» 06.03.2010, 07:16

Letzte Gründerzeit

Was war das doch für eine Zeit, in der Taxifahrer an der Wall Street spekulierten, Hausfrauen ihre Königinnen-Illustrierte gegen Börsenjournale tauschten und Rentner ihr Ruhegeld mit Optionsscheinen hebelten: „Neuer Markt“, so hieß das Zauberwort, mit dem sich die Panzertüren zum Reichtum auch für Kleinanleger öffneten. Immerhin ein Noch-Staatsunternehmen, die Deutsche Telekom, heizte mit einer 300-Millionen-Euro-Kampagne das Börsenfieber und die Gier so richtig an, mit der vermutlich teuersten Werbekampagne in der Geschichte Deutschlands. Über 50 Milliarden Euro nahm der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel durch die Versteigerung von Mobilfunklizenzen ein – davon kann heute Wolfgang Schäuble nur noch träumen, wenn er uns die Cents aus der geballten Faust kratzt. An einem Tag verlor der Neue-Markt-Star Gerhard Schmid (Mobilcom) eine Milliarde an Börsenwert. „Macht nix, es kommt morgen wieder“, sagte er nur achselzuckend. So viele Nullen gab’s erst wieder zehn Jahre später in der Finanzkrise, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

„Noch nie war es so einfach, reich zu werden“, das habe ich selber damals geschrieben. Es hat ja auch gestimmt. Allerdings nur sehr kurze Zeit. Das Ende ist auch bekannt, seit vor genau zehn Jahren die Kurse nach Süden abdrehten: Kursstürze, die sich zu wahren Höllenfahrten auswuchsen, Kurstabellen, die sich lasen wie Vermisstenlisten, Pleiten und Prozesse, in denen die Heroen des Geldes sich als Betrüger entpuppten, eine grandiose Vermögensvernichtung. Vermutlich hat der eine oder andere von uns noch ein paar solche Leichen im Depot, die man nur deshalb nicht auskehrt, weil das Eingeständnis der Verluste nur böse Erinnerungen heraufbeschwört – lieber verdrängen, was nicht mehr zu retten ist.

Es gibt aber auch eine andere Geschichte, die unter der Überschrift „Neuer Markt“ erzählt werden kann. Mit Qiagen steht ein früherer Star des Neuen Marktes auf der Schwelle zum Dax. Das wäre eine willkommene Blutauffrischung für das feine Börsensegment, in dem rund die Hälfte der Mitglieder aus dem 19. Jahrhundert stammt und die Kinder der Nachkriegszeit noch als Teenager durchgehen. Klitschen aus der Zockerbude wuchsen zu respektablen Unternehmen mittlerer Größe, etwa Aixtron und United Internet; es sind Unternehmen, die das haben, was unserer Volkswirtschaft so dringend fehlt: Unternehmergeist, neue Produkte, neue Ideen.

Der Neue Markt steht als Synonym für die vorerst letzte Gründerzeit in Deutschland: Es war plötzlich ebenso chic, Unternehmen und möglichst gleich eine Aktiengesellschaft zu gründen, wie es Mode wurde, Unternehmensanteile zu besitzen; frisches Kapital für neue Ideen gab es daher im Überfluss; Optimismus und Glaube an technischen Fortschritt, egal, ob Internet oder Biotech, verdrängten die deutsche Selbstverliebtheit in Tristesse, Selbstzweifel und Technikfeindlichkeit. Das ist die brisante Mischung, aus der Neues entsteht: Großartige Unternehmen ebenso wie grandiose Selbstüberschätzung und grauenhafter Betrug; Versuch und Irrtum liegen nahe beieinander. Hören wir auf, mit den Zähnen zu knirschen wegen Telekom und Infineon, Mobilcom und EM.TV.

Versuchen Sie dafür einmal, heute Geld für eine etwas ungewöhnliche Existenzgründung zu kriegen – da greift der Bankberater statt zum Kreditantrag lieber zum Überweisungsschein ins Irrenhaus. Die Zahl der Unternehmen schrumpft, und das Kapital für junge Unternehmen wird knapp. Es wird bewahrt und verwaltet, aber nicht mehr gegründet, beklagt Qiagen-Chef Peer Schatz, . Geist und Geld finden nicht mehr zusammen, und das macht uns viel ärmer als Versuch und Irrtum.

» 06.03.2010, 07:16

    167 Kommentare zu “Letzte Gründerzeit”


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  9. Roland Tichy sagt:

    @Jörg Stimmer:

    und wer hat die erste Finanzierung übernommen – PE oder eine Bank? In welcher Branche sind Sie tätig?

    Gruß
    rty

  10. Ich finde den Artikel recht gelungen und gehe davon aus, dass er etwas “wachrütteln” soll. Dies ist sicher auch erforderlich. Ich möchte hier aber auch anmerken, dass wir (4 Gründer, im Durchschnitt ca. 38 Jahre und entsprechender Berufserfahrung) im April 2009 einen SW-Startup gegründet haben und uns – zumindest aus meiner Sicht – nicht alzu schwer mit einer Frühphasen-Finanzierung getan haben. Wir sind seit dem auch gut mit unserer Entwicklung vorangekommen udn haben auch erste Kunden. Auch die Gespräche mit Folgeinvestoren für eine zweite, entsprechend höhere Finanzierung sind im Gange.
    Wenn das Konzept schlüssig ist, die Gründer auch selbst voll dahinter stehen und am besten – zumindest ein teil – Erfahrung mitbringt, hören einem Investoren durchaus aufmerksam zu.
    Wenn man sehr früh dran ist, gibt es ja auch vom Bund und den Ländern entsprechende Fonds.

  11. Rudi restlos Ratlos sagt:

    Eine Frage, die mich umtreibt, muß ich hier stellen: Wollen wir wieder neue VEB´s (in evtl. neuem Gewand) ..Bankensektor könnte der Anfang sein… ? oder wollen wir wettbewerbsfähige Betriebe, die sich am globalen Markt zu behaupten haben…? Diese Grundsatzfrage scheint mir letzlich nicht geklärt!

    Im TV ist übrigens nächste Woche eine Sendung angekündigt – Die Grenze – Wiedertrennung der BRD – man darf gespannt sein…

    Zumindest habe ich das Gefühl – so manche Dinge scheinen nicht geklärt zu sein…

  12. pedro sagt:

    Das Ganze ist immer mehr Wert, als die Summe seiner Teile.
    Ein großes Teil kann ohne die Kleinen nicht überleben.

  13. Rudi restlos Ratlos sagt:

    Völliges Einverständnis, Gregor

    Jedem sein Erziehungsmodell, viele (auch hier im Blog) würde ich vor “meinem” Modell sogar warnen! Aber: Die Dinge etwas aus der Vogelperspektive betrachtet, erspart manches Gequake der Frösche!

    Noch nie (!) hatten wir bessere Möglichkeiten an der vernetzten Welt teilzuhaben. – Der Bauch ist voll, das Trinkwasser rein, die Welt geordnet…wir können dies als Chance begreifen, weil wir mit diesen Dingen fast der ganzen Welt voraus sind. Dazu müssen wir uns aber bewegen, anstrengen, riskieren, ja.

    Die Einstellung: “es wird schon irgendwie wern..” – war gestern falsch, ist heute falsch und wird morgen die fälscheste sein, – weil die Anderen, die schlafen nicht!
    Ist schon interessant, daß ich damit als anormal gelte? …gelle
    aber: Rudi hält das aus, das ist er gewohnt

  14. pedro sagt:

    @Gregor Neumann
    Antwort auf den Bösartigen 4 zu 15:52

  15. karel sagt:

    @Greg
    ***Eine hohe soziale Mobilität ist deshalb gut für eine Gesellschaft, weil sie die unteren Gesellschaftsschichten belohnt, wenn sie sich anstrengt, und den oberen Schichten klar macht, dass sich niemand auf seinen (geerbten) Lorbeeren ausruhen darf. Sonst geht es mit dem Fahrstuhl abwärts, während für eine ärmere Familie gilt, dass ihre Kinder den Aufstieg geschafft haben.***

    Und dazu gehört das nötige “Gefälle”…..
    Welches der Wohlfahrtsstaat zielstrebig abschafft.

    karel

  16. Gregor Neumann sagt:

    @dtesch:
    “Macro, schön anzusehen die OECD-Statistiken. (…)
    Außerdem stehe ich Statistiken immer skeptisch gegenüber. …allein mir fehlt der Glaube. Ich orientiere mich an dem was ich um mich herum wahrnehme.”

    Genau deshalb gibt es uns Makro-Guys :-)

    Aus irgendwelchen Gründen halten die Leute in Schleswig-Holtstein den Beruf des Deichbauers für besonders zukunftsträchtig, während die Bewohner des Allgäus lückenlos nachweisen können, dass sich kein Mensch dafür interessiert.

    Für die Bewertung der Gesamtentwicklung helfen persönliche Anekdoten nicht weiter. Da muss man sowohl das Gesamtbild im Auge haben als auch die Zusammensetzung der Datenbasis.

    Die soziale Mobilität ist so ein Beispiel. Je nach persönlicher Situation kann man das bestätigen oder für absurd halten. Jeder kennt Bill Gates, einige Peer Schatz und ganz wenige die tausenden von Betrieben, die in Summe mehr Arbeitsplätze geschaffen haben als die beiden zusammen. Man kann jetzt beklagen, dass Deutschland schon lange keinen neuen Milliardäre mehr hervorgebracht hat. Oder sich über die vielen, gut verteilten Einzelvermögen freuen.

    Am Ende entscheidet die Summe über Erfolg und Misserfolg, nicht der zufällig ausgewählte Einzelwert :-)

  17. Gregor Neumann sagt:

    @Rudi:
    \”Man muß dahin, wo Geschäft ist, – noch nie ist ein Geschäft zu mir gekommen! \”

    Schon richtig, aber soziale Mobilität ist ein gesellschaftliches Phänomen. Es beschreibt die Rate, mit der Menschen den Auf- bzw. Abstieg schaffen. Je höher die soziale Mobilität, ermöglicht eine Gesellschaft, dass sich jemand mit einer guten Idee auch durchsetzen und Erfolg haben kann. Es ist das Gegenteil der Prekariats-Theorie: Eltern arbeitslos = Kinder arbeitslos.

    Die Statistik zeigt, dass ein Kind in Deutschland im Durchschnitt bessere Chancen hat, mehr als seine Eltern zu verdienen, als beispielsweise in den USA oder in England. Umgekehrt stimmt es aber auch. Wer in gute Verhältnisse geboren wird, hat eine höhere Chance weniger als seine Eltern zu verdienen, wenn er sich nicht anstrengt.

    Eine hohe soziale Mobilität ist deshalb gut für eine Gesellschaft, weil sie die unteren Gesellschaftsschichten belohnt, wenn sie sich anstrengt, und den oberen Schichten klar macht, dass sich niemand auf seinen (geerbten) Lorbeeren ausruhen darf. Sonst geht es mit dem Fahrstuhl abwärts, während für eine ärmere Familie gilt, dass ihre Kinder den Aufstieg geschafft haben.

  18. Ghost sagt:

    @ karel 15:36
    Es stimmt natürlich: Es fehlt eine neue Richtung, aber von der jetzigen Regierung mit ihrer Personalbesetzung kann man nicht zu viel verlangen. Sie wäre damit wirklich überfordert. Nur: Nach dem Krieg gab es eine kräftige Vitaminspritze aus den USA (Marshall). Nicht etwa aus Mitgefühl, um Deutschland wieder aufzupäppeln, sondern aus ökonomischem Kalkül. Ausserdem: Der Nachholbedarf war immens, es wurden neue Geräte erfunden, vom Staubsauger bis zum Kühlschrank, wobei die USA und Europa eine Monopolstellung hatten. Die internationale Konkurrenz war ungleich geringer, es gab für alle zu essen, die Mittel flossen daher reichlich. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, die Arbeitslosenstatistiken von 1929 bis heute im Vergleich zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zu betrachten. Eigentlich leben wir seit den 20iger Jahren in Dauerkrisen, wenn man von der künstlichen Reduzierung der Arbeitslosigkeit (beseitigt wurde sie nie) von 1934 bis 1945 und den Aufbaujahren 1949 bis etwa 1968 absieht. Das waren Ausnahmesituationen. Der grosse Fehler der von Wählerstimmen abhängigen Politkaste war und ist es, den Menschen Märchen zu erzählen und sich an Lobbys zu verkaufen, statt – un da bin ich einverstanden – “Alltagsvernuft” zu vermitteln.

  19. Gregor Neumann sagt:

    @pedro:
    \”Siehe Geschäftsberichte der Sparkassen in Deutschland.
    Streng genommen sind alle Pleite, wenn gemessen wird wie bei einem Kreditnehmer von der Sparkasse.\”

    Interessant. Gibt es dazu eine Quelle? Oder verwechselst Du vielleicht die Landesbanken mit den Sparkassen? Sparkassen sind rechtlich eigenständig und in verschiedenen Verbünden organisiert.

    Ich habe bei der schnellen Durchsicht der Zahlen nichts gesehen, was die Sparkassen-Finanzgruppe als besonders risikoreich erscheinen lassen würde. Das Hauptrisiko sind die Landesbanken.
    http://www.dsgv.de/de/sparkassen-finanzgruppe/jahresbericht/

    Aber vielleicht übersehe ich etwas. Worauf stützt sich Deine Aussage, \”Siehe Geschäftsberichte der Sparkassen in Deutschland.
    Streng genommen sind alle Pleite\”?

  20. Ihr Name sagt:

    @Eysel
    **Das ist der Vorgang den ich „hohe Drehzahl null Wirkungsgrad“ nenne. -
    Ist dieser “selbstreferentielle Prozess” nicht an vielen anderen Stellen ebenfalls zu beobachten?**

    Das ist es ja.
    Saugt alles ab,
    vor allen Dingen produktive Arbeit.

    karel

  21. karel sagt:

    @Ghost
    **Und woher soll das Geld dazu kommen? Fällt das etwa vom Himmel, so nach Sterntalermanier?**

    Nach dem Krieg fiel´s auch nicht vom Himmel.

    Das Geld floß damals nicht in Versicherungen…
    Das Geld floß in Zukunft…….
    In Kinder und in Arbeit.

    Heute ist´s umgekehrt.

    Weniger Kinder, weniger Arbeit.
    Und viel Geld für´s Alter,
    Den Spekulanten freut´s …. das hatten wir gerade.

    Das Geschäftsmodell Zukunft wurde zweitrangig.
    Das Geschäftsmodell Vergangenheit dagegen erstrangig.
    Die Richtungsänderung war in den 70ern.

    Es fehlt eine neue Richtung.
    Banker, Politiker, Medien…..?
    denen fehlt schlicht die Alltagsvernunft.

    karel

  22. pedro sagt:

    @nostro
    Wenn es Dich brennend interessiert.: “HEIMAT IST FÜR MICH Deutschland” weil ich hier 60 Jahre Glück erleben durfte.
    Habe vor ca. 6 Stunden mit dem Landratsamt wegen einem Termin angefragt, um Beratung, wegen Antrag auf Erteilung der Deutschen Staatsangehörigkeit.(was für ein zufall)
    Es waren nicht nur schöne Zeiten als Ausländer hier zu Leben und ich darf es auch HEUTE noch spüren. Wohlgemerkt ich bin in Deutschlad geboren und meine Mutter und Ihr Stamm ist Urdeutsch.
    Wer aber nach dem Krieg einen Ausländer geheiratet hat, dem wurde die Deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt.(was für ein schwachsinn)
    Zum Thema Gründergeist kann ich nur sagen, wer keinen Geist hat ,kann auch nichts gründen.
    Wenn eine Gründung am Anfang bei einer Bank beginnt ist der Untergang so gut wie sicher.Egal nach wie fielen Jahren, aber SICHER ist es.

  23. nostro sagt:

    pedro, Günna, Rrr:
    die französische Art des Origami könnte euch sehr gefallen, sehr Einfältigen hilft allerdings die beste Faltmethode nicht weiter, ebenso wie die beste aller Welten auf dem Papier nicht ein einziges Kind auf den rechten Weg bringt, Sind \”Strukturen\” eigentlich Wege, Irrwege, Sackgassen oder Traumpfade der Menschheit?
    pedro, mich würde ernsthaft interessieren, was für dich \”HEIMAT\” ist. ? Gibt es einen Zusmmenhang nach dem Mott0: je weniger Wurzelgrund, umso mehr Gründergeist?

  24. pedro sagt:

    @RrR
    ich, seit 60 Jahren “staatenlos” oder besser gesagt heimatloser Ausländer, lebe dieses seit Geburt.

  25. Günna sagt:

    Kinder in Strukturen
    stt neben Kucksuhren
    heimatlos und wurzelohne
    hrinvernetzt Elektro-Clone
    überall und nirgendwo
    stier fest fixiert:primär profit
    Siegt ungeniert pour la merit
    die Quanten springen wild zu Hauf
    Natur, Gier our nimm deinen Lauf
    nicht früh genug ins Spiel gehetzt
    good guy sehr jung auf zero setzt
    Lernziel beyond the kindergarden
    max elo top im Spielergarden
    verweilt einmal ein solcher Clown
    auf grüner Wies in Tichy-Town
    zum Ruhme gibt es hier am Orte
    ein gutes Wort für diese Sorte
    denn jedes junge Stück Salami
    zu Recht erstrebt sein(!) Origami.

  26. Günna sagt:

    na gut, 10.000, noch immer kein nachahmenswertes Beispiel, ehr abschreckend, a mon avis. Lebensziel. City-boy:-(

  27. Günna sagt:

    na und, rudi, deine Kinner sind die absoluten Ausnahmen, auf 10 Millionen Kinner kommen 1000, die von ihren Eltern in diese “Strukturen” verschickt werden, Gott schütze uns vor Eis und Schnee vor dreimal r und kind-ade!

  28. Rudi restlos Ratlos sagt:

    Gregor Neumann am 12.03.2010 um 11:46 Uhr

    Also Gregor, ich sehe da schon einen Unterschied bei der Herangehensweise (Vergleich der Staaten):

    Man muß dahin, wo Geschäft ist, – noch nie ist ein Geschäft zu mir gekommen!

    Meine Kinder beweisen mir das, sie sind sozusagen “staatenlos”. Sie sind dort, wo Geschäft ist und das ist weltweit. Sie haben hier begonnen und waren nach 2 Jahren weg, für die ist es völlig belanglos, in welchem Staat sie gerade sind, – sie gleichen Unterschiede zwischen Staaten und in Nachfrage-, Angebotsstrukturen aus, das ist deren Erfolg – (Bsp. Eysel, FAZ mit dem Nomaden, es sind nicht nur Iraner…)

    Was sie brauchen: Flexibilität, fremde Sprach- und Kulturkenntnisse, Ideen Ideen Ideen…Was die von Politik halten? bestenfalls schlechtes Kabarett, mehr kann ich hier aus Zensurgründen nicht sagen

  29. Günna sagt:

    für die tenöre der Tichy-Towner Kultbänd “Weniger Regeln” hier noch ein heisser Hinweis:

    http://www.bundesimmobilien.de/Dateien/arbeitskreis.pdf

    Schätze, dort könnte mancher von Euch als Treibsatz auftreten, zumindest solange er nicht rausgeschmissen wird;-)

  30. dtesch sagt:

    @Greg
    Macro, schön anzusehen die OECD-Statistiken. Nur persönlich kann ich damit nicht viel anfangen. Auch im Microbereich hilft mir das nicht weiter.
    Außerdem stehe ich Statistiken immer skeptisch gegenüber. …allein mir fehlt der Glaube.
    Ich orientiere mich an dem was ich um mich herum wahrnehme.
    Es gibt innovative Unternehmen, die nicht an der Förder-Subventionsspritze des Staats hängen. Es sind nur viel zu wenige. Das reicht bei weitem nicht aus für ein neues Zeitalter der Erfindungen und Innovationen.
    Dafür gibt es leider in der jetzigen Gesellschaft keine Mehrheit. Das können auch Statistiken nicht verbergen. Der Glaube daran allein reicht nicht aus.
    Die Einschränkungen, Behinderungen, Bürokratie und die von Eysel erwähnte Kontrollillusion machen das Leben komplizierter. Ich erlebe es jeden Tag in den Unternehmen, mit was für ein Blödsinn die sich auseinandersetzen müssen: Verplemperte Zeit und Kraft, die der Produktivität entzogen werden.

    Es vergeht kein Tag, in dem ich nicht Politiker, Verbandssprecher, Funktionäre, … weitere Regulierungen verlangen, immer scheinheilig begründet mit der vermeintlichen Fürsorge für das Volk.
    Aufbruch in eine neue Gründerzeit sieht anders aus.

    Gruß
    dtesch

  31. Günna sagt:

    Gregor, da geht’s dir nicht besser wie meiner Frau;-) Zur Qualität verdammt! Und echt gefördert! da kommt man erst gar nicht tiefsinnig über Bürokratie zu fabulieren, das kleine Monster schultert man nebenbei einfach mal weg!
    Außerdem. im Laufe der Zeit nimmt der Premierenanteil dann doch ab, oder.
    Mal was anders:
    es wird immer wieder berichtet von “Gründungen”, die aus Abteilungen, Bereichen, Tochterfirmen großer Dax-firmen ergeben haben und reüssieren. Siemens ist so ein Beispiel, andere gibt es einige.
    Wen den dahinter stehenden Spirit in mittelständischen und kleineren mittelständischen Firmen, aber auch in anderen Bereichen des öffentlichen lebens stärken würde, statt wie nicht selte, Furzklemmerei und und kleingeistigen Egoismus an den Tag zu legen.. würde das nicht dazu beitragen Gründungsaktivitäten mit Aussicht auf Erfolg zu stärken?
    Ein anderer Aspekt: wenn der STaat als förderer vor der Alternative stehet, bei Ausgaben für Gründungen zu sparen oder bei Ausgaben für Straßen, Brücken und Parkplatzbau, dann sollte man das Augenmerk vielleicht mal vom hohen Lied auf die Infrastruktur ablenken hin zu den unternehmerisch tätigen Menschen. Ist Starßenbau denn Selbstzeck?

  32. Eysel sagt:

    @ Greg
    Zu Innovationsförderung:
    Fördern muss man nur das,
    was ohne Hilfe nicht in Gang kommt. –
    – Ein Kind zum Beispiel. -
    Ist da nicht die erste Frage diejenige
    die nach dem Grund des nicht in Gang Kommens fragt??? – Kann es sein, dass erst „behindert“ wird
    und dann mit viel Aufwand „gefördert“ wird? –
    Das ist der Vorgang den ich „hohe Drehzahl null Wirkungsgrad“ nenne. -
    Ist dieser “selbstreferentielle Prozess” nicht an vielen anderen Stellen ebenfalls zu beobachten?
    Meiner Überzeugung nach kommen „gute“ Dinge in Gang, ohne dass sie staatliche Förderung brauchen. -
    ( Von Grundlagenforschung mal abgesehen. )

  33. pedro sagt:

    Habe hier im Blog Dezember 2009 den Vorschlag einer Gründung gemacht und die Resonanz war Null.
    Heute ca. 12 Wochen später, sind erste Schritte gemacht.
    Eine Gründung ohne viel Geld und nur mit der Erfahrung von 60 Lebensjahren.
    Werde immer wieder berichten über den Fortschritt.
    Sollte ich gedankliche Hilfe benötigen, melde ich mich.
    Die einzige Bedingung, die ich mir gestellt habe, ist alles ohne Bank und Kredit zu erreichen.

  34. Freak sagt:

    ;-) da muss mal einer richtig mit der Faust auf denTisch kloppen.;-)

    Diesem Forum “droht” nichts, nicht mal die “Verstaatlichung”.:-(

    Nicht jeder hier ist frei von “Verstrickungen”, z.T betriebssystembedingt klemmt die Säge halt mal ab und an bei einigen regelmäßig und bei besonderen chronisch.
    wie wär’s, du unser aller blog-Gewissen, wenn du einen Wächterrat gründest – neben der sittlichen Reife, nachgewiesener Hartgesottenheit, geistiger Unabhängigkeit und signifikanten Abstands zu Kumpanei gehört natürlich etwas Glaube an das gute im Menschen in die imponderabielen eines solchen Tuns, ansonsten sollte man es besser lassen.
    Mit “Selbst” beginnt es oft und endet es nicht selten, z.B. Mangel an… Selbstk…? Na?

  35. Gregor Neumann sagt:

    @günna:
    Ich habe den härtesten Chef von allen, nämlich mich selbst :-) )

  36. Eysel sagt:

    Hat nicht wirklich JEDER
    seine eigenen kleinen ( oder grossen ) “Erfahrungen” mit dem hochkomplexen Verwaltungs- Kopliziertheits-Monster schon gemacht????
    Setzt bei diesem Erleben nicht die Frage ein,
    was diese “Kompliziertheiten” bringen???
    Scheinbar nicht!
    Denn es wir MEHR an Regelung und damit zwangsläufig auch Komplziertheit VIELSTIMMIG gefordert.
    Ich frag mich da,
    ob diese genialen Handwerker nicht wirklich dabei sind,
    mit einem Hammer eine Schraube in die Wand zu prügeln.
    Das Ergebnis für die Wand wird “überzeugen”.

  37. Gregor Neumann sagt:

    Ich hätte eine Frage.

    Wenn es in Deutschland ein Problem mit der Förderung innovativer Ideen gibt, wenn der Mittelstand am liebsten alles hinwerfen würde, wenn es bei uns ein Problem mit einem Prekariat gibt, in dem Arbeitslosenkarrieren vererbt werden …

    … wie erklärt sich dann die jüngste OECD-Studie zur sozialen Mobilität?

    Darunter versteht man die Abweichung des Einkommens der Kinder zu ihren Eltern. Schaffen es viele Kinder, mehr zu verdienen als ihre Eltern, ist die soziale Mobilität hoch. Kinder mit guten Ideen und guten schulischen Leistungen steigen in der sozialen Hierarchie auf, andere sinken im Status trotz guter Voraussetzungen.

    Kleiner Test: Auf einen Zettel notieren, welche Länder Innovationen besonders fördern und Menschen mit guten Ideen die besten Voraussetzungen haben, unabhängig vom Status der Eltern ein hohes Einkommen zu erreichen.

    Wer steht oben, wer unten und wo befindet sich Deutschland im Konzert der Industrieländer?

    Dann hier klicken und lesen (oder zu den Grafiken ab Seite 5 scrollen).
    http://www.oecd.org/dataoecd/17/42/44566315.pdf

    Das Ergebnis:
    \”* Mobility in earnings across pairs of fathers and sons is particularly low in France, Italy, the United Kingdom and the United States, while mobility is higher in the Nordic countries, Australia and Canada.
    * Across European OECD countries, there is a substantial wage premium associated with growing up in a better-educated family, and a corresponding penalty with growing up in a less-educated family. The premium and penalty are particularly large in southern
    European countries, as well as in the United Kingdom. The penalty is also high in Luxembourg and Ireland. In these countries the wage premium is more than 20%, while the penalty is some 16% or more (relative to wages earned by individuals raised in a
    family with average education).
    * The influence of parental socio-economic status on students’ achievement in secondary education is particularly strong in Belgium, France and the United States, while it is weaker in some Nordic countries, as well as in Canada and Korea. Moreover, in many OECD countries, including all the large continental European ones, students’ achievement is strongly influenced by their school environment.
    * Inequalities in secondary education are likely to translate into inequalities in tertiary education and subsequent wage inequality. For example, in Denmark, Finland, Italy and Luxembourg the probability of achieving tertiary education is more than 30 percentage points higher for a son whose father had also achieved tertiary education compared to a son whose father only had upper secondary education. Educational inequalities are compounded by wage inequalities in the sense that generationally transmitted inequalities in higher education are positively associated across countries with inequalities in wages.\”

    In Deutschland hängt der Erfolg in der Schule stark vom Elternhaus ab. Auch, ob jemand studiert oder nicht. Beim Einkommen bieten sich aber wesentlich bessere Ausstiegschancen für die Kinder als in den USA und England.

    Das sind die Handwerker und der Mittelstand, die in Deutschland anders Karriere machen als viele glauben. Aber das Ergebnis ist besser als in den USA, wo es eine Kultur des Wagniskapitals gibt.

    Natürlich kann man vieles in Deutschland besser machen. Aber man darf nicht aus den Augen verlieren, was hier funktioniert.

  38. Eysel sagt:

    Es ist wirklich ENTZÜCKEND, wie all über all die Sumpfblüte namens „Kontrollillusion“ BOOMT.
    Als Einziges was ich BOOMEN sehe …
    In meiner bescheidenen Vorstellung ist „Bewegung“ nötig um etwas „in Gang“ zu setzen.
    Ein Auto, eine Fa. , eine Innovation oder einen Boom der uns retten könnte.
    Ich frage mich verzweifelt, wie ( durch Kontrollillusion ) „Gefesselte“ sich bewegen sollen, einen Boom auslösen sollen??? ~~

    Nicht nur dieses Forum droht manchmal „selbstreferentiell“ zu werden.
    – Staat ist es längst. –
    Verstrickt in die Bewältigung von ihm selbst geschaffener Probleme. – ~~

    Ich frage mich, warum ein Gespräch über „Kontrollillusion“ ( von P. sehr zu Recht ins Spiel gebracht ) nicht in Gang kommt. –
    Die Anregung von all den Kontrollfreaks schlicht ignoriert wird. -

  39. dtesch sagt:

    @Klaus
    „Das Hauptproblem dabei: Die Zeit für Lösungen läuft uns rasendschnell davon.“

    Die Politik steht dem machtlos gegenüber. Sie hat die Büchse der Pandora geöffnet und hat nicht die Kraft und den Willen sie wieder zu schließen. Stattdessen wird immer weiter versucht Mehreinnahmen zu generieren, neue Steuern und Abgaben erfinden und bestehende erhöhen. Und das alles vor dem Hintergrund das die Staatseinnahmen tatsächlich von Jahr zu Jahr immer stiegen.
    Solange eine Regierung nicht damit beginnt zu ermitteln was der Staat wirklich leisten muss, und dazu gehören z.B. sicherlich nicht Subventionen für Randgruppen dazu, und die Kosten dafür offenlegt, wird weiter gemauschelt nach dem Motto: Augen zu und durch.
    Dabei wird der schrumpfende Mittelstand, d.h. die noch in Lohn und Arbeit stehen zusehends ausgesaugt.
    Das bedeutet natürlich, dass in naher Zukunft die Staatseinnahmen wirklich in den Keller gehen und was dann?

    Gruß
    dtesch

  40. pedro sagt:

    Gründen ohne Moos ist schöner.

  41. günna Gründa sagt:

    wer gründet denn in D heutzutage Firmen?
    Typ Pampa? pft…
    Typ Eysel? zu alt;-)
    Typ dtesch? der Blick auf seinen Steuerbescheid hält ihn ab|
    Typ Neumann? mhm, gerade miitenmang dabei;-)
    Typ Klaus F. ? sieht vor lauter Geld den Sinn schwinden
    Magic? lässt das seine junge Frau machen!
    Tichy? lobt Preise aus und stiftet ab und zu Typen wie christoph an
    römer? zitat? ghost? rrr? expandieren ins Schriftstellertum
    pedro? ja jederzeit, aber ohne Moos nix los
    Zamir? ob seine Enkelinnen schon soweit sind wie Magics junge Frau?
    Tichy-Town? Gerundive Verlaufsform der Gegenwart, Zukunft jedoch ungewiss!
    ein wenig zäh will mir scheinen, die letzte Gründerzeit wies mehr Nullen auf, vor dem Komma, ach
    fast hätt ich die Hartzis in diesem Land vergessen, ohne die jede Gründungsstatistik in Deutschland zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen würde.
    Tolle Zeiten, fürwahr, hauruck und wunderbar!

  42. pedro sagt:

    Um zur Gründerzeit zurück zu kommen möchte ich ganz Speziell betonen, beim Besuch meiner Kunden sehe ich Täglich den Kampf um das Überleben.
    Wenn der Staat und vor allem die Banken ein Wirtschaften verlangen, das in den sicheren Untergang führt, kann ich dieses System nur noch als total verfault und vom Hausschwamm befallen, bezeichnen.
    Im Angesicht dieses Umstandes ist es kein Wunder wenn talentierte Menschen die Selbständigkeit meiden und ablehnen.

  43. Ghost sagt:

    @ karel 22:55
    Und woher soll das Geld dazu kommen? Fällt das etwa vom Himmel, so nach Sterntalermanier? Ich kann verstehen, wenn junge Leute keine Kinder in die Welt setzen wollen. Es hapert an der Kinderbetreuung, am Geld, um den Kindern eine würdige Zukunft zu geben, Karriere und Kinder geht nicht immer und und und. Nur Lebenszeitbeamte und Wohlhabende könne sich diesen Luxus mit gutem Gewissen leisten. So ist nun einmal unsere Gesellschaft. So ist sie geworden, so wollte man sie. Einem Existenzgründer geht es nicht anders, das ist ja auch ungefähr wie Kinderkriegen. Nur ist hier die Fehlgeburtenrate viel höher.

  44. pedro sagt:

    @r.tichy
    Absolut Ihrer Meinung und Nagel auf den Kopf getroffen.
    Peinlich was da abgeht, oder besser noch, nicht abgeht.

  45. r.tichy sagt:

    Diese Regierung macht einen wirklich ratlos. Guidos Gästeliste in Südamerika ist wirklich peinlich; kaum ein wirklicher Unternehmer dabei, nur PR-Gedöns: Was soll das, wenn eine PR-Agentur nachSüdamerika expandieren will.
    Ansonsten Nichts-Tun und zehren von dem, was die Große Koalition angerichtet hat.

  46. Mogli sagt:

    Der Mainstream gegen Westerwelle… Sucht sich AM schon einen neuen PartnerIn?

  47. Spaßbremse sagt:

    karel, grundsätzlich Zustimmung, allerdings: es gibt Gegenden in Deutschland, wo es demnächst keine Straße und keine Brücke mehr gibt, von deren Asphalt du nicht Spiegeleier essen kannst ohne dir etwas einzufangen, der Infrastruktur-Himmel auf Erden also, eins jedoch geht langsam aus bzw. in die Grütze: das sind die Menschen!

  48. Zamir Zebulovic sagt:

    Wir sind nicht papst und haben auch genug von diesem winter,
    wir werden unsere eigenen GRÜNDER, siehe auch unter “Die bösartige
    Vier”.

    Viele Grüße aus Metropolis, Zamir

  49. karel sagt:

    Warum denn auf die Politik warten?
    Das wäre doch auch eine Art Gründerzeit…..
    Da muss die Gesellschaft doch bei der Politik nicht nachfragen….

    1. mehr Kinder in die Welt setzen, sichert eher die Rente
    2. dafür Riester und Rürup auflösen
    3 Optimismus verbreiten,
    ….Möbel kaufen, Häuser bauen, Konjunktur ankurbeln,
    4. Straßen neu bauen, Kanalisationen sanieren
    5. dafür HartzIV abbauen
    6. Kinder lieber selber erziehen, schafft mehr Zukunftsvertrauen,
    7. sich auf neue “alte” Werte besinnen…..
    8. …..
    9. …..
    usw.usw.
    Wäre das ein Zukunftsprojekt? Eine neue Gründerzeit????
    Oder sind da die Politiker jedweder Coleur eher die “Spaßbremsen”?
    Und geben sie das mehr Geld eher für mehr “Vergangenheit”,
    für mehr Bürokratie, für mehr Zocker aus??

    Ist wohl ´ne komische Idee…. in der heutigen Zeit…. ;-) ))

    karel

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