mir, dass die Bedürftigenzahl deutlich ansteige, aber die Sachbearbeiter in den Sozialämtern werden nicht mehr, sondern weniger – Einsparung.
    Die Betroffenen sind eingeschüchtert, haben Angst (das Haupthindernis gegenüber Mut) und kämpfen oft ums Überleben. Möglich, dass es eines Tages zu Explosionen kommt – aber das wäre nicht Ausdruck von Mut, sondern von Verzweiflung.
    Wenn sich aber jemand vor Regierungs- oder Wirtschaftsvertretern aufbaut und denen öffentlich gehörig die Meinung sagt, oder Kommentare abgibt wie Wolfgang Reizle, das zeugt schon eher von Zivilcourage. Dazu gehört Angstfreiheit, sowie eine souveräne Einstellung. Und das ist keine gängige Währung.

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