Heilung durch Flucht

Wer den Euro retten will, muss ihn abschaffen. Oder dies zumindest glaubwürdig planen. Andere Rettungsversuche werden scheitern.

Ein Betrunkener sucht unter einer Straßenlaterne seinen Schlüssel. Ein Polizist hilft ihm bei der Suche. Als der Polizist nach langem Suchen wissen will, ob der Mann sicher sei, den Schlüssel hier verloren zu haben, antwortet jener: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“ Mit dieser Anekdote illustrierte der Psychologe Paul Watzlawick eine der besten Methoden, wie man sein Unglück steigern kann – nämlich indem man ein untaugliches Bemühen verdoppelt.

Wenn man an der falschen Stelle sucht, wird man den Schlüssel nicht finden, ein verkorkstes Geschäft nicht dadurch retten, dass man mehr Geld hineinpumpt. Wenn ein Medikament nicht wirkt, wird es kaum wirksamer, wenn die Dosierung verdoppelt wird – allenfalls giftig. Das ist einleuchtend, und doch lieben und lehren manche Polit-Ökonomen solche Anstrengungen.

Zu hohe Schulden, reden sie uns ein, kann man dadurch bekämpfen, dass man mehr Schulden macht. Irgendwann werden unsere Kinder fragen, wie wir ernsthaft glauben konnten, den Euro dadurch zu retten, dass wir Griechenlands Schulden bezahlen und ihm helfen, noch mehr Schulden zu machen. Es ist ja offenkundig, dass das nicht funktioniert: zwei, bald drei Rettungspakete, Übernahme von Schulden, was bislang verboten war; Schuldenerlass, ebenso verbotene Finanzierung der griechischen Schulden durch klandestine Aktionen der Europäischen Zentralbank (EZB); Euro-Bonds durch die Hintertür, frisierte Berichte der Troika. Bis 2022 soll Griechenland also auf diese Weise gerettet werden? Da lachen die Hühner, und es fliegen die Ziegen.

Die Kollateralschäden sind noch gewaltiger als die Geldbeträge: Europa fliegt auseinander, die Deutschen werden als Schuldeneintreiber gehasst, und Angela Merkel wird in Spanien, Italien und Portugal der Schandname Adolf umgehängt. Das Vertrauen in die Notenbank ist perdu, die Politiker machen sich selbst verächtlich: Niemand wirft ihnen vor, dass sie nicht wissen, was sie tun; die Lage ist zu neu. Aber dass sie uns ganz offenkundig die Unwahrheit ins Gesicht sagen – das nimmt man ihnen übel, die Politikverdrossenheit wird endemisch. Es ist die Bundesregierung, die sich selbst zum Gefangenen gemacht hat, indem sie die bisherige Mitgliederzahl in der Europäischen Währungszone für alle Zukunft garantiert hat. Wer garantiert – zahlt.

Es gibt Alternativen. Lasst Griechenland pleitegehen. Unternehmen oder Versicherungen, die heute immer noch griechische Staatspapiere in der Bilanz haben, sind wirklich selbst schuld. Dummheit soll nicht belohnt, sondern bestraft werden. Gebt Griechenland die Chance, seine Schulden abzuschütteln, neu zu starten und seinen eigenen Weg zu finden, ohne die erdrückende Last einer Hartwährung, die für rational agierende Wirtschaften konstruiert wurde. Wenn andere diesem Weg folgen wollen – gerne. Die Europäische Union ist eine Vereinigung freier Völker, kein Völkergefängnis. Die Bundesregierung möge der EZB erklären, dass sie nicht länger hinnimmt, dass die Schulden einiger Staaten durch die immer schneller rotierende Notenpresse finanziert werden. Der Bundesfinanzminister wird die richtigen Worte finden, diesen offenkundigen Rechtsbruch nicht zu beschönigen, sondern zu benennen.

Damit sind Risiken verbunden. Allein das Ausradieren der griechischen Staatsanleihen wird Deutschland Dutzende von Milliarden kosten. Aber wer der Gefahr kühl ins Auge blickt, kann sie bewältigen – durch das Schließen der Augen ist noch kein Säbelzahntiger verschwunden und durch Buchungstricks ist noch kein Haushalt gerettet worden. Den Schlüssel zur Lösung finden wir, wenn wir dort suchen, wo es finster ist. Und wenn wir es unseren europäischen Freunden, ja Brüdern und Schwestern sagen, werden diese endlich aus dem warmen Lichtkreis der Laterne heraustreten und uns beim Suchen helfen: Solidität finden, Korruption und Nepotismus bekämpfen.

Schon im eigenen Interesse.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in 1 von Roland Tichy. Permanenter Link des Eintrags.

Über Roland Tichy

Roland Tichy lernte Lokaljournalismus beim legendären "Salzburger Volksblatt". Er studierte in München Volkswirtschaft und Politik, absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Volkswirtschaftlichen Institut in München arbeitete er im Bundeskanzleramt, danach als Bonner Korrespondent der WirtschaftsWoche. Nach der Wiedervereinigung war er für den Umbau des Rundfunksystems der DDR zuständig, danach folgten Stationen in Industrie und Medien. Seit 2007 ist er Chefredakteur der WirtschaftsWoche. Tichy ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschien "Wohin treibt Europa".

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Alle Kommentare [189]

  1. Der Gottglaube und die Konfessionslosigkeit müssen bekämpft werden. Es ist sinnvoll, Freireligiöse zu unterstützen. Zudem ist es gut möglich, dass sich die Katalanen am Sonntag für die Unabhängigkeit entscheiden. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

  2. @ Klingseis
    reichlich Zustimmung zu den Analysen die Kleine-H. vorlegt.
    Es lohnt sich, dort zu schmökern.

  3. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/eu-in-der-krise-europa-am-scheideweg-11969787.html

    Zum alten bzw. ewigen Thema hier. Das mit dem Gesundbeten wird, wie wir hier schon mehrfach und lange feststellten, wird wohl nichts werden. Es fragt sich nur, was ansonsten kommt. Wehret den Anfängen Karel, wohl wahr. Konsumschulden sind generell kritisch, besonders kritisch sind aber Staatskonsumschulden.

    Der Moral Hazard wird ja gerne beklagt, also dass die Entscheider nicht für die Folgen haften müssen, respektive dafür nicht die persönliche Verantwortung zu tragen haben. Das macht sehr leichtsinnig. Leichtsinn hat aber zum Teil schwer wiegende Folgen.

    Skepsis ist ohnehin erste Pflicht im Financial Backoffice. Das sollte aber insbesondere beim Staat mal gelten, wo sich Verantwortung ja noch mehr zerstreut. Dass es zu spät sei Karel, hm, ich bin ja geneigt Dir zu zustimmen. Andererseits, wir und die uns Folgenden müssen ja weiter leben, das Beste aus dem machen, was wir vorgefunden haben.

    Selbstmord ist auch keine Lösung. Nur muss man irgendwann auch mal einsehen, das funktioniert so nicht. Wer auch immer das schuld oder nicht schuld ist, spielt ja keine Rolle, wir brauchen Antworten für heute im Hinblick auf die Zukunft. Staatlicher Direktionismus ist es ja wohl kaum.

    Der Umkehrschluss, auch im Sinne von Ludwig Erhard, wäre aber Mut zur Marktwirtschaft, zur Steuerung von unten nach oben. Genau DAS sehe ich bei AM eben nicht, aber den anderen auch nicht. Die schwimmen alle in ihrer Suppe.

    Gruß
    Pampa

  4. Wobei wir uns im christlichen wertekanon
    wesentlich besser auskennen dürften.

    Dem kleinen menschlein einen halt geben
    im kalten, schwarzen unversum, ihm einen
    glauben einpflanzen an dem er sich
    orientieren kann und der ihn gleichzeitig
    gefügig macht für alle schweinereien und
    alle zeiten.

    Denn nur die schöpfer des glaubens, die glaubens-
    erfinder erheben ständig den isolierten anspruch,
    über „ihren GOTT“ bescheid zu wissen und sogar
    mit ihm in intime kommunikation treten zu können,
    wenn es not tut.

    Dieser alleinvertretungsanspruch der religionslehrer
    ist der wirkliche todesstoss für eine religion, der
    eigentlich, aufgrund der aussagen der neuen testamentes,
    alle türen offenstanden für wirkliche, weitgreifende
    veränderungen und geistigen fortschritt in allen
    sozialen und pyschischen belangen des menschlichen
    zusammenlebens; chance vertan.

    Dieser sieg des egomanen und extrovertierten ist die
    grundlage für alle späteren entwicklungen der
    westlichen glaubes- und industriegesellschaft,
    die im moment in der grössten glaubenskrise
    ihres bestehens verharrt und leichtsinnigerweise
    ihre grossen möglichkeiten verspielt.

    Schönen Gruss von der ewigen Geheimniskrämerei, Zamir

  5. Nach Kleine-Hartlage sind die
    Religionen die Erzeuger einer
    langfristigen Grundprägung des Menschen.
    Auf dieser baut sich das Ethik- und Wertesystem auf
    Dieses Wertesystem kann sehr flexibel sein
    Faschismus, Demokratie und Kommunismus haben die
    selbe Basis und der Mensch kann leicht
    zwischen ihnen wechseln.
    Im Gegensatz dazu stehen die
    auf dem Islam basierenden Systeme

  6. @ madnotiz,

    welches thema meinst Du?

    Wie Du siehst, wir sind unter uns, auch mal
    gaanz schön, ständige unterbrechungen
    und dieses absondern von anderen
    meinungen, grässlich, oddA?

    Schönen Gruss von einer Solo-Karriere, Zamir

  7. Zamir
    ich bin kein Christ und die wenig ruhmreiche Rolle der Kirchen ist mir bekannt.
    Ich rüge sie oft aber nie für etwas das ihrem eigentlichen ethischen Auftrag entspricht ( abgesehen von Mission insbes der evangelikalen Kirche aber das ist ein anderes Thema )
    Mir ist so gar nicht flapsig zumute bei diesem Thema.

  8. „Pleiten, Pech und Siemens,“ originalübernahme aus
    SZ von heute.

    Ein grosser deutscher konzern-name wird
    systematisch hingehunzzt und ausgelaugt,
    bei dem grossen
    angebot von wirklichen spitzenmanagern
    auf dem weltmarkt, fast wie bei der
    deutschen post und der telekom und der
    deutschen bahn, wen könnten wir noch
    auf die schnelle nehmen?

    Eyss, was issn da widda los, häh?
    Du hast doch da viele verbindungen
    hin und zurück, dann kläre uns
    mal auf, bitte schreibe jetzt;
    komm schon und hab‘ Dich
    nicht so mädchenhaft, chrchrchr.

    Schönen Gruss vom Euro-Inter-TransRapid-City-Sexpress, Zamir

  9. Oaach randnotiz,

    über die rolle der kirchen in kriegerischen
    zeiten, da schweigt des sängers höflichkeit.

    Man weiss am ende nie genau mit
    welchen wegelagerern die diener
    gottes sich verbandelt hatten.

    Gerade bei vielen visa-angelegenheiten
    für etliche schwerverbrecher des dritten reiches,
    die nach südamerika flüchteten, als die
    niederlage absehbar war, hat die
    katholische kriche eine mehr oder
    weniger „herausragende rolle“ gespielt.

    Siehe einen halber krieg zuvor, die schäbige
    flucht vor dem feind, von unserem
    marionetten-kaiser nach holland;
    komisch, wenn das spiel verloren ging,
    dann sind diese lumpensammler und
    hampelpampel-männer, sehr
    schnell geflüchtet, mit hab und gut,
    der kompletten diebesware aus ihren
    raubzügen gegen recht und gesetz.

    Also, mit ruhm und ehre haben sich die
    elitären aus adel und generalstab des
    deutschen kriegshandwerkes nicht
    gerade beckleckert, da gab es keinen
    harten kruppstahl und keine zähes leder,
    es blieben nur die flinken und schnellen
    beine der windhunde.

    Das einfache volk musste, wie schon
    so oft die scharte auswetzen,
    im ersten durch den versailler vertrag und
    im zweiten, schutzlos den bombenangriffen
    der allierten ausgesetzt.

    Was kommt dann?

    Schönen Gruss vom demoskopischen Versandhandel, Zamir

  10. auch der Verfasser Ulrich Schacht zweifelt, dessen Biografie eine besondere Sensibilität für dieses Thema vermuten lässt.

    Ulrich Schacht gehört selbst dem neu-rechten nationalkonservativen Spektrum an,da gibt es für mich keine Diskussion,Karel.War seit Mitte der 90er schon Gegenstand von Kritik und ist im Jahrbuch Rechtsextremismus1996 zu finden.Ich beschäftige mich nicht erst seit kurzem damit.
    Was die Rolle der Kirche angeht,es ist ihre eigentliche Aufgabe,die du und Schacht anzweifeln. Das kannst du gerne tun,versuche aber nicht mich zu überzeugen.

    wenn du links zu Schacht möchtest,kann ich sie gerne einstellen.

  11. „Deutschland, Deuschland über alles
    über alles in der Welt.“

    In den jahren 1914 bis 1945 hat es das
    grossdeutsche anarcho-fiffitum noch
    hervorragend verstanden, seine
    machtgelüste zu den interessen
    des gesamten deutschen volkes
    hochzustilisieren und mllionen
    sind freiwillig und mt grosser begeisterung
    in den eigenen tod marschiert.

    Damals war das liebesleben und die
    mafiosen kapitalgeschäfte der
    grosskopferten noch wenig in der
    öffentlichkeit bekannt und elite
    hatte etwas gottgleiches, allein schon
    beim namen nennen dieser klopsköppe.

    Nach 1950 hat man es bewusst unter den
    teppich gekehrt, diese „geschichtsträchtige
    zeit“ zu aufklärungszwecken zu nutzen;
    ein schlimmes versäumnis.

    Die vorhandenen systemstrukturen innerhalb
    der oberen zehntausend sind der schlüssel
    zu allen „schatzkästchen,“ heute und zu allen
    zeiten, man hätte es wissen können, bei etwas
    mehr gutem willen.

    Nun wundert sich das gesamte volk wieder
    über die auswüchse rechtsradikaler wurzelkraft
    und geheimdienste sind sogar von diesem
    krebsgeschwür befallen, über das sich nur
    menschen wunden dürften, die die spuren
    unserer eigenen vergangenheit niemals
    interessierten.

    Heute versäumen es die nachkommen der
    damaligen grosswildjäger, unser schönes
    land zu einem musterbeipiel umzuformen,
    für weltoffenheit, gelungene integration
    und wachstum für alle derzeit in
    deutschland lebenden menschen,
    ganz egal welcher herkunft, hautfarbe,
    religion oder nationalität.

    Wir haben kein demografisches problem,
    es niemals gehabt,
    nur die bequemlichkeit und denkschwäche der
    unternehmer und politiker, hier in deutschen landen.

    Schönen Gruss von der ungenutzten Vergangenheit, Zamir

  12. zuerst wurde der boden bereitet
    und dann kam der tüterich
    heute wird wieder fleißig gesät
    und dann gibt man dem korn die schuld
    auszutreiben

    Wehret den Anfängen war schon immer
    der falsche Ansatz
    kein Bauer kann es sich leisten
    nicht zu erkennen was er ausgesät hat

  13. Pampa,
    es ist richtig, bei Kriegsende war ich 3 Jahre alt.
    Ich könnte sagen, was geht mich das an.
    Ist es nicht das,
    was man meiner/unserer Elterngeneration stets vorwirft?
    Wie war das?
    Wehret den Anfängen!

    Ich sehe nur, wie die „Heutigen“ ständig zum „Fiffi“-Bankschalter laufen,
    die sich über Jahrzehnte Geld für „Urlaubsreisen“ abholten,
    aber nie daran dachten, etwas zurückzuzahlen und heute dabei sind, eben diese „Fiffi“-s für das Finanzdilemma schuldig zu sprechen.
    Sind wir nicht dabei, sehenden Auges wieder dort zu landen?
    Bei Haß, Zwietracht, Feindschaften?
    Wo uns die ständig „ausgeblendeten“ Probleme um so stärker einholen werden?
    Sind es nicht die „Urlaubsreisenden“, die zwar ständig über die „Nazis“ klagen, aber unklug dabei sind, wieder ein „Feld“ zu bestellen?

    Unserer Elterngeneration hat man die Folgelasten eines ungerechten „Friedensvertrages“ nach 1918 aufgehalst,
    den sie auch nicht zu verantworten hatten.
    Das waren keine „Urlaubsreisende“.
    Das, was sie hatten, waren viele Jahre, Armut, Elend, Massenarbeitslosigkeit „verlorenes Leben“
    Und der immerwährende Vorwurf, versagt zu haben.

    Das ist keine „Rechtfertigungsarie“ der Vergangenheit.
    Was mich umtreibt, ist, wie „Urlaubsreisende“ unsere Zukunft gefährden.
    Den Frieden finden, ja.
    Aber nicht dafür die Zukunft verspielen.
    Wieder zu versagen.
    Wehret den Anfängen:…… Ich fürchte nur, dazu ist es schon zu spät.

    Und ich bin mir sicher, ich sehe dies nicht allein so.

  14. krakrel
    Soros erzählt viel, wenn der Tag lang ist, meistens sind seine Äusserungen interessengeleitet, man kennt ja sein Sündenregister und in seinem Alter ändert niemand mehr seine Philosophie. Dem Euro wird häufig ein baldiges Ableben vorausgesagt, aber es kommt möglicherweise schlimmer: Ein langsames Siechtumsmenü mit Apokalypse als Dessert. Dann hilft auch kein Soros mehr.

  15. Pampa
    „lasst uns Frieden finden…….“
    Eine sinnvolle Aufforderung, aber die Dämonen sind noch da, omnipräsent, sie müssen nur gerufen werden und eine Legitimation erhalten. In der unseligen „DDR“ haben sie noch geherrscht, in einem anderen Gewand. Die Generation, die 1945 mal 15 Jahre alt war, hat mit dem ganzen Nazischlamassel nichts zu tun. Die unbeteiligte Generationen sollten nicht für Verbrechen anderer haften, schon wahr. Aber vergessen sollte man auch nicht.
    Zumal, wie man hier in meiner Gegend sagt, der Teufel niemals durch dasselbe Schlüsselloch schlüpft..

  16. Gegen die Nazis, gegen das Waldsterben, gegen … wir sind dafür, dass wir dagegen sind, wenn ich das mal subsummiere.

    Ich will Euch mal eines sagen, ich bin wahrlich froh, damals nicht vor der Entscheidung gestanden zu haben pro oder contra. Und ich bewundere jeden von damals dafür, die ein anständiger Mensch blieben.

    Wir leben nicht mehr in dieser Zeit, gottlob. Aber man kann sich natürlich alles an den Haaren herbei ziehen und unter jedem Stein das Übelste vermuten.

    Wir müssen doch auch mal Frieden finden. Wie alt warst Du damals, als es endlich vorbei war Karel, so ungefähr drei? Meine Mutter war da neun. Meine Familie hatte nie etwas damit zu tun. Wir können es nicht vergessen, es ist kaum zu vergeben, aber es ist irgendwann auch mal vorbei.

    Man kann den Teufel auch an die Wand malen.

    Lasst uns Frieden finden, nicht Dämonen suchen.

    Gruß
    Pampa

  17. immer….

    Buchstabentreue Systemgläubige sind schon eine große Hypothek.
    Wirklichkeitsferne Ideologie-Gläubige aber ebenso.

    Mit Beiden kann eine lebendige Demokratie fertig werden.
    Nicht aber eine „tote“ Demokratie

    ….Soros
    Sagte dieses „Orakel“ nicht im Frühjahr voraus,
    daß in 3 Monaten der EURO Geschichte sei?
    Vielleicht blendeten nur die Dollar-Zeichen die Augen…….. 😉

  18. Randnotiz,
    danke für die Links zum Thema „Keine Bedienung für Nazis“.
    Auch wenn es für Dich enttäuschend klingen mag, stehe ich eher auf der Seite von Ulrich Schacht. Er hat in seinem Beitrag das Verhalten der Kirche kritisiert,
    nicht die Aktion „Keine Bedienung für Nazis“.
    Und dem stimme ich zu.

    Zu seiner Anmerkung „Wie erkennt man eigentlich Nazis,
    die nur Restaurantgäste sein wollen“ lese ich in den Links eine jetzt geschaffene Atmosphäre des Misstrauens gegenüber jeden, der Räumlichkeiten anmieten will.

    Ich frage da nach: wo treiben wir eigentlich hin?

    Ich denke, auch der Verfasser Ulrich Schacht zweifelt, dessen Biografie eine besondere Sensibilität für dieses Thema vermuten lässt.

  19. @ Eyss,

    jetzt nicht den fehler machen und weiter-
    kombinieren, nach wie vor und überhaupt
    werden die anarchos und auch die FiFFis
    zu meinen lieblingsobjekten zählen, es
    muss sich doch einer um diese sekte
    kümmern, sonst heben sie noch mehr ab,
    was eigentlich garnicht mehr möschlisch iss.

    Vielleicht fangen wir gleich an und machen
    bei den oberen „schürzen-rendite-jägern“
    einen vermögensschnitt und bauen damit
    die vereinigten staaten wieder auf, damit
    der konsum wieder steigt und die weltweite
    krise sich dadurch verzieht,
    Eyss, siehste ideen braucht der mensch,
    jetzt liegt es an Dir, Deine weitverzwickten
    beziehungen spielen zu lassen, damit
    wir zu weihnachten wieder einen truthahn
    aus der schüssel heben können.

    Schönen Gruss vom „EU-Frauen in die Vorstände-Beauftragten“, Zamir

  20. @Eysel
    Soweit ich das beurteilen kann, hast Du Dich niemals hier der Schleimscheißerei verdächtig gemacht. 😉

    Das will ich positiv verstanden wissen.

    Gruß
    Pampa

  21. Die Initiative der Gastwirte erfolgte auf Grund von Erfahrungen mit Neonazis

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/keine-bedienung-fuer-nazis-lutherpreis-fuer-anti-nazi-initiative-1.1519840

    „Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hatte die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ für den Luther-Preis vorgeschlagen. Sie war im Sommer 2010 nach einem rassistisch motivierten Angriff auf einen Barkeeper eines Restaurant in der Regensburger Innenstadt gegründet worden. Ihr gehören fast 150 Gastronomen aus Regensburg an.

    Andere Wirte in Bayern schlossen sich dem Beispiel an. Zudem wurde die Broschüre „Rassisten werden hier nicht bedient“ erarbeitet, die Gastwirten helfe, Nazis zu erkennen. Der Barkeeper habe mutig und couragiert eine junge Frau geschützt, die mit ihrem Kind vor dem Lokal von Rechtsextremen überfallen worden sei. Die Nazis seien zwei Wochen später zurückgekommen und hätten den Mann zusammengeschlagen und das Restaurant verwüstet, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. „Die Initiative der Wirte kommt aus der Mitte der Gesellschaft“, sagte er. „Ich habe die Hoffnung, dass mit dem Preis 2013 für die Initiative eine Initialzündung für Deutschland ausgehen wird, dass noch mehr Menschen aus der Mitte der Gesellschaft zeigen, wir wollen keinen Rassismus und Rechtsextremismus, wir sind ein tolerantes, offenes Land“, sagte der Landesbischof.“

    ich finde das völlig in Ordnung.Vielleicht sollten diejenigen die sich am lautesten beschweren zunächst einmal ihre eigenen pauschalen Vorurteile in Bezug auf Menschengruppen überprüfen (alle Roma sind kriminell – alle Muslime Terroristen – ein Deutscher benutzt keine Schusswaffen etc wie im Fall der NSU) bevor sie sich pauschalisiert fühlen.
    Auch hier in Düsseldorf gab es Übergriffe auf südländisch aussehende Gastronomie-Bedienstete – einer lag im Koma und wird nie wieder der sein,der er mal war wegen eines Hirnschadens.

  22. @ Magic,

    allda stallgefährte, welche versenkung hat Dich
    denn so urplötzlich freigegeben?

    Nun dachte ich ja, dass Du mit einem
    feurigen und stark gewürzten statement
    hier furchterrregend durchstartest, abba
    was kommt, palim-palim.

    Wie laufen eigentlich die regierungsinternen
    untersuchungs-ausschüsse zur verfassungs-
    schutz-affäre, zum griechenland-popanz, zur
    demografischen faustlüge, zu den neuesten
    bundeswehr okkupationen in Mali, der Türkei
    und sonst noch wo?

    Ich weiss, alles ein bisschen viel, aber dafür zahle
    ich DIr ja auch eine gar fürstliche Apanage plus
    Sondervergütungs-Gage, woll.

    Ausserdem, auch in einer scheinchen-demokratie
    darf man angeblich über alle und alles reden, odda?

    Schönen Gruss vom Wissbegierigen Landsknecht, Zamir zebu

  23. Verehrtester ZZ,
    du willst doch wohl nicht ausgerechnet MICH
    der ZU MILDEN Tonart bezichtigen???
    😉 ;-);-) 😉
    Das haut ja den Fass aus dem Stöpsel …
    oder den Zement aus dem Betong-Dong
    … oder so ähnlich … 😉

  24. @ Eyss,

    haste denn noch einige tütchen
    von dem einzementierbetongemisch
    überich?

    Denke daran, es wird über nacht alles hart,
    wenn nicht noch schlimmer, ululul.

    Viele Grüsse aus Gelsenkirchen, Zamir

  25. @ Eyss,

    in diesen stunden und minuten der wahrheit,
    kann ich Dir nur das eine zubilligen, dass
    ich ganz bewusst und gezielt des öfteren
    meine allseits „beliebte elitenschelte,“
    übertrieben gross gezeichnet habe, jedoch
    nur um andererseits die problematik in
    besonderem masse zu verdeutlichen.

    Du hast doch in den letzten tagen das zeitungs-
    sterben mitbekommen, es ist daher nicht
    empfehlenswert bestimmte ungleichgewichte
    in der gesellschaft zu beschwichtigen und weiter
    die seriöse und sehr ruhige tonart anzuschlagen,
    sondern mit caracho und marschmusikgeklimper
    „an den Mann zu bringen.“

    Die ruhigen und gesitteten tonarten können noch
    früh genug ins spiel gebracht werden, wenn die
    laufwege der gegenseite etwas genauer ausgelotet
    worden sind und allseits verhandlungsbereitschaft
    gezeigt wird.

    Schönen Gruss von den veränderten Expertenmeinungen, Zamir

  26. @ Eyss,

    jetzt willst Du mich aber gewolldich umgarnen
    und einschnöllern, da brauche ich bei soviel
    ein-zementierungen ein klein wenig bedenkzeit.

    Grundsätzlich gebe ich Dir recht, aber tief im
    innern der zamirschen, unverfälschten und
    reinen, klaren Lehre finden gerade beim lesen
    Deines angebotes doch einige verdächtige
    erruptionen statt, sozusagen das lebendige
    gewissen rührt sich ganz kräftig.

    Ich werde wieder unaufgefordert auf Dich
    zu kommen, einverstanden?

    Schönen Gruss von der ideologischen Konfliktsituation, Zamir

  27. Verehrter ZZ 20:27,
    können wir mal festhalten?
    Spagat,
    oder weniger überdehnt „realitätsnaher Kompromiss“
    zwischen Machbarem und Wünschenswertem ist nötig.
    Können wir diesen Pflock mal tief einzementieren???
    Und die chinesischen Diktatoren machen
    angesichts der gigantischen Herausforderungen vor der sie standen/stehen eine tolle Arbeit.
    Auch einzementieren!
    Und dass Fehler selbst bei Klugen vorkommen.
    Auch einzementieren.
    Und dass es IMMER und ÜBERALL Schuris rumlungern.
    Auch einzementieren.
    Und ganz besonders STABIL einzementieren,
    dass deshalb, weil es unter Eliten AUCH Schluris gab und gibt und immer geben wird es noch lange nicht gerechtfertigt ist irgendwelchen Leuteverscheißerern (weder links noch rechts) den Weg durch Elitenschelte zu planieren.
    Irgendwelchen demagogischen Plebs-ins Ohr-Säuselern nen Elfmeter ohne Tormann zu verschaffen.
    Hand drauf!!!

  28. @ Eyss,

    volk, masse, elite, führung, gesellschaft, geschichte,
    sozialer fortschritt, kulturelle erfahrungen, jahrhunderte-
    alte prägungen, menschheitsträume, staat, regierung und
    die möglichkeiten der freiheit und gerechtigkeit in unserer zeit.

    Ist es nicht heute wie zu allen zeiten ein ständiger
    spagat zwischen allen öffnungen einer lebensweise
    in freiheit soweit als machbar und dann wieder im
    gleichen atemzug und nicht allzu weit entfernt,
    diktatur und polizei- bzw. militärstaat, mit fester zügel.

    Bewegen wir uns nicht ständig in diesen empfindlichen
    pendelbewegungen zwischen beiden extremen,
    einer freien und selbstbestimmten gesellschaftsform
    und dem strengen ordnungsrahmen, den eine diktatorische
    staatsform erfordert und den schatten seiner knechtschaft
    vorausschickt?

    Unsere kleine welt ist voller vergleichsmöglichkeiten
    und seltsamerweise durchbricht ausgerechnet das
    kommunistisch geführte China, hier alle gesetz-
    mässigkeiten um gleichzeitig im obersten führungs-
    apparat sich völlig ordinär und protzend, dem
    kapitalistischen raubtier vor den weitgeöffneten
    rachen zu werfen?

    Wer die macht hat, hat auch das sagen, soweit
    ist doch die kleinste einheit noch durchschaubar.

    In unseren westlichen demokratien wird uns dieses
    trugbild einer fast in der waage gehaltenen macht,
    tagtäglich vorgeführt; der blick hinter die kulissen
    eröffnet uns dann den wahren charakter und das
    zünglein an der waage; die macht der vermögenden,
    die so sehr im verborgenen blüht, wird erst bei
    näherem hinsehen klar und deutlich.

    Eyss, von einer sogenannten weltverschwörung
    habe ich noch nie geschrieben, dies erscheint mir
    dann doch zu albern, aber von der besonderen
    verantwortung der paradies-clique und den hilli-milli-
    Babes, davon schon desöfteren.

    Schönen Gruss vom Erklär-Bär, Zamir

  29. Also Pampus!!! ;-(
    Geschwindigkeit und Raffinesse waren schon immer überlegen.
    Ist doch megaalt.
    Ist man deshalb Elite?
    Ist der Brüllklotz Volk?
    Welcher ist denn nun Elite???
    DA wird es lustig.
    Ich diskusse das jetzt lieber mit unserem Exxperten;-)

    Allerverehrtester ZZ,
    lieben Dank für deine ausfühliche Erklärung
    zu den 0,0001% grosskopferten Renditejägern die du ansprichst gehöre ich sicher nicht.
    Ich fürchte, du meinst etwas wie diese kleinen hochverschworenen „Clübchen“ von denen gerne mal schwadroniert wird, dass sie soetwas wie ne Weltverschwörung im Sinne hätten …
    Alleine,
    selbst wenn dem so wäre,
    wie wolltest du dar ran kommen?
    Und wenn dem denn nicht so ist Zamir,
    der Club – wenn überhaupt – weit lockerer,
    wie wolltest du verdammt nochmal das Problem mit Hilfe des Volkes (wortwörtlich) lösen OHNE das Volk?
    Mit welchem du ja nicht Staßenbahn fahren willst.
    Ohne es an die Macht zu bringen???
    (das Volk, Hiiesiges und das andernorts: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article111346535/Wie-Islamisten-den-Teufel-entdecken.html)
    OHNE somit gratiniert und WUNDERBAR
    die Enkelkinder mit dem Bade aus zu schütten?
    Nachdem du nun „deine Elite“
    um exakt eine Gößenklasse präziser beschrieben
    – zumindest versucht – hast zu beschreiben,
    welches Mirakel schwebt dir vor?
    (wenngleich du in Richtung „Klassen“ noch mindestens einige Größenklassen an Präzision nachlegen solltest …)
    Etwas „weltnäher“
    sollte die große Zamir-Läääre denn schon sein …

    @ Karel
    Samstag issses mal wieder so weit.
    Hochzeitstag.
    Nicht vergessen!
    Dreifachwarnung im Kalender!
    Da probier ichs mal aus.
    Das mit den Nazis und der Gastronomie.
    Ob se mich bedienen im ***?
    Bin ja schließlich NAZI!
    – Wenigstens angeblich. –
    BISHER jedenfalls hamse mich immer bedient.

    @ZZ
    Sind die Dreisternler
    eigentlich NUR Köche der Eliten oder SELBST Elite?
    Zamir, Exxperte, du hast das Wort …

  30. Eine Strafpredigt von Ulrich Schacht
    –der im DDR-Zuchthaus Hoheneck zur Welt kam, 1973 wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu 7 Jahren Haft verurteilt und 1976 in den Westen entlassen wurde.

    „Das unerschrockene Wort“
    der Preis von 16 deutschen Luther-Städten für das, was man heute unter „Zivilcourage“ versteht, ist vergeben…..
    …..an die deutsche Gastwirtsinitiative „Keine Bedienung für Nazis“

    Die Jury hat damit das Kunststück fertiggebracht, eine gute und schlechte Nachricht in einem zu produzieren, denn im Raum steht nun die Frage:
    Wie erkennt man eigentlich Nazis, die nur Restaurantgäste sein wollen?
    Vor allem aber: Wie verhält sich die Ethik des Jesus von Nazareth Stigmatisierungsvorgängen dieser Art gegenüber?
    Jesus ging in das Haus des politisch gehassten Zöllners Zachäus, aß und trank mit ihm und demonstrierte so, dass es sich auch bei diesem geächteten Zeitgenossen um ein Ebenbild Gottes handelte.
    Die neuen Christen aus den Luther-Städten aber knüpfen mit ihrer Entscheidung an das dunkelste Kapitel des deutschen Christentums im vergangenen Jahrhundert an:
    Statt Nächstenliebe für verlorene Seelen geben sie den verlängerten Arm der politischen Polizei und sind so, im Verhältnis zu den Geboten des Neuen Testaments, nichts anderes als furchtbare Pharisäer.

    Entnommen dem aktuellen Focus, Seite 129:
    Titel: Furchtbare Pharisäer.

    Ja, so etwas gibt es noch: den kritischen Geist…..