» 15.01.2011, 07:00

Juvenile Welt

In den Siebzigerjahren beherrschte eine Angst die deutschen Medien: Sie trug die Farbe Blau und bestand aus drei Buchstaben: IBM. Der Computerhersteller wurde als die große globale Datenkrake gefürchtet, die bald das gesamte Wissen der Welt sammeln und ausbeuten würde. Die große Angst schien berechtigt – immerhin zwei Drittel Weltmarktanteile entfielen auf den Riesen. Und heute? Es hat sich alles geändert – nur die deutschen Ängste nicht. IBMs Riesencomputer wurden von Steve Jobs Personalcomputern zerlegt und von asiatischen Konkurrenten zerschlagen.

Heute ist IBM ein tüchtiges, aber kaum Angst einflößendes Unternehmen. Trotzdem fürchten wir uns heute wieder vor blauen Gespenstern – diesmal heißen sie Facebook und Twitter. Und wieder ist es die schreckliche Geschichte von der Datenkrake, die uns aussaugt. Übrigens: Vor einem Jahr haben wir die Geschichten schon einmal gelesen. Damals trug der Totengräber der zivilisierten Welt das Namensschild „Google“. Deutschland ist das Land der Verschwörungstheorien, nirgendwo sonst paaren und vermehren sie sich so schön wie im Klima der Fortschrittsangst und in der Tradition des Kulturpessimismus. Denn so bedrohlich der Handel mit Daten sein mag – jede neue Methode der Informationsverarbeitung ermöglicht auch Missbrauch. Deshalb sollte das Web 2.0 auch reguliert werden – nur zu. Aber gleichzeitig gilt: Die neue Welt muss erst entdeckt werden, bevor sie kartografiert werden kann.

Da ist es schon erstaunlich, mit welcher Leidenschaft sich die Medienpolitik in Deutschland immer noch der Vergangenheit zuwendet, sich um die Arterhaltung verdient macht und Traditionsorgane pflegt: Zeitungen, die ihre Blüte im 19. Jahrhundert hatten, sowie Hörfunk und Fernsehen, etabliert im vorigen Jahrhundert, von Tausenden Bürokraten in „Landesanstalten für neue (!) Medien“ misstrauisch beäugt, im Falle von ARD und ZDF gar staatlich getragen, weil angeblich eine Knappheit an Übertragungswegen herrscht. Gegenwart und nahe Zukunft, also das Internet und seine sich ständig neu verändernden Möglichkeiten, scheinen aber bei deutschen Medien, Verfassungsrechtlern und Politikern mental noch nicht richtig angekommen zu sein. Wer die Entwicklung der digitalen Kommunikation auf die Frage des Datenschutzes reduziert, darf sich nicht wundern, wenn Deutschland allenfalls die Rolle einer digitalen Kolonie zufällt, ferngesteuert aus dem Silicon Valley.

Keine Angst also vor Twitter, Facebook, Google: Die Angst vor der Angst ist viel begründeter. Schließlich geht es dabei auch um neue wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten. Der Kontinent Facebook, das Reich Twitter, die Supermacht Google – das alles sind riesige, aber fragile Imperien mit einer vermutlich kurzen Lebensspanne. Nicht nur IBM ist gefallen. Wer erinnert sich noch an die vorübergehend unbezwingbar erscheinenden Netzweltmächte Yahoo, AOL oder MySpace? Viele Internet-Gründungen sind schnell entstanden – und ebenso schnell wieder verschwunden, weil neue Innovationen aufblühten und das launische Publikum neue Adressen anklickte.

Beständigkeit ist kein Merkmal dieser von juvenilen Launen getriebenen Welt und ihrer Entrepreneure, die in Deutschland alle viel zu jung wären, als dass man sie in die Kreditabteilungen der Banken vorließe, um über die Finanzierung einer Startup-Idee zu reden. Die Instant-Imperien wachsen, weil ihre Kosten fallen, je mehr Teilnehmer sie an sich binden. Und jeder neue Teilnehmer ist ein weiteres Argument, um sich dem größten Netzwerk anzuschließen: Die Zahl der Nutzer steigert den Nutzen. Deswegen wachsen die großen Netzwerke so schnell. Deswegen drängen sie die jeweils kleineren flugs aus dem Wettbewerb – bis ein neues Netzwerk up to date ist.

Entstehen da neue Blasen? Na klar. Alle Innovationen sind Entwicklungen ins Offene – Sieg und Niederlage stehen da nah beieinander. Eine unermessliche Rendite ist heute nur einen Mausklick vom Totalverlust entfernt. Na und? Risikobereitschaft ist die Schwester des Fortschritts.

» 15.01.2011, 07:00

    251 Kommentare zu “Juvenile Welt”


  1. generic benicar sagt:

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  2. Pampa sagt:

    Hoppla lieber Greg,

    hinter der neumodischen Anrede @ vergass ich Dich glatt, tut mir leid.

    Gruß
    Pampa

  3. Pampa sagt:

    @dtesch
    Der Unterschied besteht imho darin, dass die einen in langfristigen Strukturen, in Generationen denken. Die anderen denken in Konjunkturzyklen. In the long rund we are all dead (Keynes) Das wiederum ist Wasser auf die Mühlen von kurzfristig Denkenden, etwa von Politikern. Die einen, wie Familienväter und Unternehmer, denken in Strukturen.

    Nun sehen wir uns das Ergebnis an. Zum einen die enorme Staatsverschuldung und die Problematik der Sozialversicherungssysteme. Daraus folgend die Cash-Flows, welche den politischen Gestaltungsspielraum zunehmend einengen. Und daraus wiederum folgenden, dass der Krug solange zum Brunnen geht, bis die Liquidität im Brunnen versinkt, das Spielchen nicht mehr oder nur deutlich teurer und damit limitierter finanziert werden kann. Voila!

    Wer kurzfristig denkt, bekommt langfristig die Quittung. Mit allen möglichen Theorien kann man aber nicht das Ergebnis wegdiskutieren. Die Spielräume werden immer kleiner, mit jeder Geld- und Konjunkturspritze. Damit müssen dann die leben, welche in the long run noch nicht dead sind.

    Das ganze kann man nur über STRIKTE Regularien eingrenzen, an die sich aber erfahrungsgemäß keiner hält. Daher halte ich den Markt als obersten Regulator für extrem wichtig. Das Ganze nimmt nämlich ein Ende, wenn es sich nicht mehr finanzieren lässt. Dann fallen selbst Mauern die errichtet werden mussten, um fixe Ideen vor dem Markt zu schützen. Physisch geht das flott, nicht immer friedlich ab. Psychologisch, in den Köpfen, ist es aber ein enorm zeitraubender Prozess.

    Wie viel die volkswirtschaftlichen Daten wirklich wert sind, sahen wir beim Zusammenbruch der ehemals angeblich neuntgrößten Volkswirtschaft der Welt, der DDR. Im Markt war so gut wie nichts wettbewerbsfähig (Generatoren), in der guten alten Zeit. It’s just an illusion.

    Gruß
    Pampa

  4. dtesch sagt:

    @Greg
    „Schulden des Staates sind nur kurzfristig OK, langfristig kontraproduktiv.„
    „Der Unterschied zwischen Ihrer Kritik und meiner ursprünglichen Aussage besteht genau worin? „

    Darin, dass die Schulden des Staates in der Realität NICHTG kurzfristiger Natur sind, sondern langfristig und dann auch noch ständig steigend.
    Wenn das die Grundlage von Wirtschaftswachstum sein soll, dann ist dieses wieder sehr kurzfristig gedacht.

    Gruß
    dtesch

  5. Gregor Neumann sagt:

    @dtesch:
    “Da hilft auch obige Aussage nicht, da wenn sie zu Ende gedacht wird, den Staatsbankrott herbeiführen würde.”

    Haben Sie eigentlich meinen ursprünglichen Text vom 22.1 gelesen? Dort steht: “Schulden für Investitionen sind positiv. Schulden für den Konsum sind trügerisch. Schulden des Staates sind nur kurzfristig OK, langfristig kontraproduktiv.”

    Der Unterschied zwischen Ihrer Kritik und meiner ursprünglichen Aussage besteht genau worin?

    “Das ist allerdings so ähnlich, wie ein in Sumpf steckender, der sich selbst am Schopf herauszieht.
    Eine sehr einseitige Betrachtung.”

    Haben Sie eigentlich schon mal versucht zu erklären, wie Wirtschaftswachstum entsteht? Wenn Sie den grundlegenden Prozess nicht kennen, fällt es natürlich schwer, die darauf aufbauenden zu verstehen.

  6. Inocenz sagt:

    Gregor Neumann sagt: “Deshalb würde ich die Unterscheidung in einer gut entwickelten Industrienation so nicht treffen wollen.”

    Ich auch nicht, deshalb meine vorherige Rückfrage, denn ´quo usque tandem, catilina` ? Die grassierende Verschuldung dient nicht etwa Investitionen, die sich irgendwann einmal amortisieren könnten – sie dient dem Konsum, der permanenten Bestechung des Wahlvolkes mit sozialen Wohltaten. Die sind auch notwendig, um das jahrzehntelange Dauerversagen der classe politique aus Bonzen, Journalisten und den sogen. “Experten” zu verbergen: statt dem allvierjährlich versprochenen Paradies auf Erden schrumpft die Realwirtschaft ebenso, wie die Erwerbsbevölkerung. Und Kinder kriegen will hier eh kaum noch jemand – die einen, weil Kinder teuer zu stehen kommen, die anderen, weil sie eine grauenhafte Zukunft vor sich sehen: Staatsbankrotte, Hyperinflationen, und wie so oft damit einhergehend: Revolutionen, Konfiskationen und Entwertungen von Vermögen. Après nous – le déluge

    …damit wäre wenigstens die nahtlose Überleitung in Tichy´s neues Reich der Roten DNA geebnet…

  7. dtesch sagt:

    @Greg
    „Zweitens erhöhen quasi alle staatlichen Ausgaben am Ende den Konsum. Durch den Multiplikatoreffekt stützen die Ausgaben direkt den Konsum (weil ein Arbeitsloser weiterhin am Wirtschaftsleben teilnehmen kann)… „

    Das ist allerdings so ähnlich, wie ein in Sumpf steckender, der sich selbst am Schopf herauszieht.
    Eine sehr einseitige Betrachtung. Man blendet aus, dass dieses Geld erst von Jemanden über Steuer und Abgaben erwirtschaftet werden muss oder eben wieder durch neue Schulden.

    Die Aussage, das Staatsschulden nicht direkt dem Konsum oder Investitionen zugeordnet werden können ist nur auf den 1. Blick richtig. Zumindest anteilsmäßig kann man errechnen wie viel der Staat für Konsum und Investitionen ausgibt. Dieses Verhältnis gilt dann auch für die Schulden. Es wäre für den Staat durchaus möglich ohne Neuverschuldung auszukommen, wenn, ja wenn er den Mut hätte, seine Aufgaben auf die notwendigen Dinge zubeschränken. Die „soziale Schiene“ ad infinitum weiter zu bedienen gehört ausdrücklich nicht dazu. Da hilft auch obige Aussage nicht, da wenn sie zu Ende gedacht wird, den Staatsbankrott herbeiführen würde.

    Gruß
    dtesch

  8. Gregor Neumann sagt:

    @Inocenz:
    \”Warum unterscheidet der Autor bei Staatsschulden nicht zwischen ´guten` Schulden und ´schlechten´ Schulden? Sind diese Ausgaben nicht auch in investive und konsumtive aufzuteilen?\”

    Der Autor weiß erstens, dass die Neuverschuldung des Staates nicht zweckgebunden erfolgt. Man kann nicht unterscheiden, ob ein geliehener Euro für die Rentenzahlung oder zum Bau einer Straße verwendet wird. Und nicht alles, was unter der Bezeichnung Investition läuft, würden alle so sehen.
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinWirtschaftFinanzen/071/s-b-zukunftsinvestitionen-der-oeffentlichen-hand.html

    Zweitens erhöhen quasi alle staatlichen Ausgaben am Ende den Konsum. Durch den Multiplikatoreffekt stützen die Ausgaben direkt den Konsum (weil ein Arbeitsloser weiterhin am Wirtschaftsleben teilnehmen kann) oder indirekt, weil Lehrer oder Bauarbeiter einen Job haben und mehr Geld ausgeben als ein Arbeitsloser. Mehr Konsum schafft mehr nachgelagerte Arbeitsplätze.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Multiplikator_%28Volkswirtschaft%29

    Der Autor weiß drittens, dass bestimmte Arten von Infrastruktur einen zusätzlichen Multiplikatoreffekt haben. Der Wert einer Autobahn ist begrenzt, der Wert eines Autobahnnetzes für die Wirtschaft ist kaum zu messen, weil die Transaktionskosten für alle extrem sinken.

    Gretchenfrage: Welcher Anteil unserer Staatschulden ist auf solche Investitionen zurückzuführen? Und welcher ersetzt die fehlende private Nachfrage? Wegen Punkt 1 wissen wir es nicht und wegen Punkt 2 kann man oft nicht unterscheiden, was eine Investition mit Mehrwert und was eine Investition zur Stützung der Konjunktur ist.

    Deshalb würde ich die Unterscheidung in einer gut entwickelten Industrienation so nicht treffen wollen.

  9. karel sagt:

    Die Bundesrepublik hat in den letzten 40 Jahren etwa 1,6 Bio Euro Schulden angehäuft.
    In diesen 40 Jahren wurden an Zinsen für eben diese Schulden ca. 1.5 Bio Euro aufgebracht.

    Alles einfach nur traurig…….
    Ich frage mich, wofür Schulden eigentlich \”gut\” sein sollen.

    karel

  10. Inocenz sagt:

    Gregor Neumann

    “Ein Großteil der Staatsverschuldung in Deutschland ist nicht auf Verschwendungssucht der Politik zurückzuführen…”
    “Schulden für Investitionen sind positiv. Schulden für den Konsum sind trügerisch.”

    Warum unterscheidet der Autor bei Staatsschulden nicht zwischen ´guten` Schulden und ´schlechten´ Schulden? Sind diese Ausgaben nicht auch in investive und konsumtive aufzuteilen?

  11. ghost sagt:

    Gregor Neumann 01:32
    Vielen Dank!
    “Ein Grossteil der Staatsverschuldung in D…ist nicht auf Verschwendungssucht der Politik zurückzuführen…..”
    Der Meinung bin auch, wenngleich viel Geld für Unsinniges (siehe Rechnungshofbericht) und überflüssige Subventionen (oft rein politisch motiviert) ausgegeben wird.
    Ich denke, die Globalisierung kostet die europäischen Länder viel Geld, da sie die Transfertleistungen im Gesamtbudget berücksichtigen müssen, sowie die Steuerausfälle infolge der Delokalisierung von Produktionsstätten usw. Wenn man sich mal die entsprechenden Graphiken anschaut, dann wird sehr deutlich, dass Arbeitslosigkeit in Europa und wachsender Aussenhandel synchron nach oben gehen, ebenso wie die Staatsverschuldung, private Insolvenzen usw.
    Ich habe den Eindruck, dass unser System nicht mehr up to date ist, d.h. wir halten eine Kapitalwirtschaftsordnung aufrecht, die grösstenteils aus dem 19. Jahrhundert stammt. Wir bräuchten vielleicht eine neue Ordnung, die den neuen Konstellationen Rechnung trägt. Schulden machen gehört heute zur Wirtschaft, die Frage ist nur, wie bewerte ich heute Geld (als Kauri-Muscheln im Umlauf waren, war dies leichter :-) , wie evaluiere ich Schulden und wie gehe ich damit um usw. Das mag utopisch klingen, aber ich meine, wir kommen mit dem herkömmlichen System nicht weiter. Wie fragwürdig es geworden ist, wie alt und brüchig, das zeigen die Fantasien, die um die Wiedereinführung der Goldwährung kreisen, oder des Bancor (nach Keynes). Man sucht nach Lösungen, findet sie aber nicht.

  12. Magier sagt:

    schade ghost, manche sollen das Fach ja studiert haben, um sich selbst zu helfen, du gehörst offenkundig zu denen, die sich auch so zurecht finden, und ihren Kanalarbeitercharme im Biedermanngewand unter den Lehm anderer Leute träufeln. Vorbildlich, integer und selbstgewiss. Weiter so, Story-Dropper, besprich das am besten mal im “kleinen Kreis” °;° … wie wär’s mit einem Pöstchen bei Berggruens Warenhaus, als frankophiler Proporz-Polyglotto;-)))

  13. Pampa sagt:

    @Greg
    Tolles Foto (ShangHAI), ich sehe wie das Risiko wächst, kannst Du auch das Gras wachsen hören, riechst Du es, spürst Du es, ein Duft wie, hm wie soll ich es beschreiben, Scheiße aus Beton? ;-) Quick and dirty, oder?

    @Zur Lockerung
    Etwas äußerst Tragisches, ich musste fast weinen vor Lachen, der Wahnsinn:

    http://www.youtube.com/watch?v=loSNunsfpGo

    @Ghost
    Jede Statistik ist nur so gut wie ihr Datenmaterial und ihre Verteilungshypothese. Was also haben wir für 1914, 1933 etc.? Glaube Du warst damals noch nicht bei uns, wenn Du mal Zeit hast, extrem empfehlenswert für Typen wie uns hier.

    http://www.amazon.de/product-reviews/3446415688/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&showViewpoints=1
    Seitdem das Eysel bis drei Uhr morgens mit Gunpowder zur Hälfte fraß, weiß ich, was Gunpowder ist und ein bisschen wie er liest, so ähnlich wie ich. Der Schinken tut Religions-Kriegern weh, gutes Zeichen. ;-)

    @Null
    Faule Sau hast Du selber über Dich gesagt, war eigentlich auch als Kompliment gedacht. Okay, texten wir es um, in Greg’s Global Theory würde ich es in etwa mit ökonomisch effizient durchs Leben wandelnder Kreatur bezeichnen, meistens männlich mit einem Touch zur Couch. Da Männer alle gleich sind, wie Mädchen behaupten, woher wissen die das eigentlich und wie hoch war deren Stichquote?, ein übles Wort, vertraue ich dem und teste gerne das Gegenteil.

    Für Deinen Job als mein Post Editor, Arbeitstitel Dornröschen ohne Höschen. Es gibt übrigens zur Asset-Sllokation den Arbeitstitel kauf was geklaut wird, da ist die Nachfrage hoch. Wallstreet war ursprünglich ja auch ganz anders als angedacht, Gier ist gut. ;-)

    Gruß
    Pampa

  14. Gregor Neumann sagt:

    @ghost:
    \”Sind Schulden in unserem Wirtschaftssystem nicht normal, etwas Unvermeidliches? Wäre unsere heutige Wirtschaft, unser Wohlstand ohne Schuldenberge denkbar?\”

    Ich wünschte, darauf gäbe es eine einfache Antwort. Wie oben schon geschrieben, sind Schulden nicht gleich Schulden.

    Einige sind positiv zu bewerten und für das Funktionieren der Wirtschaft \”unvermeidlich\”. Das Kreditwesen gibt der Wirtschaft die Möglichkeit, den vorhandenen Kapitalstock vieler Bankkunden zu nutzen und heute die Gewinne von morgen zu investieren. Erst diese Investition (in Material, Menschen oder Maschinen) sorgt dafür, dass es überhaupt zu Gewinnen kommt.

    Das beschleunigt das Wirtschaftswachstum, weil Unternehmen nicht darauf angewiesen sind, erst Kapital zu akkumulieren, und durch die Geldschöpfung nicht das komplette investierte Kapital gefährdet ist. Das drückt sich in geringerem Risiko (und somit Zinsen) aus.

    Soweit ist alles prima.

    Das System des rollierenden Kredits macht es aber unglaublich schwer zu sagen, wo die Wirtschaft tatsächlich steht. Welcher Teil ist
    eine Anleihe auf künftige Kredite, welcher ist erwirtschafteter Mehrwert im kapitalstock? Ist der Kreislauf einmal in Gang, kann man ihn nicht so einfach stoppen. Schon eine spürbare Verlangsamung führt zu Unruhe und Sorgen.

    Ein Großteil der Staatsverschuldung in Deutschland ist nicht auf Verschwendungssucht der Politik zurückzuführen, auch wenn das die populärste Begründung ist. Sie gibt die falsche Hoffnung, man können den Prozess mit etwas guten Willen stoppen, indem man die Verschwendung verhindert.

    Tatsächlich verhindert die Regierung seit Jahrzehnten mit neuen Schulden einen Einbruch der Kreditsumme durch das Absacken des BIP. Sie erzeugt künstliche Nachfrage und sorgt dafür, dass mehr Vorgriffe auf die zukünftigen Gewinne aufgehen.

    Würde Deutschland im gleichen Maße Schulden abbauen wie in den vergangenen 30 Jahren Schulden aufgebaut wurden, würde das BIP um mehrere Prozentpunkte geringer ausfallen – sprich über Jahrzehnte sinken.

    Ich habe mal die Faustformel \”100 – Staatsschulden in Prozent *2 – x\” gehört, finde aber die Quelle nicht. Herleitung: Der Staat kauft Waren und Dienstleistungen in Deutschland von seinen zusätzlichen Schulden. Diese Nachfrage fällt weg. Zusätzlich müsste er einen rechnerischen Überschuss (statt eines Defizits) erwirtschaften, um Geld zurückzuzahlen. Diese Investitionen fehlen ebenfalls – oder Steuern und Abgaben müssten entsprechend erhöht werden. Das x steht für BIP, das wegfällt, weil bei schrumpfender Wirtschaft weniger investiert wird. Das Sparen des Staates sorgt dafür, dass auch Verbraucher und Unternehmen sparen. Die Abwärtsspirale beschleunigt sich.

    Schulden für Investitionen sind positiv. Schulden für den Konsum sind trügerisch. Schulden des Staates sind nur kurzfristig OK, langfristig kontraproduktiv.

    Wie Sie sehen, ist das Geflecht ziemlich kompliziert. Ich kann nicht behaupten, Schulden per se seien gut. Das Kreditwesen samt Geldschöpfung sind für eine leistungsfähige Wirtschaft unerlässlich. Eine starke Wirtschaft braucht auch starke Banken.

    Dummerweise kann man sich aus Angst vor Verlusten auf einen Pfad begeben, den man schwer wieder verlassen kann. Dann sieht man eine Schuldenspirale, die durchaus einem Suchtverhalten ähnelt.

    Tritt das erwartete Wachstum ein, ist alles in Ordnung. Bleibt es aus, wächst die Krisenanfälligkeit. Das ist der Grund, warum man meiner Meinung nach der wachsenden Staatsverschuldung nicht tatenlos zusehen darf.

    Wichtiger Hinweis:
    1) Das Wachsen der Staatsverschuldung ist KEINE mathematische Notwendigkeit. Sie ist das Resultat einer langanhaltenden Schmerzvermeidungsstrategie.

    2) Weil die Wirtschaft und das Geldsystem permanent in der Zukunft leben, sind Forderungen nach \”schnellen, schmerzhaften Schritten\” oder dem \”Ende mit Schrecken\” extrem gefährlich. Überhasteter Abbau von Schulden ist genauso schädlich wie der überhastete Aufbau. Man befindet sich sonst schnell in einer Abwärtsspirale, die sich kaum stoppen lässt. Das geht nur mit massiven neuen Staatsschulden.

  15. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Na, mein lieber Geist,

    wie haben Dir meine ungeöffneten Feldpostbriefe im neuen Jahr bisher gefallen. Gibt es noch etwas zu meckern, oder geht es jetzt gesitteter und hochmoralisch geordneter zu. “Hier bei uns in Bayern” wird ja seit
    eh und jeh, mit zweierlei Maß gemessen, mit dem einen was du bist und dem anderen was du hast, so recht katholisch verbrämt, weisst Du.
    Aber immer mit entsprechender Ordnung und Kontrolle.

  16. ghost sagt:

    Gregor Neumann 17:00
    Wieder eine Frage an Sie, Herr Neumann:

    Sind Schulden in unserem Wirtschaftssystem nicht normal, etwas Unvermeidliches? Wäre unsere heutige Wirtschaft, unser Wohlstand ohne Schuldenberge denkbar?
    Nixon hat ja die Konvertibilität Dollar/Gold auch deswegen abgeschafft, um der Geldwirtschaft einen grösseren Spielraum zu geben. Durch die Golddeckung war sie eingeschränkt, ebenso wie die Spekulation und die Kreation von Finanzprodukten.

  17. ghost sagt:

    Magier 15:58
    “….ging’s ghost doch gar nichts an…”
    Stimmt!!
    Zumal ich nicht Psychiater bin.

  18. Zamir Zebulovic sagt:

    @ MenschHamsterradel,

    der Paule Kirchhof hat ja fast mein Level erreicht, noch nicht in aller Radikalität, aber ansonsten, Reschbäggd. Unter wiwo.de ganz aktuell die Abzocker-Orgien des SUperOBerUNfähigen Thomas Middelhoff, der von anderen scheinelitären Sumpfdottergewächsen gedeckt und gefördert wurde; Deutschland AG, wie schön sind deine 1A-Kommödienstadleien. Das Betrugssystemchen unter sich und Seinesgleichen.

  19. Hamsterrad sagt:

    Mit einem dramatischen Appell gegen die Herrschaft der großen Kreditinstitute tritt Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof an die Öffentlichkeit. Wenn sich nichts ändere, sei sogar die Demokratie in Gefahr.

    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/schuldenkrise-nieder-mit-der-macht-der-banken_aid_592459.html

    (sooo alternativlos scheinen die Dinge gar nicht zu sein..)

  20. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    wir können ja das geplante Quartett, Eyss, , Gadaffi und Heinrich von Pierer und Zamir, um einen weiteren Funkelstein erweitern; in ein Quintett eben. Dann nehmen wir noch das Maschmeyerlein hinzu und Du wirst es erleben, das werden dann unvergessliche STündchen.
    Da bleibt dann kein Auge trocken, versprochen.

    Schönen Gruss vom DSDS-Maschendraht-Casting, Zamir

  21. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    weiss garnicht warum Du dich so aufregen tuten tuust ? Meine Prophezeihungen hängen alle noch fein und säuberlich aufgereiht in der Pipeline fest. Vielleicht muss die Bundesbank noch viel früher aus Talibanesien abziehen, als ihr ohnehin schon lieb sein könnte. Dann juckelts abba an der Heimatfront, kannste glauben, joa wiakli-likki-dikki.

  22. Eysel sagt:

    Ja ja so weit sind wir längst.
    “Dreckschleudern” nennt man “Wissen von gut Informierten und Eingeweihten”.
    Ist läääängst salonfähig.
    Nee, das Wort “salonfähig” ist irgendwie der falsche Ausdruck.
    Im Salon sitzen ja längst die “Fallschirmseide Trainingsanzug Träger”
    hauen sich auf die Schenkel und gucken Comedy.
    “Je dümmer desto klatsch.”

  23. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    wie lange hast Du eigentlich damals auf der “Knorch Knock” die Revolte angerührt, sei mal äährlisch ?

  24. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Eyss,

    Carsten “Mischmaschmeyer” schlägt zurück und geht nun massiv gegen die Macher des Streifens “Der Drückerkönig und die Politik” vor. Die aktuelle Nachrichtenlage im D-Ländel, beweist nun wie weit die Pressefreiheit wirklich gediehen ist. Zu spät lieber Herr MMM. Die gut Informierten und Eingeweihten wissen, dass Tunesien nur wenige Flugstunden nahe ist und das will schon was heissen.
    Zu “Allgemein bekanntes Wissen”: Beide Aussagen könnte man gar heftig anfechten, oder ganz anders auslegen; soviel FreiZeit und FreiGeist muss schon sein.

  25. Eysel sagt:

    Merkst du nicht,
    dass Oppo im aufziehenden Wahljahr versucht auf Teufel komm heraus
    das “bavarische Zugpferd” zu demontieren? -
    Kein Mittel ist billig genug, dass nicht ein paar drauf reinfallen.
    Und wenn er sich beim Rasieren schneidet,
    dann ist das primitiven Comedy-Guckern schon Grund genug
    sich lustig zu machen … ;-(((

  26. Eysel sagt:

    @ ZZ
    Dass das Gemeinheiten waren um 13:16 und 13:18 Uhr von ghost
    hab ich gar nicht gemerkt.
    Ich hielt das für “allgemein bekanntes Wissen” ;-)

  27. Zamir Zebulovic sagt:

    Der deutsche V-Minister hat seine Truppen auch nicht mehr im Griff, die Bande wächst ihm über sämtliche Köpfe. Ist es nun Zufall, dass zur Zeit ausgerechnet bei den Bayerischen Ministern, die ganze Front schief zu hängen scheint, lieber Pampa. Auch das ist das allseits geliebte Bayern, san ma mia, san ma mia, Haindling. Die Zeit des Schnarchens ist vorbei, GELLE.

    Schöne Grüsse vom dioxinversauten Truppenübungsplatz, Zamir

  28. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Pampa 9:21 Uhr,

    es ist schon sehr interessant, was hier so alles passieren “mussssss”, ODDA ?

  29. Zamir Zebulovic sagt:

    ghost um 13:16 und 13:18 Uhr,

    dass Dein Konversationsschatzkästlein auch solche Gemeinheiten bereithält ?!

  30. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Magier 15:58 Uhr,

    Magic-Puder = GunPowder !!!

  31. Gregor Neumann sagt:

    Interessanter und provozierender Kommentar, was in den USA gerade passiert. Die Stimmung ist auffällig besser als die Lage.

    Und bevor falsche Vermutungen aufkommen. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Abschiedsrede von US-Präsident Dwight D. Eisenhower im Jahr 1961. Die Verschuldung der Privathaushalte und der Unternehmen in den USA ist seit den 70er Jahren extrem gestiegen

    \”Historians may well look back on this period, say, from 1960 on, as the “Selfish Era” – a time when individualism and materialism steadily took precedence over social responsibility. (To be fair, in the period from 1960 to 1980, the deterioration was slow, and the social contract dating back to the mid-1930s was more or less intact.) Personal debt grew slowly at first but steadily accelerated, even though it can be easily demonstrated that consumers collectively are better off saving to buy and that the only beneficiary of a heavy debt society is the financial industry, whose growth throughout this period was massive, multiplying its share of a growing pie by a remarkable 2.2 times…
    (…)
    What are the unifying themes about the America of Today?

    1. The Financial Services sector is too large relative to the size of the economy. This is a de facto admission that the US economy is unbalanced, favouring a financial elite at the expense of the rest of American society.
    2. Government is a large part of the problem. In fact, it is the government’s desire to counteract cyclical downturns which not only has allowed debt to accumulate but has also taught industry to insinuate itself into Washington to benefit from these actions. Industries implicated are Big Oil, Big Bank, the military industrial complex, Big Pharma, and the Insurance Lobby.
    3. Deregulation as practiced now favours incumbent organizations at the expense of entrants, large companies at the expense of smaller companies and corporations at the expense of individuals.
    4. The Federal Reserve is part of the problem or even the main trouble maker through its asymmetric easy money policy geared to goosing aggregate demand after financial bubbles.
    5. US Economic policy is short-sighted and has no discernible longer-term objectives that can boost long-term economic growth.\”
    http://www.nakedcapitalism.com/2011/01/sugar-high-or-growth-from-sustainable-economic-policy.html

  32. Gregor Neumann sagt:

    @Hamster:
    Ich sage ja, es wird eine kontroverse Diskussion. Wobei ich den ersten Kommentar von Steve Keen einer willkürlichen Zusammenstellung von Udo Ulfkotte vorziehe.

    \”How could I ever have thought that the growth of credit could have caused the Great Recession, when in fact the growth rate of debt has been negative?

    I am also chastened to realise that credit is only used for good purposes. As the report notes:

    In the long run, the scale and distribution of credit is only economically sustainable if it also meets society’s broader social objectives. Credit is linked to social objectives during all stages of a country’s economic development. In early stages of development, credit is used to support family-owned businesses; next, it supports small and large corporations; and finally it is used to smooth consumption. Muhammad Yunus, founder of Grameen Bank, goes so far as to say that credit is a human right, and adds: “If we are looking for one single action which will enable the poor to overcome their poverty, I would focus on credit.” (p. 39)

    Foolish me: here was I, thinking that credit might also be used to fund Ponzi Schemes.

    OK, enough with the irony. The WEF’s report is not all bad—there are some very good bits that I’ll get on to later—but it commits at least three fundamental errors: it uses a questionable base year for its analysis, it omits a crucial variable, and it maintains a wholly benign view of a factor that experience indicates has both benign and malignant attributes.\”
    http://www.debtdeflation.com/blogs/2011/01/21/how-i-learnt-to-stop-worrying-and-love-the-bank/

  33. Hamsterrad sagt:

    Gregor Neumann

    zu Davos, da passt auch der Artikel mit der Überschrift:

    Vorsicht Wirtschaftstrottel:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/udo-ulfkotte/vorsicht-wirtschaftstrottel-das-world-economic-forum-weltwirtschaftsforum-in-davos.html

  34. Null sagt:

    Pampa 9:21
    Danke für das ehrliche Kompliment. ;-) =)
    Wenn ich dann Gregs Vorschlag von 15.21 vor mir sehe, suhle ich mich lieber im Schlamm.
    Nichtsdestotrotz verfolge ich die Aktivitäten hier mit einem Auge. Habe hier sonst nichts beizutragen. Bei mir ist die Natur noch intakt.
    Schönes WE allerseits.
    Null

  35. Magier sagt:

    something strange in the neighborhood,…
    ..and tweedle dee tweedle dun
    und wenn es so wäre, ging’s ghost doch nichts an;-)

    …und du verehrter Unternehmer-Rentner im Kanalarbeiter-Ghost: auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was mach ich nur den lieben langen Tag so, mal wieder in Tichy-Town eingeloggt?
    Dein Charme war zu aktiven Unternehmerzeiten ganz gewiss ein großes Geheimnis deines Erfolges… kann nur so gewesen sein *#*

  36. Gregor Neumann sagt:

    Witziger Vergleich: Wer produziert einen höheren ökonomischen Mehrwert – Apple oder Goldman Sachs?

    So viel Spaß kann man mit Kennzahlen haben: ROE, ROA …

    \”Another thing that differentiates Goldman from Apple is how much it pays its employees. In 2010, Goldman’s 35,700 employees took home an average of $430,700. Apple doesn’t publish much information about its labor costs. According to the jobs Web site Simply Hired, the average salary at Apple is $46,000. Another Web site, Salary List, quotes a substantially higher figure—$107,719—but that doesn’t appear to include people working at Apple’s more than three hundred retail stores. Whichever number is more accurate, the basic message is the same. Apple employees earn a lot less than their counterparts at Goldman despite the fact they generate a much higher return—private and social—on the capital they use.

    Go figure.\”
    http://www.newyorker.com/online/blogs/johncassidy/2011/01/goldman-apple-economic-return.html

    Diskussion überflüssig; ist nur zur Unterhaltung am Wochenende gedacht, wenn man eine Pause vom WEF-Bericht braucht :-) ))

  37. pedro sagt:

    @ghost
    Tote durch die Römisch Kath.Kirch. ??????????
    dagegen ist alles nichts

  38. Gregor Neumann sagt:

    In Davos wird es richtig interessant. Das WEF und McKinsey stellen einen Bericht vor, wonach der globale Kreditbedarf um rund 100 Billionen Dollar steigen soll. Das wäre eine Verdoppelung des weltweiten Kapitalbedarfs in 10 Jahren unter der Annahme, dass der Leverage nicht steigt und die Weltwirtschaft um durchschnittlich 6,3 Prozent wächst.
    http://www3.weforum.org/docs/WEF_NR_More_credit_fewer_crises_2011.pdf

    Die Untersuchung geht auch detailliert auf die Frage ein, wie man das Wachstum erreichen kann, ohne die Anfälligkeit für Kreditkrisen zu erhöhen.

    Das wird für viel Gesprächsstoff sorgen. Sowohl die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie die generelle Tendenz. und die lautet, dass sich der Rest des Planeten von der hausgemachten Krise vieler Nationen der 1. Welt abkoppelt.

    Im Szenario kommt Deutschland übrigens ziemlich gut weg. zum einen, weil der Kapitalstock groß und die Verschuldung relativ gering ist. Zum anderen, weil die Wirtschaft von der Entwicklung profitieren wird.

    Wer am Wochenende noch nichts vor hat: Es sind nur 84 Seiten, über die in den nächsten Wochen aber vermutlich viel gestritten werden wird.

    Ich weise darauf hin, dass das der zweite extrem optimistische Report von McKinsey innerhalb von 4 Wochen ist. Entweder ist das Zweckoptimismus oder sie meinen es ernst. Jedenfalls haben unterschiedliche Teams an den Analysen gearbeitet.

  39. Gregor Neumann sagt:

    Wow, das sollte man gesehen haben. Ein Foto vergleicht Shanghai 1990 und 2010. Dann wird klar, wie stürmisch die Veränderung von China verlaufen ist. Wobei sich die Entwicklung der Zentren deutlich vom Rest des Landes unterscheidet.
    http://www.theatlantic.com/business/archive/2011/01/picture-of-the-day-shanghai-in-1990-and-2010/69959/

  40. Eysel sagt:

    Ich denke es ist nicht dein Hamsterrad das auf dem letzten Loch pfeift,
    das scheinst eher du zu sein.

  41. Hamsterrad sagt:

    Ich glaub´ mein Hamster pfeift. Was fehlt ihm bloß?

    Können wir eigentlich den Lauf der Geschichte durch ein paar Kommentärchen hier, beieinflussen? Kann das überhaupt jemand?

  42. ghost sagt:

    Pampa 23:38
    OK Pampa, eine Gegenbemerkung: Damals, vor 1914, lag Krieg in der Luft, spätestens seit der Marokko-Krise von 1912. Die Luft war damals schneidend dick, der August 1914 quasi eine Erlösung. Aber man glaubte fest, dass der folgende Krieg so ähnlich verlaufen würde, wie der von 1870. An die noch unbekannten Schrecken der kommenden Schlachtfelder dachte niemand, nur Wilhelm II ahnte, dass mit den modernen Kriegsmaschinen die Sache nicht mehr so “einfach” werden würde.
    Auch das 3. Reich liess vorzeitig Krieg ahnen. Aber niemand konnte sich die Greuel (Judenverfolgung usw) vorstellen, niemand. Selbst als die Judenverfogung schon im Gang war, glaubten jüdische Mitbürger noch, dass die deutsche Kulturnation dazu nicht fähig wäre. Aber alles ist eben möglich, alles.
    Als ich neulich bei einem erfahrenen Wirtschaftsexeprten zu Besuch war und wir über die aktuelle Krisenlage sprachen, blieb er merkwürdig lakonisch und zeigte dann auf eine Kunstreproduktion. Es zeigt ein Bild von Hieronymus Bosch: “Die Hölle”.

  43. ghost sagt:

    Na Magier, hast Du Dir wieder ein bisschen Beamtenfreizeit auf Deinem Freizeitkonto angespart?

  44. ghost sagt:

    nasowas 22:55
    “neue Wirtschaft”? Kann es nicht genauer sein? Doch nicht etwa Kommunismus – sind 50 Mio Tote, die die marxsche Theorie verursacht sind, nicht genug?

  45. Eysel sagt:

    @ unbeeindruckt name gamer Magier-Tragier
    Wirst dir UNTREU!
    Kein Fäkalrausch heute? -
    Nur McCarty Vorwurf und Auto-Neid? -
    Schlecht in Form heute? -

  46. Jk sagt:

    ..du machst das schon, eysel, selbst im Geschwindigkeitsrausch mit 160 immer noch ein Patschhändchen frei zum googeln, sowas nenn ich Sollbruchstelle erkannt und hineingerannt…tolle Leistung, McCarthy-mio de Tichy-Tonium;-)

  47. Eysel sagt:

    @ dtesch
    ich wage es mal voraus zu sagen,
    dass da entweder nix kommt,
    oder etwas das – sprachlich enorm verklausuliert – auf eine “weitgehende Vergesellschaftung” (früher noch sagte man Enteignung) aller “Produktionsmittel” hinausläuft. -
    Mindestens aber eine so weit gehende Kontrolle, dass die Übernahme der “gesellschaftlichen Verantwortung” für das Eigentum (wo hätte das je funktioniert?) der ehrlichere Schritt wäre.

  48. Eysel sagt:

    @ John Keneth Tragier
    schlichtes googeln hätte eine (weitgehende) Falschauskunft verhindert. -
    Wenn man über Wiki hinausgeht (Durant): Der Begriff gehörte seit den 50er Jahren lange zu den Klassikern der marxistisch rhetorischen Standardvorwurfsphrasen der DDR/UDSSR Führung Richtung Westen. – Obwohl die zum Vorwurf gemachte Komplexität nach heutiger Auffassung weit eher dort als im Westen zu finden war. -

  49. dtesch sagt:

    @nasowas
    “neue wirtschaft. und das wird nicht die autowirtschaft sein. und ich hoffe auch nicht der militärisch-industrielle komplex.”

    Welche “neue Wirtschaft” soll uns hier verkündet werden?
    Kläre uns doch mal auf!

    Gruß
    dtesch

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