Der Fall Wulff zeigt, was passiert, wenn klare Grenzen zwischen Staat und Unternehmen, Politik und Geld verwischen.
So wie der sprichwörtliche Elefant den Porzellanladen zerdeppert, gefährdet ein tapsiger Wulff das Schloss Bellevue: Manche empfinden schon Mitleid mit dem Gejagten, der mit verschwurbelten Aussagen haarscharf an Wahrheit wie Lüge gleichermaßen vorbeizielt und mit jeder Entschuldigung neue Verdächtigungen auslöst.
Bundespräsident Christian Wulff schlingert ohne eigenes Maß entlang der schwammigen Grauzone zwischen legitimer Interessenvertretung und problematischer Einflussnahme. Seit Jahrzehnten sind die Sommerfeste der Bundespräsidenten wahre Orgien des Sponsorings; Leistungsschauen deutscher Winzer, Bierbrauer, Würstchenfabrikanten und Autobauer. Jeder Besucher erhält einen Regenschirm geschenkt. Darf man auch der Präsidentengattin ein Kleidchen spenden, am liebsten mit Logo, logischerweise? Schließlich laufen ja auch Filmdiven Reklame für Haute Couture und steigen Prominente und Politiker aus gesponserten Edelkarossen. Der eine fährt billig, der andere drängelt billig sein Produkt auf die Bildschirme. Das heißt auf Neusprech Win-win-Situation. Oder zahlt vielleicht doch ein Dritter drauf? Häufig sind es die Farben staatsnaher Unternehmen wie der Telekom, die man bei solcherart Veranstaltung sieht; lange haben so Glücksspielindustrie und Zigarettenlobby gegen ihre öffentliche Ächtung gekämpft. Auch stark regulierte und daher vom Gesetzgeber besonders abhängige Branchen wie Pharma und Gesundheit sind auffällig. So werden die Grenzen verwischt: Wenn der Bundespräsident als oberster Repräsentant unseres Volkes sein Sommerfest von Sponsoren finanzieren lässt – warum nicht auch Bundesländer, Städte und Gemeinden? Dort springen die Stadtwerke, die regionalen Winzerverbände und die Ortsgrößen der Wirtschaft für etwas ein, wofür der Staat nur noch wenig Geld und noch weniger Mut hat: für Repräsentation und Selbstdarstellung. Wenn die Landesvertretungen den immer selben Gratis-Essern in Berlin zu ihrem Parcours der Eitelkeit verhelfen oder die Bundesländer den Tag der Deutschen Einheit begehen: Warum zahlen sie nicht selbst? Warum betteln unsere obersten Repräsentanten wie der Kassier des Schützenvereins beim Getränkegroßhändler um Freibier? Sie glauben, es zu müssen – weil wir eine Neidgesellschaft sind. Denn würde das Sommerfest im Schloss Bellevue auf Steuerzahlerkosten ausgerichtet, dann aber hallo! Die Schlagzeilen würde kein Gewählter überleben, in Berlin nicht und auch nicht in Kleinkleckersdorf. Am Nationalfeiertag in Frankreich marschiert die Truppe im Gleichschritt hinter dem Präsidenten, und oben fauchen die Kampfflieger; in Deutschland müsste, wenn wir uns überhaupt so etwas trauen würden, der Phantomjäger “Badische Versicherungskammer” per Kondensstreifen an den Himmel schreiben – Sponsoring eben. Maßstab des Politischen ist heute der Hartz-IV-Empfänger: Irgendeiner rechnet immer aus, wie viel denen da unten durch die da oben gerade wieder verloren geht. Die Parteien haben die genauestens kontrollierten Parteispenden durch ungenau dargestelltes Sponsoring ersetzt; beim Parteitag lässt sich der Parteivorsitzende, der zufällig auch Ministerpräsident oder sonst was Hohes ist, gerne zu einem Plausch am teuren Stand herab mit offenen Ohren für großzügige Ohrenbläser.
Seit der Affäre Wulff ist das vertraute Geben und gerne Nehmen in schiere Angst gekippt: Jetzt bleiben die Promi-Logen der Unternehmen bei Bundesligaspielen frei, kein Politiker traut sich mehr zum Firmenjubiläum. Oper und Uni bangen um die großzügige Dotation: Neuerdings deuten alle mit dem Finger auf alle, am liebsten in investigativen Enthüllungsorganen. Seit Wulff gilt als kriminell, was vorher als “Social Corporate Responsibility” oder “Good Corporate Citizenship” hochgelobt wurde. Aus der Grauzone wird eine Glaubwürdigkeitsfalle, und die Bürger reagieren genervt.
Wir sind ein Land, in dem keiner mehr weiß, was sich gehört. Und wir sind gründlich. Jetzt zählen wir Wulffs Hosenknöpfe und geben wie er den reuigen Schlawiner, denn wichtig ist jetzt eins: sich nur nicht erwischen lassen.











224 Kommentare zu “Bettler im Bellevue”
Pampa, danke der geneigten Nachfrage.
Mein Medienberater hat mir geraten mich kurz zu fassen und beim Thema zu bleiben.
Wegweiser gestern im Blog zum neuen Thema hat sich ja auch schon mokiert….
Bei mir ist alles senkrecht bis auf den linken Arm. Habe mir eine Schultereckgelenksprengung eingefangen. So pflege ich jetzt eine Depressionsblase. Ich weiß nur nicht, welche Seite ich anstechen werde zum kontrollierten Entweichen.
Ich habe tatsächlich mal ein paar Wochen völlig abstinent vom Blog hier gelebt.
Wenn ich das so lese, gibt es eigentlich nichts Neues.
Pampa, Deine geistreichen pragmatischen Auflockerungen sind für mich das Salz an der Suppe im Blog. Ich muss da immer sehr feixen. Das ist wie ein guter joke. Wenn es manche in die sexistische Ecke stellen wollen, von ir aus. Mach weiter so!
Mit Klaus würde ich mal lieber diskutieren, ob beim Fußball gegen die Bayern aller guten Dinge 3 sind oder ob sich der Trend umkehrt.
Magics Gedanken sind bei seinen Einlassungen so derart brachial, dass sich die Buchstaben bei der Wort- und Satzmanifestation immer wiedermal aus der Reihe tanzen.
Hier zum Thema ist jetzt Schicht im Schacht und es hat sich ausgebettelt.
Das war ja wirklich das beherrschende Thema der letzten Wochen. Als ob wir nichts wichtigeres anzugehen hätten. Das hat mich sowas von angewidert.
Ich schau dann mal zu, dass ich meine persönliche Balance wiederfinde und lese ab und zu mal mit.
Herzliche Grüße an alle Protagonisten hier.
Null
Originalkommentar Angela Merkel:
“Wulff hat wichtige Impulse gegeben.”
Womit die erste frau im staate ausnahmsweise nach
allen seiten richtig liegt, ein absoluter knallböller erster güte.
Wusste garnicht, dass die CDU der realatire so nahesteht.
Im südwesten der republik nennt man das, den
höhepunkt einer “Kappensitzung.”
Wolle ma se roilosse ?
Gruß aus der Südkurve, Zamir
Lieber Null, (Eysel, Greg, RTY, all hier natürlich, ist doch öffentlich)
da bist Du ja wieder, alles senkrecht?
Wieso sollten Studenten denn einen Kapital-intensiven Caravan auf den Campus stellen? Wenn sie gut drauf, drunter, dahinter und davor sind, stehen die Mädchen doch Schlange, wenn man irgendwo übernachten möchte.
Wer keine Kohle hat braucht Ideen. Das schult ungemein, solange die Herzensbildung in jungen Jahren gut war und man weiß, dass man ja jederzeit, wenn man denn möchte, sich wieder an den Familientisch setzen kann, sollte man nicht mehr alleine zurecht kommen.
Aber nur dann, richtige Huber lernen zu kämpfen, mit allen möglichen Methoden, die legal sind.
Was spräche beispielsweise dagegen, wenn man als junger Krieger am Campus seine Freunde zu einem Fußballfest einladen möchte, aber keine Bude hat, die Szene von 9 1/2 Weeks mit einem Mädchen nachzuspielen, in der sie der Wallstreet-Banker füttert. Wenn sie dann schmachtend, mit verbundenen Augen auf dem Küchenboden sitzt und den Mund weit aufmacht, räumst du einfach erst mal den gesamten Kühlschrank leer und stellst, sagen wir, eine Schneiderweisse rein.
Dann machst du den Fernseher an, schaltest auf Gladbach vs. Bayern, die Tür geht auf, 20 Jungs kommen rein, ein freundlicher Mann, nennen wir ihn Hermes, liefert eine Schneiderweisse palettenweise, Uli kommt rein und meint, also junge Männer haben nicht nur Durst, sondern auch Hunger, und bringt seine Würschtel und Brezen mit, und dann verbringen wir live auf TV einen Herrenabend.
Was heißt hier chauvenistisch, gib ihr vom Ertrag aus dem Sponsorenvertrag was ab und sie wird sich freuen.
Disclaimer: Ich habe mit der Brauerei und sonstigen Sponsoren (noch) nichts zu tun.
Mal im Ernst, dieses politisch hyperkorrekte geht mir auf die Cojones, man kann es mit allem übertreiben. Und Greg, nein, ich will nicht über die Abseitsregel mit Dir und Klaus dislutieren, Gnade!
Aber über die Medikative sollten wir wirklich mal diskutieren. Das geht doch gegen keinen hier, aber wenn sich ein Studienabbrecher wie Jörges in Talkshows aufführt, als sei er Medien-Richter, so kommt mir zumindest das kalte Grausen hoch. und das sage ich nicht als Stiefelleckerei oder sowas, da sehe ich mir deutlich lieber jemanden wie RTY an, auch wenn ich mir oft wünschte, dass er mal etwas bayrisch markanter in den Talkshows dazwischen hauen würden. Vollkommener Unsinn muss auch mal als solcher bezeichnet werden. Wo soll das denn hinführen, wenn wir mal an die Menschen in Europa als Menschen denken?
Das denke ich zumindest, als gelegentlicher Zuschauer der Veranstaltungen
Gruß
Pampa
Aus schierer Ignoranz Dynamit an genau das gelegt,
was man vorgab etablieren zu wollen:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13872246/Der-Untergang-des-Europa-wie-wir-es-kannten.html
@ Null
Du hast selbstverständlich Recht damit dass nicht alle Menschen aus meinem Holz geschnitzt sind. )Und ob Gott sei Dank oder leider ist ein anderes Thema.) Und zutreffend ist auch, dass ich – zur Exemplifizierung – gerne mal überziehe. Und zutreffend ist auch, dass der Studenten es unter Umständen schwer hat eine „sichere“ Unterkunft zu finden.
Nur, das hat nicht das Geringste mit dem Thema zu tun das da lautet „hat Staat selbst DEN zu schützen der gegen einfachsten Menschenverstand handelt“.
•
Unterstellen wir Greg doch einfach mal, dass die Weiber ihn gestern arg strapzzzzzziert haben. Er in etwas gequälter Karneval-Lustigkeit-Manier sich selbst ironisierte. Und ich das einfach nicht mitgekriegt habe
Ich möchte auch noch etwas Zement in den Magerbeton des eingefallenen Studentenwohnheims geben. Greg hat recht mit seinem Veweis auf asymetrische Information. Selbst wenn ich als Student im Hinterkopf habe, dass im Bauwesen meines Landes gewisse Kreativität in der Gewinnmaximierung herrscht: was sollte er tun? Ein Zelt auf dem Campus aufschlagen, einen alten Caravan erwerben und auf den Campus stellen?
Eysel Du überziehst wieder sehr mit Deinem Drang zur Eigenverantwortung. Es sind nicht alle Leute aus Deinem Holz geschnitzt….
@ Pampa,
von welchem wissen bzw. nichtwissen schreibst Du hier
eigentlich, in unseren modernen zeiten ?
Wichtig ist heutzutage ein passabler kontostand,
einige überlebenstricks und jaa, auch ein ganz klein
wenig geheimwissen, um dem andrang der jüngeren in der
arbeitswelt, schön gediegen und nett die grenzen aufzuzeigen,
bis das rentenalter dann freundlich winkt.
Das sollte dann auch schon reichen, das wissen von dem Du
so begeistert bist, hat schon vor einigen jahrzehnten seinen
geist aufgegeben, schau Dich um und mach Dich sachkundig,
hier und heute; manche sprechen sogar von einer
aufkomenden “Generation doof.”
Soweit würde ich nun nicht gehen wollen, aber unsere
kultur- und TV-programme sprechen da eine deutliche sprache.
Nur soviel zum thema “Was man weiss und was man
wissen sollte.” Mach Dir nixx draus, alles wird goood.
Gruß Zamir
@ Pampa und seine Häscher in karnevalistischer Kampfeslaune,
habt Ihr Greg nun alle gegenteile um- und hin und herbewiesen ?
Wie die geier auf restbestände, wenn es Euch spass macht.
Abba, Ihr solltet es besser wissen, wischtig ist nur was hinten-
herauskommt, odda ?
Pampa, bei unserem “näxxten treff” holen wir alles nach,
auch die sexuellen ausschweifungen, die Dir irgendwo
in der pubertät bereits abhanden gekommen sein müssen.
Es tut garnicht weh und bohren musst Du auch nicht,
vertrau mir einfach, Genosse Banken-OberRegulator, gelle.
Wir schauen uns die medien von unten und oben an um
herauszufinden, warum GR so lange an der angel gehalten
werden muss, evtl. für die ANARCHO-FIFFIS, weil die
auch keine ordnung in ihren abbuchungsverfahren haben.
Wir kümmern und um die deutsche staatsaffäfe, die sich
schlicht und einfach “s’ Wulferl” nennt und mit der zeit
werden wir herausfinden, warum auch die medien dieses
künstliche hinauszögern bei den grosskopferten nicht
verhindern können.
Wenn wir dann noch ein paar stunden auf unserer lebensuhr
haben, dann zeige ich Dir wie man einen äschdden
bier-sex-werbespot dreht und produziert, so isses.
Narhalla-Dingsda
Helau, Zamir
Gregor Neumann und andere Gesetzesgänger:
früher waren´s die Götter, angefangen bei Zeus, denen wir gefolgt waren. Heute sind es die Götter in Berlin denen wir unsere “Naturgesetze” anvertrauen. Für´s Weltklima haben sie sich schon verantwortlich erkärt und mit Statistiken heben Die auch noch die Schwerkraft auf…. Dabei müssen wir davon ausgehen, dass “Wir” uns nicht verändert haben. Unser Seelenheil sucht nach wie vor nach Orientierung, unser Sein und unser sicheres Ende ist uns geblieben…. bequemer geworden, sind wir, vielleicht, ja, weil uns wurde ja Wohlstand für Alle (und für immer) versprochen….
Die Alten Götter mit ihren Gesetzen hatten allerdings den Vorteil:
1. Sie hatten zwar schon immer ihre Opfer verlangt, aber sie waren regelmässig billiger zu haben, sie haben nie die Hälfte der Lebens(arbeits-)Zeit beansprucht, mit 65 das Ende prophezeit und dann das Hoffen auf das Sterben verkündet…
2. Weil die Götter nicht ´von uns und unter uns waren`, sondern von ´außerhalb` kamen, konnten sie davor warnen, nicht größer sein zu wollen, als sie selbst (Demut, wer das Wort noch kennt…) … schau Dir das Internet an: Ein jeder ist der Hohe Richter geworden und damit ein kleiner Gott. Dabei haben wir das 11. Gebot zum Gebot der Stunde erklärt, Vitamin B soll dabei helfen, lese ich gerade im HB, und wir verschleissen einen Bundespräse nach dem anderen. Oder wird der nächste die Unbefleckte in Person sein?
—-
desweiteren wäre der Frage nachzugehen: Wie kommt die halbe Menschheit, die Analphabeten eigentlich ganz ohne (geschriebene) Gesetze und Regulierungen zurecht? oder haben die gerade deshalb grössere Chancen, weil sie Überleben im Leben gelernt haben, im Gegensatz zu einem, der auf verhartzte Gesetze vertraut hat und dann auf der Strasse verhungert…?
Dabei sollten wir keineswegs vergessen, als dass das Spiel schon zuende wäre. Die Grundfrage bleibt: to be or not to be, täglich neu gestellt.
—-
auch Jonathan weiss: Wenn er fällt, dann fällt er auf den Hosenboden und er braucht nur wieder aufzustehen. Aber er weiss auch, je höher er auf der Leiter steigt, umso mehr tut´s weh! Weiter oben, da wird´s dann richtig gefährlich für ihn.
ergo: Wenn wir fortschreiten wollen, dürfen wir nicht das Neue finden wollen, sondern müssen zu unserem Ursprung zurückgehen! (aus einem altem indischen Sprichwort, weit aus vorMerkel´schen Zeiten, wurde damals als Weisheit verkündet, was heute als Naivität abgetan wird, wir machen ja schließlich unsere Gesetze selbst…)
Wüsste andererseits auch nicht, wie die Seele mit Argumenten zu beschreiben wäre…. müssen vielleicht auch zurück vom `rer. nat.` zum ´rer.null.1.` um Fortschritte sichtbar zu machen…
Gnothi seauton,- lohnt sich wirklich, ja ja ja… sollten mehr beobachten, als beurteilen, dann könnten wir auch an dem Balken im eigenen Auge (und sei´s nur der der Berufung) etwas vorbeiblinzeln und uns selber besser sehen. Beim Urteilen, da kommen nämlich immer Schuldige raus, und, es wär´ doch grausig, wenn wir feststellen müssten, dass wir das eventuell selber wären….? Odda net?
Nun vermische mir bitte nicht den Carne Vale mit den ernsthaften Diskussionen hier Greg. Du bist doch intelligent genug multi-using und multi-tasking zu kombinieren.
Ich gehe davon aus, dass es hier alle gut miteinander meinen. Nur das zählt in the end my friend.
Siehe es mal so, das hier ist doch nur Work-Out, was zählt ist die Perfomance an welchem Markt auch immer.
Mädchen sind auch ein Markt. Aber ich muss mich jetzt mal um die Hauslelf kümmern, nicht dass sie mir wegläuft, Jungs sind leider auch ein Markt ….
Gute Nacht
Pampa
@Pampa:
“Wir werden aber mal alle gemeinsam eruieren müssen, was wirkliche Klasse ist.”
Das ist die wohl schwerste Frage von allen, weil das eine Frage der Zielgruppe ist. Was ich von Justin Biber halte, ist völlig irrelevant, weil ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Was Du oder ich “klasse” finden, bringt uns in der Beurteilung seiner Musik deshalb nicht weiter.
Ansonsten zitiere ich gerne den Film Amadeus. Die Szene am Anfang als Salieri dem Prister Melodien vorsummt, der sie aber nicht erkennt, obwohl sie früher erfolgreich waren. Und dann summt er die kleine Nachtmusik, die der Priester natürlich sofort erkennt, obwohl er nicht weiß, dass sie von Mozart stammt.
Salieri sagt dann pikiert, dass Mozarts Musik immer größer und stärker geworden ist, während seine immer schwächer wurden. Klasse widersteht eben dem Zahn der Zeit.
Das wird eine spannende Diskussion, auf die ich mich freue. Aber vielleicht besser nach Karneval
Zamirowitschiskovskaia + Greg
dieses Jahr ist der Prinz ein Schwuler, die Jungfrau ein Hetereosexueller und der Bauer, keine Ahnung, nächstes Jahr vielleicht ein Transvestit. Mit allem was Du über Katholizismus, Französiche Besatzung, Gothik, Notarrecht und Köln nicht weißt, könnten noch sex andere sitzen bleiben, also halte Dich an Potsdam, die sich die Berliner Preußen als Hofbelustigung halten.
In der Nähe von Köln gibt es ein Mutantendorf mit Migrationshintergrund, dort sind die Mädchen so asozial, dass sie auf ihrer Prachtstraße Aral-Sekt, in Pelzen aus tiefgefrorenen Nagern vor dem Schlachten, saufen, und das für Champagner halten, während die Warmduscher von Männern sich Natursekt hinter die Binde kippen, das sehr kreative Menschen als Kölsch in den Rhein schifften und die Mutanten als Alt-Bier bezeichnen, dieses Dorf ist derart … ich wage es kaum, es beginnt mit etwas, das nach Dussel klingt und in der zweiten Liga dem Ball hinterherläuft. Ich sagte Dir doch Alt-68er Kommunist, gehe mir in der fünften Jahreszeit besser aus der Sonne in der Nacht, vor allem wenn Wieverfastoloafend is …
… Minimum drei Schlipse an solchen Tagen Zamir, denke an das Kreuz des Südens und Dein Torpedorohr, sowie die beiden Munitionskammern, die Du jeden Morgen kraulst.
Träum genüsslich, was ist denn eine Nacht ohne Morgenständer …
Pampa
Doch Greg, ich meine das bezüglich Medien ernst und danke Dir für Deine erste Antwort diesbezüglich. Wir werden das vertiefen, zumal ich diese Entwicklung ohnehin über kurz oder lang erwarte wird es darum gehen, dass sich Klasse und nicht schlichte Masse durchsetzt. Wir werden aber mal alle gemeinsam eruieren müssen, was wirkliche Klasse ist.
@ Greg 20:14
Das SOLL eine Retourkutsche sein … und ist barer Unsinn.
Falls ich von Irgendwas eine geringfügige Ahnung habe,
dann über Spiegelneuronen. Und die sind weiß Gott nur ein “Splitter”.
Und deren Kenntnis entbindet garantiert nicht von der Berücksichtigung “übergreifender Zusammenhänge” oder Logik.
2.) Es geht hier nicht um „Markt“.
Nicht einmal dem von Informationen.
Wer verlangte denn Probebohrung von Studenten am Wohnheim wenn lediglich ELEMENTARES Wissen von der Qualität “wo ist mein Hosenknopf”
und wo in meinem Land Wackeln die H(E)rdplatten
und wie “flexibel” wird mit Genehmigungen umgegangen gefordert ist.
Du aber (indirekt) behauptest,
Staat müsse SO WEIT SORGEN/REGELN
dass er sogar Studenten von der Notwendigkeit zu DIESEm Elementarwissen entbinden kann!!!
Das wäre die Forderung nach totaler Entantwortlichung selbst für Studenten
und selbst für primitivstes Lebens-Wissen.
Letztlich forderst du (indirekt) Staat auf, dumm zu halten und seine Bürger als dumme Deppen zu halten denen man erklären muss wie man die Hose mit der Kneifzange anzieht.
Und behauptest nur 3 posts zuvor vollmundig,
du habest gewisse Dinge die bei einem Zuviel an Regelung passieren verstanden,
lehnest daher ein Zuviel an Regeln ab … ?!?!?!?
•
Lieber Greg,
du magst jede Menge Kenntnis über Thesen/Theorien/Literatur in deinem Fach akkumuliert haben. Hört sich wenigstens so an.
Aber mit dem was du hier mit dem “gewissen Anspruch” der „Logik eines VWLers“ vorturnst, disqualifizierst du dich für alles,
was über das Referieren eines ganz und gar unbezweifelbaren Sachverhalts hinausgeht.
Schade nur, daß der
“Empörungsspektakel der Poltiker” einfach”zeitgemäßer” ist
als eine Rückblende auf das “spektakuläre” Versagen der Poltik
zum Zeitpunkt des griechischen Euro-Beitritts.
@Greg
“Sie werfen Einzelfall und Prinzip durcheinander.”
Im Prinzip richtig, aber die Realität hält sich meist nicht mit Prinzipien auf.
Diese “Einzelfälle” zeigen klar, das Regeln keine Sicherheit garantieren können.
Das einige Grundregeln nötig sind, darüber muss niemand streiten. Die Betonung liegt auf “Grund..:”. Die Annahme, dass durch weiteres spezifizieren der Regeln die Sicherheit steigt ist nicht erwiesen. Erwiesen ist hingegen, das mit der Anzahl der Regeln auch deren Verletzung einhergehen, d.h. der beabsichtigte Zweck nicht erreicht wird, sondern oft sogar das Gegenteil eintritt.
Der besagte Student weiß aber das er sich eben nicht auf die Regeln verlassen kann. Vielleicht wäre das in D auch mal angesagt, sich nicht immer auf (die Einhaltung der) Regeln zu verlassen. Womit wir wieder beim dem Sinn und Zweck von Regeln wären.
Gruß
dtesch
@dtesch:
“Haben wir nicht auch hier in D mehrere Vorfälle dieser Art erlebt, trotz strenger Vorschriften? Was kann man daraus lernen? Noch mehr Vorschriften?”
Sie werfen Einzelfall und Prinzip durcheinander.
Ihre Ausgangsfrage bezog sich auf die Prinzipien “Selbstverantwortung” und “Infomationsasymmetrie”.
Sie erinnern sich vielleicht:
“Jeder Mensch kann und soll doch SEIN Risiko selbst abwägen und letztendlich auch tragen” (Jeder = Prinzip)
Tatsächlich kann man das in den meisten Situationen nicht, weil die Informationen fehlen. Unsere Beurteilung beruht auf der Annahme, dass sich die anderen Marktteilnehmer nach bestimmten Regeln verhalten. Dass das andere Auto bei Rot an der Ampel hält. Dass ein neues Gebäude in einem Erdbebengebiet nach den entsprechenden Bauvorschriften erreichtet wird.
Kein Mensch kontrolliert im Alltag jedes Details, bevor er eine eigenverantwortliche Entscheidung trifft. Vielmehr verlassen wir uns jeden Tag 1000fach darauf, dass andere die Regeln einhalten. Das fällt nur nicht auf, weil Regeln in 99,9 Prozent aller Fälle dafür sorgen, die Informationsasymmetrie aufzuheben.
Ein Pilot prüft ein Flugzeug vor dem Start, um zu sehen, ob es gewartet wurde. Der Passagier tut es nicht. Er hat auch gar nicht die Chance dazu. Weil der Passagier aufgrund der Informationsasymmetrie gar nicht die Chance hat, eine informierte und damit verantwortliche Entscheidung zu treffen, muss er sich darauf verlassen, dass Wartungscrew und Pilot sich an die Regeln halten.
Dito bei einem Gebäude. Kein Student macht eine Probebohrung an einem Stützpfeiler, um die Art des verwendeten Betons zu prüfen, bevor er entscheidet, in ein Studentenwohnheim zu ziehen. Wegen der Informationsasymmetrie muss er davon ausgehen, dass die anderen sich an die Regeln gehalten haben.
@Eysel:
Denn sonst müsste ich schwer an deiner Fähigkeit zur einfachster Logik
als auch deiner Fähigkeit beim Thema zu bleiben zweifeln.”
Kommentar überflüssig …
http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron
Gnothi seauton. Lohnt sich.
Die europäischen nationalen Notenbanken tauschen ihre Griechenanleihen bis Montag bei der EZB zum Ausgabepreis um und machen dabei Gewinn statt haircut.( unbestätigt,aber kursiert gerade)
Dieses ganze Empörungsspektakel der Politiker soll doch nur verdecken,daß Griechenland nun bald abgangsreif gemacht ist.
Papoulias surrenders Greece to the Troika
http://www.examiner.com/international-trade-in-national/papoulias-surrenders-greece-to-the-troika
@Eysel
“Das würde bedeuten: Bankrott, Verweigerung der Schulden, Rückkehr zur Drachme. Das wollen vor allem die Politiker nicht…”
Das ist das eigentliche Problem.
Die Banken haben, wenn sie klug sind, schon längst den Austritt GR berücksichtigt, auch wenn nach Außen was anderes verkündet wird.
Die Politiker in GR wollen sich aber nicht von den Euro-Trögen vertreiben lassen, die sie fett und faul gemachten haben. Ebenfalls wollen die EU-Politiker keinen Bedeutungs- und damit einhergehenden Machtverlust durch einen Austritt GR hinnehmen. Wer wird dann wohl der nächste sein?
Gruß
dtesch
@ Greg
des ist der Versuch von grober Verschwurbelung.
Vom Thema ablenkendes mitleidvolles Tränendrüsen-Drücken
statt eines Arguments.
Das ist „für DUMM verkaufen“.
Und das weißt du ganz genau.
Denn sonst müsste ich schwer an deiner Fähigkeit zur einfachster Logik
als auch deiner Fähigkeit beim Thema zu bleiben zweifeln.
Was hat die (mögliche) Trauer von Angehörigen (hoffentlich wenigstens ein wenig, falls der Flieger tatsächlichrunter fällt) damit zu tun, wenn einer sehenden Auges ein allgemein bekanntes Risiko eingehe.
Si tacuisses …
@ Gregor,
wusstest Du, dass das kölner dreigestirn nur aus männern
besteht, obwohl eine jungfrau dabei ist ?
Wie kann man so etwas wissenschaftlich untersuchen ?
Kölle Alaaf, Zamir
@Greg
“Deshalb haben alle Märkte Regeln, die Ungleichheiten ausgleichen.”
Das ist nichts, als ein frommer Wunsch. Dieses “Ausgleichen” produziert seinerseits oft Ungleichheiten, die nicht der Markt verursacht, sondern die Regulierungen selbst implizieren. Ein Mehr an Regulierung verursacht eben nicht mehr Sicherheit sondern oft aus der Kompliziertheit heraus mehr Unsicherheit.
Um beim Beispiel der Studenten zu bleiben. Wäre der Bau nach “Vorschrift” auf dem Papier gebaut, hätte es den Studenten auch nichts genutzt.
Haben wir nicht auch hier in D mehrere Vorfälle dieser Art erlebt, trotz strenger Vorschriften? Was kann man daraus lernen? Noch mehr Vorschriften?
Gruß
dtesch
@ Lieber Pampa,
wass’n los ? Du bist ja heute ein ganz “reizendes Bürscherl.”
Lass uns doch ein tänzchen wagen, nach alter wild-west-sitte.
Sind wir noch nach allen seiten ein offenes forum, oder
hat einer neue verhaltensformen verabschiedet ?
Lasst den lieben Greg schön frei und luftig durchargumentieren, sonst muss ich die Schweizer Garde alarmieren, woll.
Gruß Zamir
@Pampa:
Ich weiche nicht aus. Ich habe nur den Eindruck, dass Du die Frage nicht Ernst meinst. Aber gut, mal sehen, wo das hinführt:
Erste Antwort zu den Qualitäten:
http://www.amazon.de/Handbuch-Journalismus-Wolf-Schneider/dp/3499604345
“Also nochmal, was zeichnet einen Top-Journalisten im jeweiligen Medium aus?”
Ich würde sagen, 70 Prozent Glück, 30 Prozent Arbeit. Gute Stories muss man sich erarbeiten, aber gute Arbeit führt nicht zwangsläufig zu Top-Stories. Right time, right place. Der Rest ist Handwerk.
“Wie riskant ist es denn als Journalist der Politik zu nahe zu kommen?”
Wie nah ist zu nah? Wer über Zebras schreibt, muss in den Dschungel gehen. Die Frage ist, ob jemand seiner Neutralitätspflicht nachkommt oder nicht.
“Wie viel Dreck haben Journalisten eigentlich am Stecken”
In Kilogramm oder in Kilometer gemessen?
“und warum explodiert die Zahl derer geradezu, die irgendwas mit Medien machen?”
Weil es immer mehr Medien und Informationskanäle gibt.
@Eysel:
“wussten die Studenten etwa nicht, dass sie sich in einem Erdbebengebiet bewegen? Was ist DAS denn für “Dünnes”???”
OK, wenn also ein Flugzeug abstürzt, dann würdest Du den Angehörigen sagen “Jetzt hören Sie doch mal auf, sich zu beschweren. Allen war doch klar, dass wir ein gewinnorientiertes Unternehmen sind. Und wenn Flugzeug in der Luft sind, dann tun sich die Passagiere weh, wenn das Flugzeug von oben runterfällt. Das weiß doch jedes Kind.”
*kopfschüttel
Ich denke,
die Griechen (zumindest die, die man so laut hört) haben ein gehöriges Problem namens Realitätsverlust.
Identisch mit dem Problem das so manche Sozialakrobaten HIER haben.
http://www.welt.de/politik/ausland/article13872155/Lieber-die-Pleite-als-die-deutsche-Pistole-am-Kopf.html
Lieber Greg,
es ist ja schön, was Du zu Banken und Risiken meinst, aber ich will jetzt mal mit einem Spezialisten über Medien diskutieren. Also lenke nicht andauernd ab, Medien sind das Thema.
Zamir, alter Freund, gehe mir im Moment besser aus der Sonne, sonst reden wir über Baukalkulation und sonstiges, organisiertes Verbrechen.
Also, welche Rolle spielen die Medien?
Ich gehe ja auch nicht zu einem Journalisten, wenn ich aua Füsschen habe. Und offen gestanden habe ich keine Lust mehr mit Journalisten über Banken oder Risk-Management zu diskutieren.
Also nochmal, was zeichnet einen Top-Journalisten im jeweiligen Medium aus? Wie riskant ist es denn als Journalist der Politik zu nahe zu kommen? Ich meine für Brender ging das ja mnicht gut aus, auch wenn er jetzt wieder eine kleine Prpduktion absahnen konnte. Na?
Schweigen dazu interpretiere ich als Ausweichen, wie viel Dreck haben Journalisten eigentlich am Stecken und warum explodiert die Zahl derer geradezu, die irgendwas mit Medien machen?
Süße Grüße
Pampa
@ Greg 18:35
wussten die Studenten etwa nicht,
dass sie sich in einem Erdbebengebiet bewegen?
Was ist DAS denn für “Dünnes”???
Ich denke Studenten sind (sollen sein) Leute die selbstständiges Denken zumindest dabei sind zu lernen.
Wussten die Studenten etwa nicht, dass Türkische Baubehörden eine „gewisse Tendenz“ zur Korruption haben?
Bravo!
Muss man Studenten vielleicht erst noch darüber (schriftlich) aufklären,
dass ne „(H)Erdplatte heiß“ ist?
Na Mahlzeit.
Erziehung zur UN-Selbstständigkeit
Politisch TOTAL KORREKT!
Kindergarten vom Feinsten für die Elite von Morgen!!!
SO wirds was!!!
(Vorsicht Ironie!)
•
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass “zum Schwimmenlernen“
das „ins Wasser schmeißen“ ziemlich gut das Schwimmen lehrt.
Und dass ein gewisses Wasserschlucken dabei absolut zu verschmerzen ist.
Und dass Leute die man erst detailliert „amtlich korrekt“ über die Gefahren des Schwimmens aufklärt und dann „pädagogisch wertvoll“ an das Thema heran führt sehr oft das Schwimmen garnicht erst VERSUCHEN zu lernen.
Mt dem entsprechenden Ergebnis.
Diplom in der Tasche und zum Nasebohren ne Gebrauchsanweisung brauchen!
Und jetzt nimm bitte das Beispiel NICHT ZU wörtlich und berichte mir NICHT von Sonderfällen die tatsächlich eine andere „Behandlung“ erfordern.
@dtesch:
“das dagegen spricht auf Selbstverantwortung (stabile Bauten) gegen bekannte Gefahren zu setzen.”
Die jungen Menschen, die im Studentenwohnheim ums Leben gekommen sind, haben freiwillig dort gewohnt, haben ihr Leben aber nicht freiwillig in Gefahr gebracht. Das nennt man Informationsasymmetrie. Sie wussten nicht, dass jemand bei einem neuen Gebäude selbstverantwortlich von den Bauvorschriften abgewichen ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Asymmetrische_Information
Selbstverantwortung setzt voraus, dass alle Marktteilnehmer gleich stark und gleich informiert sind. Das ist offensichtlich nie der Fall. Deshalb haben alle Märkte Regeln, die Ungleichheiten ausgleichen.
@Pampa:
“Wenn es nicht Dein Spezialgebiet ist Greg, warum schreibst Du dann seit kanpp vier Jahren hier darüber? Darf ich das so interpretieren, dass Du keinerlei Ahnung von Bankregulierung hast als Quintessenz?”
Ich bin kein Buchhalter, wenn Du das meinst
)
Und ich beschäftige mich auch nicht nur mit Bankregulierung, was man von einem Spezialisten erwarten dürfte. Ich würde mir deshalb nicht anmaßen, ein bestimmtes Modell zu Risiko-Bewertung zu empfehlen. Ich weiß aber beispielsweise, dass viele Modelle frühere Schwankungen berücksichtigen, was natürlich trügerisch ist, weil in Boom-Phase wenig Risiken auftauchen. ergo bringt die Rückschau nichts. Steht ja auch auf jedem Prospekt, dass die frühere Performance keine Aussagekraft für die künftige Entwicklung hat.
Und ich sehe auch, dass etwa Basel III Ideen aufgreift, die ich schon genannt habe, etwa die eines Hybrid-Kapitals.
Aber da Du gefragt hast, habe ich mal ohne wochenlange Recherche und ohne weiteres Quellenstudium aufgeschrieben, was mir auffällt, was noch fehlt. Das erfüllt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.
Das alles ändert nichts an den genannten Ideen: Unser Problem im weltweiten Finanzsystem ist einerseits TBTF. Es führt systematisch dazu, dass Risiken zugunsten des eigenen Profits unterschätzt werden. Zweitens haben wir ein Komplexitätsproblem, weil wir mit wenig Kapital sehr lange Ketten an Verbindlichkeiten bilden. Vieles gleicht sich rechnerisch aus, doch wenn ein Knoten im Netzwerk ausfällt, bekommen wir einen Domino-Effekt, obwohl die Vernetzung das System eigentlich robuster machen sollte.
Soweit die Ideen für bessere Regeln für Banken klar? ich glaube nämlich, dass wir noch mehr Baustellen haben.
Wir müssen zusätzlich von der Fixierung auf das BIP weg. Das erzeugt Heulen und Zähneklappern bei den Volkswirten, weil scheinbar nur Wachstum zählt. Staaten sind aber keine Unternehmen. Der Kunde der Wirtschaft ist sie selbst. Wenn wir uns Wachstum durch Kredite erkaufen, laufen wir ständig in die Staatsschuldenfalle.
Also brauchen wir bessere Methoden, um reales Wachstum zu messen, um die Rentabilität von Investitionen zu beurteilen. Klingt einfach, doch hier sehe ich den Blinden Fleck der VWL.Inflation ist eben nicht nur der Preis einer Tüte Milch, sondern auch der Preis eines Hauses. Und ein Haus wird im Gegensatz zur Milchtüte eher mit einem Kredit finanziert, was also immer mit Geldschöpfung verbunden ist.
Pampa,
wenn die sogenannten Spezialisten
Mist verzapfen und damit ins
Gerede kommen, dann wird es
nunmal eng und enger, so isses.
Gruß Zamir
@dtesch, Eysel + Greg
Never back down, auch wenn es imho den Falschen gerade trifft.
Wenn es nicht Dein Spezialgebiet ist Greg, warum schreibst Du dann seit kanpp vier Jahren hier darüber? Darf ich das so interpretieren, dass Du keinerlei Ahnung von Bankregulierung hast als Quintessenz?
Allerdings bat ich doch, mal etwas zu Deiner Berufung Journalismus zu schreiben, möchtest Du darüber denn nicht mal reden oder macht Dir Deine Berufung keinen Spaß?
Schöne Grüße
Pampa
… und nehme es mir nicht krumm, aber wir wollen der Sache doch mal auf den Grund gehen.
@Pampa:
“Könntest Du mir bitte die Quintessenzen, welche Du zur Bankenregulation ziehst, mal auflisten?”
Nicht mein Spezialgebiet, daher keine Liste mit Anspruch auf Vollständigkeit:
1) Leverage-Limits: Je größer die Bilanz einer Bank wird, um so mehr EK muss sie bei der Geldschöpfung/ Kreditvergabe reservieren. Das ist ein umgekehrter Skaleneffekt, der TBTF entgegenwirkt, weil große Institute in der Krise gefährlicher für das System sind als kleine.
2) Verbot komplexer Finanzderivate: Jedes Derivat (Put, Call, Swap etc), muss sich auf ein einzelnes, konkretes Anlageprodukt (Aktie, Bond) beziehen, darf nicht aus mehreren Derivaten bestehen oder sich wiederum auf ein Derivat beziehen.
3) Kopplung von Entlohnung und Risiko: Die Auszahlung von Boni/ Provisionen wird auf die Laufzeit eines Produkt verteilt. Nicht ausgeschüttete Anteile werden zur Verlustdeckung herangezogen. Berater/ Verkäufer/ Vorstände haften bei Pflichtverletzung mit ihrem Privatvermögen.
4) Verbot von SIVs: Was die Bank an Produkten und Anlagen besitzt, gehört in die Bilanz. Kein Versteckspiel mehr.
5) Trennung von Basis-Banken (geringer Spielraum, geringe Rendite, großzügige Garantien für die Einlagen) und Universal-Banken (großer Spielraum, Rendite je nach Erfolg, minimale Garantie für Einlagen). Dann kann sicher jeder überlegen, wo er sein Geld haben möchte.
@ Pampus
„unsere Volksvertreter sind einfach prädestiniert dazu gemolken zu werden, wie eine Kuh im Himmel. Sie erscheinen mir sehr beratungsresistent zu sein“
Das Beste was lange hier zu finden war!
Selbstverständlich abgesehen von meinen Beiträgen
@ Greg
Erklär mir mal bitte wo sich in deinem Vortrag darüber,
dass Menschen trotz Regelung durch Erdbeben ums Leben kommen
ein Argument versteckt hat, das dagegen spricht auf Selbstverantwortung
(stabile Bauten) gegen bekannte Gefahren zu setzen.
Ganz im Gegenteil:
Du zeigst, dass Regelungen Schaden nicht verhindern. Danke dafür
Lieferst Hinweise darauf, dass MASSENWEISE Gesetze selbst dann nichts verhindern, wenn sie EINFACHSTE, BEKANNTE Tatsachen betreffen. –
Was hat die Tatsache dass es korrupte Beamte gibt mit meiner Argumentation gegen überflüssige Geseetze zu tun? – Beamte mit NOCH mehr Beamten überwachen, die von noch mehr Beamten überwacht werden??? –
Hilft DAS etwa gegen das GRUND-PROBLEM das da heißt:
1.) Ich bin arm und klein und dumm.
2.) Und dies (arm klein dumm benachteiligt) ist die hinreichende Begründung dafür, dass ich jeden Blödsinn machen darf, ohne die Konsequenzen meines sehr „absehbaren“ Tuns tragen zu müssen.
Denn 3.) IHR (=Staat, damit alle Bürger die wenigstens keinen haaarsträubenden Blödsinn machen und deshalb noch etwas Geld übrig haben um Steuern zu bezahlen) seid deshalb moralisch VERPFLICHTET jeden von mir gemachten Blödsinn – sei er auch noch so haarsträubend – finanziell abzufedern.
Selbst wenn ich mich (gegen besseres Wissen und dafür bezahlt habe eine Genehmigung zu bekommen) auf eine heiße Erdplatte setze.
•
Verhindert Staat dadurch irgendwas, dass er ein Gesetz schafft das verbietet sich auf eine heiße Herdplatte zu setzen? – Offensichtlich nicht! -
Sollen Herdplatten überwacht werden?
Kann Dummheit blödsinnigen Handelns etwa „gesetzlich“ verhindert werden?
Viele REDEN allerdings, als ob man könnte.
Propagieren den Weg in den Pamper-Staat.
Der ERSTENS maßlos mit Rundum-Pampern in JEDER Hinsicht überfordert ist.
Zweitens ignoriert, dass SO jede Freiheit verloren geht.
Und NICHTS gewonnen ist an Schadenverhütung.
•
Du schreibst heute wortreich,
dass und warum du gegen Regelungswut bist.
Dies Bekenntnis allerdings am konkreten Beispiel „getestet“
erweist es sich leider eher als Lippenbekenntnis.
@Greg
“Es werde zu wenig Zement für den Beton und zu wenig Eisenarmierung verwendet. Behördenmitarbeiter drückten bei Genehmigungen beide Augen zu und erteilten Erdbebenzertifikate gegen Geld.”
Das kostet alles mehr Geld. Warum sind in D die Baukosten so gestiegen und werden wahrscheinlich durch die geplante Wärmedämmungsverordnung, noch weiter steigen?
Den “deutschen Standard” in andere Länder zu exportieren zeigt wieder die Hybris der Gleichmacher und Ignoranten. Jedes Volk kann und soll doch seine eigenen Standards festlegen. Wenn D meint es braucht für jeden “Furz” eine Regelung, dann sollte man das nicht für Allgemeingültig erklären.
Jeder Mensch kann und soll doch SEIN Risiko selbst abwägen und letztendlich auch tragen, ob er sich ein Haus mit mehr Beton und Armierung leisten will, oder das Risiko eines Einsturzes in Kauf nimmt. Sich gegen alles abzusichern ist weltfremd. Der sich in seinem stabilen Haus Wähnende fällt von einer TÜV-Zertifizierten Leiter und bricht sich das Genick. Welche Vorschrift der wohl nicht eingehalten hat, oder gab es gar für diesen Umstand keine Verhaltensregel?
Gruß
dtesch
@dtesch
Sah die Tage mal ein Interview von Roland Berger auf einer Verantsaltung vor Studenten. Der hat irgendwie die Nähe zur deutschen Politik perfektioniert und strahlt eine Gelassenheit aus, die mir bewundenswert erscheint.
Den jungen, heißen Hunden erläuterte er auch mal, wie er damals ganz alleine anfing. Vor den Studenten sind ,manche ja schon mal aufrichtiger. Leider habe ich keine Quelle mehr im Kopf, Phönix oder sowas. Anthony Bolton meinte mal, wenn sie dir einen Koffer voller Geld auf die Straße stellen, nimm ihn mit. Der Knabe schlug sieben mal hintereinander den britischen FTSE, selbst das kann natürlich auch noch Zufall sein, aber Politikberatung scheint mir ein sehr gutes Geschäft zu sein.
Du hörst keinerlei sarkastischen Unterton in meinen Worten, unsere Volksvertreter sind einfach prädestiniert dazu gemolken zu werden, wie eine Kuh im Himmel. Sie erscheinen mir sehr beratungsresistent zu sein, ein exzellentes Geschäftsmodell für Consultants …
Schöne Grüße
Pampa
Lieber Greg,
ich möchte ja nicht unhöflich sein, allerdings verstehe ich nicht so wirklich, was Du mir damit sagen willst. Könntest Du mir bitte die Quintessenzen, welche Du zur Bankenregulation ziehst, mal auflisten?
Sei mir nicht böse, aber für mich klingt das wie “durch die Blume” in etwa wie, in der Nacht ist es kälter als draußen, weil braune Schuhe höher als warme sind.
Reden wir doch mal über Medienspezialisten. Was macht einen richtig guten Journalisten aus? Was differenziert eigentlich Autoren, Wochenzeitungsjournalisten, Tageszeitungsjournalisten, TV-Journalisten, Online-Journalisten, Politiker und reine Nachrichtenlieferanten?
Ist es Zufall, dass sich hier auffällig viele Düsseldorfer und Berliner so einig erscheinen? Wie nahe darf man als Journalist eigentlich der Politik kommen und was hältst Du von Diekmann und Döpfner, Berlusconi und Murdoch, oder Leo Kirch, weil wir gerade bei Recht und Gerechtigkeit sind?
Gruß
Pampa
@Pampa
“ABER ich kenne keinen einziges Medium, das für sofortige Restrukturierung und Dregulierung überzeugend eintreten würde.”
Ein ganze Schar lebt inzwischen von dieser Regulierungswut. Auch Politiker profitieren ganz gut davon, können sie doch immer wieder “nachbessern” und dabei behaupten, dass alles einfacher und besser wird. Fragt sich nur für wen?
Was Politik mit ihrem “Regelungs-Fanatismus” in den Unternehmen anrichten und dabei zusätzliche Kosten verursachen, schnürt vielen Unternehmern, die nicht in andere Länder ausweichen können, zusehends die Luft ab.
Die gesamte Politiker-Kaste besteht doch fast nur noch aus Berufspolitikern, die von der Wirtschaft “da draußen” keinen blassen Schimmer haben. Auch die ihnen zu arbeiteten Beamten sind nicht viel besser. Wer von denen hat schon ein eigenes Unternehmen aufgebaut? Welcher Beamter geht denn solche Risiken ein, haftet mit SEINEM Vermögen? Anderer Leute Geld ausgeben ist ja für Politiker und Beamten kein Problem, wie man jetzt in der Krise besonders gut beobachten kann.
Gruß
dtesch
@ Eyss,
nach diesen wunderbaren historischen erklärungen von Gregor
und Römer wird mir auch klar, wieso die griechischen
buchstaben so schwer zu lesen sind.
Garantiert haben damit die bayern etwas zu tun, während ihrer
früheren regentschaften über die “armen Griechen,” odda ?!
Gruß aus der Vergangenheit, Zamir
@Eysel:
“IMHO: Eine Karte auf der die E-Gebiete samt Wahrscheinlichkeit und Stärke ausgewiesen sind REICHT.”
Reicht nicht.
“Bei einem starken Erdbeben im Jahr 1976 kamen in der Region 4000 Menschen ums Leben. Am 23. Oktober 2011 ereignete sich in der Nähe von Erciş ein weiteres folgenschweres Erdbeben.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Van_%28Provinz%29
Bauunternehmer wie Einwohner der Provinz Van wissen um die Gefährdung. Und 1976 ist nicht so lange her, oder?
“Das Hauptproblem der Türkei ist die schlechte Bauqualität vieler Gebäude. Experten erläutern, dass sich trotz aller Erfahrungen nach früheren Erdbeben wenig geändert hat. Es werde zu wenig Zement für den Beton und zu wenig Eisenarmierung verwendet. Behördenmitarbeiter drückten bei Genehmigungen beide Augen zu und erteilten Erdbebenzertifikate gegen Geld.
„Bei einem schweren Beben stürzen die Bauten dann einfach zusammen“, sagte ein Architekt im türkischen Sender NTV. In Van brachen nicht nur ältere Häuser, sondern auch Neubaublocks zusammen, in Ercis ein kürzlich errichtetes Studentenwohnheim.”
http://www.fr-online.de/panorama/erdbeben-in-der-tuerkei-begraben-unter-beton,1472782,11054748.html
@ Greg,
über die Frage, ob man den Bau erdbebensicherer Häuser vorschreiben/regeln muss, wenn „Erwachsene“ wissen, dass sie in einem Erdbebengebiet leben, ließe sich trefflich streiten. –
IMHO: Eine Karte auf der die E-Gebiete samt Wahrscheinlichkeit und Stärke ausgewiesen sind REICHT. Ebenso selbstverständlich analog Hochwasser usw.
Sonst werden
1.) Lerneffekte verhindert,
2.) die Bereitschaf zur Übernahmen von Selbtverantwortung SYSTEMATISCH unterminiert (damit Verkindlichung gefördert)
3.) eine Illusion perfekter Sicherheit geschaffen,
die mindestens mittelfristig enttäuscht werden MUSS!
In diesem Zusammenhang zur Diskussion zu stellen ist die “grundsätzliche” Qualität” staatlicher Fürsorge am Beispiel Elbe. Als in klassischen Hochwassergebieten ganze Baugebiete genehmigt wurden … dann kam die Flut.
@Römer:
“Haben wir immer so gemacht
Griechenland 1858″
Das sagen die Griechen auch.Denn 1858 war Otto, der Sohn von Ludwig I von Bayern, König von Griechenland.
Er wurde 1832 eingesetzt, weil sich die Griechen nach der Befreiung vom ottomanischen Reich auf keine eigene Führung einigen konnten und hoch verschuldet waren. Die Schuldner haben einen deutschen Prinzen eingesetzt, der mit bayrischen Beamten für Ordnung sorgen sollten. Ein früher Sparkommissar, wenn man so möchte.
Genutzt hat es nichts:
“1843 wurden vertragsgemäß die letzten bayerischen Truppen aus Griechenland abgezogen. Der König stand nun ohne verlässliche militärische Macht da. Sofort brach ein Militärputsch in Athen aus, der sich zu einem ersten Volksaufstand gegen König Otto ausweitete. Die Untertanen trotzten ihrem König eine Beteiligung an der Macht ab. Otto gestand schließlich 1844 die geforderte Verfassung zu und Andreas Metaxas wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Er und alle seine Nachfolger hielten sich aber nur kurz im Amt, was die heftigen Fehden der verschiedenen, sich an den Garantiemächten orientierenden Parteien widerspiegelte.
Der zweite große Aufstand brach 1862 los, während sich das Königspaar auf einer Rundreise befand. Es versuchte sofort, nach Athen zurückzukehren, musste aber – da die Garantiemächte ihre Unterstützung entzogen – sofort mit einem englischen Schiff evakuiert werden, da selbst auf die Besatzung des königlichen Schiffs kein Verlass mehr war. Seine Kronjuwelen, die er 1832 aus Bayern mitgebracht hatte, nahm Otto wieder mit.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_%28Griechenland%29
“Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach (griechisch Όθων, * 1. Juni 1815 auf Schloss Mirabell in Salzburg; † 26. Juli 1867 in Bamberg) war ein bayerischer Prinz und von 1832 bis 1862 erster König von Griechenland.”
@Pampa:
“Dieser Regelungs-Fanatismus gaukelt einfach eine Korrektheit vor, die es so nie geben kann und wird.”
Das stimmt. Regeln werden niemals zu einem deterministischem Ergebnis führen. Und das Steuer-Chaos in Deutschland ist das beste Beispiel, dass mehr und detaillierte Regeln nicht automatisch ein nachvollziehbares Resultat liefern, weil die Wahrscheinlichkeit steigt, irgendeine Regel übersehen zu haben.
Wundert mich, dass Dich das wundert. Du hattest doch Jura-Vorlesungen. Gesetze sind staatlich kodifizierte Regeln. Und davon haben wir jede Menge:
“Am 31. Dezember 2009 umfasste das deutsche Bundesrecht 1.924 Gesetze und 3.440 Verordnungen mit insgesamt 76.382 Artikeln und Paragraphen (Angaben nach Fundstellennachweis A, ohne Änderungsvorschriften und Normen zu völkerrechtlichen Vereinbarungen). Hinzu kommen die Gesetze und Rechtsverordnungen der 16 Bundesländer.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz
Auf der anderen Seite der Skala haben wir völlige Herrschaftslosigkeit.
http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchie
Dazwischen gibt es eine beliebige Menge an Gesetzen und Vorschriften, die man für ausreichend erachten kann. Wobei man beachten muss, dass die 10 Gebote nichts über den Bau von mehrgeschossigen Wohnungen in erdbebengefährdeten Regionen sagt. Auch zu Fragen von Mehrwertsteuerverrechnung bei grenzüberschreitenden Geschäften findet sich nichts.
Muss man das regeln? Ja, denn wie das Beispiel der jüngsten Erdbeben in der Türkei zeigt, bauen Menschen nicht automatisch erdbebensichere Häuser, obwohl sie wissen, dass die Gefahr besteht. Das Profitstreben (der Eigennutz) ist bei vielen stärker ausgeprägt als die Verantwortung gegenüber anderen.
Unser Dilemma: Es gibt keinen Beweis, dass Selbstregulierung in großen Gruppen besser funktioniert als gesetzliche Regulierung. Vielmehr reagieren Menschen auf die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Blöd, aber wahr. Dieser einfache Mechanismus ist übrigens die Grundlage fast jeder Religion. Menschen kann man täuschen, seinen Gott/ seine Götter aber nicht. Also halte Dich an die Regeln, sonst fällst Du bei der Endabrechnung durch …
Selbst das führt nicht dazu, dass sich die Menschen aus Eigennutz an 10 einfache Gebote halten. Menschen machen Fehler und loten die Grenzen von Vorschriften aus. Am Ende gaukeln die Gesetze “eine Korrektheit vor, die es so nie geben kann und wird.”
Ja, ja, wunderbar. Tolle Rede, Mann …
… was soll das alles? Nun, ich persönlich glaube, dass man mit weniger, klar formulierten Regeln auskommen sollte, weil das uns Normalsterblichen eine Chance gibt, sie einzuhalten, wenn wir es versuchen. Denn das vertrackte an einer Steuererklärung ist ja, dass man sie falsch ausfüllen kann, auch wenn man es richtig machen möchte. Es gibt aber keine faire Chance für mich, dass alleine herauszufinden.
Weniger Regeln heißt auch weniger Ausnahmen. Also weniger “Gestaltungsspielräume”, was die ersten schon wieder als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden werden.
Wenn wir also das Raster grober machen, müssen wir mit Ungerechtigkeiten an anderen Stellen rechnen. Zu Gunsten einer spaßigen Diskussion, hier das radikale Szenario:
Da Rechte stets mit Pflichten einher gehen, könnte man bei der starken Einschränkung von Regelungen auf allen Ebenen (einfache Gesetze für Steuern, Umwelt, Bilanzen) die persönliche Haftung erhöhen. So ist das übrigens mit jedem Unternehmer. Der Schreiner haftet mit seiner Existenz für seine Arbeit. Erhöht man auf allen Ebenen die persönliche Haftung, werden die Menschen plötzlich Risiko-avers. Einem hohen Gewinn (Gehalt) steht auch ein hohes Risiko gegenüber, wodurch sich jeder gut überlegen wird, wie viel er riskieren wird.
Dann erledigt sich auch die Frage des “lender of last resort”. Wenn es zu einer großen Krise kommt, haften alle aktiv Beteiligten mit 90 Prozent ihres Privatvermögens. Glaubst Du, dass ein Investmentbanker dann synthetische CDO entwerfen würde, die eine Marge von 2,5 Prozent abwerfen? Der Ertrag würde das persönliche Risiko nicht rechtfertigen.
Wie, persönliche Haftung für die Leute, die das Zeug verkaufen? Die müssten plötzlich prüfen, was sie da verkaufen und sich überlegen, ob sie das verantworten können? Automobilhersteller machen Crash-Tests bevor sie ein Produkt auf den Markt bringen. Und haften für Rückrufe.
So haben sich Banken das Thema Freiheit vermutlich nicht vorgestellt, oder?
Radikal, ich weiß. Aber mit der Umverteilung des Risikos würde auch eine Umverteilung des Gewinns (sprich der Gehälter) einhergehen. Die Bankangestellten müssten viel mehr verdienen, wodurch sich viele Geschäfte nicht mehr rechnen würden. Das Ende von Too big to fail.
Skin in the game. Funktioniert bei Religionen prima, auch mit relativ wenig Regeln. Warum nicht auch im Geschäftsleben?
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13870581/Syriens-Zerfall-gefaehrdet-den-gesamten-Nahen-Osten.html
Dieser Artikel ruft in Erinnerung, was zu gerne vergessen wird.
•
Sehr schön Römer
… wenigstens der letzte link.
Und der „traurig humoristische“ vorletzte
Haben wir immer so gemacht
Griechenland 1858
Unglaublich…schwieriges Problem
http://www.gazette.de/Archiv2/Gazette32/About.pdf
@ Römer,
Geld-Sex-Macht. drei dinge, die das menschlein strangulieren,
weil es nie genug davon bekommen kann.
Gruß Zamir
Ihr könnt alles vergessen, es gibt wichtigeres…
Vagina-Monologe im EU-Parlament
9 Abgeordnete wollen das umstrittene Theaterstück aufführen – BILD.de erklärt, was drin äh dahinter steckt
http://www.bild.de/politik/ausland/europaeische-parlament/eu-parlament-neun-politikerinnen-wollen-vagina-monologe-auffuehren-22656944.bild.html
aw-wagenknecht: es ist eine vollzeitstelle und warum denkt ihr, dass es ein mann ist? und aw-watch macht frau wagenknecht auch spass
@ Pampa um 01:07 Uhr,
einer will noch, Wer konzerne, wie und warum an die wand
fährt und dennoch mit millionengeldern unverdienterweise
“davonkommt,” auch diese hilfsschüler haben wir doch nun auch in den
letzten jahren hier munter herauskristllisiert und untersucht.
Bist Du Wiwo-Leser, guck doch mal Deine älteren hefte durch
und Du wirst antworten finden, zu middlehaufe und noch mehr.
Gruß Zamir