» 07.11.2009, 05:48

Blühende Landschaft

Ein Gutes hat ja dieser Tsunami an DDR-Reportagen, Mauerbildern und Wendezeit-Beichten, der aus allen Fernsehern und Medien schwappt: Immer wieder sieht man noch einmal die graugiftigen Industrieruinen, in denen damals irgendwie irgendwas zusammengebastelt wurde, unter grausamer Ausbeutung von Menschen und Umwelt; die tristen Städte, stinkenden Trabis und deprimierenden Fließbänder, an denen freudlose Frauen in Kittelschürzen stehen; die bröckelnden Hausfassaden im alten Ost-Berlin mit den musealen Reklameaufschriften aus den Dreißigerjahren und den niemals reparierten Einschusslöchern der Schlacht um Berlin. Man spürt noch einmal die Freudlosigkeit und das Duckmäusertum, aber auch die Erleichterung der Menschen in dem Augenblick, als sie gegen die sozialistische Bedrückung aufstanden. Ostalgie? Lange war zu befürchten, dass die Verklärung, menschlich verständlich und politisch bewusst betrieben von Ewiggestrigen der Linken, wie ein schleichendes Gift das demokratische Land zersetzen würde. Davon ist neuerdings nichts mehr zu spüren.

Früher war alles besser? Das erzählen nicht einmal mehr die Betonköpfe der Ost‧elite mit Westrente, davon distanzieren sich mittlerweile sogar die gewendeten Stasi-Offiziere und selbst die SED-Funktionäre im schicken New-Look der Linken. Mit den Erinnerungsbildern aus der DDR wird der ungeheure Erfolg der Wiedervereinigung deutlich.

Ich höre schon das „ja, aber“, während ich diese Zeilen schreibe. Richtig, die Erfolge wurden durch immense Transferleistungen erkauft. Und nach wie vor gibt es Armutsregionen im Osten. Zwar gibt es beeindruckende Beispiele von mutigen Unternehmern, die sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu kleinen Weltmarktführern in ihren Nischen entwickelt haben. Aber generell sind dort heimische Unternehmen noch nicht zu Riesenkonzernen herangewachsen, der Aufschwung ist noch nicht selbsttragend. Aber solche Zahlen und Beispiele gibt es auch für Landstriche im Westen. Auch dort gibt es Schrumpfregionen und Wohlstandsreviere, Städte mit vergleichbar hoher Arbeitslosigkeit und schäbiger Tristesse.

Aber vergleicht man Lebensstil und Lebensqualität – dann wird die gesamtdeutsche Landkarte buntscheckig, werden neue Grenzen und neue Brüche sichtbar, die aber immer seltener mit der Linienführung des Todesstreifens zusammenfallen, dafür aber oft alten Traditionslinien folgen: Der Süden bleibt anders als der Norden, während Ost und West sich angleichen. Der Osten steht nicht mehr nur für Abwicklung und Krise, der Westen nicht mehr nur für Wohlstand und Fortschritt. Wo es sich besser leben, arbeiten und studieren lässt, ist nicht mehr so sehr davon abhängig, ob früher dort ein Honecker-Bild neben dem von Marx und Engels in Amtstuben hing, sondern mehr von der Tüchtigkeit der jeweiligen Verwaltungen und Unternehmer, die sich heute beweisen muss – jeden Tag aufs Neue.

Leider aber folgen Politik und die öffentliche Debatte vielfach immer noch dem Denken nach den Himmelsrichtungen der Windrose. Es werden sich immer Beispiele für Unterschiede zwischen Ost und West finden; die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen ist nie und nimmer völlig herstellbar. Aber immer deutlicher wird, dass wir einer Chimäre nachjagen. Gewinnen kann man so einen Gespensterwettlauf nicht. Es wird nur teuer und produziert immer neue Unzufriedenheiten und immer neuen Interventionsbedarf. Nehmen wir einfach zur Kenntnis: „Blühende Landschaften“ hatte Helmut Kohl in den Tagen der Wiedervereinigung versprochen und wurde dafür verlacht und verhöhnt. Heute sind sie Wirklichkeit geworden.

» 07.11.2009, 05:48

    307 Kommentare zu “Blühende Landschaft”


  1. Eysel sagt:

    @ Klaus
    wie aus zweifellos “gut gemeinter Besorgnis”
    ganz leicht und schnell Volksverdummung, Hysterie werden können, das sieht man an der “Schweinerei” verdammt gut.

  2. Klaus F. sagt:

    …nur der Wille zu Arbeiten und das handwerkliche Geschick.

    Klar, wenn sich die Zeiten wieder stabilisieren ist das die Grundvoraussetzungen für einen Neubeginn. Dann erlangt der Spruch: “Handwerk hat goldenen Boden” im erweiterten Sinne wieder seine wahre Bedeutung zurück.
    Jedoch im Chaos selbst, wenn es um das nackte Überleben geht, noch dazu auf der Flucht, waren die o.g. Sachwerte mehr als hilfreich.

    Gruß :-)
    Klaus

  3. pedro sagt:

    @Klaus F.
    Meine Großeltern Väterlicherseits stammen auch aus dem Osten,nur etwas weiter.
    Kein Silberbesteck, kein Gold, kein Geld, nur der Wille zu Arbeiten und das handwerkliche Geschick.
    Und der Clan lebt noch immer.

  4. Klaus F. sagt:

    Dir stimme ich zu, wenn du sagt, dass heutige Generationen sich „Hunger“ nicht mal vorstellen können. Deshalb leicht in Panik geraten. Leider auch du ein wenig.

    @Eysel

    Nicht Panik – große Besorgnis!
    Glaube und Hoffnung alleine, sowie das laute Pfeifen im Walde, um für gute Stimmung zu Sorgen, wird nicht reichen um dieser Schuldenfalle zu entkommen. Dieses Schuldgeldsystem ist so konstruiert, dass es alle paar Jahrzente kollabieren muss.
    Mit der Verlagerung der Schulden von den Banken auf die Staaten wurde nur etwas Zeit gewonnen, nicht aber die Ursache behoben.

    Der Artikel im cicero ist auch nur eine Verklärung des Blicks und Argumentation an der Oberfäche, die die tieferen Ursachen konsequent ausblendet.

    Gruß
    Klaus

  5. Eysel sagt:

    @ Pampa
    jetzt hast du mich erwischt.
    Mein Inkognito ist gelüftet:
    Frau Dr.Dr.Kuhn betreibt für mein Institut – rein beruflich versteht sich – Marktpenetranzstudien.

  6. Eysel sagt:

    @ Klaus
    zu Cicero: Verfälschen? Ich würde sagen nein. – Relativieren ja. Wenn jemand mit 4% weniger im statistischen Schnitt nicht auskommt, sondern ins Elend gerät, dann hat er was Gravierendes SLBST falsch gemacht. – Auch der von dir so gerne bemühte Empfänger von Stütze … der davon ja noch nicht mal betroffen ist. – Von Elend ist weit und breit nichts zu sehen. Und 4% Gürtel ein wenig enger ist noch lange keine Katastrophe, die den Ausdruck „Krise“ rechtfertigen würde. – Dass wir von einer Reihe von Problemen, möglichen Domino-Effekten bedroht sind, was dann zu einer tatsächlichen Krise führen kann, das ist ein anderes Thema. – Pampa findet sehr treffende Worte, wenn er Hunger und Appetit einander gegenüber stellt. – Dir stimme ich zu, wenn du sagt, dass heutige Generationen sich „Hunger“ nicht mal vorstellen können. Deshalb leicht in Panik geraten. Leider auch du ein wenig.
    @Pampa
    wo haben deine Eltern eigentlich ihre Perserteppiche her???? – Ich kenne den Spruch von meinen Großeltern noch: „Damals haben sich die Bauern die Kuhställe mit den Persern der Großstädter ausgelegt.“ ;-) !!!!!

  7. Klaus F. sagt:

    @pedro

    Meine Großeltern mütterlicher Seite sind mit dem großen Treck von Ostpreußen(Masuren) in den Westen gekommen. Was meinst du wohl was sie u.a. am Leben gehalten hat. Es waren das Silberbesteck, die goldene Uhr des Vaters und diverse Schmuckstücke. Kein Geld, keine Aktien und keine Anleihen. Wollte niemand haben ;-)

  8. pedro sagt:

    Gold ist nur gut für Spekulanten und Schmuck.

  9. Klaus F. sagt:

    @Pampa
    “Gold generiert keine Cash Flows, man muss immer jemanden finden der bereit ist, einem für das Metall etwas zu geben.”

    In Zeiten der Not wirst du immer jemanden finden der sein Brot gegen Gold mit dir teilt – immer! Das war seit Menschengedenken so.
    Natürlich sind auch die Existenz erhaltenen Dinge gefragt, also typische Schwarzmarkt-Tauschgüter.
    Zigaretten, weil Mangelware für die vielen Süchtigen, die lieber mal qualmen als essen, sowie deren vorteilhafte Stückelung waren ebensfalls beliebtes Tauschobjekt. Wenn du so willst waren Zigaretten das Gold des kleinen Mannes.
    Ideal natürlich Grund und Boden zur Selbstversorgung. Aber wer hat das schon in der heutigen Zeit und wer ist in der Lage landwirtschaftliche Tätigkeiten zu verrichten bei über 90% ALDI-Käufer.

    Erzählungen gut und schön, habe auch Großeltern. Aber seien wir doch mal ehrlich, die Vorstellungskraft unserer Wohlstandsgenerationen ist mental gar nicht in der Lage solch ein worst-case zu verarbeiten. Unvorstellbares Leid und Elend, sowie Willkür und Gewalt sind die Folgen.
    Nicht falsch verstehen, ich als Familienvater wünsche und hoffe mir selbstverständlich eine andere Zukunft, aber Glaube und Hoffnung (siehe neuer Artikel Tichy) alleine reichen da nicht aus.

    Schönes Wochenende :-)
    Klaus

  10. Pampa sagt:

    @WIM
    Klasse Artikel im Cicero und er zeigt wieder einmal, wie sehr sich der Gemütszustand des Volkes an der kurzfristigen Nadel des Marktgeschehens orientiert.

    @Klaus
    Gold hat keinen inneren Wert. Der intrinsic Value, der innere Wert, bemisst sich an den diskontierten, erwarteten Zahlungsströmen aus der Zukunft. Gold generiert keine Cash Flows, man muss immer jemanden finden der bereit ist, einem für das Metall etwas zu geben. Wenn Dein Bunker-Szenario, so nenne ich das, wirklich einmal kommen sollte, wirst Du Hunger und nicht Appetit haben. Dann liefert ein Acker Früchte (intrinsic Value), nach denen Du Dich verzehrst, nicht Gold, vom Funkeln kann keiner leben.

    Geld oder Bonds generieren Zinsen, Aktien Dividenden, Immobilien Mieterträge, Land Früchte, Quellen Wasser, Bildung Ideen – alles vielleicht, ungewiss, Gold generiert nichts außer der Hoffnung jemanden zu finden, der einem das für etwas anderes abkauft, überlässt.

    Aus Erzählungen meiner Eltern und Großeltern konnte man damals, vor der Währung, am besten mit Zigaretten handeln. Opa sammelte die Messing-Hülsen der Flak, ließ sich scheinbar gut verscherbeln, zumal der Rohstoff benötigt wurde und ja frei herum lag, wenn man die Augen aufmachte. Aber Gold? Schmuck? Land und seine Erträge waren gefragt. Das ist intrinsic Value. Nicht mal 2% der deutschen Bevölkerung brauchen wir heute noch, um das Volk nicht nur satt, sondern auch noch zum Teil fett zu füttern. Vor gut 100 Jahren waren das noch 70%, Hungersnöte inbegriffen, Bananen oder Austern nicht. Das liegt nicht nur am Haber-Bosch-Verfahren, sondern auch am weltweiten Geldsystem, am Handel, an der Globalisierung, am technischen Fortschritt. Soziale Absicherung stellt dabei sicher, dass keiner ausgeschlossen wird, teilhaben darf und kann, aber Fortschritt erzielen wir nur im Wettbewerb um die besten Ideen. Bleib neugierig, gierig nach Verbesserungen. U.a. sind wir ja deswegen hier.

    Schöne Grüße
    Pampa

  11. pedro sagt:

    Hallo Klaus,
    jeder Ballon platz einmal bei ständigem Wachstum.
    Die Frage ist nicht ob, sondern für wie fiel Druck ist der Ballon ausgelegt (hergestellt).

  12. Klaus F. sagt:

    @Weniger

    Ein trügerischer Trost, wenn der Autor des Artikels „Die normalste Rezession aller Zeiten“ den Blick verfälscht, ob bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt. Tatsache ist, dass Ausmaß und die Folgen einer tief greifenden Wirtschaftskrise ist nicht primär abhängig von der Quantität und Qualität geschaffener Güter, also dem Wohlstand, sondern vom Funktionieren des Geldsystems, dem Blutkreislauf der Wirtschaft.

    A und O ist hierbei das Vertrauen in das Geld als Tauschmittel, denn der Geldschein in der Geldbörse ist im Grunde nur ein Stück bunt beducktes Papier auf dem eine Schuld lastet für die irgend ein Anderer die Schuld auf sich genommen hat. Ist das Vertrauen dahin, weil der Schuldner beispielsweise keine, oder nur noch unzureichende Sicherheiten bieten kann, ist der Geldschein nur noch das Wert was er eigentlich ist – ein Stück bedrucktes Papier. Es sei denn ein Anderer übernimmt dessen Schuld – dazu gleich mehr. Auf die Gesamtwirtschaft bezogen würde somit das Geld als offizielles Tauschmittel wertlos und die Wirtschaft bricht unweigerlich zusammen. Der Blutkreislauf kommt zum erliegen.
    Als Tauschmittel kommen dann nur noch die geschaffenen Güter selbst in Frage, oder Dinge mit einem inneren Wert (Gold, Silber etc.). Wobei klar sein sollte das nur die Güter in erster Linie gefragt sind, die das Existenzminimum gewährleisten.
    Was nutzt mir der 108-Zoll-Fernseher, der superschnelle PC, das tolle Handy, oder das mit samt seiner neuesten Technik ausgestattete Auto in der beheizten Garage? Ich kann sie nicht essen, ich kann sie nicht trinken und Sprit wird auch schwerlich zu bekomme sein – womit bezahlen? Allenfalls mit ein paar Gold- oder Silbermünzen, vielleicht lässt sich der Tankwart aber auch mit ein paar Körben Erdbeeren aus Opas Schrebergarten überzeugen. Im worst-case – dem Zusammenbruch der Geldordnung – würde sogar die Lebensmittelversorgung schlagartig knapper, wenn nicht gar völlig einbrechen.

    Nie waren wir so nahe dran an diesem Szenario wie letzten Herbst mit der Lehman Pleite. Hätten die Staatengemeinschaft nicht schnell reagiert, indem sie gigantische Bürgschaften bereitgestellt haben, um somit das Vertrauen in das Geld zurück zu gewinnen, es wäre zur o.g. Katastrophe gekommen – völlig unabhängig vom Güterbestand und somit Status Quo des Wohlstands. Aber wohl dem, der dann krisenresistente Güter besitzt. Die luxuriöse Golfgarnitur gehört jedenfalls nicht dazu. Es sei denn die Schläger haben Griffe aus Gold ;-)
    Merke: Es wird immer in Geld verloren, niemals in Sachwerte und Wissen! Von Kriegen mal abgesehen.
    Und die weltweiten Staatsbürgschaften in Billionen(!!!) Höhe gab es auch nicht umsonst, wie wir alle noch schmerzlich zu spüren bekommen. Diese Summen, nebst bereits bestehender Schuldentürme, sowie Zins und Zinseszins, müssen erst noch erwirtschaftet werden!

    Kurzum, Die Argumentationskette des Autors darf man sogar ins Umgekehrte drehen. Je höher der Wohlstand, noch dazu auf pump, desto schlimmer das Ausmaß eines worst-case. Auf Selbstversorgung ausgerichtete Lebensformen sind in unseren Breiten nahezu ausgestorben. Eine derartige Krise würde auf eine mental völlig unvorbereitete, wohlstandsverwöhnte Bevölkerung stoßen.

    Klaus F. :-)

  13. pedro sagt:

    Danke für Kongo.

  14. Zamir Zebulovic sagt:

    @ We is me,

    die geschichte vom kongo bei damenwahl ist hervorragender
    realismus; wie man sieht ist die welt nicht veränderbar, oder
    “deusche” ich mich ?

    Gruß Zamir

  15. Weniger ist mehr! sagt:

    …und nochmal ein point of view, der aufrichten soll:

    http://www.cicero.de/1725.php?ress_id=18&kol_id=10805

  16. Römer sagt:

    @
    Hilfe, wo ist die Liquidität?

    Das “Rätsel der Liquidität”: Es gibt in der Volkswirtschaft derzeit sowohl zu viel als auch zu wenig Geld. Finanzsektor und Realwirtschaft laufen noch nicht synchron. Die hohe Liquidität bringt derzeit keine Inflationsgefahren mit sich. Eine Verringerung schadet auch nicht der Konjunktur.

    http://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=44&NewsID=4302

  17. Römer sagt:

    @
    Hat nichts mit ihr wisstschon zu tun..

    “Die neuen Blasen füllen sich schon”

    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3924&cob=450204

    Gruß, Römer

  18. Christoph sagt:

    @magic vielen dank für die einführung in diesen mikrokosmos der sich hoffentlich ähnlich expansiv ist wie unser Universum (fällt es nun irgendwann wieder in sich zusammen oder nicht?). Solange es hier so offen zugeht hat Tichy-Town auf jeden Fall Wachstumspotenzial.
    Leider werde ich nie eine Diplomarbeit schreiben sondern quäle mich mit dem Bachelor herum der mir das Denken trotz Studium sehr erschwert. Aber es soll ja auch gute Bachelorarbeiten geben…

    @Pampa
    Danke für die aufmunternden Worte!
    Ich war tatsächlich mal drauf und dran mich richtung journalistischer Ausbildung zu bewegen, momentan bin ich eher auf dem Öffentlichkeitsarbeit-Trip der mir sehr viel Spaß macht – aber Karriere ist ja ein dynamischer Begriff und sollte nicht zu ernst genommen werden – mal sehen wo es mich noch hintreibt!
    Wird man heutzutage nicht rekrutiert? ;)
    Gruß, Christoph

  19. Pampa sagt:

    @dtesch
    Man sieht einer Landschaft generell an, wenn plötzlich Kapital zu Besuch kommt. Ob das in Lateinamerika, der Türkei, China oder dem wilden Osten ist. Markant ist immer, dass Kapital schneller als innovative Ideen ist, sprich es wird jede Menge Unsinn fabriziert. Aber man kann sehen, wenn Kapital zu Besuch kommt. An den Bauruinen kann man dann auch sehen, wenn es wieder flüchtet.

  20. Pampa sagt:

    @RTY und Christoph
    Was sagt man dazu, ein potenzieller Praktikant. Neben Ideen kann man hier auch hoffnungsvollen Nachwuchs finden.

    Nur Mut Christoph, zeige die Initiative, roland.tichy@wiwo.de

    … schreiben kann er schon mal Boss. Und in Köln könnte er ja ordentliches Bier in den Rhein gießen, damit Ihr in Düsseldorf Altbier zu trinken habt.

    Ich meine das ernst Christoph, an Deiner Stelle würde ich das versuchen.

    Viel Erfolg
    Pampa

  21. Weniger ist mehr! sagt:

    …wer in den dunklen Kongo reist, sieht “blühende Landschaften” mit gaaanz anderen Augen…:

    http://damenwahl.blogger.de/stories/1526569/

  22. Ihr Name sagt:

    @ Ey … heut’ ist Freitag, der 13., da gibt dir dein Klassensprecher halt mal ‘ne Schnitte ab, sozial wie er ist!

  23. Eysel sagt:

    „Es ist eine politische Wette darauf, dass sich die USA quasi am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.“
    Sagt Pimco Chef El-Erian. http://www.handelsblatt.com/finanzen/fondsnachrichten/pimco-chef-el-erian-wer-aktien-kaufen-will-sollte-abwarten;2483220

  24. Eysel sagt:

    Uiuiui …
    da bin ich aber schmeichelhaft dabei weggekommen ;-)

  25. Magic sagt:

    ..ohje, so geht’s, fast hätte ich WM, WiM, Meyer und “Ihr Name” und noch ein paar andere vergessen, i”hr Name” ist Alice, ein echter Zickendraht, total veraltetes Betriebssystem, aber – im Unterschied zu manchem anderen postmodernen Zerberus – frei wie Schiller!

  26. Magic sagt:

    @ Christoph
    du bist hier in Tichy-Town gelandet, dem meistfrequentierten Wirtschaftsblog der Republik. Tichy selbst bezeichnet diesen virtuellen Ort als “Jungbrunnen”. An anderer Stelle wird Tichy-Town halb scherzhaft “Gelehrtenrepublik” genannt, pampastier, eigentlich kein Stier,;-) sondern ein gelernter Deutschbanker gibt hier sein Synonym für pampas law (das ist sene Sicht der Märkte), pampas eleven (das sind wir alle) und fan van Gaal, Greg ist der global radar, Klaus F., eigentlich unser Master of the Charts, der sich aber auch gerne als Kämpfer gegen Folter, Dauerkarteninhaber am Bökelberg und neuerdings mächtig ans Tor der amerikanischen Notenbank Klopfender, Eysel bringt unsere egüsse immer dann ins Lot, wenn wir uns zu vollblutig geben, nasowas haben wir alle lieb, weil sie und mad pilot uns aushalten und das schon ziemlich lange, zu mad ist noch zu sagen, sie will nicht immer, aber wenn du sie mit hollygomadly ansprichst, steigen deine Chancen, reagiert zu bekommen;-) dann gibt’s hier Jung-Titonen (dtesch, zitat, Römer, Doppel-Null) …o.k. mehr oder weniger jung, jedenfalls unermüdlich, fast hätt’ ich Müller vergessen, muss mal ‘ne Zeit lang in Kanada gewesen sein, verhält sich jedenfalls zu pampas eleven wir Kanada zu den USA , es gibt Gelegenheits-Titonen und die ein oder andere Eminenz im Hintergrund.
    Und natürlich Zamir, von Eysel liebevoll Pamir genannt, wenn der Schimpfeteufel ihn mal wieder übermannt. Eigentlich stammt Zamir ais der Pfalz und ist heute stolzer Opa von zwei Enkelinnen, immer wenn er von Ihnen spricht, rührt sich mein dynastisches Denken und mir fällt ein, ich sollte meinen beiden Jungcobras mal meinen Koffer in Berlin zeigen, aber: Eile mit Weile.
    Ich bin Magic, ein unbedeutender Bürokrat mit gelegentlichem Hang zur Übertreibung, mein Motto lautet: It’s a kind of magic – das Leben ist schön. Mein Lieblings… nein, das gehört nicht hierher, sondern auf die stille Treppe.
    Herlich willkommen, hier in Tichy-Town, warum schreibst du nicht deine Diplom-Arbeit über innovative Ansätze im Wirtschaftsjournalismus oder “Tichy-Town – der Chefblog als Jungbrunnen – Kommunikation einmal anders.
    Yes you can – the time is now! Trau dich …°;°

  27. dtesch sagt:

    Es kommt aber ziemlich auf Gleiche hinaus, Verschwendung von (zukünftigen) Steuergeldern.

    @Magic
    Wir können froh, dass China noch keine Demokratie nach westlichen Vorbild ist. Das Chaos hätte den Wirtschaftsaufschwung weitgehend lahmgelegt und aus wäre es mit dem Export und dem Exportweltmeister.
    Gut Ding will eben Weile haben. Diesen Zusammenhang sehen die meisten westlichen Politiker in ihrem prunkvoll ausgestatteten Elfenbeintürmen nicht.

    Gruß
    dtesch

  28. Christoph sagt:

    Wow, wie findet ihr nur die Zeit hier so viel zu posten – das ist wirklich faszinierend und freut Herrn Tichy mit Sicherheit am meisten. Ein ganz neues Gefühl als Journalist nicht mehr eine Einbahnstraße zu beliefern.

    @pampa
    ich studiere Medienwirtschaft und engagiere mich neben dem Studium in einer Studentenitiative in Köln.
    Was die Nachhaltigkeit der Dinge angeht bin ich mit dir einer Meinung. Jedoch sollten einen widrige Umstände allerhöchsten bei der Umsetzung stören dürfen – hier sind sie in ihrer Winzigkeit oft übermenschlich mächtig – , nicht jedoch bei der Überlegung initiativ zu sein oder nicht und gewisse Überzeugungen nach außen zu tragen und in die Tat umzusetzen.

    @magic
    Leider muss ich dafür nicht nach Lybien fahren.
    Ich habe mal ein Jahr in Andalusien gelebt und durfte dort die zunehmende Versteppung quasi in Echtzeit beobachten.
    Grüne Golanlagen gab es hier auch großflächig…

  29. Magic sagt:

    ..dort dient es der Erhaltung der Machtstrukturen, dem inneren Zusammenhalt und…dem Wohl der Partei;-)

  30. Eysel sagt:

    @ dtesch,
    ob man das vergleichen kann?
    Bei uns war das ja abschreibungsinduziert.
    Wie ist das dort?
    Spargeldinduziert?
    Regierungs-Programm induziert?
    Nachholbedarf?
    Zukunftsgläubigkeit?
    Keine Ahnung!

  31. Eysel sagt:

    @ Klaus
    Gähnphase mit steigender Tendenz war mir klar,
    daher ja die Frage ….

  32. Klaus F. sagt:

    Übrigens, ganz wichtig auch der hier:

    http://www.tradesignalonline.com/gallery/chart.aspx?id=1623830

    Bei so vielen Auflagepunkten ist diese Trendlinie besonders bedeutsam!

  33. dtesch sagt:

    @Greg
    “Es gibt dutzende von Berichten, dass in China wie wild an den blödsinnigsten Plätzen gebaut wird…”
    Deja-vu – Wo haben wir das schon einmal gehört, ca, 10 bis 20 Jahre her? Waren das nicht die blühenden Landschaften?

    Gruß
    dtesch

  34. Klaus F. sagt:

    @Eysel

    VDAX habe ich leider nur als Weekly im Langfristchart. Für einen Tickchart war mir das Abo dann doch zu teuer.

    VDAX taucht gerade wieder in die „Gähn-Zone“ ein (zwischen 15 und 25) So nennen wir Trader diese langweiligen Phasen. I.d.R. einhergehend mit steigenden Kursen.
    Kann sich dort Monate aufhalten, aber jederzeit auch wieder dynamisch nach oben ausbrechen. Als Prognose-Indikator, insbesondere nach EW für mich eher ungeeignet.

    Wenn der DAX die 5750 auf Tagesbasis nimmt dürfte der Weg frei sein bis 6000+
    Andersrum, bei einem erneuten Rutsch unter die Trendlinie seit 3600 – wurde vorige Woche nur angekratzt – fällt eine Jahresendrallye aus. Die Trendlinie verläuft heute bei rund 5480 (logischerweise dynamisch steigend)

    http://www.tradesignalonline.com/gallery/chart.aspx?id=3099556

    http://www.tradesignalonline.com/gallery/chart.aspx?id=3076044

  35. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Magic,

    und noch ein klitzekleiner verquaser Deines absolut titüp-top-gedichtchens:

    In der vorletzten zeile, sollte es wahrheitsgetreuer heißen:

    der markt wird uns übel zurichten, ob mit oder ohne vertrauen,
    das ist inzwischen auch Llllloyd Blankfleins kleiner Mausi inzwischen
    klar geworden.
    Ihr ANLAGE-Specht und so weiter und so fort …

    Grüße aus der südchinesischen Provinz, Zamir

  36. Klaus F. sagt:

    Aha, Greg

    Wir kommen der Sache zwar näher und überein, aber lichten können wir den Nebel nicht. Ein paar Indizien hier, ein paar sekundäre Fakten da und ein paar Äußerungen dort. Also, es bleibt wie es ist – Instransparenz hoch drei!

    Und genau das ist zu hinterfragen bei einer Institution die, wie du selbst schreibst “zu wichtig” ist. Denn nur Öffentlichkeit verhindert handeln nach “privatem” Eigeninteresse.

  37. Eysel sagt:

    @ Greg
    OK. Missverständnis.
    @Klaus
    geht eigentlich der VIX oder VDax in deine Charttechnik mit ein? Falls ja, wie?

  38. Zamir Zebulovic sagt:

    @ Magic,

    in abänderung des titelpoemsongs heißt es vielleicht nicht doch:

    Blankfleins Blues Mlausi ?
    lalalalalalalalalalala

  39. Gregor Neumann sagt:

    @Eysel:
    “Von was SOLLTEN sie – deiner Vorstellung nach – denn abhängig sein, wenn sie nicht unabhängig sein sollen”

    Habe ich so nicht geschrieben und nicht gemeint. Die Arbeit der Zentralbanken ist zu wichtig, um sie einer Regierung zu überlassen. Im Sinne der Gewaltenteilung ist Unabhängigkeit genau wie in der Justiz alternativlos.

    Ich argumentiere ja, dass die Fed trotz der merkwürdigen Struktur als Aktiengesellschaft unabhängig agiert, weil die Aktionäre (die banken) keinen Einfluss auf das Management haben. Das bestimmt die Politik. Der Kongress hat aber keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft, außer dass man das Management benennt.

    Die Anteilseigner bekommen auch nicht den Großteil des Gewinns der Fed. Also frage ich ja Klaus, wo und wie die Beeinflussung stattfindet?

  40. Zamir Zebulovic sagt:

    Lieber Gregor,

    während ich Deinen bericht plus bilderchen hier gerade genieße, wird mir ganz südchinesisch um die zirbeldrüse zumute. Die tatsächliche, soerkannte gelbe gefahr, ist die, dass alles was der noch (fragt sich noch wie lange) dööööööfere westen vormacht, ungefiltert in die chinesische atmosphäre weitergegeben wird; hauptsache der clonmechanismnus funktioniert einwandfrei. Es lebe die westliche
    industriemacdonaldundmickymausierung und ihre grossen vorsitzenden.
    Freiheit für alle nordchinesischen wandergesellen.

    Gruß Zamir

  41. Gregor Neumann sagt:

    @Magic:
    “mhm, vielleicht auch deswegen, weil die neuseeländische Nationalbank keine Unabhängigkeit hat” :-) ))))

    Volle Punktzahl für den Hinweis. Die Reserve Bank of New Zealand ist aber unabhängig, wird jedoch vom Parlament stärker kontrolliert, weil die gewählten Vertreter das Inflationsziel vorgeben. In der Umsetzung ist die RBNZ unabhängig.

    Das System ist besonders transparent, weil die Bürger mehr Einblicke in die Ziele und Maßnahmen und Erfolge haben. Die Politik nimmt über die Zielsetzung Einfluss, ist aber dafür auch öffentlich verantwortlich. Keine Ausreden und vor allem keine Verhandlungen im Hinterzimmer. Finde ich gut.

    “New Zealand’s central banking legislation, the Reserve Bank of New Zealand Act 1989, has attracted world-wide interest. What’s been special in New Zealand is that, by statute, the nation’s elected representatives are responsible for setting the goals of monetary policy, while the Reserve Bank of New Zealand has full operational independence as to how it achieves those goals. Also, most critically, the goals of monetary policy must be made public.”
    (…)
    The Reserve Bank of New Zealand Act 1989 changed that. Under the current legislation, the Government sets the inflation target, but the Reserve Bank has operational independence in deciding how that inflation target will be achieved.”
    http://www.rbnz.govt.nz/about/acct.pdf

    “Die Reserve Bank of New Zealand ist die Zentralbank des Inselstaates Neuseeland. Sie ist verantwortlich für den die Ausgabe der Landeswährung, der Anlage und Verwaltung von Währungsreserven und einer stabilen Geldmarktpolitik. Die Bank befindet sich zu 100 % in Staatsbesitz, stellt aber keine Abteilung eines Ministeriums dar. Die Reserve Bank of New Zealand handelt, von einem eigenen Gouverneur vertreten, eigenständig und unabhängig, unterstützt dabei aber die Regierung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reserve_Bank_of_New_Zealand

  42. Eysel sagt:

    @ dtesch
    Du hast recht. Luxus „per se“ verdirbt niemanden. Wer ihn erarbeitet hat, sollte damit umgehen können. – Die Versuchung ihr zu erliegen ist allerdings für viele Menschen ZU groß.
    @ ihr Name?
    Gerne gebe ich zu, dass selbst bei mehrmaligem lesen, mir der SINN des Beitrages nicht klar wurde. Selbstverständlich weiss ich, dass es manchmal schwierig ist sich verständlich auszudrücken. Dennoch bleibt dies eine Bringschuld. – Für unerheblich ( und in gewissen Sinne scheinheilig verlogen ) halte ich die Diskussion, ob irgendwer „glaubhafter“ ist als xyz oder nicht. Das Ergebnis zählt. ~~
    Zu „dem einfachen Prinzip Vernunft“: Die Alternative zur Vernunft ist „nach Wellenschlag“. Selbst jede Mischung aus Vernunft und „von Emotionen abhängig“ läuft auf Beliebigkeit hinaus. – Es kann wohl kaum Sinn machen, dass das Prinzip der Entscheidungsfällung des „einzig vernunftbegabte Wesen“ ( so spricht doch Mensch von Mensch ), seine Entscheidungen von einer beliebigen, individuellen Mischung aus Emotionen und Ratio fällt.
    @ Greg
    Was ist denn die Alternative zur Unabhängigkeit von Notenbanken??? – Abhängigkeit! – Von was SOLLTEN sie – deiner Vorstellung nach – denn abhängig sein, wenn sie nicht unabhängig sein sollen?????????????????????
    @ Nachhaltigkeit
    „Früher“ gab es dieses Wort nicht. – Da unterschied man zwischen Schlaubergern und Klugen. Schlaubergern, die schnellen Erfolg suchten und dann möglichst schnell stiften gingen, und Klugen, die eine längerfristige erfolgreiche Strategie verfolgten, dafür auch kurzfristige Nachteile in Kauf nahmen. – Ganz früher nannte man Letztere Philosophen. – Manchmal auch „kluge Geschäftsleute“. – Heute gehört das „geschundene“ Wort zu den politisch korrekten + missbrauchten Begriffen, mit denen man bevorzugt höchst Unbewiesenes, aber einer gewissen „Denkrichtung“ Verhaftetes, schlichten Geistern versucht zu verkaufen.

  43. Klaus F. sagt:

    @Greg :-)
    Nein, nicht Verschwörungstheorie, aber unzureichende Kenntnis des globalen Handels :-)

    Die Zusammenhänge sind mir schon klar, Greg. Dein Link zeigt die FED entscheidet selbstständig und nimmt keine Rücksicht auf Regierungswünsche – formal also Unabhängig.
    Soweit so gut, aber mit dieser formalen Unabhängigkeit ist noch nicht geklärt, welche Interessen sie verfolgt. Private Interessen mächtiger Banken (immerhin Eigner der FED!), oder gesamtgesellschaftlicher Interessen die dem Wohl des Volkes dienen? Der Federel-Reserve-Act und die Äußerungen namhafter Politiker sind ja keine Märchen und so manche Entscheidungen und Vorgehensweisen der FED mehr als merkwürdig. Ich erinnere nur an Präsident Wilson (1913-1921) der nach seiner Amtszeit selbst zugab mit diesem Gesetz einen großen Fehler gemacht zu haben.

    Aber ich bin ja zu Kompromissen bereit, Greg :-)
    Entscheidende Stelle Anfang letzter Abschnitt.
    Aus Focus Money: Wie gefährlich ist die FED

    http://www.focus.de/finanzen/banken/us-zentralbank-wie-gefaehrlich-ist-die-fed_aid_359983.html

    Historie – Am Anfang war eine deutsche Idee

    Das Federal Reserve System wurde durch den am 23. Dezember 1913 von Präsident Woodrow Wilson unterzeichneten Federal Reserve Act geschaffen. Das Ziel: „Ein Zent-ralbanksystem zu etablieren, das so gestaltet wurde, dass es dem nationalen Finanzsystem Flexibilität und Stärke hinzufügt.“ Vorausgegangen war eine schwere Finanzkrise in den USA. Der Bankrott der Knickerbocker Trust Co. riss 243 Banken mit in den Abgrund, da es keine Zentralbank gab, die sie kurzfristig mit Geld versorgen konnte.

    Wesentlich vorbereitet wurde das System vom deutschen Bankier Paul Moritz Warburg (1868 bis 1932). Dieser heiratete 1893 die Tochter eines Partners der New Yorker Bank Kuhn, Loeb & Co. und wurde 1902 selbst Partner. Warburg schlug eine Bankreform mit Einrichtung einer Zentralbank nach dem Vorbild der deutschen Reichsbank und der Bank of England vor und fand Unterstützung beim Senator Nelson D. Aldrich, dem Schwiegervater von John D. Rockefeller jr.

    Bei einem Geheimtreffen im Jagdclub des Bankiers J. P. Morgan auf Jekyll Island in Georgia arbeiteten Warburg und andere Bankiers mit Aldrich im November 1910 eine erste Gesetzesvorlage aus, in der von einer privaten nationalen Reserve-Gesellschaft die Rede war, bei der Geldinstitute freiwillig Geldreserven für Krisenfälle deponieren sollten. Die Vorlage scheiterte im Kongress, da es Vorbehalte gab, die untereinander verbundenen Wall-Street-Bankiers könnten sich eine zu dominierende Position in der amerikanischen Wirtschaft verschaffen. Der 1912 gewählte Präsident Wilson unterstützte die Zentralbankidee, die als Federal Reserve Act eine Mehrheit im Kongress bekam.

    Die Fed ist seither eine Mischform aus staatlicher und privater Institution. Sie besteht aus dem siebenköpfigen Board of Governors (Bundesbankrat), zwölf regionalen Federal Reserve Banks sowie weiteren Mitgliedsbanken und Institutionen. Wichtigstes Fed-Gremium ist der Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee, kurz: FOMC), der über die US-Leitzinsen entscheidet. Seit 1. Februar 2006 ist Ben Bernanke Vorsitzender.

  44. Magic sagt:

    @ greg “Warum akzeptieren die VAE keine Neuseeland-Dollar?”
    mhm, vielleicht auch deswegen, weil die neuseeländische Nationalbank keine Unabhängigkeit hat:
    http://www.hausarbeit.de/faecher/vorschau/104599.html ;-)

  45. Gregor Neumann sagt:

    @Klaus:
    \”Und komm mir bitte nicht mit Verschwörungstheorie, dafür sind die Fakten zu erdrückend\”

    Nein, nicht Verschwörungstheorie, aber unzureichende Kenntnis des globalen Handels :-)

    Ich kenne die Kritik an der Fed und an der Dollar-Politik. Und einiges ist auch berechtigt. Ich habe unten einen aktuellen Beitrag aus dem Wall Street Journal angehängt, der meiner Meinung nach besser benennt, was das Problem ist.

    Henry Kaufman zeigt auch, wo sich die Chefs der Fed mit allen angelegt haben, weil sie ihren Job als Zentralbanker ernstgenommen haben.

    Was alle unterschätzen, schreiben die Autoren des \”Geldbetrugs\” selbst:
    \”Das FED-Privatgeld Dollar ist schon von der Geldmenge her in der Welt dominierend. Mehr als 75% aller Geldquantitäten sind Dollars.\”

    Warum doch gleich? Weil beispielsweise Neuseeland und die VAE ihren Handel in Dollar abwickeln. Woher bekommen beide Länder die dazu nötigen Dollar? Neuseeland müsste erstmal genügend Waren an die USA verkaufen, um Dollar zu haben, um die Ölrechnung zu bezahlen. Wird der größte Teil des Außenhandels in US-Dollar abgewickelt, hat Neuseeland jedoch auch Dollar aus dem Verkauf von Schafwolle nach China.

    Warum akzeptieren die VAE nicht Neuseeland-Dollar? Weil sie damit nur in Neuseeland einkaufen können. Mit US-Dollar können sie hingegen weltweit einkaufen.

    Was heißt das für die US-Wirtschaft, wenn überall in der Welt Dollar benötigt werden? Wenn diese riesige Geldmenge droht, in die USA zurückzufließen. Denn die Reserve-Währung funktioniert ja nur, weil die Handelspartner Neuseeland und VAE glauben, notfalls mit den USA Geschäfte machen zu können.

    Das kann nur die größte Volkswirtschaft der Welt. Das kleine Deutschland mit einer ach so harten Mark hatte einen viel zu kleinen Geld- und Warenpool. Und die EZB hat auch keine Lust, mehr Euro in den Umlauf zu bringen als nötig, weil die wachsende Geldmenge auch eine Belastung für den heimischen Markt ist. Der Euro kann gegen andere Währungen schwanken, um Ungleichgewichte auszugleichen, aber nicht gegen sich selbst.

    Das ist ja auch das Problem des Goldstandards gewesen. Er machte Währungen perfekt tauschbar, weil Neuseeland-Dollar in Gold und das Gold dann in Dirham umgetauscht werden konnten.

    Pech, wenn ein Land zu wenig Gold hatte. Dann konnte die Wirtschaft noch so innovativ und wachstumsstark sein. Dann war der Außenhandel stark eingeschränkt. Die Wirtschaft konnte nur so stark wachsen wie die Goldreserven. Das ist nicht sehr praktisch.

    Alternativen zum Dollar sind Transfer-Rubel oder SDRs der Weltbank. Oder der Euro-Vorgänger Ecu. Aber für den Welthandel braucht man eine Währung, von der man zumindest hoffen kann, damit etwas Land in Wyoming kaufen zu können.

    So, und hier der anfangs versprochene Text zur Fed:
    \”One of the most striking examples of Fed chairman nonpartisan independence was Paul Volcker\’s eventful tenure during the Jimmy Carter administration. I doubt the Democratic president fully anticipated how Mr. Volcker would wring hyperinflation out of the economy by raising interest rates to unprecedented heights. It was a correct and effective action, but it earned Mr. Volcker few friends within the business and financial community.\”
    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703574604574501632123501814.html

  46. Magic sagt:

    einer geht noch, als Titel für’s poem schlog i vor:
    “Boni-Bürscherl Blankfeins Blas Musi”

  47. Klaus F. sagt:

    @Greg

    Das ist der chinesische NewDeal ;-)

    Erinnert mich spontan an eine Baumaßnahme an der ich selbst als Sub beteiligt bin.
    Ich schrieb davon. Brückenverbreiterung auf Autobahn A4 (von 2 auf 3 Spuren), welche in 5 Jahren den Braunkohlebaggern wieder weichen muss. Trasse wird dann ca. 2km südlicher verlegt. Ist ja nicht nur die Brücke, sondern der komplette Abschnitt wird verbreitert.
    Vorteil: Potenzieller Folgeauftrag (grins) – wenngleich aber auch zum kopfschütteln!

    Übrigens:
    Bezüglich FED (private Institution)
    In Teil 2 Minute 2:30

    Möchte nicht drauf rum reiten, nur den Ritt noch :-)
    Insiders (Dirk Müller, alias Mister DAX) direkt vom Börsenparkett. Vorsicht Buchwerbung – trotzdem nicht uninteressant.

    http://www.youtube.com/watch?v=TNbblxGY-Js&feature=related

    Gruß :-)
    Klaus

  48. Magic sagt:

    …mhm, der letzte Satz im Poem sollte vielleicht wutthemenbezogen so heissen:
    so tönt Blas Musi hier in Town

  49. Magic sagt:

    nette Blasen-Bilder aus China, aber…angstfrei blasen auf dem Golfcourt ist aus erzkonservativer Sicht kulturell leitbildgeeigneter… deswegen nochmals: http://www.commit-golfcoach.de/
    und dann noch dies:-)
    des Blankfeins Blasen platzen schneller
    auch er isst nur von einem Teller
    danach geht’s Bürscherl in den Keller
    und tritt sei Radl schnell und schneller
    poliert die Platte spiegelglatt
    ist er danach ein wenig matt
    lässt er sich nieder samt sei’m Ranzen
    nackend in ein paar Girls umtanzen
    so kerngereizt verspürt er neu
    Ideen-Druck, befreit von Scheu
    gibt hin er sich in dieser Phase
    bullös, kreiert ‘ne neue Blase.
    Ökonomie der Blase – what?
    to piss I need a bigger pot?
    Nur ruhig, Volk in God we trust
    Lloyd Blankfein geniesst ohne Hast
    putzt’s Tellerlein, Goldmänner reinlich
    dann aber, Kinder, jetzt wird’s peinlich
    beim Nachtisch breitet aus sich Nebel
    denn ungeplant versagt sein Hebel
    was ist denn nun, oh lieber Gott
    statt Blase neu, nur Mädel-Spott
    Ökonmie Grenzwert Natur
    von Göttergleichheit keine Spur.
    Drum prüfe kritisch neue Blasen
    stammt sie van Gaal oder vom Hasen.
    In Tichy-Town, sie dir versichert,
    wird Blankfein leise nur bekichert
    zwar bangt Klaus F. ums Bankentum
    ihn treibt im Flow die Frage um
    bedroht die Freiheit uns’rer Banken
    der Märkte Macht, bringt sie ins wanken
    das Geldsystem auf dieser Erde
    die Krise zeigte: alles merde!
    doch pampas law heisst ungebrochen
    hier wird nicht gleich zu Kreuz gekrochen
    die Märkte klär’n am End’ auch dies
    liquide sein heisst die Devis’
    der Markt wird’s richten, hab’ Vertraun
    so schlicht blässt Musi hier in Town.

  50. Gregor Neumann sagt:

    #rt
    @Tichy:
    Die China-Blase in sehr schönen Bildern: Im chinesischen Kohlerevier in der inneren Mongolei wurde auf Befehl der Partei eine komplett neue Stadt errichtet. Das neue Ordos liegt 30 km vom alten Ordos entfernt. Die Stadt ist auf eine Million Bewohner ausgerichtet – und steht komplett leer, weil die Mieten zu hoch sind. Die Bilder sind unglaublich surreal.
    http://chinadigitaltimes.net/2009/11/chinas-empty-city/

    Ordos wird von 100 Architekten aus der ganzen Welt zu einem grandiosen Kunst- und Kulturprojekt gemacht. Spektakulär und gut bezahlt, aber an den Bedürfnissen der Menschen vorbei.
    http://www.ordos100.com/architeclisteurope.htm

    Es gibt dutzende von Berichten, dass in China wie wild an den blödsinnigsten Plätzen gebaut wird, weil Infrastrukturausgaben das BIP hochtreiben und den Leuten Arbeit geben. Die Verwendung der Gelder ist hingegen nicht immer von wirtschaftlichen Überlegungen geleitet …

    Über die South China Mall als größtes Einkaufszentrum der Welt hatte ich ja schon hier berichtet. Auch sie steht fast komplett leer.
    http://j-warren.co.uk/photos/china/nscm/

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