Das sanfte Monster

Die Euro-Krise ist nicht mehr mit Geld, sondern nur noch mit einer politischen Union lösbar. Die Not mit dem Geld schafft den Euro-Staat.

Vordergründig geht es derzeit um technische Fachbegriffe wie EFSF und ESM, um Euro-Bonds, Euro-Bills, Target-Salden und Bankenunion. Aber selbst die dreistelligen Milliardensummen, die damit bewegt werden, vermögen den Euro nicht zu retten. Die Eskalation der Schuldenkrise erzwingt eine politische Union, in der das wirtschaftsstarke Deutschland für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und Überschuldung des Südens haftet. Oder der Euro zerbricht mit unabsehbaren Folgen – eine Verantwortung, die niemand übernehmen will. Daher hofft die deutsche Allparteien-Politik, die Katastrophe für Wirtschaft und Gesellschaft wenigstens dadurch erträglich zu machen, dass sie für die Hingabe des Wohlstands dieses Landes wenigstens eine Art europäischen Superstaat eintauscht. Dessen Institutionen sollen an sich die ärgsten Auswüchse nationaler Ausgabenpolitik und Misswirtschaft eindämmen. Die europäische Finanz- und Wirtschaftspolitik soll solide Haushaltspolitik durchsetzen.

Aber kann diese Rechnung aufgehen? Das Grundgesetz erlaubt die schleichende Aushöhlung des Grundgesetzes nicht, so jüngst das Bundesverfassungsgericht. Artikel 79, Absatz 3 gibt eine Art „Ewigkeitsgarantie“ für Grundrechte und demokratische Grundordnung dieses Staates. Dies wurde von den Verfassungsvätern auf Herrenchiemsee eingeführt, um eine Beugung des Rechts zu verhindern, wie sie die Nazis legal herbeigeführt hatten. Nun sagen die Europa-Befürworter, dass die Geschichte nicht per Gesetz eingefroren werden könne. Das Grundgesetz müsse also für Europa aufgetaut und aufgeweicht werden. Ich gestehe, dass mich dies als geschichtsbewussten Menschen erschreckt. Offensichtlich sind die klügeren Köpfe unserer Politik bereit, die demokratische Staatlichkeit Deutschlands aufzulösen, um das Land in einen europäischen Superstaat zu überführen.

Angela Merkel als „Madame Non“ kämpft heldenhaft, um dafür wenigstens ein Euro-Ja zu halbseidener Solidität zu gewinnen. Es ist ein Rückzugsgefecht. Alternativen, wie der Ausschluss Griechenlands, werden nicht ernsthaft gesucht.

Im Parlament regt sich kaum Widerstand. Wie Marionetten haben Abgeordnete in den vergangenen Monaten Gesetze abgenickt, die das Grundgesetz gefährlich entleeren. Müde und ängstlich hat die deutsche politische Klasse nichts Eiligeres zu tun, als die drückende Verantwortung an der Brüsseler Garderobe abzugeben, ja sogar Deutschland abzulegen wie einen Anzug, der zu eng und zu schmutzig ist. Es locken die bunten Farben Europas.

Die große deutsche Industrie nickt beifällig. Ihr ist es längst zu eng geworden; wer wie Dax-Konzerne bis zu 97 Prozent seiner Umsätze auf globalen Märkten tätigt und den deutschen Anteil an Beschäftigten abzubauen sucht, den geniert die Enge des Landes. Die Industrie hofft auf einen stärkeren Rückhalt im globalen Wettbewerb der großen Mächte durch ein starkes Europa. Und wenn die Mittelständler und Familienunternehmen dabei entsprechend europäischer Normen verschwinden, dann schadet ihnen das nicht nur uns.

Unsere europäischen Freunde und Nachbarn erleben die deutsche Selbstauflösung als Erlösung. Die südlichen Staaten, weil sie ihre Schulden mit deutscher Wirtschaftskraft begleichen können. Alle anderen Staaten haben nicht vergessen, dass ein mächtiges Deutschland zwei Kriege über sie gebracht hat; die Bändigung des deutschen Furors ist die Logik der europäischen Einigung. Ihre Souveränitätsrechte werden sie daher auch nicht hergeben. Also werden die Deutschen zahlen mit Erspartem und mit Entmachtung. Das „sanfte Monster“ Europa, wie es Hans Magnus Enzensberger genannt hat, nimmt still und leise seinen Bürgern eine Entscheidung nach der anderen aus der Hand. Die Märkte werden applaudieren; ihr Kredit wird verzinst und getilgt. So hat der Euro die Hintertür geöffnet, durch die die Diebe wirtschaftlicher und staatlicher Identität sich einschleichen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in 1 von Roland Tichy. Permanenter Link des Eintrags.

Über Roland Tichy

Roland Tichy lernte Lokaljournalismus beim legendären "Salzburger Volksblatt". Er studierte in München Volkswirtschaft und Politik, absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Volkswirtschaftlichen Institut in München arbeitete er im Bundeskanzleramt, danach als Bonner Korrespondent der WirtschaftsWoche. Nach der Wiedervereinigung war er für den Umbau des Rundfunksystems der DDR zuständig, danach folgten Stationen in Industrie und Medien. Seit 2007 ist er Chefredakteur der WirtschaftsWoche. Tichy ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschien "Wohin treibt Europa".

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Alle Kommentare [249]

  1. @ Pampa 0:49
    das von Klaus eingestellte video im anderen thread handelt genau davon.
    Sehr zu empflen das einstündige Investment.

  2. „Bankschulden“ ist übrigens ein Nonsens-Begriff. Die Passiv-Seite jeder Bank besteht aus EK und FK, die Bilanz atmet mehr oder weniger. Die ganze Aktivseite hängt am EK, nicht am FK.

    Operativ geht es aber um die Verzinsung des eingesetzten Kapitals auf der Passivseite. Du kannst eine Bank nicht einfach zusperren oder auflösen. Wenn, kann man sie höchstens langsam herunter fahren. Wie stellst Du Dir das auch ansonsten vor, willst Du die gesamte Aktivseite sofort fällig stellen? Das geht nicht …

    GN8
    Pampa

  3. @Eysel
    Zunächst mal habe ich Dir ja gar nichts unterstellt und nur ein paar Aspekte meiner Sicht der Dinge versucht darzulegen.

    Zu dem Artikel und der ganzen „Krise“:

    Es wird immer so getan, als sei dies lösbar. Das ist es meiner Meinung nach nicht, ergo geraten alle aneinander, ohne auch nur in manchen Punkten Kongruenz zu finden. Was aber, wenn, wie ich glaube, der Euro gar nicht lösbar ist und selbst ein Problem darstellt?

    Klar, wir haben einen Status Quo, von dem wir aus operieren müssen, also wie können wir uns wieder zurück ziehen, nach und nach, ohne dass es schlimmer und schlimmer wird?

    Meine Meinung dürftest Du kennen, kategorisch NEIN, keine Zugeständnisse mehr, nichts. Anders glaube ich jedenfalls geht das nicht mehr.

    Merkel müsste einfach mal das tun, was ihr RTY schon vor Jahren andichtete, sie aber ja niemals tat, Madame No zu sein.

    Achso, Moosi ist Statistik-Prof., hartes und charmantes Girl, Power ohne Ende. So die Art, wo sich der gemeine Dichter bei der Einführung fragt, wann hörst du endlich auf mich methodisch zu belästigen und sie erst anfängt, gerade mal warm wird.

    Das ist keine VWLerin Eysel, sie ist ein methodisches Vieh … aber lieb, beinhart und gerecht.

  4. Aber hallo Pampa!
    Untergeht?
    WC = Wohl Caum.
    Wo hätte ich O. gelobt?
    Wo hätte ich behauptet die 0 Hinterlegung sei neu?
    Sie WAR und IST quasi der selbst eingerichtete Selbstbedienungsladen der Politik! Die dadurch falsche bepreisung verführt Banken und Politik korrumpiert sich auf diese Art selbst!!! –
    Selbstverständlich ist das Aktivgeschäft für den Gewinn essentiell. Wenn allerdings hier das Vielfache der Bankenverschuldung (gegen Staatsversculdung) ständig als Argument durchgekaut wird, dann ist die Null-Unterlegung schon ein erwähnenswerter Punkt.
    Dass das „Stellvertreterdiskussionen“ sind … unbestritten.
    Das ist ja der „Trick“.
    Ablenkung. … Was macht … nein ich fang nicht an 😉
    Hätte ich was gegen Banken gesagt? Oder gar die DB?
    Hast du ne Mimose in der Hose ;-)?
    Zu Moosi: Kenn ich zwar nicht aber ein vergleichbares Erlebnis hatte ich im frühen Studium. „Meine Damen und Herren, die Kollegen im … Institut zeigen ihnen regelmässig dass sie Nullen sind. Ich zeige ihnen, dass sie Alles können“ fing er an. Verlange unglaublich viel. Und wir brachten es tatsächlich und GERNE. – Alter Hut, zu BEGEISTERN, die Ästthetik eines „Gebäudes“ zu zeigen aber heute SOWAS von nicht angesagter Nummer … leider.
    Männer lassen sich zu Weibern machen und Weiber ernennen sich zu Männern.
    Selbst schuld.
    Beide.
    Diktatur der Correktness.

  5. Eysel,

    nun höre mal auf mit Otte, ein Möchtegern-FH-Prof., mehr oder weniger ein Quacksalber. Dass Staatsanleihen nicht mit EK hinterlegt werden müssen, ist nicht erst zwei Jahre alt, das gilt seit Minimum zwei Jahrzehnten.

    Die „Verschuldung“ von Banken, herrjemineh, eine Bank ist auch bei Sparern verschuldet, das ist Kerngeschäft. Wichtig ist, wie kompetent das Aktivgeschäft gesteuert wird, das hat mit dem EK-Polster kaum etwas zu tun, das ist schlicht Risikokompetenz, also mehr oder weniger die Qualität der ganzen Mannschaft und ihrer Abläufe in der Kreditvergabe.

    Selbst wenn eine Bank selbst umfallen sollte, so kommt es noch immer darauf an, wie „gut“ ihr Aktiv-Portfolio ist. Mich beunruhigt eher, wie schwach der ganze Sektor bei uns ist, zumal er bei uns wie wild versucht wird zu eigenen, politischen Zwecken reguliert zu werden.

    Das sins einfach Stellvertreter-Diskussionen und Phantom-Schmerzen, die da medial diskutiert werden, gerade wenn es um Institute wie die DB geht.

    Es ist ja lange her, dass ich dort gelernt habe, aber eines kann ich versichern, auch wenn das Geschäft mit Risiko diffizil ist, eine derart perfekte Organisation habe ich selten gesehen.

    Noch heute erkenne ich eiinen ausgebildeten Deutsch-Banker ganz einfach: Ich muss mir nur den Schreibtisch ansehen! Siehe Dir mal den Lebenslauf von Alfred Herrhausen an, die DB ist einfach eine Kaderschmiede und offen gestanden lernt man dort in zwei Jahren Ausbildung mehr, als in einem ganzen BWL-Studium.

    Die Ausbildung geht aber Deinem besonderen Liebling ab. In diesem Falle ist Ausbildung weit mehr als das Studium, von der Pieke auf auf Leistung und Perfektion gedrillt. Das meine ich durchaus positiv.

    Als Deutsch-Banker haben sie Dich schon in der Berufsschule auf dem Kieker, selbst Berufsschullehrer, Mittelmäßige also …

    Otte ist übrigens FH-Prof. und prominent, weißt Du, wer mit unterschrieben hat?

    Moosi! Ja, Prof. Dr. Gertrud Moosmüller, ein Höllenweib. Die kann gleichzeitig am Overhead drehen, ihre Muttersprache Algebra von sich geben und in einem Tempo vorrechnen, in dem man kaum mitschreiben kann. Sie ist einfach unglaublich und bedeutet vor allem für den gemeinen, eher gemütlich veranlagten Studenten eines: Arbeit ohne Ende!

    Aber das Erstaunliche ist, sie wird dafür nicht gehasst, sondern geliebt. Diesen Eindruck hatte ich schon immer, in der Lehre werden die schlimmsten Schleifer am meisten geehrt und geachtet, wenn sie voran schreiten und dennoch menschlich bleiben …

    … so eine Art Westpoint, als würden sie einen auf den Krieg vorbereiten.

    Das ist eine ganz andere Kampfklasse als Medien-Leute wie Otte, Lauterbach oder Rürup.

    Wer übrigens auch unterzeichnet hat ist Donges, das alte Schlachtschiff, ehedem Vorsitzender des Sachverständigenrates. Der nahm auch noch nie ein Blatt vor den Mund, guter Mann!

    Vorlesungen bei Donges waren divine, der lehrte nicht, der predigte! 😉

    Generell steht da in der Unterschriftenliste das who ist who in der deutschen Wissenschaft. Mich wunderte, dass Feld nicht unterschrieben hat. Was Merkel und Schäuble dazu noch dagegen zu stellen hatten, ist mehr oder minder bezeichnend für die Berliner Republik, Medien-VWLer mit Null Karat.

    Aber ich hoffe mal, dass das im alten Forum eher unter geht … so zwischen Dir und mir, halbseiden öffentlich. 😉

    Gruß
    Pampa

  6. Otte macht übrigens Unterschrift-Rückzieher beim 172er Papier.
    Meint, der entscheidende Fehler sei vor 2 Jahren gemacht worden, als EZB Bonds gekauft habe, damit in die Staatenfinanzierung eingestiegen sei.
    Ich meine, hat diesen Fehler sogar fortgesetzt, indem vor 6 Monaten riesige Geldmengen billigst zur Verfügung gestellt wurden. Staaten so die Verschuldung extrem erleichtert habe, indem sie Banken einen SOOO FETTEN Köder hingeworfen hat, dass sie nicht vorbeischwimmen konnten.
    SOO kommt massgeblich zustande,
    dass die Bankenverschuldung (bei zero EK Einsatz für Bonds) inzwischen ein Mehrfaches der Staatsverschuldung ausmacht.

  7. Warum wird sich nur auf den Hasen Staat eingeschossen. Gemessen an der Gesamtverschuldung macht die Staatsverschuldung nur ein Bruchteil aus. In Deutschland z.B. beträgt die Staatsverschuldung gerade mal ca. ein Drittel der Gesamtverschuldung. In einigen anderen EU-Staaten gar noch weniger. Die Verschuldung der privater Unternehmen und Haushalte sind zusammen genommen viel höher. Warum also diese Hasen verschonen?

    Der angehäufte Schuldenberg ist ein gesamtwirtschaftliches und nicht explizit ein staatliches Problem, dessen Ursache jedoch noch viel tiefer liegt.

  8. Lieber Karel,

    vom Prinzip her liegen wir sicher nicht soweit auseinander, allerdings von der Dimension. GR ist sowieso pleite, meines Erachtens ist aber auch noch ein ganz anderer Staat pleite, D!

    Die heutige Jugend bekommt so oder so einen vollkommen überschuldeten Staat und das bei eminenten, demographischen Herausforderungen.

    Die Kanzlerschaft Merkels zeichnet sich durch zaudern, zögern und absoluter Planungsunsicherheit aus, wohin man auch blickt, nichts hatte Hand und Fuß. Diese Frau ist ein einziges Desaster.

    Aber ich befürchte, darauf werden wir uns weniger einigen können. Mein Urteil fällt da einfach etwas weniger milde aus … 😉

    Woraus wir uns aber denke ich wieder einigen können, Eichel war eine Katastrophe. :-)

    Gruß
    Pampa

  9. Subsidarität?

    Deutschland ab 2013 für die nächsten 10 Jahre:
    jährlich 5 % höhere Renten, natürlich auch Pensionen.
    jedes Jahr 1 Jahr früher in Rente gehen.
    jährlich 10 % mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst
    jährlich 5 – 10 % mehr Lohn für den ö.D.
    jährlich 1 Std. pro Woche weniger arbeiten
    bis zur Erreichung der 35-Std.-Woche. Oder auch mehr?
    Das fehlende Geld borgt sich der Staat.
    Jetzt eher in Brüssel……

    Hmm…. hatten wir das nicht schon mal?

    Subsidarität……unsere Welt?
    Für viele schon.

    Odda?

  10. @Pampa

    Ursache und Wirkung, da liegen wir ja gar nicht auseinander.
    Wir zielen auf den gleichen Hasen.

    Ein Staat ist Pleite. Wie jetzt Griechenland.
    Das ist ja Dein Szenario.

    Bei Einhaltung der No-Bailout-Klausel stehen nicht nur
    die Staatsschulden, auch die Bankschulden im Focus.
    Gesamtwert: von mir geschätzt: etwa 500 Mrd. Euro.
    Gestern 500 Mrd. Heute 0.
    Wäre Merkel nicht „umgefallen“, wären längst viele der Euro-Banken
    „umgefallen“.
    Das ist mein Szenario.

    Das Problem sind die Schulden-Kanoniere der Vergangenheit.
    Europaweit.
    Nicht die Kanzlerin.

    Ich sehe nur 2 Wege:
    alle machen so „sorglos“ weiter. Bis die „Titanic“ sinkt.
    Das wär´ne echte „Generationen-Strafe“.

    Oder wir machen die Titanic flott.
    Auch für die nachfolgende Generation.
    Durch Ausgabendisziplin, durch Strukturreformen.
    Auch hierzulande.
    Und da sehe ich aktuell nur die Kanzlerin.

    Viel Feind, viel Ehr.
    Was will man mehr 😉

    Gruß
    karel

  11. @Karel
    Aber damit Du mich nicht falsch verstehst, mir ist das HGB auch deutlich lieber, zumal es auf Gläubigerschutz zielt und deutlich defensiver ist. Mehr aber noch Karel, es passt einfach besser zu uns, zu unseren gewachsenen Strukturen, unserer ganzen Art und Weise zu wirtschaften.

    Ich denke einfach, dass weder IFRS noch US-GAAP zu unserer gewachsenen Kultur und Struktur besser passen, ganz unabhängig davon, ob das eine besser als das andere wäre. Für IFRS und US-GAAP bräuchte man mehr Freiheitsgrade in den Köpfen, weniger Absicherung und mehr trial and error.

    Aberwie geasgt, ich bin ein Fan des HGB und der GOB.

    Von Kameralistik bin ich aber kein Fan alter Lauser, so bilanzieren Bauchhändler und der Staat … 😉

    Gruß
    Pampa

  12. Karel,

    Du zielst auf den falschen Hasen, was passiert denn, wenn ein Staat wegbricht? Sämtliche Staaten inklusive D sind nicht aufgrund ihres Bankensektors de facto insolvent, sondern aufgrund maroder Staatshaushalte. Wenn ein Staat aber wegbricht, geht mit ihm auch der Finanzsektor unter.

    Erinnerst Du Dich noch an die Rede von den beiden Sozis Angela und Peer, als sie das Finanzwesen garantierten. Das war pure Panik, weil das im Falle des Falles niemals gehalten zu wesen wäre.

    Die BRD ist schon lange überschuldet, sie ist nur noch liquide. Noch!

    Jeden kleinen Bäcker würde man wegen Insolvenzverschleppung einlochen, würde er derart wirtschaften. Und auf die vertrauen wir?

    Gruß
    Pampa

  13. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-fuehrt-zu-neuen-allianzen-nach-oekonomen-appell-a-843044.html

    #Auch wenn man sich diesmal einig ist, greift der Ruf nach Banken-Pleiten aber zu kurz: Geldinstitute sind keine normalen Unternehmen, sondern ein entscheidender Teil des Wirtschaftskreislaufs. An ihnen hängt das Schicksal zahlloser Unternehmen und Arbeitnehmer. Das erklärt auch, warum Merkel im Moment ebenso von Industrievertretern Unterstützung erhält wie von Gewerkschaftern. Beide Seiten haben kein Interesse an einem zweiten Fall Lehman Brothers – also einer unkontrollierten Bankenpleite mit einer Rezession als Folge. #

    Pampa,
    genau das ist von mir gemeint. Hinter dem „Holzschnitz-Schreib“.
    Niemand will einen zweiten Fall Lehman Brothes,
    aber fast alle arbeiten konsequent darauf hin.
    Das ist doch der Irrsinn der Schuldenkanoniere.
    Die Meisten spielen Roulette.
    Wegen fehlender Haftung.

    Brechen 2 oder 3 der Großbanken irgendwo in Europa zusammen,
    gibt es keinen Halt mehr.
    Dann rettet uns auch das EK der Banken nicht mehr, da viel zu dünn.
    Und den Letzten beißen die Hunde im Insolvenzfall . Lt. Insolvenzordnung.
    Und das ist der Sparer.
    Nämlich mein Euro und die der 49 Anderen.
    Dann können wir auch die Einlagensicherung „vergessen“.

    Es ist, wie Du auch beschreibst:
    Am Anfang steht die Liquidität.
    Kommen Zweifel auf, stellt sich die Frage der Bonität.
    Rutscht dann das Kapital aufgrund neuer Bewertungen auf die Aktivseite,
    kommt die Insolvenz.
    Auch deshalb war mir HGB viel lieber als IAS.
    IAS = Immer Auf Suche……… nach „Beute“. (Meine Interpretation.)
    Vermögen ist eine Frage der Wertzumessung aus Angebot und Nachfrage.
    Wird die Kraft der Nachfrage vernichtet, funktioniert der Markt nicht mehr, wird Vermögen vernichtet, wie an der Börse, zerstört der Staat sich selbst und schafft Anarchie.

    Wenn also ein Kanzler in seinem Masterplan die Finanz-Stabilität ganz oben auf
    der Agenda hat, hat dieser Kanzler mein vollstes Vertrauen. Auch wenn´s ne Frau ist.
    Auch wenn da Fehler gesehen und auch gemacht werden.
    Schmidt und Schröder waren da für mich ganz klare Fehlbesetzungen.
    Schulden-Kanoniere….meine Wertung.
    Wie auch vielfach im übrigen Europa. Besonders im Club M.
    Das ist meine „Agenda“.
    Warum, das erklärt sich aus meiner beruflichen Landkarte.

    Gruß
    karel

  14. @ Pampa
    „Sand, Eieruhr, strukturelle Schockstarre.“
    Dem bleibt nichts hinzu zu fügen.

    Ich denke, die Sache läuft auf „Selbstmord auf Raten und aus Angst vor dem Tod“ hinaus.
    Wer sagte das doch hier des Öfteren bereits???

    Ich denke, die sind so strukturell fest gefahren,
    dass sie selbst den angedrohten Austritt Finnlands ignorieren.

  15. Welche Alternativszenarien zu was meinen Sie eigentlich RTY?

    Der Kahn Euro läuft wie die TiTanic voll Wasser, we are going down, soll die Kapelle eine andere Musik dazu auflegen? Abschottung? Mit Verlaub, wir sitzen mitten im Boot, respektive unser Staat.

    Die Zeit verstreicht wie der Sand durch die Eieruhr läuft, aber rein strukturell befinden sich alle in Schockstarre.

    Die gemeinsame Währung hat keine Zukunft und das wird sich auch nicht sanft abwickeln lassen, das wäre neu. Wenn, explodieren Währungen meist … das passt einfach nicht zusammen und lässt sich auch nicht kitten, glaube ich jedenfalls nicht. Da helfen auch die ganzen Appelle an Vertrauen etc. nicht, die anderen 50% von Psychologie sind nunmal die normativen Kräfte des Faktischen, die sich eben nicht weg diskutieren lassen.

    Gruß
    Pampa

  16. @Eysel
    Vermutlich bekommen Keitel und Hüther kalte Füße. Nichts von dem, was sich auch nur Halb-Keynsianer erhofften, funktionierte auch nur ansatzweise. Im Gegenteil wird es doch immer schlimmer und schlimmer, zu Zeiten der Hochkonjunktur! Es ist ziemlich absehbar, dass die Konjunktur auch noch absäiuft, dann wird es in der Nacht kälter als draußen bei diesen Schuldenpolstern.

    Wehe, die Zinsforderungen steigen über die Risikokomponenten, dann siehst man in der Ebbe wer wirklich nackt schwimmt. Über Basel III kommt Druck in den Markt, der die Impulse der Notenbanken mehr als auffrisst, mehr als das, über Jahre.

    Gruß
    Pampa

  17. @RTY
    Es ist generell schon ein Fehler überhaupt Alternativszenarien nur zu diskutieren. Asmussen beschreibt so seine Position in der EZB des weiter so. Die Alternativposition lautet, nicht mehr weiter so, ohne Plan B bis D.

    Die Zeit spielt eindeutig gegen die Euro-Fanatiker. Immer wieder entgegen zu kommen bringt gar nichts. Letztlich läuft ihnen die Zeit in Form von Geld weg, was Monti auch schon feststellen musste.

    Sie bewegen sich nur unter maximalem Druck des Kapitalmarktes über Revolvierung, ergo MAXIMALER DRUCK.

    Gruß
    Pampa

  18. Wie Angela gestern
    verschanzt sich auch Hüther
    hinter dem Argument, man KÖNNE das angeblich effektiv regeln.
    Sich unter 17 so verschiedenen Teilnehmern über strenge Auflagen in einer Dach- und Mammut-Behörde einigen, diee eindeutig und wasserdicht unter 17 formulieren, sie dann sogar konsequent durchsetzen.
    Wenn das G I N G E, dann könnte ich ihm sogar zustimmen.
    NUR:
    Wo sind die Präzedenzfälle für das effektive Funktionieren solch einer Behörde?
    Es wäre das erste Mal, dass soetwas funktioniert.
    Und mal NICHT bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht wird!

    Wieso hat H. es nötig den 172 wegen eines Offenen Briefes „Stammtisch“ vorzuwerfen? – Sollen sie etwa 100Seiten wiss. Abhandlung in die Zeitung setzen die dann keiner zur Kenntnis nimmt?

    Er vergleicht mit TARP.
    Das Problem mit diesem Vergleich ist nur,
    dass es DAMALS zu Beginn der Krise „nur“ um Banken, NICHT um Staaten ging.
    Das unterschlägt er geflissentlich.
    Wohl in der Hoffnung Leser wissen TARP nicht einzuordnen.
    ANFANGS war das auch mein Vorschlag, aber dafür ist nun die Zeit abgelaufen.
    DIESE Chance wurde „verbaselt“.

    Ich frage mich, warum gestern Keitel und nun Hüther unserer lieben Angela die Füße ablecken.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissenschaftler-michael-huether-das-geld-der-sparer-ist-nicht-in-gefahr-11812087.html

  19. …ichbfinde die Mahnung der vielen Professoren richtig, aber sie springen zu kurz.
    Wir beschreiben ja den Fehler der Euroretter seit langem. Mir fehlen Alternativszenarien. Da sitzen die Profs mit ihren Assistenten und Hilfsassistenten. Aber wo sind die Szenarien, wie Ware die eventuelle Aufwertung und wie kann man sie dämpfen? Wie vermeidet man dann Abschottungsstrategien? Bislang habe ich dazu wenig gehört. Aber genau das bräuchten wir.

  20. @dtesch
    Nur mal so als Beispiel, das Organigramm der BAFin:

    http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Liste/dl_organigramm.pdf;jsessionid=57111A2324DA3D2E0E4669AAF034BB3D.1_cid290?__blob=publicationFile&v=8

    Dann nehmen wir noch die BuBa dazu und in Teilen auch Landes- und Bundesbehörden. So, das nehmen wir dann mal 17 und das ergibt dann eine Super-Behörde, welche es schon richten wird???

    Aber hallo und dazu muss man ja nochmal sagen, dass unsere Behörden mit Sicherheit die am besten funktionierenden sind. Wenn ich mir nur vorstelle, dass unsere Aufsichtsbehörden sich mit den griechischen, portugiesischen etc. abstimmen und teilweise verschmelzen sollen … wie hirnrissig alleine das ist, sowas auch nur anzudenken.

    Sowohl BAFin wie BuBa dürften das nicht viel anders sehen, Weidmann hat sich übrigens auch den 170 Ökonomen angeschlossen. Wenn man sich das nur mal aus der Sicht der Mitarbeiter der BuBa vorstellt, die einst mächtigste Notenbank in Europa wird mehr oder weniger immer mehr auf dem politischen Altar vollkommen hirnrissig geopfert und auf Deutsch gesagt missbraucht, bis zum geht nicht mehr.

    Die Notenbank ist nicht weisungsgebunden und was Berlin da auf dem Personalkarusell veranstaltete, dürfte verfassungsmäßig auch extrem grenzwertig sein.

    So unter uns, die BAFin und die BuBa sind sich auch nicht besonders grün. :-)

    Gruß
    Pampa

  21. Aus dem Gedächtnis:
    Bremen hatte vor längerer Zeit eine Verschuldung von 13 000€/Kopf.
    Bekam über Jahre hinweg (Länderfinanzausgleich) 15 000€/Kopf.
    Hat heute eine Verschuldung von 27 000€/Kopf.
    Begründung des Senats:
    „Die geplanten wirtschaftlichen, wettbewersmässigen Sanierungsmaßnahmen haben nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt.
    Aber diesmal ist ALLES anders. Angeblich. Die Kontrolle SOLLL funktionieren!!!!!!
    Bei Griechenland, Spanien, Portugal
    SOLLLLLL diese angebliche NUR „Hilfe zur Selbsthilfe“ funktionieren.
    Wer ´s glaubt wird selig!
    http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/baader+bond+markets+politiker+fuehren+deutschland+zur+schlachtbank+36678

  22. Investoren weltweit
    sind bei einer Anlageentscheidung durchaus in der Lage zu differenzieren.
    Beispielsweise: Anleihe Air versus Anleihe Lufthansa.
    Das unterschiedliche Risiko zeigt sich in der Rendite die geboten werden muss,
    bzw. in den Kursen der Anleihen.
    Investoren in Staatsanleihen sind nicht dümmer.
    Selbst wenn es sich um Anleihen handelt hinter denen Staaten/Notenbanken als lender of last resort steht. KEINE Staaten mit fiskatorischen Durchgriffsrechten auf ihre Bevölkerung.
    Sie bepreisten eine ganze Weile lang die Risiken der €-Länder (untereinander) sehr ähnlich. Als sich immer deutlicher abzeichnete, dass die Risiken nicht mehr ähnlich sind dass der € „auf dem Spiel steht“ öffnete sich die Schere.
    Statt diese veränderten Risiken als Tatsache anzuerkennen
    wird – der €-Ideologie gehorchend – in klassisch sozialistischer Interventions-Manier an einer Lösung gebastelt die bewirken soll, dass auch schlechte Risiken so bepreist werden wie gute Risiken.
    Die Methode mit der das geschehen soll ist AUSGERECHNET eine Regulierungsmethodik (Bankenkontrolle) von der bekannt ist, dass sie ausser unter Adolf und Stalin und Mao … noch nie funktioniert hat. Ist Effizienzen beseitigende klassisch sozialistische Gleichmacherei. Beziehungsweise: Ist klassisch sozialistische Gleichmacherei auf – wie bei all diesen Vorhaben typisch – einem Niveau das sich immer mehr dem Niveau des SCHLECHTESTEN annähert; die Kräfte der Stärkeren aufzehrend, deren Motivation systematisch aushöhlend, den Schwachen daueralimentierten den Anreiz nimmt sich aus ihrer Misere zu befreien, weil DIES in DIESEM System keinerlei Anreiz mehr darstellt.

  23. Übrigens danke Pampa
    für deine Darlegung warum eine europ. Bankenkontrollbehörde
    – auf die/deren wunderbare Wirksamkeit man sich ja eisern beruft –
    die Aufgaben die man ihr zumuten will überhaupt nicht erfüllen KANN.
    Potjemkinsches Dorf.

  24. @ Pampus
    klar, linke Postille, sag ich doch seit …
    Hier der Wortlaut, bitte vergleiche mit dem, was HB raus macht!!!!!

    Monsieur le Président,
    Sie sind vor kurzem nach einer besonders geschickt und erfolgreich geführten
    Wahlkampagne mit der gesamten Machtfülle gewählt worden. Damit bietet sich Ihnen die historische Gelegenheit, unser Land tiefgreifend zu reformieren. Auf diese Weise könnte Frankreich die bevorstehenden Herausforderungen, mit Unterstützung der gesamten Gesellschaft besser meistern. Die ersten von Ihrer Regierung bekannt gegebenen Projekte gehen leider nicht in diese Richtung, sondern sindvielmehr eine Anhäufung von verhängnisvollen Drohungen. Die Umsetzung eines geradezu enteignenden Steuerwesens würde die Führungsspitzen unserer Unternehmen vertreiben und den Exodus ihrer Führungskr.fte beschleunigen sowie die Investitionen der kleinen und mittelständischen Unternehmen einfrieren lassen. Die geplante Mehrbelastung der Mittelschicht würde zudem die durch die 35-Stunden-Woche ohnehin gesunkene Arbeitsmoral, weiter schwächen. Letztlich würden auch die niedrigstenEinkommensschichten nicht verschont. Die Überbesteuerung von Überstunden wird ihre Kaufkraft beschneiden, während die Pläne zur Förderung des Sparbuches, des Livret A zwar sicherlich die Platzierung von Staatsschulden erleichtern, aber auch einen höheren Teil der Volksersparnisse in einer Anlage mit mittelmäßiger Rendite binden würde.
    Die Schröpfung eines gesamten Landes, um das Überleben eines überholten Gesellschaftsmodells zu gewährleisten, ist ein von Anfang an zum Misserfolg verdammtes Projekt, das sich bestenfalls während einiger Monate realisieren lässt.

    Darüber hinaus auch unsere deutschen Freunde zur Kasse bitten zu wollen, ist eingefährliches und unüberlegtes Unterfangen. Warum sollten sie auch einem Beitrag zur Finanzierung des Ruhestands ab 60 Jahren in Frankreich zustimmen, wo doch ihr eigenes Rentenalter selbst gerade bis auf 67 Jahre angehoben wurde? Sicherlich hätte Deutschland bei einem Auseinanderfallen des Euro viel zu verlieren. Es ist politisch aber nicht vertretbar, von Deutschland eine Unterstützung für den Erhalt sozialer Errungenschaften einzufordern, welche sich das Land selbst nicht zugesteht. Zudem ist es unrealistisch zu erwarten, dass Deutschland alleine die Last eines Europa, das weit über seinen Verhältnissen lebt, tragen könnte. Wollen wir den Kern unserer sozialen Errungenschaften auf lange Sicht erhalten, indem wir mutige Reformprogramme umsetzen, oder wollen wir diese gefährden, indem wir Frankreich auslaugen und damit das Projekt Europa aufs Spiel setzen?
    Sie stehen vor einem furchtbaren Dilemma. Ich hoffe in unser aller Interesse, Sie treffen die richtige Entscheidung.
    Hochachtungsvoll Ihr

  25. Politik hat ja hinlänglich bewiesen, wie sie unter Kontrolle versteht. Wer war und ist da nicht alles in den Aufsichtsgremien von Landesbanken aus der Politik vertreten?
    Wie stehen diese Landesbanken da, bei all der Kontrolle durch die Politik?
    Das soll nun ausgedehnt werden auf eine Supra-Behörde der EU, ein Hort der Korruption und Inkompetenz?

    Gruß
    dtesch

  26. @Eysel
    „In dem Brief adressiert an „Monsieur le Président“ nimmt der Investmentbanker Bundeskanzlerin Angela Merkel und Deutschland in Schutz.“

    Was heißt hier nimmt in Schutz, sie hat sich doch über den Tisch ziehen lassen. Guter Mann, der sagt ihnen mal brühwarm die Meinung …

    … siehst Du, auch das HB ist eine linke Postille. Statt mal zu konstatieren, Hollande UND Merkel sind unfähig, kommt wieder etwas, ja aber Hollande sei noch schlimmer als Merkel, ergo Merkel gut.

    Das erinnert mich irgendwie an meine Schulzeit und den Sportunterricht. Da waren zwei dabei, die beim Hochreck zwar an die Stange gehoben werden konnten, dann aber an der Stange wie ein nasser Sack hingen. Einer ging erst gar nicht hin und bekam eine 6. Der andere ging zwar hin, aber hing halt dann dran. 5 Minus für den Mut ans Reck zu gehen … 😉

    Gruß
    Pampa

  27. Rürup entblödet sich die Qualifikation der 160 indirekt anzuzweifeln
    indem er meint, nicht nur die Arbeit, sondern auch ein offener Brief habe den Ansprüchen eines Ökonomen zu genügen.
    Wenn die Stellungnahme SO läuft,
    dann ist die Motivation dahinter ziemlich klar.

  28. Lieber Karel,

    die Mindestreserve ist ein Instrumentarium der Liquiditätssteuerung, also Grundsatz 1 der Bilanzstatistik. Die Bonität (Grundsatz 2) tangiert das aber nicht. Kommt halt darauf an bei GS1 wie schnell und sehr bist du als Bank „flüssig“. Bei GS2 geht es aber darum, bist Du pleite?

    Also das ist bei Banken auch so, wenn Du feststellst, dass Dein EK auf der Aktivseite steht, bist Du pleite. Wenn Du nun feststellst, dass diverse Forderungen auf der Aktivseite uneinbringlich sind, musst Du diese erst wertberichtigen und dann auch bald mal abschreiben. So kann es pasieren, dass Dein EK auf die Aktivseite wandert, zumal Du ja schlecht so bilanzieren kannst, dass Du Hair-Cuts bei Griechenland gegen das Sparvermögen von Oma Müller buchst.

    Sparbuch Oma Müller an Anleihen aus Griechenland, also rein über Bilanzverkürzung geht das nicht … 😉

    Das lautet leider EK an Anleihen aus GR.

    Also das meinte ich eigentlich bzgl. FK, EK. :-)

    Gruß
    Pampa

  29. Es geht im Übrigen gar nicht darum, ob unser gläubigerorientiertes HGB besser oder schlechter ist, also die eher Eigentümer-orientierten Standarts IFRS und US-GAAP. In den Boards der Regelungsgeber dominiert schlichtweg die Macht am Kapitalmarkt. Diese Macht sitzt aber vornehmlich in London und New York, nicht in Berlin.

    Als könnten wir kleinen Deutschen da Standarts setzen, vollkommen illusorisch. Mit was auch bitte, mit dem Beispiel unserer grandiosen Banken aus dem öffentlich-rechtlichen SPK-Sektor? Aber sicher doch, wer schon mal eine Bank in der Schalterhalle gesehen hat, meint zu wissen, wie sie operiert, Und wenn Oma Müller einen Euro Sparguthaben zur Seite legt, fängt die Sparkasse Hintertupfing an Siemens bei der Expansion in Asien zu finanzieren???

    Das kann keine windige Sparkasse, das kann keine Großsparkasse, das kann auch keine Landesbank. Es ist auch etwas anderes einen windigen Flughafen zu finanzieren, als eine kapitalmarktnotierten Konzern zu begleiten.

    Ich würde halt mal zwischen den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern von Banken differenzieren, was wo Sinn ergibt und was wo nicht. Aber mal generell kann überhaupt eine einheitliche Regulierung nach der Methode one size fits all (hallo DDR) niemals funkionieren, das ist bei halbwegs gesundem Menschenverstand undenkbar.

    Undenkbar ist auch, dass eine Bank in einem vollkommen anderen Wirtschaftsraum wie meinetwegen eine spanische Caissa im Vergleich zu einer deutschen SPK ähnlich funktionieren kann. Die haben nicht nur eine ganz andere Risikohistorie, sie haben auch ein ganz anderes Wirtschaftssystem und ein ganz anderes Risikoverständnis.

    Wenn Du vorher für eine Hütten-Finanzierung 15% auf Pesetas zahlen musstest und danach nur noch 5% in Euro, fangen nicht nur die Bauherren an wie wild die Küste zu zu betonieren, sondern auch die dortigen Banker dabei viel laxer zu werden. Steht dann die zubetonierte Küste voller verlassener Ruinen ist das Geheul groß, Kunden und Banken pleite, Hütten leer und unverkäuflich, end of game, leider verloren.

    Aber das überhaupt mal ansatzweise einzusehen, no way. Weiter, immer weiter, mehr und mehr davon … gebt dem Affen noch mehr Zucker!

    Basel 1 und 2 und 3 führen zu folgendem: Wird die Bonität der Kundschaft schlechter, steigen die Anforderungen an das zu hinterlegende EK! EK ist aber teurer als FK, mithin werden die Kredite für schwächer gewordene Kunden noch teurer, es damit immer schwieriger sie zu sanieren. Wenn dies aber nicht gelingt, muss der Kunde Ex gehen, also Markt-Exit.

    Immer weiter Liquidität hinein zu schütten hilft nichts, er muss akut operativ besser werden, ansonsten kann die Kapitalstruktur nicht stand halten.

    Auf was bitte wird denn gehofft, wenn die spanischen Caissas rekapitalisiert werden, dass sie ihr altes Geschäftsfeld wieder betreiben können, also die Küste mit leeren Hütten zu zu betonieren? Wird es davon etwa besser, wenn neben die leeren Hütten neue Steinehaufen geschichtet werden? Kommen die Bauarbeiter wieder in Lohn und Brot und ziehen die Wirtschaft hoch? NEIN!

    Jetzt aber wirklich, GN8
    Pampa

  30. Für alle im Euro-Währungsraum niedergelassenen Kreditinstitute, die das Kredit- und Einlagengeschäft mit jedermann durchführen, bestimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die Höhe der Mindestreserve[14]. Diese Mindestreserve ist für Kreditinstitute innerhalb der Europäischen Währungsunion verpflichtend, um an den geldpolitischen Geschäften des Eurosystems teilzunehmen.[15] Bis vor kurzem betrug der Mindestreservesatz der EZB dabei 2,00 %.[16]

    Hallo Pampa,
    der obige Text aus Wiki war die Grundlage für mein Beispiel.
    Sicherlich kannst Du das besser einordnen.

    Und mit der Kreissparkasse Buxtehude als Beispiel,
    naja, das will ich ja auch niemandem antun. 😉

  31. Das Gleichnis vom Guten Banker

    Die internationale Bankenwelt steht mal wieder im Mittelpunkt. Nicht, weil die Krise wieder hochgekocht ist und nicht einmal, weil sich deren alternativlose Rettung wieder als Fass ohne Boden entpuppt hat – sondern weil die Banken und die Banker massiv „in der Kritik“ stehen. Man mache sich einmal bewusst, was die Schlagzeilen an einem langweiligen Donnerstag wie heute hergeben… Die Banker sind eben nicht gerade „Freunde“ der Zivilgesellschaft…

    Da haben wir beispielsweise einen neuen Namen, der im Kreuzfeuer der Justiz gelandet ist: Rodrigo Rato, der wohl prominenteste Banker Spaniens. Er ist seit Mitte der 90er Jahre Wirtschafts- und Finanzminister Spaniens gewesen und nach einer kurzen Übergangszeit als Generaldirektor beim IWF, noch vor der Krise als Nachfolger von Horst Köhler, erntete er die Früchte seiner Arbeit, schuf nach Bismarck’scher Manier („mit Eisen und Blut“) den Sparkassenverband Bankia und brachte diesen noch schnell an die Börse.

    Bankia stellt den gesamten Euro vor neue Probleme. Der Mann hinter der Konstruktion, Herr Rato, muss sich nun der Justiz stellen. Es geht um „Betrug, Unterschlagung und Bilanzfälschung“ – immerhin gegen jemanden, der den IWF anführte! Es ist eben nicht so, dass all die illustren Namen, die mit dem Projekt Eurorettung verbunden sind, am kollektiven Helfersyndrom leiden. Der Euro wird gegen massiven Widerstand von Gesellschaft und Experten gerettet (s. u.)!

    Dabei scheinen all die Probleme keine zu sein! In geheimen Papieren legten die Großbanken der US-Einlagensicherung FDIC jeweilig nun vor, dass es im Falle der eigenen Insolvenz jeweils kein Problem à la Lehman für das Gesamtsystem gäbe. Ach, so ist das also!? Was retten wir denn dann bitte? Was ist denn dann so „systemrelevant“? Nette Anekdote: Die Deutsche Bank vermerkt in ihrem so genannten Testament, „dass sie mehr als 2.900 rechtliche Einheiten in 72 Ländern unterhält.“

    Großbank eben. Doch der erste Preis bei all diesen Headlines geht eindeutig an die City of London, deren Bankenverband, welcher den LIBOR einst erfand, ihn nun mit unschuldigen Blicken zu Boden plötzlich und unerwartet vom Staat regulieren lassen möchte. Wie kleine Jungs, die man heimlich beim Rauchen erwischt! Wir dürfen es auf keinen Fall bis zur Bankenunion und unlimitierten Blanko-Scheck-Rettung durch den ESM kommen lassen! Sonst müssen wir bald den Begriff „Weltwirtschaftskrise“ neu definieren…

    Wenn die Börsenkurse fallen

    Wenn die Börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhöckern diese Knaben
    Dinge die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen – echt famos!

    Wenn in Folge Banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, Bewohner müssen raus.

    Triffts hingegen große Banken,
    kommt die ganze Welt ins Wanken –
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut.

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und – das ist das Feine ja –
    nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen –
    ist halt Umverteilung pur,
    Stets in eine Richtung nur …

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=2f8c02f545&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=12209

  32. @Karel
    Die Bilanzsumme der DB, nicht nur von ihr, hängt von der Bilanzierungsmethode ab und variiert stark, je nachdem ob man die HGB-, die IFRS- oder die US-GAAP-Bilanz zur Hand nimmt. Das sind einfach unterschiedliche Bilanzierungs-Standarts.

    Weiter kannst Du eine Bankbilanz überhaupt nicht mit einer Bilanz eines Industrie-Konzerns vergleichen. Du kannst Dir aber gerne mal den Geschäftsbericht herunter laden und versuchen da von außen draus schlau zu werden. Du kannst Dir auch mal die Entwicklung der Regelwerke von Basel I bis Basel III zu Gemüte führen. Und wenn Du Dir dann noch mal einen Lastwagen Prüfungsberichte aller Art gelesen hast, überlegen wir nochmal neu, was Du meinst im Geschäftsbericht gelesen zu haben.

    Das sind bei den großen Prüfunngsgesellschaften übrigens auch Horden von Spezialteams, die nur Bankbilanzierung und -Prüfung machen, ein normaler WP kann das auch nicht. Lese Dir beispielsweise mal IAS 39 durch und dann sage mir, was Du davon glaubst zu verstehen und was Dir wie Teufelszeug vorkommt.

    Jedenfalls kannst Du eines ziemlich sicher vergessen, dass die BAFin mit ihrem Personal dort besonders viel „kontrollieren“ könnte, aufgeteilt ist das übrigens auf BAFin und die BuBa. Die beiden kriegen sie auch schon seit Jahren irgendwie unter ein Dach. Und die neueste „bahnbrechende“ Idee ist, dass die Kontrollbehörden Euro-weit zentralisiert werden sollen. Aha. Mit Verlaub, so einen Nonsens auch noch nur vorzuschlagen zeugt von grenzenloser Ahnungslosigkeit unserer Politiker.

    Okay, gute Nacht Karel, Deutschland und TiTo
    Pampa

  33. @Karel
    „Wenn ich als Sparer 1 Euro zu Bank bringe, darf diese Bank 50 Euro daraufhin ausleihen. Wenn diese Bank in Insolvenz geht, ist nicht nur mein Euro, sondern auch die der 49 Anderen einfach weg“

    Das ist doch Nonsens, Spareinlagen sind Verbindlichkeiten einer Bank. Die Kreditvergabefähigkeit ist aber an das EK gebunden, nicht an das FK. Lese Dir mal KWG §§10-14 durch.

    Außerdem würde ich mich nicht immer auf unsere größte und beste Bank, die noch dazu international breit vertreten ist stürzen. Wenn Dir aberreihenweise die Anleihen der sich selbst als lender of last resort regulierenden Staaten ausfallen, geht früher oder später ausnahmslos jede finanzielle Institution baden, übrigens auch Versicherer.

    Gruß
    Pampa

  34. @Karel
    „Und solange dies immer noch nicht passiert, glauben alle Euro-Pessimisten, sie hätten Recht.“

    Es geht nicht darum „recht zu haben“.
    Mir wäre es auch lieber, ich könnte an die ganze „Euro-Retterei“ glauben. Tue ich aber nicht.
    Warum? Weil nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen und meinen Kenntnissen aus der Geschichte, dieser Glauben keinen Bestand hat.
    Was hat den dieses ganze hektische Handeln der Politik gebracht? Richtig, die Schulden sind weiter gestiegen, ohne dass sich nur ansatzweise etwas verbessert hat. Das Gegenteil ist der Fall. Europa mit seinem Euro rutscht noch weiter ab.
    Wenn das so weiter geht, werden nicht nur 2 oder 3 Banken hops gehen.
    Es nützt auch nichts dass die Sozis mit den Schuldenmachen im großen Stil begonnen haben.
    Bis jetzt haben wir Target2-Verplichtungen von 698.567.101.301,00 Euro, Stand 31.05.12. D hat selbst über 2 Billionen ausgewiesene Schulden, von den Schattenhaushalten und Pensionsverpflichtungen ganz zu schweigen. Nun komm noch EFSF und ESM dazu. Bürgschaften, werden die Opportunisten einwerfen. Nur wer glaubt, dass diese Bürgschaften nicht gezogen werden? Wer würde sein Vermögen dafür hergeben?
    Werden auch noch die Bankschulen vergemeinschaftet bedeuten dass weitere Billionen.
    Das alles ist bitter aber leider real. Man kann vor diesen Realitäten die Augen verschießen und alles schönreden, nur nützen wird das wenig.
    Ich hoffe nicht das Du dann in Deinem Alter noch Äcker bewachen musst.

    Gruß
    dtesch

  35. @ karel,

    inzwischen musste ich auch vieles neuordnen und
    hinzulernen.
    Banken sind ganz eindeutig missbrauchs-opfer, sie
    werden von einer klitzekleinen FINANZMAFIA
    einerseits und völlig überschuldeten staaten
    andererseits, wie ein spielball hin- und hergeworfen und
    sollten daher m.E. unter eine art denkmalnach-schutz
    gestellt werden.
    Dem lieben Pampa haben wir somit viel unrecht getan,
    in den letzten vier jahren, wofür ich hier an dieser stelle
    um buße und lossprechnung bitten möchte, ja.
    Diese, im grunde genommen sehr liebenswürdigen
    menschen, werden quasi verhunzzt, verheizt und
    zwischen zwei dümmlich-arroganten Interessenssphären
    aufgerieben.
    Es gehörte somit schon immer zu den grundpfeilern der
    zamiristischen Lehre, dass auch irrtümer erkannt und
    öffentlich eingestanden werden, damit der blick
    in die zukunft klar, ungetrübt und unvoreingenommen
    ohne weitere ressentimentes getan werden darf.

    Schöne Grüße vom grossen Umdenkprozess, ZAmir

  36. @Eysel
    @dtesch

    Ich sehe,
    daß unsere Einschätzungen zum aktuellen Risiko nicht übereinstimmen.
    Ich sehe, es fallen nicht nur 2 oder 3 vom Hochseil,
    ich sehe, daß ganz Europa, und nicht nur Europa,
    aufs „Beton-Pflaster knallt“.
    Dann brauchen wir in der Tat das ganze „ESM“-Gedröhne nicht mehr.

    Und solange dies immer noch nicht passiert,
    glauben alle Euro-Pessimisten, sie hätten Recht.

    Unter rot-grün wurde das „Daunen-Kissen“ gegen das Hochseil
    getauscht. Und da haben die 160 leider nichts „aufgebauscht“

    Wenn ein Unternehmen wie VW in Insolvenz geht, kaufe ich ein anderes Auto.
    Gehen 2 oder 3 Banken wie die Deutsche in Insolvenz, habe ich kein Geld mehr zum Kaufen.
    Dann wird es mir so wie meinem Vater in jungen Jahren gehen,
    nämlich die Äcker des Nachts bewachen.
    Von den „Begleiterscheinungen“ ganz zu schweigen.

    Gruß
    karel

  37. Und Merkel beruft sich darauf, dass NOCH nichts geändert wurde.
    Und bestreitet, das sehr Absehbare.
    Nämlich worauf die erklärten Absichten – schon mit einfacher Welt- und Menschenkenntnis deutlich erkennbar – hinauslaufen. – Wie oft hat sie mit ihren Prognosen in den letzten 3 Jahren schon daneben gelegen??? – Aber JETZT irrt sie NICHT!!! –
    Wenns schief geht, sind es die „habgierigen Märkte“
    wenn es wider jedes Erwarten gut gehen sollte,
    heftet sich A. den Lorbeer an. – Wie immer. –
    Bisher hat noch so gut wie jede dieser gut gemeinten und jedes Mal garantiert hochkomplexen Regulierung dazu geführt, dass sie entweder aufgeweicht, oder nicht angewendet, oder umgangen werden konnte, oder sogar von den Initiatoren selbst gebrochen wurde.
    Letztendlich kontraproduktiv war.
    Unter anderem auch dadurch, dass „natürliche“ Rückkopplungsmechanismen mindestens teilweise außer Kraft gesetzt wurden. Der Glauben, man könne es besser regeln als diese. – Über Preise z.B oder in diesem Fall durch die Möglichkeit einer Pleite. –
    http://www.welt.de/wirtschaft/article107914357/Merkel-zweifel-an-Kompetenz-der-Oekonomen.html
    Mit dieser „dünnen“ Erklärung, Ausrede desavouiert A. sich gnadenlos selbst.
    Vertraut auf die Dummheit ihrer Hörer.
    Verfährt nach dem Schema „ein Professor aus Heidelberg“.

  38. @ Eyss, karel und dtesch,

    soo nun wird es endlich zeit dafür,
    kraft meines amtes verleihe ich Euch hiermit feierlich,
    den 1.Dan der zamiristischen Lehre, den sogenannten
    Shodan, den schwarzen gürtel der Hoffnung.

    Gruß Zamir

  39. @ Karel 16:23
    Wieso und von welchen „49 Anderen“ redest du????
    Bist du auf dem richtigen Dampfer?
    Der „Rest“ ist fiat money.
    Der „Rest“ mündet – im Falle von bailout – in Nachschußpflicht von uns Allen,
    damit der Saftladen weiter arbeiten kann.
    Da können die „Hosendürlknopfhersteller“ von mir aus nen Rettungsfonds untereinander machen. – Dann hat es sich aber. –

    Gerade der Zitierte ist der so einfache wie (alle Beteiligten) disziplinierende Passus. Was nutzen Regelungen,Gesetze, Aufsichtsbehörden …
    wenn es am Ende sowieso heißt systenrelevant, too big to fail
    und Politik sie „ins Daunenkissen“ fallen lässt.
    NIX Daunenkissen, Betonpflaster!!!
    Wenn mal 2 oder 3 vom Hochseil auf den Beton fallen, dann rappelt es zwar gehörig im „Welt-Karton“, der Rest der Banken kapiert, was die Stunde geschlagen hat!!!
    Stattdessen organisiert die beflissene Politik Hilfsaktionen
    die die Helfer SELBST (schließlich uns alle) gefährden.
    So zu sagen Selbstmord aus Hilfsbereitschaft.
    Das ist der Schwachsinn,
    den Manche mit „ach so HEHREN Zielen“ zu rechtfertigen versuchen.
    Aus der Angst heraus jemandem ein wenig weh zu tun,
    wird erst in der Hoffnung auf ein Wunder für teures Geld Zeit gekauft
    um dann ALLEN (in der Zukunft) VIEL weher zu tun.
    Nichts Anderes bemängeln die Herrschaften!

  40. @ all,

    cosmopolis, anarcho-fiffi-thriller, hier bei wiwo gelesen.
    Panopitikum der Verfalls, die Finanzwelt ergibt keinen Sinn.

    Nur ein filmchen und dennoch traurige wirklichkeit,
    wenn es darum geht mit den vermögenswerten anderer
    menschen völlig planlos und ungebremst dem
    abgrund entgegenzuseglen.

    Die immer wiederkehrende frage: „Wieviel braucht der
    Mensch und welche Werte sind tatsächlich von belang ?“
    Die hirnstränge der neandertaler-nachkommen sind
    damit restlos überfordert und verzocken daher
    ihr letztes unterhemd, für summen die am ende
    niemals greifbar sind.

    Schönen Gruss vom Higgs-Partikelchen, Zamir

  41. @Karel
    „Wenn ich als Sparer 1 Euro zu Bank bringe, darf diese Bank 50 Euro daraufhin ausleihen. Wenn diese Bank in Insolvenz geht, ist nicht nur mein Euro, sondern auch die der 49 Anderen einfach weg“

    So ist es! Oder besser: So ist das Leben.
    Wer kann ein risikofreies Leben garantieren?

    Was ist die Alternative?
    Bei dieser kopflosen „Euro-Retterei“ ist in Deinem Beispiel nicht nur das Geld des Sparers und der 49 Anderen weg, sondern es besteht zusätzlich Nachschußpflicht in Form von einem Währungschnitt, von Zwangsanleihen, höheren Steuern, Inflation, und ….

    Liese man dagegen Banken bankrott gehen, so werden in der Tat eine Menge Leute ihr Geld verlieren, z.T. auch indirekt, wenn Versicherungen und Pensionsfonds bei dieser Bank involviert waren. Das ist aber immer noch das KLEINERE Übel, als das vergemeinschaften von Schulden. Dort trifft es garantiert JEDEN. Der zwangsläufige Zahlungsausfall wird wesentlich größer sein.
    Man MUSS Banken bankrott gehen lassen. Das hat auch einen erzieherischen Charakter. Die Anleger werden umso vorsichtiger sein und vor einem Investment das Geschäftsgebaren der Banken genauer ansehen.
    Das was jetzt passiert, ist geradezu eine Einladung zu Spekulation: Bis zum großen Knall, kann man risikofrei sein Investment betreiben.

    Gruß
    dtesch