» 22.09.2012, 05:45

Betongrüner Besitzstand

Wie gut ist Bio wirklich, und hilft Nachhaltigkeit bei Zukunftsfragen? Auch ökologische Themen müssen jetzt ökonomisiert werden.

Bio, Nachhaltigkeit und Grün stehen für das Gute, den Fortschritt, das Überleben der Menschheit. Es schwingt ein wohliger Grundklang mit diesen Begriffen, der sich so hoffnungsfroh und idealistisch abhebt vom kalten Leben der Technokratie im globalen Kapitalismus. Aber viele Apologeten der grünen Revolution und Minnesänger der Nachhaltigkeit sind nachdenklich geworden – und ungewohnt selbstkritisch. Es klaffen Widersprüche zwischen dem so leidenschaftlich Gewollten und dem hässlich Erreichten: Der Bioladen an der Ecke verschwindet, seit die Supermarktketten die Preisschlacht mit ihren Bioregalarmeen gewinnen. Wegen Biodiesel hungert die Welt; dem Bioschwein geht es keinesfalls besser als dem im Traditionsstall. Zwischen gleißenden Solarfeldern, heulenden Windrädern und gigantischen Hochspannungsleitungen fühlen sich immer mehr Menschen als bedrohte Art, die allerdings keine Fürsprecher findet. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat mal neue Technologien gefördert; längst ist es eine Umverteilungsmasche geworden zugunsten weniger und zulasten vieler. Nachhaltigkeitsgeldanlagen finanzieren Atomstrom und Automobilunternehmen. Die Liste der Widersprüche ist endlos. So hat man sich das alles nicht vorgestellt – was ist denn nun wirklich ökologisch, und wann wird die Lösung zum Problem?

Fast 80 Prozent der Top-Manager sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit Motor für Innovationen und langfristiges Wachstum ist, so eine Studie, die wir in unserem Sonderheft “WirtschaftsWoche Green Economy” zitieren, und dem passen sie ihre Geschäftsmodelle an. Nachhaltigkeit ist im Herzen der Wirtschaft angekommen – und diese Quantität schlägt in eine neue Qualität um: Wer sich noch über ein einzelnes Windrad gefreut hat, mag verzweifelt sein, wenn die schönsten Wälder und wildesten Küstenstriche verspargelt werden. Wenn ein Kriterium zum Maß aller Dinge wird, schlägt es ins Maßlose um – das ist das Dilemma der großtechnisch ausgerollten erneuerbaren Energien, die so gar nichts mit Dezentralität und Graswurzeln zu tun haben, und das ist beim Biobauer nicht anders: Massenproduktion zertrümmert die Idylle vorindustrieller Spitzweg-Bilder. Bio ist eben nicht automatisch gut. Wenn der Massenkonsum Biokäse fordert, ist es vorbei mit der Dorfkäserei. In Umfragen, die sie nichts kosten, zahlen Konsumenten gerne mehr für ethische Produkte – an der Kasse aber geizen sie trotzdem mit jedem Cent. Die Moral bleibt auf der Strecke, wenn überzogene Erwartungen erst geweckt und dann vermarktet werden.

Wenn “Greenwashing” Riesenprofite verspricht, wird die Moral von Biobauern so biegsam wie die von Investmentbankern. Und dann das Kontrollproblem: Seit man Bioprodukte genauso scharf analysiert wie die herkömmlich erzeugten, stellt man fest: Im Bioei lauert mehr Dioxin als in dem aus der Legebatterie. Längst ist Bio Teil des Welthandels mit Biobohnen aus Äthiopien und Biohonig aus China. Ökologische und ethische Standards sind global kaum kontrollierbar, wie unser Report über asiatische Textilfabriken zeigt: Labels und Siegel halten meist nicht das, was sie versprechen.
Ist nun auf einmal Bio schlecht und Nachhaltigkeit für die Katz? Natürlich nicht – aber es ist nicht automatisch gut oder besser: Ertrag und Folgewirkungen müssen abgewogen und ganzheitlich bewertet werden. Aber Ökologen müssen nur das, was sie von anderen verlangen, auch selbst einlösen, Transparenz, vernetztes Denken, Selbstkritik und Anpassungsbereitschaft beweisen. Es geht um die notwendige Entideologisierung von Verhaltensweisen, die in der Nische anders wirken als flächendeckend. Man kann Fehlentwicklungen wie Biodiesel oder Solarförderung auch umkehren – hier geht es nicht um grünen Strom, sondern um betongrüne Besitzstandswahrung.

Die Ökologie muss ökonomisiert werden. So schwer kann es ja nicht sein, die Welt etwas besser zu machen.

Video Tichys-Totale Europa ist Quelle des Rückschritts in der Welt

» 22.09.2012, 05:45

    161 Kommentare zu “Betongrüner Besitzstand”


  1. Michael Klingseis sagt:

    Da hat man was übersehen

    Was die USA wirklich macht
    weiß hier niemand
    und Sie lacht

    Müllentsorgung

  2. Eysel sagt:

    @ immer
    auch zutreffend.
    In meinen Worten:
    Die zielgerichtete Erweiterung des Interessenkreises auf eine Gemeinschaft bringt BEIDEN einen Zusatznutzen.
    Insofern hat es sich als zweckmässig herausgestellt,
    TEILWEISE (und sehr selektiv) den Individualnutzen zurück zu stellen.

  3. Eysel sagt:

    Schön wäre es Klaus, wenn du den Link eibnfügen würdest.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article109539943/Top-Oekonom-Snower-zweifelt-an-seiner-Wissenschaft.html
    Fraglich finde ich deine Darstellung, bzw. und die des Welt-Schreiberlings übrigens auch.
    Ich würde gerne das GANZE Gespräch im Wotlaut lesen.
    VWL KANN per Definitionem nicht wichtige Erlebnisse – schon garnicht EINES – Lebens“ erklären.
    So sehr sie sich bemüht wäre das der Rückschluß von einer Vielzahl auf ein Individuum.
    Totaler Quatsch. Erste Stunde erstes Semester Statistik.
    So sehr VWL sich seit einiger Zeit bemüht, menschliches Verhalten ökonomisch zutreffend zu beschreiben, steht diese „Geisteswissenschaft“ damit bestenfalls an einem Anfang.
    Unsichere Basisannahmen = unsicheres Fundament = einsturzgefährdetes Haus.
    Alter Hut. Hatten wir doch schon zigmal. Garbage in, Garbage out.
    Für jeden Ökonomen der denkt statt nur mechanisch Lehrsätze anzuwenden ist das eine Selbstverständlichkeit..
    Ich bin sehr misstrauisch, ob Snower das SO gesagt hat,
    wie es i dem Artikel rüberkommt.
    Ich würde gerne das GANZE Gespräch im Wortlaut lesen.

  4. "Immer an der Wand lang" sagt:

    “Soziale Aspekte spielten dabei keine Rolle, kritisierte Snower”

    Hier irrt der Herr Professor, Klaus 01.32, gewaltig. Gerade die Hinwendung zu sozialen Aspekten entspringt einem zutiefst egoistischen Ziel: nämlich der (individuellen) Angst des Menschen, – allein (verloren) – zu sein auf dieser Welt. Damit ist Mensch Egoist (aus Angst) und gleichzeitig ´soziales Wesen`, naturgegeben, weil er weiss, es nutzt ihm. Der Egoismus des eigenen Wertes seines Seins (Selbstwertgefühl) schliesst kategorisch aus, dass er (von anderen) zum ´sozialen Wesen` gemacht wird (…mit Unterwürfigkeit, Gehorsam..) … – auch durch das Gerede von einem Volkswirt-Professor nicht.

    …meine Definition, eine bessere kenne ich nicht : Kommunismus ist das Gegenteil von Freiheit.

  5. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus F.,

    Du solltest Dir deiner überzeugungen und
    erkenntnisse selbst sicher und davon
    völlig überzeugt sein, alle anderen
    spezialisten und experten sind
    in den meisten fällen, hochbezahlte
    nachplappermäulchen ihrer herrnhäuser.

    Natürlich schnappt man hie und da,
    ab und an, etwas interessantes zum
    thema auf und stellt seine überlegungen
    an.

    Im endeffekt führen jedoch alle wege
    zusammen auf ein grundkonzept,
    eine basis und eine gefestigte
    überzeugungshaltung, die Du dir
    in vielen mühevollen analytischen
    vergleichsuntersuchungen und
    gegenüberstellungen verschiedener
    meinungen und ansichten,
    erarbeitet hast.

    Aus dieser “Ursuppe” muss
    Deine überzeugungskraft
    erwachsen und sämtliche
    anpöbler in die schranken
    weisen, jadochja.

    Schönen Gruss vom Alltag als Übungsfeld in der Praxis, Zamir

  6. Klaus F. sagt:

    VWL sinnlos!?
    29.09.2012

    Dennis Snower, der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, zweifelt an den Grundlagen der Ökonomie. „Die Ökonomie versagt völlig, wenn sie mein Leben erklären soll“, sagte Snower im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“. Snower kritisiert vor allem die Grundannahmen neoliberaler Wirtschaftswissenschaft, die zwischenmenschliche Beziehungen weitgehend ausblendet: „Ökonomen glauben, dass jeder Mensch ein Individuum ist, das eigene Vorlieben und Fähigkeiten hat und Entschlüsse trifft, die es den eigenen Zielen näher bringt“.

    Soziale Aspekte spielten dabei keine Rolle, kritisierte Snower: „Die wichtigsten Erlebnisse meines Lebens hatten allesamt mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun. Alles, was in meinem Leben wichtig ist, ist unvereinbar mit Selbstsüchtigkeit. Dieses Fundament unserer Wissenschaft ist tatsächlich Quatsch“, sagte der Institutsleiter der „Welt am Sonntag“. „Diese Erkenntnis war hart für mich.“

    Er habe schon früh an den Grundlagen der Ökonomie gezweifelt, erinnert sich der international renommierte Top-Ökonom: „Schon vor 30 Jahren hatte ich große Zweifel.“ Dennis J. Snower, 61, gilt als einer der profiliertesten Ökonomen hierzulande. Seit 2004 ist er Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und Professor an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Er gilt als internationaler Experte für Arbeitsmärkte und Beschäftigungspolitik.

  7. Eysel sagt:

    @ Klaus 15:04
    „Stimmt! Auch und insbesondere der Neoliberalismus bedient sich dieser Vorgehensweise.“
    Hayek hält dem 1971 schon auf Seite 285 der „Verfassung der Freiheit“ entgegen:
    „Ihre (hier: Adam Smith und Stuart Mill) Einstellung wurde daher von Leuten die mit dieser Grundlegenden Vorstellung nicht vertraut waren oft missverstanden; und in England und Amerika entstand Unklarheit, als der Begrigg herrschaft des Gesetzes nicht mehr von jedem Leser als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wurde. Freiheit der Wirtschaftstätigkeit hatte Freiheit unter dem Gesetz bedeutet, nicht das Fehlen jeder Regierungstätigkeit. Die „Einmischung“ oder „Intervention“ die jene Schriftsteller prinzipiell ablehnten, bedeutete daher nur den Eingriff in jenen privaten Bereich, den die allgemeinen Rechtsregeln schützen sollten. Sie haben nicht gemeint, dass sich die Regierung nie mit Wirtschaftsangelegenheiten befassen soll. { wie so gerne und dumm und polemisch Freiheit mit laisser faire gleichgesetzt wird } Doch haben sie gemeint, dass es gewisse staatliche Maßnahmen gibt, die grundsätzlich ausgeschlossen sein sollten und aus keinerlei Zweckmässigkeitsgründen gerechtfertigt werden konnten.“
    Ich denke, den obigen Schuh solltest du dir anziehen.
    Hayek lesen.
    Weiter geht es bei H. damit, dass er definiert WELCHE prinzipiell die Maßnahmen sind, die Staat NICHT ergreifen sollte. Nämlich Maßnahmen die NICHT mit einem funktionierenden Markt vereinbar sind.
    Wenn es erwiesen wäre, dass freier Markt grundsätzlich nicht funktioniert, bzw. Planwirtschaft weit eher dem Nutzend des Menschen dient, dann müsste ich dir zustimmen.
    Allerdings nur dann, wenn du einen anständigen Nachweis dafür führst, dass nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch alles durchdringende Planwirtschaft dem Menschen erkennbare Vorteile bietet. Dass freier Markt nicht NUR „eitel Sonnenschein“ bedeutet, würde kein vernünftiger Mensch bestreiten. In jedem historischen Vergleich, besonders dann wenn man den Maßstab anlegt „Menschen die sich anstrengen Entwicklungschancen geben“, wenn das „geringere Maß an Einengung“ einen Wert hat, kommt Marktwirtschaft MINDESTENS als kleineres Übel daher.
    Nur Jammerei über AUCH vorkommende Härten und die Geringschätzung/das Ignorieren all der Guten Eigenschaften zeugt von Blindheit auf einem Auge. Und erheblichen Sehstörungen auf dem anderen Auge. Wenn nicht von Schlimmerem.

    WER bitte Klaus
    lässt sich hier ziemlich penetrant sein „Dogma“ heraushängen …???

    Und JA
    und VÖLLIG im Widerspruch zu dem System das du propagierst
    sind nur offene Systeme überlebensfähig.
    Niemals die geschlossene Planwirtschaft von der du träumst.
    Die du hier – implizit – popagierst.
    Oder ist dir nicht einmal klar,
    dass das was du propagierst Planwirtschaft „vom Feinsten“ ist?
    Glaubst du etwa immer noch wie Ulbricht und Honney es propagierten dass ein “duchgeregeltes System” überlegen ist?
    Dass es private Lebensbereiche von “Regelung” ausnimmt?
    Waren DDR Arbeiter etwa “fröhlicher” bei der Arbeit oder zuhause
    als westliche? Konnten sich besser verwirklichen?
    Das einzig Positive was man zu dem DDR-Expeiment sagen kann ist,
    jeder hatte gerade so viel “Arbeit” dass er nicht hungern musste.
    Westler hungerten allerdings auch nicht.
    Nichteinmal ohne Arbeit.

  8. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus um 13:37 Uhr,

    es ist eine frage der verantwortung, der disziplin und
    der vernunft, die restlichen kleinigkeiten ergeben
    sich dann zwangsläufig.

    Am ende werden auch die allergrössten gauner und
    giftmischer von ihren untaten eingeholt und
    niedergemacht.

    Schöne Grüsse vom Zins und der Tilgung, Zamir

  9. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Klaus F. und Eyss,

    nur für Euch beide, wie immer schon im
    voraus-focus festgehalten:

    “Der grösste Raubzug der Geschichte.”

    von Matthias Weik und Marc Friedrich
    Untertitel: Warum die Fleißigen immer
    ärmer und die Reichen immer reicher
    werden.

    Tectum-Sachbuch, 2012, 381 Seiten, 19,90 Euro

    Wie Ihr sehen könnt sind auch andere menschen
    dem betrugssystem auf die spur gekommen und
    äussern sich entsprechens dazu,

    - Wie entsteht überhaupt Geld?
    - Wie kommen Banken und Staat eigentlich zu Geld?
    - Warum ist das globale Finanzsystem ungerecht?
    - Warum steht das größte Finanz-Casino der Welt in Deutschland?
    - Was bedeutet es wenn ein Staat bankrott geht?
    - Wer profitiert eigentlich von den Schulden unseres Staates?
    - Dienen Finanzprodukte dem Kunden oder nur der Finanzindustrie?

    und noch etliches mehr, mit diversen recherchen und
    hintergrund-analysen angereichert.

    Ein sachbuch für den kenner und liebhaber.

    Schönen Gruss aus der Werkstatt der Halunken und Tagediebe, Zamir

  10. Klaus F. sagt:

    „Wenn man nur 2,3 Dinge als Voraussetzung nimmt, diese als „nicht (mehr) diskutierbar“ zementiert, betrachtet, dann lässt sich darauf mühelos ein IN SICH durchaus logisches Gebäude errichten.
    Jede Diskussion INNERHALB des logischen Gebäudes das auf MINDESTENS sehr fraglichen Voraussetzungen beruht „stimmt“ dann.
    Alle Rattenfänger von den Kirchen bis zu Murxx und Adolf arbeiten so.“

    Stimmt! Auch und insbesondere der Neoliberalismus bedient sich dieser Vorgehensweise.
    Da wird fast ausschließlich mit mathematischer Formeln und Modellen eine in sich schlüssige Logik erzeugt, die jedoch vollkommen an der Realität vorbei geht. Man kann natürlich immer wieder sagen: „Angenommen es sei…“ aber ob es auch wirklich so ist, wird nicht diskutiert, wird nicht hinterfragt. Da werden die absurdesten Annahmen in die Modelle eingebracht und hinterher im Ergebnis kommen dann realitätsferne Schönfärbereien raus.

    Die Realität mag noch so in Kontrast geraten sein zu diesen schönfärberischen Modellen, man lässt es nicht an sich heran. All die realitätsfernen Teile, die den Modellen widersprechen, dort nicht hinein passen, werden einfach ausgeblendet.

    Allerdings haben die meisten Ökonomen, von Smith über Marx, Gesell, Keynes bis Friedman in ihren Modellen, neben manchen blinden Flecken, ohne Zweifel auch wesentliche und hilfreiche Erkenntnisse heraus gearbeitet – s.g. Perlen. Auch in Bezug auf das Geldsystem.

    Warum also nicht über einen noch zu führenden öffentlichen Diskurs diese Perlen aneinanderreihen, anstatt sich dogmatisch einem einzigen Modell zuzuwenden?
    Denn nur offene Systeme sind letztlich überlebensfähig. In sich geschlossene Systeme gehen jedoch an ihrer Starrheit zu Grunde.

  11. Klaus F. sagt:

    Wofür noch Verträge? Wofür noch Vereinbarungen? Wofür noch Auflagen für Hilfsleistungen – wenn diese dann doch nicht eingehalten werden – wenn die Politikdarsteller dies für opportun halten?

    Wir driften immer mehr ab in eine Politik unkalkulierbarer Beliebigkeiten, die nur noch einem Ziel dient: Machterhalt um jeden Preis zu Gunsten weniger Systemprofiteure.

    Entlasst Griechenland endlich aus der wirtschaftlichen Geißel des Euros!!!
    Gebt dem griechischen Volk seine Würde und seine Selbstbestimmung zurück – sowie ihre eigene Währung. Ein Tauschmittel, welches ihrer selbst zu bestimmenden wirtschaftlichen Leistung entspricht.

    „Trotz neuer Milliardenlöcher und Mängel bei der Umsetzung der Reformen wird Griechenland die nächste Tranche von 31 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket erhalten. Nach Informationen der WirtschaftsWoche laufen in Brüssel bereits die Vorbereitungen, um die Auszahlungen sicherzustellen, obwohl der Troika-Bericht die Auflagen nicht als komplett erfüllt sehen wird. „Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen“, heißt es in Kreisen der Euro-Gruppe. „Das Geld wird freigegeben, sobald die Abgeordneten zugestimmt haben.“

    Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatten in den vergangenen Wochen betont, dass Griechenland mindestens die Reformvorgaben erfüllen müsse, wenn es schon die Haushaltsziele verfehle. Beide rücken jetzt aber auch von dieser Voraussetzung ab, da Griechenland in der Euro-Zone gehalten werden soll. „Die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu groß“, sagt ein EU-Diplomat.“

  12. Eysel sagt:

    Nee Klaus,
    damit „setzt“ du lediglich eine weitere Voraussetzung.
    Die Akzeptanz deines Geldmodells.
    Die mindestens (na ja …) diskutabel ist,
    der man sich aber KEINESWEGS anschießen muss.
    Hast du es immer noch nicht verstanden:
    Wenn man nur 2,3 Dinge als Voraussetzung nimmt, diese als „nicht (mehr) diskutierbar“ zementiert, betrachtet, dann lässt sich darauf mühelos ein IN SICH durchaus logisches Gebäude errichten.
    Jede Diskussion INNERHALB des logischen Gebäudes das auf MINDESTENS sehr fraglichen Voraussetzungen beruht „stimmt“ dann.
    Alle Rattenfänger von den Kirchen bis zu Murxx und Adolf arbeiten so.
    Zusätzlich:
    Schon wieder machst du eine stillschweigende – obwohl MINDESTENS diskutierbare – Voraussetzung aus dem mindestens sozialistischen Werkzeugkasten.
    Woraus leitest du die behauptete Notwendigkeit, irgendeinen Sinn einer Gleichbehandlung von Produktionsfaktoren ab, wenn nicht aus dem WUNSCH nach „Sozialisierung“. Also nach “Gleichbehandlung von Menschen ihr Einkommen und zwangsläufig damit ihren Besitz” betreffend her? – Etw aus den Menschenrechten? – Oder ist es Gleichmacherei in ALLEN Eigenschaften, Fähigkeiten??? –
    Wie würde man Letztere nennen?
    Steht in unserem GG irgendwas von einem Gebot zur Gleichbehandlung von Produktionsfaktoren?
    Was ist in deinem Modell eigentlich das Maß für Gleichbehandlung (wenn nicht der Angebotspreis) für die in einem Produkt enthaltenen Bestandteile wie Material, Wissen und Arbeitsleistung?
    Wie würde der Preis für ein Produkt wie „Buch“ oder „Programm“ aussehen?
    Papierpreis x2 (für Arbeitsleistung)?
    Oder Arbeitsleistung x2 (für das Papier)?
    Das wären zwei SEHR unterschiedliche Preise?
    Welcher ist “gerecht”?
    Solch eine Gleichbehandlung der Produktionsfaktoren rückt den Charakter von Eigentum sehr nahe an die klassisch kommunistische Auffassung:
    Alles Eigentum gehört dem Volk.
    Nur so kann dieses „gleichmässig“ daran partizipieren.
    Wie das Volk und dessen Vertreter mit Kapital (= z.B. mit dem Maschinenpark) umgehen,
    das muss ich dir anhand der entsprechenden Systeme hoffentlich nicht mehr exemplifizieren.
    Aber selbstverständlich ist deine Denkweise KEINESWEGS
    und auch nur IRGENDWIE „links“ oder gar „kommunistisch“.
    Sondern steht völlig auf dem Boden des GG ;-(
    Lieber Klaus,
    wie wäre es, wenn du deinen Eifer nutzen würdest Dinge ZU ENDE zu denken, statt einfach nur Wünschbares zu Machbarem sogar zu Sinnvollem zu erklären?

    @ Magic Tragic:
    Dein Aufschlag.
    Eine kleine Vorlesung zu „Almende“ bitte ;-)
    Wenn es geht mit der Schlussfolgerung:
    “Also bitte den Menschen ändern.” ;-)

  13. Klaus F. sagt:

    Es ist nicht die Frage, ob Sozialismus oder Kapitalismus, ob Überhöhung von Arbeit oder Kapital, sondern es ist eine Frage der Gleichbehandlung der Produktionsfaktoren, zu denen auch die Natur zählt.

  14. Klaus F. sagt:

    „Wenn angeblich zwar nicht das „Recht auf Eigentum“ zur Disposition steht, angeblich NUR dessen „ungleichmässige Erlangung“
    ist dann etwa nicht verdammt sicher gestellt,
    dass alle gleich viel besitzen???“

    Nein, weiter lesen:
    Erst durch eine Reduzierung anwachsender Forderungen aus Geldkapital verbleibt den Arbeitsleistenden mehr Anteil an ihrer Produktivität und somit Erlangung von Eigentum durch Arbeit.

    Mit anderen Worten, Erlangung von Eigentum durch „Arbeitsleistung“ und damit hinreichende Aufwertung der menschlichen Arbeit gegenüber den Privilegien des Geldkapitals.

    Das hat nichts mit Sozialismus oder gar Kommunismus zu tun, sondern ist eine Frage der Gleichbehandlung der Produktionsfaktoren, zu denen neben der Arbeit und dem Kapital auch die Natur zählt, die übrigens im marxschen Modell ebenfalls unterbewertet wird.

  15. Eysel sagt:

    Sehr erwartbar
    werden die Regeln die mans ich selbst gesetzt hatte aufgeweicht:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article109538428/Deutsche-Rentner-sollen-Griechen-aus-der-Krise-helfen.html
    Wie nennt man eigentlich den Vorgang,
    wenn der “Geber des Rechts” sich nicht an das Recht hält,
    das er selbst gegeben hat?
    Willkürherrschaft.
    Herrschaft der Beliebigkeit.

  16. Eysel sagt:

    @ Klaus 11:37
    „ … dann steht nicht das Recht auf Eigentum zur Disposition, sondern die systemische Frage, wie es zur Erlangung von Eigentum kommt.“
    Mal gedacht, statt geredet:
    Wenn angeblich zwar nicht das „Recht auf Eigentum“ zur Disposition steht, angeblich NUR dessen „ungleichmässige Erlangung“
    ist dann etwa nicht verdammt sicher gestellt,
    dass alle gleich viel besitzen???
    Alles im Besitz des Volkes ist?
    Als Volkseigentum?
    Einer der Kerngedanken nicht einmal von Sozialismus,
    sondern von lupenreinem Kommunismus.
    BRAVO.
    Aber „linkes Gedankengut“ liegt dir ja fern!
    Würdest du ja NIE(!) verbreiten!
    Und meine „Sortierung“ in „links“ und „liberal“ und „rechts“
    ist ja SOWAS „von gestern“ .
    Und „deine wohl abgewogene Rede“ beruht auf „Neuem Denken“!
    ;-(

  17. Klaus F. sagt:

    Wenn ein Wirtschaftssystem und insbesondere das darin implementierte Geldsystem dazu führen, das sich Vermögen(Eigentum) auf einige Wenig hin akkumuliert – und zwar im beschleunigten Maße – sich dadurch gesellschaftliche wie politische Macht und Einflussnahme auf diese Wenigen hin konzentriert, dann steht nicht das Recht auf Eigentum zur Disposition, sondern die systemische Frage, wie es zur Erlangung von Eigentum kommt.

    Denn dieses System belohnt auf Dauer nicht die Leistenden, im Sinne von produktiver Arbeit, sondern die Kapitalgeber. Dieses System überhöht das „tote“ Kapital gegenüber „lebendiger“ Arbeit. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann die Arbeitleistenden unter den im beschleunigten Maße anwachsenden Forderungen der Kapitalgeber zusammen brechen – wann die immer schneller sich anhäufenden Schulden durch menschliche Arbeit nicht mehr bedient werden können.

    Erst durch eine Reduzierung anwachsender Forderungen aus Geldkapital verbleibt den Arbeitsleistenden mehr Anteil an ihrer Produktivität und somit Erlangung von Eigentum durch Arbeit.
    Worauf es also bei der Behebung der tieferen Ursachen im Sinne eines sozialen und ökologischen Gesundungsprozesses ankommt, ist nicht nur ein Abbau der Privilegien des Geldkapitals, sondern auch eine hinreichende Aufwertung von Mensch (Arbeit) und Natur.

  18. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Immer,

    sehr hausbacken und durchsichtig, natürlich
    geht es immer an der wand lang.

    Diese route ist ein einzigartige vorgabe, eine
    roadmap der eigentum- und vermögenselite.

    Wehe wenn das fussvolk auch nur einen
    einzigen millimeter vom “rechten weg”
    abweichen sollte, dann gibts was ganz
    gewaltig auf die rübe.

    Diesen gesetzen der oberhirten vermag
    sich niemand zu entziehen, sie haben
    den kuchen unter sich aufgeteilt und
    überwachen sehr sorgfältig ihren beschiss
    an der versklavten menschheit.

    Wer möchte, kann diese “Alphornbläser-
    Gesellschaft” hören und gelegentlich
    auch ihre manöver durchschauen.

    Die mehrheit begnügt sich jedoch
    wie schon soo oft in diesem theater
    mit brotkrümeln und wegwerfmaterie.

    Schönen Gruss vom Jäger-Hochsitz in der Wild-Sichtung, Zamir

  19. "Immer an der Wand lang" sagt:

    Warum sollte denn nicht auch der Volkswirt hier etwas dazu lernen? Er hat ja schließlich ´das Volk zu bewirten`… was ist denn logisch, auf dieser Welt ?, selbst vom Dümmsten kannste etwas lernen, nämlich, dass de´ lernst, Den zu respektieren… und wenn schon ´keine Antwort`, die ehrlichste Antwort ist, dann reicht doch das recycling von Gesagtem

    http://blog.wiwo.de/chefsache/2012/09/22/betongruener-besitzstand/comment-page-2/#comment-86270

    und du stellst fest, dass der grösste Blödsinn einen tiefsten Sinn hat.

    So logisch ist unsere Denkwelt, die wir uns zu recht gelegt haben, …. und es gibt keine andere….? von wegen…!.. was wäre die Welt, “ging´s immer nur an der Wand lang?” !

  20. Pampa sagt:

    Hm, als Volkswirt sollte man hinreichend allgemein bleiben, damit einen keiner festnageln kann. ;-)

    Über den Wolken, alo Greg, angenommen wir hätten einen weltweiten Mindestlohn von fünf Dollar hört sich für mich irgendwie an, wie angenommen, die Erde sei quadratisch und die Sonne kreiste in einer Achterbahn um sie … was Apple auszeichnet sind doch nicht Produktionsmethoden, sondern zum einen Innovationskraft, zum anderen exzellentes Marketing. Beides zusammen führt zu unglaublicher Marktmacht.

    Gruß
    Pampa

  21. Zamir Zebulovic sagt:

    Was für ein taach heute,

    schumacher verliert seinen mercedes,
    kurt seine rheinpfalz,

    peer gewinnt seine kandidatenkür
    und nun warten wir gespannt darauf,

    wann der klaus seinen BER-Fluchhafen
    los wird und gleich hinterdrein, der
    matthias sein geliebtes brandenburg an
    den nagel hängt.

    Eine fast kopflose sozialdemokratie,
    nun muss der kanzlerkandidat das
    steuer herumreissen, denn im
    hintergrund lauern zudem noch
    einige von frauenquoten.

    Viele Grüss aus der lieblichen Toskana, Zamir

  22. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    weiss garnicht warum Du dich so offen
    aufregst, Du kannst dich doch ganz
    entspannert zurücklehnen, die
    gesamte z-Lehre steht hinter Dir.

    Das weisst Du doch inzwischen ganz genau.

    Schönen Gruss vom ausgewogenen Glückszustand, Zamir

  23. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Greg,

    das ganze leben ist ein rechenexempel und
    ein verteilungsproblem.

    Solange ich nicht damit rechnen muss,
    in irgendwelche verteilungsmechanismen
    hineingetrieben zu werden, ist das alles
    kein problem und ich mache weiter wie bisher.

    Jetzt habe ich doch glatt das exempel vergessen,
    das ich statuieren müsste, wenn alles ganz
    anders verläuft, herrjemine.

    Schönen Gruss vom Kurt und dem lieben Peer, Zameer

  24. Eysel sagt:

    @ oh Greg … 27. um 8:20
    Zirkelschluß?
    Falls dem so sein sollte,
    dann wäre „wer sich entschuldigt, der klagt sich an“ ebenfalls einer.
    Wogegen ein Menge spricht.

    Was du versuchst ist, über „die Kunst der Verdrehung“
    die Kunst der Ablenkung vom Thema recht zu behalten.
    .Fast ubiquitär hier dieses Mittel der subversen Agitation.
    Erst mal grundsätzlich nicht eingehen auf Gesagtes,
    dann (unter dem Schutz (d)einer scheinbaren (Sach-)Autorität)
    mit einer fast unmerkliche Verdrehung der Logik operieren.
    Geradezu DER klassische Agitatoren Trick,
    jegliches Argument – dem Arglosen gegenüber – SCHEINBAR zu entkräften.
    Das Elend dabei ist, dass dir dies nicht einmal bewusst zu sein scheint.

    Zum Thema:
    Da ich mal annehme, dass „die Verfassung der Freiheit“
    bei dir ebenfalls ;-) einen Ehrenplatz hat und sofort griffbereit ist empfehle ich dir S.285ff.
    „Wirtschaftspolitik im Rechtsstaat“.
    Die ART (nicht Ausmaß) der Tätigkeit des Staates unterscheidet, ob es sich um einen freien Rechtsstaat ( Notwendig Herrschaft des Gesetzes) handelt. Genau DAS ist – mindestens das Thema „Reichensteuer“ betreffend – mindestens sehr bezweifelbar. Das war mein Punkt.
    Das war der Punkt dessen Diskussion du schlicht verweigerst.
    Warum wohl?
    Würde irgendeine Zweckmässigkeit (wenn sie denn vorhanden sein sollte)
    ein rechtlich fragwürdiges Handeln, gar einen Rechtsbruch rechtfertigen?
    In einem Staat der GGlich ein freiheitlicher Rechtsstaat ist?

    @ greg 11:24
    „die Erklärung ist nicht für den Zustand verantwortlich“
    Schon wieder dieselbe rhetorische Verdrehungs-Mechanik.
    Du verdrehst, behauptest dreist, schwurbelst,
    dass das Aufzeigen einer Ursache-Wirkungsbeziehung eine Rechtfertigung sein soll.
    Billigste Mittel der Verdrehung zum schieren Zwecke der Rechthaberei.
    Statt lediglich behaupteter Sachlichkeit.
    Und das auch noch vom „hohen Ross“.
    Vom anmassenden Herren-Reiter eines VWL Rosses,
    das sehr erkennbar den aufgebauten Pacour nicht schafft .
    Schlimm.

  25. Gregor Neumann sagt:

    @Zamir:
    “Ergo, drehen wir uns weiter im amerikanisch-chinesisch-europäischen wendekreis”

    Zum Teil. In China gibt es eine intensive Debatte zum Rebalancing, weil man den internen Konsum stärken, den Export relativ dazu reduzieren möchte. Das setzt steigende Löhne voraus, weil die Arbeitnehmer im Vergleich zum BIP immer weniger verdienen.

    China hat hohe Investitionen in Sachanlagen. Jetzt muss man sehen, wie man diese durch das Inland profitabel betreiben kann. Denn permanentes Wachstum durch Exporte alleine funktioniert nicht – wie die Finanzkrise zeigt.

    Ein Punkt, den auch wir uns vor Augen halten sollten.

  26. Ibrahim sagt:

    Peer Steinbrück legt die Zockerbande rein verbal
    an die Kandare, bis er zum Kanzler aufgestiegen
    ist.

  27. Daniel sagt:

    Dieser Bio-Hype ist doch völlig außer Kontrolle geraten und nichts mehr als Gehirnwäsche.

  28. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Gregor,

    danke für den toilettendeckel-schmunzler, sehr
    gelungen.

    Viel überzeugender finde ich jedoch Deine
    umschreibung mit der mehrheit, die man
    denn hinter sich zu bringen hat, um eine
    andere, evtl. bessere idee oder “Mechanik,”
    durchzubringen.

    Ergo, drehen wir uns weiter im amerikanisch-
    chinesisch-europäischen wendekreis, wir
    hätten ja noch den euro, an dem wir und
    aufreiben und erfreuen können.

    Schönen Gruss von den verschiedenen Wahlmöglichkeiten, Zamir

  29. Gregor Neumann sagt:

    @Zamir:
    “Ist es nicht fantastisch wieviele erklär-bär-verklausulierungen herhalten müssen, um solche unmenschlichen zustände für uns in ein einigermassen erträgliches fahrwasser zu bringen?”

    Da kann ich Dir nur dasselbe Antworten wie Eysel: Die Erklärung ist nicht für den Zustand verantwortlich. Sie zeigt nur die bestehende Mechanik auf, sofern sie nicht auf Zufall basiert.

    Welche Schlüsse man aus der Erklärung zieht, ist eine andere Sache. Wenn man mit der Mechanik unzufrieden ist, muss man sie durch eine bessere ersetzen.

    Es gibt Gründe, warum Dinge so sind, wie sie sind. Vor diesen Fakten kann man die Augen verschließen oder sie als Geschwurbel abtun, nur weil einem das Ergebnis nicht gefällt. Aber am Ende setzt sich die normative Kraft des Faktischen durch.
    http://mundmische.de/bedeutung/8825-normative_Kraft_des_Faktischen

    Das ändert man nur durch die Ideen, die eine Mehrheit für sich als positive Änderung ansieht.

  30. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Greg,

    also die gute, alte “Arm sein ist keine Schande-Mischung”
    machts mal wieder.

    Die verhältnisse, das grosse kapitalistenglück, ergeben
    diese tolldreisten zustände.

    Die derzeitigen zustände in china, europa, der usa und
    dem klitzekleinen rest der welt dürfen wir auf
    gar keinen fall, aus ihrem natürlichen gleichgewicht
    bringen, sonst werden wir am ende alle zu
    chinesischen wunderameisen, prächtig-gewaltig.

    Ist es nicht fantastisch wieviele erklär-bär-
    verklausulierungen herhalten müssen, um
    solche unmenschlichen zustände für uns
    in ein einigermassen erträgliches fahrwasser
    zu bringen?

    Gregor, da ergbt si doch am ende des tages nur
    noch eine forderung an unsere politiker, wirtschafts-
    bosse, manager, finanzoligarchen und
    wirtschafsforschungsinstitute:

    “Lasst uns alle, in demografisch angeblich so
    gebeutelten gesellschaften, noch schnell
    das grosse geld machen, auf kosten der
    armen und ärmsten in china, indien, asien,
    südamerika und afrika, um so mehr könnten
    wir dann hinterher wieder für diese
    armen würmer spenden, freiwillig, wohlgemerkt.”

    Das dürfte nach diesem prinzip, dann doch nicht mehr
    soo schwer in der umsetzung sein.

    Dann verlagern wir sofort alle arbeiten nach
    anderswo und leben von den enormen gewinnen,
    mulitkulti-globales dorf wir kommen und möchten
    nur noch von den unter schweiss und tränen
    erarbeiteten zinsen, uns lebenslänglich zur
    ruhe setzen.

    Nicht dass irgendein superoberschlauberger
    am ende noch mit rassismus, apartheid
    und solchen trivialen fallobst-formeln
    daherkommt.

    Somit könnte am ende, nicht nur eine kleine
    obendrüberschicht vom schwindel-kapitalismus,
    ein wohlfeiles und luxuriöses kolonialherren-
    modell-Leben führen, voll stil,würde und
    aufgrund gottgewollter verfügungen, so isses, jaja.

    Schönen Gruss vom neuen-globalen Wirschaftswunder, Zamir

  31. Gregor Neumann sagt:

    @Zamir:

    Ein verschiedenen Schätzungen zufolge, benötigt ein iPhone etwa 7 Stunden echte Arbeitszeit, bis es assembliert und getestet ist. Siehe etwa hier:
    http://www.asymco.com/2012/02/22/the-iphone-manufacturing-cost-structure/

    Bei 1,5 bis 2 Dollar pro Stunde bei FoxCon macht das rund 12 Dollar Arbeitskostenanteil. (andere Quellen sprechen von 15 bis 30 Dollar). Aber natürlich gibt es viele versteckte Arbeitskosten etwas bei den Zulieferern des Displays, beim Transport etc.

    Die Leute leben in Ländern mit unterschiedlichen Lebenshaltungskosten. Aber sagen wird mal, wir zahlen global einen Mindestlohn von 5 Dollar pro Stunde.

    Dann steigen die direkten Produktionskosten auf 35 Dollar für Teile und Logistik kommen vielleicht nochmal dieselbe Summe zusammen. Damit würde ein iPhone um vielleicht 55 Dollar teurer. Das passt zur Faustformel, dass der Anteil von direkten Arbeitskosten bei Industrieprodukten 10 bis 15 Prozent beträgt.

    Allerdings wäre das Delta zu den USA deutlich geringer, so dass man die iPhones auch in den USA produzieren könnte. Was den Verlust von mehreren 100.000 Arbeitsplätzen in China bedeuten könnte.

    Was werden die dortigen Arbeitnehmer wählen?

  32. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Gregor,

    die strikte einhaltung von chinesischen
    arbeitsgesetzen bei Foxconn in Taiyuan
    wird bestätigt durch Apple.

    Was ist denn da los, greift nun endlich
    nach jahrzehnten der unterbezahlung
    und akzeptanz von schlechtesten
    arbeitsplatzbedungungen endlich die
    chinesisch-amerikanische globalisierungs-
    freundschaft und nimmt die menschen
    endlich mit, in eine neue welt der fairness
    und gewinnbeteiligung?

    Was sagt Deine china-expertise, zu
    diesen besorgniserregenden
    vorkommnissen?

    Müssen wir uns nun ernsthaft
    sorgen machen um die weiter-
    entwicklung und preisstabilität
    des Iphone; das hätte doch
    geradezu katastrophale
    auswirkungen auf ein längst
    zugesichertes mindestmass an informationstechnik
    und spielegenuss für die modernere
    welt, odda?

    Arbeiteraufstände, in welchem jahrhundert
    leben wir denn?

    Schönen Gruss von der Macht der Gewohnheit, Zamir

  33. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss am 25.09. um 21:30Uhr,

    ja mein lieber “Jünger” der zamirschen Lehre,
    längere zeit ohne die Lehre hält es kein
    vernünftiger mensch aus, es ist schon
    eine drangsal ohnegleichen.

    Wie hast Du es vorgestern umschrieben:
    “Die ganz Klugen wissen allerdings,
    dass man Reichtum ab einem bestimmten
    Punkt nicht mehr maximieren kann.”

    Jawoll, kann und nicht sollte, eine ganz
    kleine pointe.

    Deshalb betreiben ja auch die ausgewixxtesten
    anarchofiffis ihre besten geschäfte mit dem
    sogenannten hochfrequenzhandel.

    Computerprogramme entscheiden in hundertstel
    sekunden über kaufen und verkaufen, ein
    programmierter irrsinn, ohne hirn und verstand.

    Der dumme mensch hat es endgültig eingesehen
    und alle kontrollen der hard- und software,
    auf gedeih und verderb übertragen.

    Eyss, die zamirsche Lehre wird Dir überall den
    richtigen weg weisen und auch antworten
    in völlig ausweglosen situationen bereithalten.

    Eine LV-Lederedeltasche, nun warum nicht,
    ausprobieren könnte nicht schaden, befürchte
    nur, für meinen ganzen krimskrams brauche
    ich gleich einen koffer, mit etlichen, edlen fächern.

    Schönen Gruss von der BER-Personalsuche, Zamir

  34. Zamir Zebulovic sagt:

    @ karel und dtesch,

    ob 2 oder 20, oder gar 200 billionen, das geld
    spielt in unserer scheinschen-diktatur schon
    lange keine vordobere rolle mehr, kinners
    das solltet Ihr doch wissen, in Euren
    herausgehobenen positionen.

    Ein grossmächtiger deutsche kanzler aus
    rockersheim hat sowieso mal behauptet:

    “Wichtig ist was hintenraus kommt.”

    Dem kann man sich doch vorbehaltlos
    anschliessen, das geld hat er nur für
    andere eingesammelt und am ende
    nichts darüber verlauten lassen, das war noch
    ein mensch mit stolz und ehre im
    und am ganzen körper, woll.

    Ob schuldner oder gläubiger beide haben
    den gleichen anteil an der missratenen
    situation, die wir im moment weltweit
    vorfinden, diese gauner.

    Schönen Gruss von den Überholmanövern, Zamir

  35. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Ghost,

    mach doch mal’n uptodate von unseren
    überseeischen freunden,
    es gibt soviele angebote, ohne zahl:

    besser lesen, besser hören, schneller arbeiten
    in weniger zeit, wie schaffe ich mein pensum,
    der flexible mensch, die beschleunigte kultur,
    gehirnskastenjogging, supermemory, endlich
    mehr zeit haben für das wichtige, beruf aktuell,
    wie manage ich mich selbst, speed-multitasking.

    Die liste könnte ich noch einige tage weiterführen.
    Für jeden ist etwas dabei,
    den Bernd seinem senf kannst Du dir auch auf
    Dein diktaphon schnallen und abrieseln lassen, jaja.

    Herrschaftszeiten, da muss doch mal ein frischer
    aufwärtswind in deutschlands unternehmerstuben
    durchgewehet werden, odda?

    Soll ich Dich per sms oder sowas coachen?
    Du schaffts das, ich weiss es, kopf hoch
    und mittendurch-mittendrin.

    Übrigens, für senfte berndel brauchst Du sowieso
    einen bis drei rübersetzer, jadochja.

    Herrje, das kann man doch alles in die reihe kriegen.

    Schöne Grüsse von der Norddeutschen Autobahn, Zamir

  36. Klaus F. sagt:

    @Ghost

    Verständlich und geht mir oft ähnlich. Aber alleine schon, es nicht einfach zu ignorieren, sondern es sich bei Zeiten mal anzuschauen wirst du bestimmt nicht bereuen. Da bin ich mir sicher.
    Ghost, bitte nicht falsch verstehe. Es geht nicht darum Thesen unreflektiert zu übernehmen, sondern darum über ihre Belegführung nachzudenken, sie auf sich einwirken zu lasen und sich darauf hin seine eigene Meinung zu bilden. Es geht um Erkenntnisgewinn.

    In diesem Sinne, nimm dir bald mal die Zeit
    Weiterhin frohes Schaffen :-)

  37. Ghost sagt:

    dtesch
    “Um uns bröckelt die Fassade schon gewaltig”
    Das stimmt zwar, niemand kann es leugnen, aber unter dem verantwortlich zeichnenden Politpersonal in Europa wird sich niemand finden, der sagt, dass der Kaiser nackt ist, dass das Kasinospiel nun beendet werden muss. Alle haben Angst, sie fürchten die Reaktionen der Finanzmärkte und Investoren, mehr noch als Rezession und Volksaufstände. Und sie haben Angst, dass das System, dessen Teil und Profiteure sie ja sind, dabei draufgehen könnte. Das ist das Problem.

    Das von Gregor erwähnte “schwedische Modell” kann eben nur in einem Land wie Schweden funktionieren. Das Land ist, geographisch gesehen, ein kleines, übersichtliches Land, es geht dort “familiärer” zu, kurz, die haben ein besonderes Gesellschaftsmodell.

    Ich fürchte, wir müssen jetzt auf den crash warten müssen, oder aber es kommt einer neuen Form dirigistischer Regierungsform, die der ökonomisch-utilitaristischen Staatsdoktrin alles andere unterwirft, mit natürlich schwerwiegenden Folgen für die Bürger, insbesondere für jene, die vom System nicht (mehr) gebraucht werden. Griechenland und Spanien dienen ja jetzt schon als unfreiwilliges Experimentierfeld.

  38. Ghost sagt:

    Klaus F
    Ich habe des Video des Bernd Senf “Destruktivität des Zinssystems” gespeichert. Da es ziemlich lange dauert, kann ich es mir tagsüber nicht ansehen.
    Ich muss jeden Tag eine Menge Dokumente und Vorgänge sichten, analysieren und oft auch beantworten, Entscheidungen treffen – da macht sich die Zeit rar.

  39. dtesch sagt:

    @Karel
    „Die heutige Schulden von 2 Bio sind ja das Ergebnis von 40 Jahre Feigheit, beizeiten Steuern dafür zu erheben. „

    Anders herum Karel, nicht die Steuern zu erheben, sondern die Ausgaben nicht so aufzublähen.
    In Wahrheit sind es ja nicht 2 Billionen Schulden, sondern eher 6 – 8 Billionen.
    Es ist also die Feigheit der Politiker, dem Volk zu sagen, dass „Wohltaten“ Geld kosten.

    Gruß
    dtesch

  40. dtesch sagt:

    @Greg
    „Was mich interessieren würde: Was genau sehen Sie als ” Ursachen der Probleme”. Davon hängt die Wahl der Lösung ab. „

    Die Ursache ist der Euro. Mit ihm begann der untaugliche Versuch, unterschiedliche Volkswirtschaften, Mentalitäten, Kulturen unter „einem Hut“ zu bringen. Das KONNTE niemals funktionieren. Heute sollte das jedem klar sein. Trotzdem versucht Politik mit noch mehr Geld sich das Problem zu lösen, was niemals funktionieren kann. Auch der Versuch eine politische Union zu bilden ist zum Scheitern verurteilt. So unterschiedlich Europa wirtschaftlich ist, so ist es noch unterschiedlicher in politischer und kultureller Hinsicht. Das sind nur Wunschträume der EU-Politiker, die versuchen ihren Hals zu retten.

    Die Lösung ist einfach. Abwicklung des Euros. Je eher, je besser und je billiger. Wobei der Ausdruck „billiger“ in der jetzigen Situation schon sehr verharmlosend klingt. Je länger man damit wartet umso schmerzhafter und teurer wird die Abwicklung sein.
    Und jetzt nicht wieder anfangen mit Argumenten: eine neue DM würde drastisch aufwerten und den Export schädigen. Diese Auswirkungen sind im Vergleich zum einem unkontrollierten Crash, der uns bevorsteht, wenn es so weiter läuft, zu vernachlässigen.
    Wir haben hier in D z.Zt. noch einen Anschein von Wachstum und Kontinuität. Um ums herum bröckelt die Fassade schon gewaltig.

    Unabhängig vom Euro haben wir natürlich auch gewaltige Defizite mit dem Konstrukt der EU, insbesondere der EU-Kommission und den anhängenden Beamten und Funktionärsapparat. Was hier entstanden ist, hat mit Demokratie nicht mehr viel zu tun. Regierungen und Lobbyisten setzten ihre Entscheidungen mittels EU-Kommission in entsprechende „Richtlinien“ um, die in nationalen Parlamenten „nur“ noch umgesetzt werden müssen.

    Gruß
    dtesch

  41. "Immer an der Wand lang" sagt:

    @ all Hirnakrobaten und geistige Zahlen- und Messerwerfer:

    Die Uni Münster hat errechnet, dass die Maastrichter Stabilitätskriterien eine Wachstumsrate von 5% implizieren würden. … nur bei dieser Wachstumsrate erfolgt keine zunehmende Staatsverschuldung. Bei niedrigeren Werten nimmt die Verschuldung zu. Wenn das stimmt, bedeutet das, dass das derzeitige Politsystem unweigerlich in die Überschuldung führt, denn eine solche Wachstumsrate ist schlicht illusorisch.

    https://www.wiwi.uni-muenster.de/insiwo/Download/Vorlesung/WuE/8._Staatsverschuldung.pdf

    +

    Erlauben Sie mir, Herr Neumann, da alle Ihre Vorschläge mir zu statisch sind, die Dynamik einer Gesellschaft aussen vor lassen, dass ich eine Minderheiten-Meinung wiederhole:

    “In Bezug auf Effizienz des Staates: …alle ! Strukturen, vorbehaltslos, tabulus, ich möchte sagen, rücksichtslos zu hinterfragen. Zusätzlich, der Druck, der mit der enger werdenen Welt einher geht, wird die Frage nach der Effizienz verstärken, auch und gerade beim Staat. Es wird Der den Wettbewerbsvorteil haben, der seine Aufgaben am effizientesten lösen kann. Wir “hätten” alle Voraussetzungen dafür…bewusst im Konjunktiv gesagt…

    Wer hat dazu die Kraft, wer würde dies in die Wege leiten….? Ich sehe niemanden, weit und breit nicht, mir scheint, wir warten darauf, dass uns ein weiteres Naturgesetz den Weg zeigen wird, nämlich den des Endes, dies erst die Voraussetzung für den erfolgreichen Neuanfang sein kann….Ihre Lösung scheint mir eine Scheinlösung zu sein, die den Weg dorthin nicht aufhalten wird…. gut gemeint, kein Ansatz in der Realität, gut gemacht, oftmals das Gegenteil. Ihr Ziel ist damit in höchstem Maße in frage gestellt, nämlich den Exodus zu vermeiden, es könnte zu einem langen Leiden werden, mit eben selbigen Ende. Einem Staatswesen, das sich auf Zwang, Druck, Gewalt und Enteignung stützt, steht keine Zukunft bevor.”

    hatte ich geschrieben und noch mehr: http://blog.wiwo.de/chefsache/2012/09/15/berlin-gezahmt/comment-page-6/#comment-86083

  42. Gregor Neumann sagt:

    @Karel:
    “Haircut ist ja nicht alternativlos.”

    Es gibt viele Alternativen zum Abbau eines Schuldenüberhangs. Die wichtigsten haben wir hier schon genannt. Als grobe Übersicht (es gibt mehrere Dutzend Vorschläge, die sich im Spannungsfeld dazwischen bewegen):

    a) Geldentwertung: Die Kaufkraft wird der vorab hergestellten Geldmenge angepasst. Vorteil: Keine Anpassungen bei den Verbindlichkeiten notwendig. Nachteil: Trifft alle Vermögen, Nachteile langfristige Verträge wie Einkommen, Renten und Mieten, die nicht im gleichen Tempo angepasst werden können.

    b) Insolvenz: Abbau von Verbindlichkeiten durch absoluten Zahlungsstopp. Vorteil: Direkte Einbindung der Geldgeber. Nachteil: Domino-Effekt durch verknüpfte Finanzen, Neustart schwierig wegen erodierter Vertrauensbasis

    c) Haircut: Teilverzicht auf Verbindlichkeiten. Vorteil: Geordnete Abwicklung ohne Domino-Effekt. Nachteil: Künftige Zahlungsfähigkeit wird oft überschätzt; keine Gewähr auf dauerhafte Lösung.

    d) Deflation: Abbau der Geldmenge durch schnelles Senken des Kreditvolumens. Vorteil: Geordnete Bereinigung der Bilanzen. Nachteil: Stark sinkende Wirtschaftsleistung, Domino-Effekt durch steigende Arbeitslosigkeit.

    e) Big Bang: Einführung einer neuen Währung/ neuen Währungssystems. Vorteil: Neustart mit leeren Büchern. Nachteil: Vernichtung aller Guthaben, ungeklärte Besitzverhältnisse, Neustart schwierig wegen erodierter Vertrauensbasis.

    Wie vergangene Woche geschrieben, können wir uns aussuchen, welche Nachteile wir haben wollen. Ohne Nachteile und Verluste geht es aber nicht.

    Eine starke Besteuerung des Einkommens (vergleichbar USA 1943 bis 1972) läge in den Bereichen a) und c). Funktioniert aber nur bei einer wachsenden Wirtschaft.

  43. karel sagt:

    Die heutige Schulden von 2 Bio sind ja das Ergebnis von 40 Jahre Feigheit,
    beizeiten Steuern dafür zu erheben.
    Aber es fehlte nicht an Mut, dafür bisher ca. 2 Bio. Zinsen zu zahlen.
    Als ein Beitrag zur Umverteilung von unten nach oben.

    Allein in den nächsten 20 Jahren dürfte nach heutigen Erwartungen
    mindestens 70 Bio. BIP erwirtschaftet werden.
    Und da soll eine Rückführung auf 1 Bio. Staatsschulden nicht möglich sein?

    Haircut ist ja nicht alternativlos.

    karel

  44. Klaus F. sagt:

    @Gregor
    Ein Schuldenschnitt nimmt zwar, je nach Umfang, den zunehmenden Druck der sich zuspitzenden Krise, löst aber nicht deren Ursachen.

    Die tieferen Ursachen der Weltfinanzkrise liegen nach meinen Erkenntnissen in:

    1. Der Art und Weise der Geldschöpfung
    2. Der Destruktivität in der Dynamik des Zinssystems
    3. Die Verselbstständigung der spekulativen Finanzmärkte gegenüber der Realwirtschaft.

    Alle bisher erfolgten Maßnahmen dienen lediglich der Symptombekämpfung, nicht aber in der Lösung der wesentlichen Ursachen.

    Auch bei den Verantwortlichen und Mit-Entscheidungsträgern scheint es jedoch mittlerweile so zu sein, dass die aufgeführten Punkte wohl ihre Berechtigung haben, mindestens aber es wert zu sein, sie einer öffentliche Diskussion zuzuführen.
    Zu 1) Die jüngste Rede von Bundesbankchef Jens Weidmann, in der er die Problematik der bestehenden Geldschöpfung immerhin mal zum Thema macht.
    Zu 2) Die nun auch ganz aktuell diskutierte (Wieder)Einführung eines Trennbankensystems.

  45. Gregor Neumann sagt:

    @dtesch:
    “Dein „ Schwedische Modell“ in allen Ehren, aber diese Modell würde dem Euroraum keine Heilung bringen, da die Ursachen der Probleme nicht beseitigt werden können.”

    Nun besagt schon der Name “Schwedisches Modell”, dass es nicht “mein” Modell sein kann. Es ist aber zur beschleunigten Abwicklung von Kreditkrisen sehr geeignet.

    Dass es Europa an einer gemeinsamen Entscheidungsinstanz mangelt, habe ich auch geschrieben, denn ohne koordiniertes Vorgehen in allen Ländern kann man das Modell nicht umsetzen.

    Was mich interessieren würde: Was genau sehen Sie als ” Ursachen der Probleme”. Davon hängt die Wahl der Lösung ab.

  46. Gregor Neumann sagt:

    @Eysel:
    “Allein, dass es (d)einer „rechtlichen Argumentation“ die belegen soll dass das Geplante „rechtens“ sein soll scheinbar bedarf weckt in mir den Verdacht, dass die Rechtsbasis der Maßnahme MINDESTENS unsicher ist”

    Ich wollte schon immer einmal Teil einer Verschwörungstheorie sein.

    Aber Du unterliegst einem typischen Zirkelschluss.

    a) Eysel fragt, ob das mit dem Grundgesetz konform sei.
    b) Gregor argumentiert, warum Steuern keine Enteignung sind.
    c) Eysel sagt, wer argumentieren muss, beweist, dass der Vorschlag “MINDESTENS unsicher ist”.

    Nach dem Grundkurs Logik streichen wir b) und sehen, dass der Schluss c) auf die Frage a) Bezug nimmt. Es bleibt die Aussage: Weil Eysel gefragt hat, ist für Eysel der Beweis erbracht, dass die Rechtslage ” MINDESTENS unsicher ist”.

    So kann man die Welt natürlich auch sehen.

    Was mich interessieren würde: Siehst Du das Zahlen von Steuern als Enteignung von Eigentum?

  47. Klaus F. sagt:

    Ein Beispiel wieviel Wert das Eigentumsrecht auf internationaler Ebene hat, wenn Verträge und Gesetze nicht einmal das Papier wert sind auf das sie geschrieben sind, jedoch militärische Macht über Eigentum bestimmt.

    Grundregel eines Goldstandards ist es, jede Menge eines gesetzlichen Zahlungsmittels zu einem festen Tauschkurs bei der Zentralbank des jeweiligen Währungsgebiets gegen Gold eintauschen zu können.

    So war ein Bestandteil des vertraglich vereinbarten Bretton-Woods-Abkommens, das die USA eine Einlösepflicht hatten ihren Dollar jederzeit gegen Gold einzutauschen. Das Tauschverhältnis belief sich auf 35Dollar je Unze Feingold.

    Durch das ständig anwachsenden amerikanische Zahlungsbilanzdefizit (Waren im Ausland gekauft und mit Dollars bezahlt) haben sich in der 50er und 60er Jahre immer höhere Dollarbestände im Ausland angesammelt, die die amerikanischen Goldreserven bei weitem überstiegen.
    Vor allem auch die deutsche Bundesbank war im Besitz großer Dollarreserven mit denen sie einen vertraglich vereinbarten Anspruch, also eine Forderung, auf die amerikanischen Goldreserven hatten. Die Deutsche Bank hatte also de facto ein „Eigentumsrecht“ auf grosse Teil der US-Goldreserven.

    US-Präsident Richard Nixon stoppte am 15. August 1971 die feste Bindung des Dollar an Gold.

    Höchst bemerkenswert hierbei: Der Schuldner erließ sich selbst einen Schuldenerlass.

    Die USA war nicht mehr in der Lage ihre Schulden zu bedienen und somit de facto pleite.
    Wenn nicht zurückgezahlt werden kann, dann wird nicht mehr zurückgezahlt.

    Im Gegensatz zu den USA, hat z.B. Griechenland jedoch keine Flugzeugträger und Atomraketen quer über den Globus verteilt und sich somit dem erbarmungslosen Dikat der Gläubiger zu unterwerfen, was den USA erspart blieb.

    Die Geschichte zeigt immer wieder auf, das Recht auf Eigentum ist nur so viel wert, wie ein Staat auch in der Lage ist dieses Recht zu garantieren. Fehlen Macht und Mittel gibt es auch kein Eigentum, sondern nur Besitz.

  48. "Immer an der Wand lang" sagt:

    “Etwas päziser zu formulieren wär nicht schlecht.”

    Mensch Eysel, dann werd´ ich ja nicht mehr verstanden!
    deshalb schreib´ ich immer so, dass Du das meinige mindestens zweimal lesen musst…)

  49. Eysel sagt:

    @ immer
    „Das Recht“ selbst ist nicht biegsam.
    (wenn es in einem ordentlichen Codex ordentlich gesetzt ist
    … was ich mal unterstellen möchte, selbst in der DDR)
    Was sich beugt das sind Menschen
    unter der Macht anderer Menschen.
    Und die treiben Schindluder mit dem was als Recht gesetzt wurde.

    Und ob haben Adolf und die „hinter dem Zaun“
    Recht gebeugt, dass es nur so stöhnte, es massenweise gebrochen.
    Etwas päziser zu formulieren wär nicht schlecht.

  50. Eysel sagt:

    Wunderbar geschwurbelt Klaus,
    wird um 18:48 dein eigentliches Ziel bei der Bekämpfung/Bezweiflung
    der Funktionalitäten des gegenwärtigen Geldsystems deutlich?
    Auf dem Weg über die Geldtheorie die Existenz von
    bzw. das Recht auf Eigentum aushöhlen?
    Wenn Eigentum nicht existiert,
    kann es schließlich kein Recht darauf geben.
    Oder überblickst du als „Mitläufer“ einer bestimmten Gruppe
    NUR nicht, was du … zum Ende gedacht … wirklich tust, propagierst?
    Nur Fragen …

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