Die Weltwirtschaft heute – das ist wie Schiffsschaukelfahren auf dem Rummelplatz: Mit Schwung hinab, unten wird’s dir flau im Magen, und dann wieder mit Karacho hinauf, dass die Mädels anständig kreischen. Ich will ja hier nicht den grantigen Spaß- oder Schiffsschaukel-Bremser machen, aber mir geht das zu schnell.
Es ist ja schön, wenn die gesamtwirtschaftliche Wirtschaftsleistung nicht weiter schrumpft und noch schöner, dass sie im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen ist. Aber erst einmal sind wir fast sechs Prozent abgestürzt, und es wird ein langer Weg sein, da wieder hinzukommen. Die Wirtschaft wird im Augenblick von der guten Laune auf den Finanzmärkten hochgetrieben – und damit von denselben Kräften, die den Absturz ausgelöst haben. Die Finanzmärkte ähneln nun aber wirklich der Schiffsschaukel, es geht immer schneller und immer weiter hinauf – und hinab und dann wieder von vorne. Die Stimmung ist besser als die renovierungsbedürftige Qualität der Fahrgeschäfte.
Seit Anfang März ist der Dax in nur sechs Monaten um 54 Prozent gestiegen – das ist der stärkste und kraftvollste Anstieg seit 2003. Damals war das ein Aufstieg mit billigem Geld, um aus dem Tief herauszukommen, zu dem das Platzen der New Economy und die Terroranschläge vom 11. September die Wirtschaft geführt hatten. Heute ähneln sich die Muster. Es sind die Banken und Finanzwerte, die am schnellsten abziehen. Sie können sich bei den Zentralbanken superbillig, nämlich für nur ein Prozent, verschulden und in den USA auch noch Schrottpapiere als Sicherheit hinterlegen. Jetzt treibt die frische Liquidität die Kurse.
Die Rückkehr der Anleger und wachsende Risikobereitschaft haben in den vergangenen Wochen Großunternehmen wie Daimler und Bayer genutzt, um sich wieder vergleichsweise günstig über die Anleihemärkte zu refinanzieren. Damit beginnt die Politik des billigen Geldes auch die reale Wirtschaft wieder zu stimulieren. Selbst die Banken können sich mit Kapital vollsaugen – wer hätte es vor einigen Wochen für möglich gehalten, dass die WestLB ganz ohne Staatshaftung 750 Millionen geliehen bekommt oder eine nur nachrangig gesicherte Anleihe der Deutschen Bank mehrfach überzeichnet wird? Das hilft allerdings den kleineren Mittelständlern wenig, die auf Kredite angewiesen sind. Denn das Risiko des konkreten Geschäfts scheuen viele Banken nach wie vor.
In der realen Wirtschaft klappt die Erholung eben nicht so schnell wie in der virtuellen Fantasiewelt der Finanzmärkte; es dauert, bis ein Drucker in Brasilien eine neue Maschine bei Heidelberger bestellt oder aus Düsseldorf eine neue Walzstraße nach Russland geliefert werden kann. Und das deutsche strukturelle Problem wird bleiben: Industriearbeitsplätze, die jetzt abgebaut werden, sind für immer dahin und woanders. Zwar haben die Konjunkturpakete, Kurzarbeiterregelung und Abwrackprämie einen Absturz der Binnennachfrage erst mal verzögert – aber langsam wächst das Misstrauen der Verbraucher.
Nachdem im Frühjahr die Konten wegen der Abwrackprämie geplündert worden waren, steigt jetzt die Sparquote auf Rekordhöhe – ein Indiz für wachsende Verunsicherung. Der Glaube schwindet, dass die Regierungen noch mehr Schulden machen können. Dem Vierfachen der gesamten Wirtschaftsleistung nähert sich jetzt die Verschuldung der USA, zu Beginn der Krise waren es 350 Prozent – und in der Weltwirtschaftskrise des vorigen Jahrhunderts „nur“ 250 Prozent.
Ob der Aufschwung, auf den wir alle hoffen, sich selbst trägt, wird sich erst dann zeigen, wenn die Neuverschuldung zurückgeführt wird.
Jeder erfahrene Schiffsschaukel-Kapitän weiß: Ganz oben, auf dem höchsten Punkt, da ist immer eine ganz kurze Pause, ein Stillstand. Hier entscheidet sich, ob’s vorwärts oder rückwärts kippt.











184 Kommentare zu “Kreischend aufwärts”
Awesome website…
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Und danke für 2x U2& Bruce
Hier noch ein interessanter Blog:
http://www.blicklog.com/2009/09/08/mindmap-mechanismen-der-finanz-und-wirtschaftskrise/
gruß
wenn Daytona dann hoffentlich mit neue Schließe
auf eBay gibt`s die ab 649 euro Aufpreis;-)
gruß
Römer
Das etwas andere Wort zum Sonntag
Tja Römer, ist zwar aus Milano, nicht Roma, aber Rockstar hätte man werden sollen, die verdienen ja auch ganz gut, obwohl mir bei Bono die Boni noch einige Nummern! unmoralischer und lukrativer erscheinen …
))
http://www.youtube.com/watch?v=qWBKBkEJQRk
A Hund is er scho … da möchte Mann nach einem Konzert doch glatt mal nicht Mäuschen sondern Mäuserich spielen …
That said, versteht man diesen http://www.youtube.com/watch?v=JVdZ0Rdm8zI&feature=related Titel auch besser. „We all wait together for something Magic to happen“
Ave Maria, voll wie eine Granate, oder hieß es voll der … hm …
GNADE!
Übrigens danke für den link vom Capital, wie Du weißt hasse ich Verschwendung, also wenn ich eine Daytona billiger kriegen kann …
… und wenn sich jemand wieder aufregt, wer hat in Woodstock vor 40 Jahren denn damit angefangen? Gnade hatten wir schon, die Rache der späten Geburt.
))
Zu Deinem Link: Neu ist das vielleicht für die Lehramts-Journalisten der Zeit …
Das ist zum Teil gesetzlich verboten, hat aber wenig bis nichts mit der Bubble zu tun, das ist Arbitrage der sizilianischen Art.
Pampa,hatten wir hier irgendwo schon einmal …
http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2009-09/high-frequency-trading-dark-pools?page=1
@
Bisschen schwer vielleicht für einen Samstagnachmittag..
aber was macht man nicht alles für seinen lieblingsblog
http://www.youtube.com/watch?v=KWmETxWM0h0
@
und noch´n bisserl Gerog Danzer.
http://www.youtube.com/watch?v=M08n_VF3j6w
..Römer, nicht das es mir besonders wichtig wäre, aber warum hälst du uns diesen Herrn O. und sein Gezüngelsches unter diese Nase, wie als wären sein Getue eine Fundsache der besonderen Art.
Weisst du nicht welche “Schleifspuren” Herr O. im Namen des eigenen Nutzens in diesem unserem Lande schon gezogen hat?
@
Da hier ja ziemlich alle das nötige kleingeld haben:
)))
http://www.capital.de/unternehmen/100024727.html
@
«Um den Mittelstand kümmert sich der Gerichtsvollzieher»
http://www.fnp.de/fnp/print_rmn01.c.6037763.de.htm
Was bisher geschah …
Finanzkollaps: Ein Jahr Krise und fast nichts gelernt
Ein Jahr nach der Lehman-Pleite sind die Ursachen der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren noch immer nicht beseitigt. Fest steht: Die Katastrophe hat sich schon seit Jahren aufgebaut.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/finanzkrise/506313/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
Typisch ist ja mal wieder, dass ohne tiefer gehende Analyse sofort die persönliche Diffamierung und Allgemeinplätze gesucht werden. Man muss auch der Realität mal eiskalt ins Auge sehen, sie analysieren und seine Schlüsse daraus ziehen. Was nicht sein darf, das nicht sein kann, ist jedenfalls keine adäquate Antwort. Nettigkeiten auch nicht, so funktioniert der Markt nicht.
Mit so sollte es sein, so kann es bleiben, so hab ich mir das gewünscht, wird es jedenfalls nichts. Aus diesen Träumen werden regelmäßig Alpträume. Ist aber nicht mein Problem, träumt fleißig weiter.
Nun ja, dass Boten gelyncht werden, ist ja gute, alte Tradition.
@pedro
Magic hat es Dir ja angeboten, wenn Du Hilfestellung suchst, ich bin auch dabei. Du kannst aber auch alternativ mit Cahlmann gemeinsam anklagen und weinen. An Deiner Stelle würde ich aber eher dtesch und Eysel wählen, wenn Du einen Blumentopf gewinnen willst. Deine Entscheidung. Erst mal drei Fragen: Wo stehen wir, wo wollen wir hin? Wie schätzt Du unsere Chancen ein? … und unabhängig davon, was machen wir überhaupt?
Leute mit Ideen und Unternehmergeist sind mir grundsätzlich sehr sympathisch, aber ich trete nicht an um zu verlieren. Kann aber vorkommen, no risk, no fun.
Mal zur Güte Pedro, ich glaube wir reden hier aneinander vorbei. Dispositionskredit und Überziehung sind ja typische Kreditrahmen für Verbraucher. Liquiditätslinien für Unternehmer stehen auf einem ganz anderen Blatt, nennen sich auch Kontokorrentkredite. Ja, auch diese sind deutlich teurer geworden. Das liegt an den antizipierten! Risikokosten (nicht an den letzten 30 Jahren).. Einhergehend werden auch die Limits herunter gefahren. So billig, wie Kredite vor sagen wir mal zwei Jahren waren, werden sie so schnell nicht mehr, Risiko ist teurer geworden.
Wir müssen also Dein Risiko senken. Das geht über Stärkung der Kapitalstruktur, der Einkommens- und Ertragslage und der Liquidität. Sprich Finanzierungsstruktur überprüfen, wenn es geht frisches EK einbringen (nicht Sicherheiten, die kommen erst in einem zweiten Schritt), Kosten senken und/oder neue Ertragspotenziale erschließen und Liquiditätsmanagement. (Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten etc.). Dann steigt auch Dein Risikoscore, sprich die Finanzierungskosten sinken und neue Limits eröffnen sich. Zugegeben sehr pauschal, aber ich weiß ja auch nicht, was Du machst. Aber denke mal darüber nach, was alles machbar ist.
Pampa
Sollte mich wundern,
wenn da was Nennenswertes kommt …
So “global” mies machen ist das Eine, einen Beitrag leiten was ganz Anderes.
Ausserdem: Der Mensch zeigt durch seine Kritik recht deutlich, das er 1.) durch eine andere Brille schaut, die allerdings 2.) den gleichen optischen Fehler aufweist wie unsere -
@Ihr Name am 04.09.2009 um 22:01 Uhr:
“Erschreckt von der Vorstellung der sich abzeichnenden Konsequenzen konzentriert es sich daher lieber auf die Randteile anstatt zum Kern des Bildes vorzudringen.”
Da bin ich – genau wie Klaus – sehr gespannt. Was ist die Mitte des Bildes?
@Ihr Name (?)
„Herr Klaus F. scheint das Bildmotiv und dessen Aussage bereits zu erahnen. Jedoch leicht verzerrt, …“
Dann helfen sie mir (uns) dem Bild die nötige Schärfe zu geben. TiTo benötigt offensichtlich neue, frische Argumente und Sichtweisen. Die alten „grunzenden Stallbewohnen“ und Platzhirsche – mich eingeschlossen – haben sich wohl gegenseitig abgenutzt und sind in den Grabenkampf übergegangen auf Kosten der Nettiquette, Toleranz und Meinungsvielfalt – Tito´s Niveau knirschend abwärts!?
Also hereinspaziert, aber bitte nicht anonym – „Ihr Name“, bitte!
Willkommen und Gruß
Klaus F.
W.Cahlmann
Ja,ja der supermagic hats mal wieder einem gegeben der kerl ist manchmal ein richtiges…
Da geht es den Pflaumenaugusten aber gewaltig gegen den Strich und mächtig an den Kragen. Jetzt kann der Herbst kommen, hier ist
es gerade so schön kuschelig. Ha noi.
Die letzten Anstandsreste werden weichgespült und so richtig wohl fühlen sich dann nur noch die grunzenden Stallbewohner. War wirklich schon mal piker und feiner hier im cafe “Hast du auch was zu meckern, dann leg gefälligst erst mal eine Prüfung ab”
Werter Herr Magic,
haben sie einen Punchingball im Schränkchen ?
olle Welt, die sich die Herren Pampa und Eysel hier zusammenschustern:
Hoffnungslos gefangen und noch dazu kritikresistent in ihrer Überzeugung passt besser.
Herr Gregor Neumann, sich mental ebenfalls eingerichtet in dieser „ollen Welt“, sammelt und setzt dagegen die richtigen Puzzelteile zusammen. Ihm schwant etwas. Erschreckt von der Vorstellung der sich abzeichnenden Konsequenzen konzentriert es sich daher lieber auf die Randteile anstatt zum Kern des Bildes vorzudringen.
Herr Klaus F. scheint das Bildmotiv und dessen Aussage bereits zu erahnen. Jedoch leicht verzerrt, da er das ein oder andere Puzzelteil an der falschen Stelle mit sanfter Gewalt zusammenfügen will.
..pedro, wenn dich als erfolgreicher Unternehmer ein paar Sparkassenbürscherl aus dem Konzept bringen können, sollstes du es vielleicht mal mit was anderem versuchen. Vielleicht können wir dir hier helfen, was ist denn schief gegangen, mein Gutster?;-)
@ cahlmann das Gedicht ist nicht aus 1930, wer das behauptet oder unreflektiert so weiter offeriert, hat keine Ahnung! Zweitens: wer gegen die Kirchentür tritt und potzbauz die Litzrgie bestimmen möchte, darf sich nicht über entsprechende Reaktionen der Kirchgemeinde beklagen. Und was das Niveau betrifft, nimm den Mund nicht voll, bevor du nicht den Nachweis erbracht hast, dass weisst wovon du redest. Dieser Nachweis steht bis dato noch aus! Also don’t kotz into the kitchen, geh raus auf die Wies’n, Heeresverunsicherer;-)
Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bin Experte, bei meiner Ehr.
Ein Gedicht aus dem Jahre 1930 sorgt ganz leise dafür, dass das Niveau nicht ganz in den See kippt. Hier gibt es scheinbar nur einige Experten, die alles Wissen für sich gepachtet haben und der Rest wird für jede x-beliebige Bemerkung niedergemacht. Seltsames
Gebaren.
Richard G. Kerschhofer 1930!!!!
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!”
Soll man das System gefährden?
Da muß eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht
verkaufe meine ideen seit über 30 jahren erfolgreich
meine firma erwirtschaftet seit 30 jahren gewinn
der einzige makel war mein vertrauen in meine bank (s-kasse)
pampa du hast keine ahnung
@Pedro
Seit wann werden neue, unternehmerische Ideen denn über Dispo finanziert? Seit wann über Überziehung? Dabei geht es um Konsum, nicht Investition. Wer wirtschaftlich derart unbedarft ist, muss mit Ideen schon sehr viel Glück haben, sonst nimmt ihm keiner das Risiko ab. Wenn Du eine Idee umsetzen willst, musst Du auch den finanziellen und unternehmerischen Sachverstand mitbringen und überzeugen, sonst traut Dir keiner der potenziellen Kapitalgeber die Unternehmerrolle zu.
Ohne Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers, kein Fremdkapital. So einfach ist das, nicht jedes Hirngespinst wird finanziert. Da bietet sich eher Private Equity an, das auch zum Teil Manpower mit rein schickt. Aber ganz sicher nicht, bei dieser Einstellung. Die Zeiten von fixen Ideen wie Cargolifter et al sind schon lange vorbei, Cash-Flow heißt das Zauberwort, bald! Hirngespinste haben es schwer. When the going gets tough, the tough get going, nicht die jammernden Weicheier.
@Zitat
Grau ist alle Theorie im Eifelbeinturm. Musst Du die Gravitationstheorie verstehen, um Rad zu fahren? Nein, aber schadet es? Wie üblich schließt Du vom Einzelfall, auf das Allgemeine.
@Eysel
Ich glaube, Du täuschst Dich in Zamir. Der macht das zum Teil absichtlich, abstrahiert aber zum Teil außerordentlich. Ein kleinerer Angriff zeigte ja auch, dass er gerne etwas spielt, aber durchaus durchblickt, ebenso wie der Magier.
@Pampa
Zitat:
“Das ganze verstetigt, ein paar weitere Axiome, Logarithmus drüber und schon sind wir bei den Grundzügen von Black&Scholes, brauchen wir zur Bewertung der Optionen.”
Ja, wer diese Formeln kennt, ist ein erfolgreicher Investor. Wie sieht es bei diesem Konstrukt eigentlich mit dem Emittentenrisiko aus.;-)
Der Erfinder der Formel war ja auch überaus erfolgreich an den Finanzmärkten.;-)))
Zitat:
“Myron Scholes unterrichtet Ökonomie an der US-Eliteuniversität Stanford. Der Kanadier, der in seiner ökonomischen Auffassung vor allem von den „Chicago Boys“ rund um George Stigler und Milton Friedman beeinflusst wurde, gewann 1997 den Wirtschaftsnobelpreis für sein Modell zur Bewertung von Derivaten (Black-Scholes-Formel).
In den späten 90er-Jahren musste er aber auch viel Kritik einstecken. So brach der von ihm mitbegründete Hedgefonds LTCM im Rahmen der Asien- und Russlandkrise 1997/98 zusammen. Die Investoren verloren dabei mehrere Milliarden. “
@pedro
Ein kluger Unternehmer versucht, soweit wie möglich unabhängig von einer Bank sein Geschäft zu betreiben. Dass kann natürlich auch bedeuten, dass das Wachstum langsamer verläuft, der Gewinn niedriger ausfällt, was langfristig nicht unbedingt zum Nachteil gereicht.
Ein Unternehmer, der angeblich wegen eines Bankberaters scheitert, hat vorher schon viele Fehler gemacht. Dass kann ich aus Erfahrung bestätigen.
Gruß
dtesch
wenn der ertrag einer bestehenden firma ausreicht um neue ideen langfristig zu finanzieren ist das kein risiko für eine bank
das einzige risiko für eine firma ist immer die bank und ihre berater
wie soll denn eine zukunft entstehen wenn banken und der staat vor beginn und start einer idee alles an möglichem zukünftigen ertrag abschöpfen
wer investiert denn zeit kraft und leidenschaft wenn bängster und staat alles daran setzen vor beginn des ertrags den selben abzuschöpfen
olle Welt, die sich die Herren Pampa und Eysel hier zusammenschustern:
Der Bankkunde ist voll verantwortlich (was ich übrigens auch für richtig halte), die Bank jedoch nicht. Sie wird stattdessen mit Mrd. Euro vom Steuerzahler gestützt, der wiederum (als Wähler) für alles verantwortlich ist. Aber nur, wenn die Bank groß ist!
Außerdem sieht Eysel keine Alternative zu Staatseingriffen bei den goßen Banken, da sonst der große Bankrott droht. Sonst immer als der radikale Evolutionist für freien Markt, kreative Zerstörung, Eigenverantwortung, jetzt für Sozialismus und Staatseingriff.
Ja wenn man vor der Bereinigung Angst hat, dann gibt es auch keine. Dann kann aber das kapitalistische System, in dem der Erfolgreiche den weniger Erfolgreichen verdrängt nicht funktionieren!
Wie von Prof. Hankel in dem Link von Klaus F. ausgeführt, hätte der Staat für die Einlagen der Unternehmen und Privatleute bei den Banken geradestehen können, aber für die Schulden der Banken untereinander nicht. Die Pleitebanken wären dann untergegangen und von den Erfolgreicheren ersetzt worden. Die Auswirkung auf die Realwirtschaft wären auch nicht größer gewesen als jetzt.
@pedro
Das mit der Idee ist ja grundsätzliche gut. Aber denke an die .com-Blase. Viele neue als auch alte Unternehmen hatten eine Idee und bei allem Mist, waren doch einige gute Ideen und Geschäftsmodelle dabei. Viele Anleger und Banken haben dabei viel Geld verloren. Ich habe in meinem Leben viele Firmen erlebt und beraten, die ausgezeichnete Ideen hatten, aber die Zeit der wirtschaftlichen Verwirklichung noch nicht gekommen war, weil z.B, die Infrastruktur, wie bei der .com-Krise, noch nicht so weit war oder sonstige Hindernisse vorher überwunden werden mussten. Die Banker sind oft nicht in der Lage neue Ideen einzuschätzen, wenn es schief geht, offenbar auch nicht der Kreditnehmer.
Also, wenn ich eine neue Idee habe, kann ich ja auch Bürgen suchen.
Auch alt-eingessene Firmen haben nicht das Monopol auf Erfolg gepachtet. Somit ist es für jede Bank legitim das Risiko abzuschätzen.
Gruß
dtesch
http://www.stern.de/politik/deutschland/landesbanken-finanzministerium-haelt-gutachten-zurueck-1506853.html
Landesbanken: Bängster
Finanzministerium hält Gutachten zurück
http://www.stern.de/politik/deutschland/landesbanken-
finanzministerium-haelt-gutachten-zurueck-1506853.html
hallo dtesch und pampa,
wenn ein kunde einer s-kasse seit 50 jahren kunde dieser bank ist und eine idee hat und für diese idee kapital benötigt und darlegen kann durch über 30 jahren selbstständigkeit und über 30 jahren gleichbleibenden ertrag und sicherheiten von über 50 % und nie über die verhältnisse gelebt …..dieser kunde ist doch für die zukünftige gesellschaft und der bank ein gewinn ?????
wo bleibt eine gesellschaft die zukunftsweisende ideen nicht mehr finanziert ????
wenn eine misserable beratung nur zum gewinn für die bank wird ist doch eine zukunft für ideen gestorben
wo lebt ihr denn
wo kommt denn der ertrag her für eure spekulationen
seit ihr denn alle so dumm zu glauben kapital wächst in den büchern und muß nicht erwirtschaftet werden
menschen die ihr gehirn und ihren buckel für die gesellschaft bemühen sind die leistungsträger und nicht die spekulanten
und bängster schon gar nicht den sie sind die geschwüre der gesundheit einer guten gesellschaft
In welcher Welt lebst Du eigentlich pedro? Natürlich sperre ich dir nach einer gewissen Überziehung sofort die EC-Karte, Kreditkarte, wenn ich dir überhaupt eine gegeben habe. Außerdem gebe ich deine Lastschriften zurück, frischen Kreditrahmen kannst du vergessen, wenn du mir nicht schlüssig erklären kannst, wie du wieder rauskommen willst und wie du reingekommen bist. Danach läuft der Saldo aber trotzdem hoch, weil du dir außer Tilgung noch nicht mal die Zinsen für dein früheres Leben leisten kannst. Dann kommen Rechnungen vom Finanzamt, von irgendwelchen Versandunternehmen, Mietrückstände, Versorgungswerke, Handy-Schulden etc. und letztlich der Gerichtsvollzieher. Der Dispo ist für kurze Überbrückung gedacht, nicht als langfristige Finanzierung von Überkonsum.
Soll ich als dein Banker mit dir in den Media-Markt gehen, wenn du dir das neueste Handy auf Pump kaufst? Wenn du einen Vormund brauchst, lass dir einen bestellen. Wer ist hier kriminell, du oder ich? Es ist nicht mein Geld, das ich dir leihe. Du kannst ihnen dein Geld ja leihen, alternativ das Sozialamt, welches hier zuständig ist. Wenn wir soweit sind kann ich ohnehin die Überziehung und auch den ursprünglichen Dispositionsrahmen abschreiben, da kann ich auch 300% Zinsen verlangen, das ändert nichts. Aus einer leeren Hand kann man kein Haar auspflücken. Als hätte eine Bank ein Interesse daran, dass Kunden überziehen, das ist nun wirklich hellblauäugig. Denk mal drüber nach. Aber schuldig sind immer die anderen, oder?
Tut mir leid pedro, geht nicht gegen dich persönlich, aber eine weit verbreitete Geisteshaltung in D. Überziehung wird nur sehr kurzfristig geduldet, die Bearbeitung ist aufwändig und soll mit abschreckenden Zinsen auch unterbunden werden. Und wer nicht kreditwürdig ist, kriegt sowieso keinen Dispo-Rahmen oder Karten, der wird PRÄVENTIV auf Guthabenbasis geführt, damit genau das nicht passiert.
Tut mir leid, ich kann jemandem privat mein Geld leihen, auch wenn ich nicht glaube es zurückzubekommen, es ihm praktisch schenken, aber nicht das der Bank. Das gehört mir nicht. Und die soziale Grundsicherung bezahle ich ohnehin über Steuern und Abgaben mit.
@ Pampa
Hey pampa, bei Pamir lauf ich vor die Wand, bin allerspätestens jetzt unten durch, das ist doch klar. So klar wie, dass du sofort weißt wo´s lang geht. – Gebrauchsanweisung liefere besser nicht, sonst läufst du als „Berater“! … bä …;-)))
@ all
Was nicht verstanden wird ist automatisch „Bängster“… hab ich das richtig mitgekriegt? – Lernen als Alternative, oder die Finger davon lassen, das kommt wohl eher weniger in Frage … solange man im kuscheliger Chor-Einigkeit „das System“ dafür verantwortlich machen kann. Wenn man sich beim Essen mit dem Messer ein Auge aussticht ist bestimmt der Messerhersteller schuld.
@pedro
Durchaus möglich, dass in Einzelfällen Banken ihre Kunden getäuscht haben. Aber wie schon Pampa erwähnte, sollten doch Erwachsene für sich selbst die Verantwortung übernehmen. Aber mir scheint, die Meisten benehmen sich wie Kinder: wollen Vorteile genießen aber keine Verantwortung dafür übernehmen, die Allgemeinheit soll sie raushauen. Wie bei Kindern, ist der Lerneffekt dabei gleich Null. Verweigert eine Bank weiteren Konsum- und/oder Urlaubskredit, finden sich bestimmt einige Pressevertreter, die, um die Auflage bzw. Einschaltquote zu stimulieren, über die böse Bank und den armen Kunden berichten, der, oh wie furchtbar, auf den 3. Malle-Urlaub verzichten muss, oder sich gar mit einem schnöden 82-“-Bildschirm zufrieden gegeben muss. Die armen Kinder haben doch ein Recht die Verdummungs-Programme auf mindestens 42“ anzusehen. Woher sonst nimmt die Politik sonst ihr Wahlvieh?
Gruß
dtesch
hallo pampa und alle anderen.:
dieses beispiel, der antwort von pampa, zeigt wie bängstern die möglichkeit und scheinbare legalität gegeben wird, unwissende in den ruin zu treiben
das kriminelle vorgehen der bängster wird in eine verunglimpfung der schuldner verwandelt
es kann keine überziehung geben ohne die duldung der bank
@Eysel
Mal von Eysel in Deutsch kurz übersetzt:
Put-Call-Parität:
A+P=Z+C
A+P-C=Z
Kauf Aktie+Kauf Put+Verkauf Call = Zero-Bonds
Das ganze verstetigt, ein paar weitere Axiome, Logarithmus drüber und schon sind wir bei den Grundzügen von Black&Scholes, brauchen wir zur Bewertung der Optionen.
Du solltest vielleicht anmerken, dass Du wie beschrieben bei gleichen Strikes und Laufzeiten einen Zero baust, sonst glaube verstehen Dich eher wenige.
Wer das aber nicht weiß, sollte das als Hedging-Strategie eventuell besser bleiben lassen. Zudem sollte man die Optionen auch selber pricen können, sonst kann es sein, dass einem der Broker das Fell über die Ohren zieht. Du bist nicht gemeint, ist aber eine gern verwendete Strategie, um im Sommer ruhig in Urlaub zu fahren.
Kann man aber auch sehr schön über den Future machen, der ist viel liquider, als die Scheinchen. Kauf Asset, Verkauf Future, fertig ist der Zero. Man kann auch gleich das Asset verkaufen und im Zero anlegen. Das ganze rechnet sich aber nur, wenn das Asset schlechter als Zero läuft, ansonsten verliert man im Zero relativ zum Asset. Eysel ist also kurzfristig feige.
, was zugegeben im September meistens auch besser so war.
Wie man das und manch anderes dem Volk der Geld-Romanciers in der Eckkneipe erklärt, oh …;-) Viel Spaß
@Greg
Nunja, die Kleinen haben den Nachteil, dass sie sich nur am Kreditmarkt finanzieren können, den Großen stehen beide Kanäle offen. In den Finanzierung gibt es daneben nun auch mal economies of scale. Es ist nicht zwingend, dass kleine Firmen risikoreicher als große sind, ist aber meistens so. Oft operieren sie in einer Nische tätig und relativ wenig natürlich gehedged. Ein Modell a la BASF mit Chemiegeschäft und als hedge Wintershall erfordert eine gewisse Größe. Natürlich können sich aber auch KMUs in Geschäftsfeldern bewegen, die relativ cash-flow-stabil sind, dann – und bei genügender EK-Finanzierung – dürfte man auch wenig Probleme in der FK-Finanzierung haben.
Was lernen wir? Schwierig, zunächst mal antizyklisch regulieren. In der Krise auch noch die Regulierung anzuziehen dürfte ins Desaster führen. Das hätte man eher machen sollen, als es noch bergauf ging. Jetzt ist eher Lockerung angesagt. Außerdem sind wir nicht ganz allein auf der Welt. Mit die größten Märkte in London und NY werden den Teufel tun und jetzt einer stärkeren Regulierung zu unterziehen. Wir haben mit der Deutschen Börse AG, einer relativ breit diversifizierten Wirtschaft, der zentralen Lage und relativ preiswerten Standorten in der Finanzindustrie ein paar Trümpfe in der Hand. Mit der Drohung von noch mehr Regulierung tun wir uns selber aber keinen Gefallen, jedenfalls nicht jetzt. Außerdem ist unser Bankenmarkt sehr zersplittert, im internationalen Wettbewerb für Banken an unserem Standort sicher kein Vorteil. Die Hauptprobleme haben wir ja gerade im staatlich geführten Bankenbereich. Das wäre imho die erste Aufgabe von Politik, hier die Strukturen aufzubrechen und zu konsolidieren. Aber genau das wollen Politiker ja gerade nicht.
@pedro
Wenn Du meinst pedro. Ich darf Dir aber mal ein Geheimnis verraten : Banken sind keine karitativen Einrichtungen und Bürger in unserem Land sind – falls nicht entmündigt – für sich selber verantwortlich. Die armen Überzieher haben oftmals einen fast schon kriminellen Charakter, die armen Betrogenen sind das eher selten. Hinter Dispokrediten stehen normal keine Sicherheiten, die folgen aus schlichtem über die Verhältnisse leben, leichtsinnigem Konsum. Es gibt nicht umsonst einen Dispositionsrahmen, der nicht überzogen werden sollte. Bei den Limit-Systemen denken sich die Banken schon was, daran sollte man sich auch halten. Meistens kommen die armen Kunden aber erst dann, wenn sie vollkommen unter Wasser stehen, wenn es zu spät ist.
@all
und das kann uns vielleicht auf bundesebene zuvorstehen:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article4460609/War-die-
Wahl-in-Dortmund-ein-grosser-Schwindel.html
und die kommentare,;-)
@pampa 11:49
der satz.: Hohe Überziehungszinsen sind Erziehungsmaßnahmen für schlechte Kunden, ist an Dummheit nicht zu übertreffen.
Kunden werden durch Nichteinhaltung von Zusagen wissentlich in die Überziehung getrieben. Sind Kunden die Beratern geglaubt haben schlechte Kunden.??????.
@ Gregor N., Pampa, dtesch,
Bunkerszenario, branchenprimus, bankenvertrauen, risiken, gewinne, umgang mit geld, überschuldungs-szenarien angefangen vom mittelstand bis nach ganz weit unten. Die moral bei all diesen
geschichten und betrachtungen ist in den vergangenen zwei bis drei jahrzehten, immer tiefer gesunken, in allen einkommens- und vermögensschichten. Die märkte haben einen gewissen sättigungshorizont erreicht, teilweise sogar überschritten. Also tendieren auch die gewinne der unternehmen gegen null. Alle weiteren geschehnisse haben wir aktuell durchgemacht in den letzten 30 monaten. Die “kiste” hat sich festgefahren, da helfen weder härtere aufsichten, bessere regularien noch sonst irgendwelche beschwörungen, esoterischer urkräfte. Wie es von hier aus genau weitergehen soll, “weiss tatsächlich nur der liebe gott” und der meldet sich, wie bekannt, nur äusserst selten zu menschlichen unzulänglichkeiten. Chaostheorien seid alle herzlich
willkommen, probieren geht über sortieren und die karawane sucht ein neues leithammel-kamel.
Gruß ZAmir
@ Greg
Wirklich nur sehr ungefähr ist das in Nippon die Mischung.
Zu 1: Um Rekapitalisierung der Banken führt kein Weg herum, wenn man Erdrutsche gigantischen Ausmaßes quer durch die Wirtschaft verhindern will. Soweit herrsch denke ich herrsch erst mal Einigkeit. – Wie bewerkstelligt man das? Ist die nächste Frage. Im Augenblich wird Banken staatlicherseits dazu zweierlei angeboten: Eine Art „Bürgschaft“ für den Übergang und zweitens so etwas wie ein „Geschäftsmodell“ mit dem sie gut verdienen können und EK oder Äquivalente schaffen. – Welche Alternativen gäbe es? – Mir fällt nix ein …. für den Augenblick. Längerfristig kann man was machen ( regulatorisch und simplifizierend hoffentlich), aber erst mal muss der Karren aus dem Dreck! Hat einfach Priorität! Danach dann Konsequenzen ziehen. Andersherum wäre FATAL!!!! Du kannst nicht erst das Kind bestrafen dafür, dass es sich im Lebensgefahr gebracht hat und es DANACH erst retten! ~~ Die Frage klein und gross betreffend verstehe ich nicht.
Die Grundsätze wirtschaftlichen Handelns sind nicht nur den Bankern und Wirtschaftsführern abhanden gekommen, auch das gemeine Volk glaubt an ein angestammtes bzw. angeborenes Recht in Saus-und-Braus zu leben. Wobei die Ansprüche immer weiter nach oben geschraubt werden. Beide Gesellschaftsschichten lebten in einer unheilvollen Symbiose zusammen. Jeder blies kräftig diesen großen Ballon auf, der nun mit einem großen Knall zerplatzt ist. Anstatt diesen Umstand zur inneren Einkehr zu nützen, wird lauthals nach dem Staat, dem gemeinen Steuerzahler des Mittelstandes (eine aussterbende Rasse) gerufen. Dabei geht das Volk meist ebenso skrupellos vor, wie die von ihnen viel gescholtenen Manager und Boni-Bürscherl. Man kämpft, jeder natürlich auf seine Art, das angestammte Recht durchzusetzen. Die Banken drehen weiter am Glücksrad, während die andere Gruppe die Urlaubstrips, Autos, Flachbildfernseher, Küchen- und sonstige Einrichtungsgegenstände weiter auf Pump kauft. Besonders bei der jungen Generation ist dieses Verhalten vermehrt zu beobachten. Sie haben keine finanzielle Grundlage, wollen aber alles sofort haben, auf nichts verzichten, eben ein großer Kindergarten. Die Rattenfänger der Politik haben mit Solchen ein leichtes Spiel: „Ihr müsst euch nicht einschränken, ihr müsst es euch nur von denen nehmen, die noch! etwas haben. Von Wirtschaften verstehen wir zwar auch nicht viel, vielleicht auch gar nichts, dafür können wir aber Umverteilen bis die Schwarte, oder der Mittelstand, kracht.“
Vernunft und verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln werden in der Zwischenzeit, fast lautlos, zu Grabe getragen. Statt Gedenkreden nur Hohn und Spot.
Gruß
dtesch
@Pampa:
Ich kann Deine Gegenposition gut nachvollziehen.
Mir ging es ja vor allem um die Frage, was wir aus der Krise gelernt haben. Und da sehe ich in der Praxis nicht viel. Das sieht man an diesem Abschnitt:
“Zur Zeit dürften zwei unterschiedliche Kräfte wirken:”
Die Frage ist, warum wir so verschiedene Kredit-Märkte sehen. Die kleinen sind ein großes Risiko, weil sie klein sind? Und umgekehrt? Ist das nicht genau der Ansatz, der uns von 2003ff in die Krise gebracht hat?
Je größer ein Unternehmen/ eine Bank desto größer sollten derzeit die Risikokosten sein, weil Verluste in einzelnen Bereichen das Potenzial haben, das ganze Konstrukt zu sprengen. Aber die ZBs haben den Geldhahn aufgedreht und so bekommen die großen das billige Geld, die kleinen das teure. Aus den von Dir genannten Gründen. Gehen Daimler oder die DeuBa in die Knie, sind die Folgeschäden gigantisch. Mittelständler Müller um die Ecke muss hingegen sehen, wo er bleibt.
Alles ganz logisch, oder?
Ja, aber leider keine Lösung für unser Problem. Wir müssen den Kreditüberhang abbauen und den Leverage verringern. Stattdessen bekommen die größten Sünder (nicht persönlich nehmen) den geringsten Anreiz, sich zu bessern.
Das ist ungefähr die Mischung, die Japan seit Jahrzehnten wie ein Klotz am Bein hängt.
„Über steigendes Vertrauen sinken die Refinanzierungskosten und zugleich werden die Aktiva wertvoller, was wiederum das EK entlastet. Die Hausse nährt die Hausse, das ist nur am Rande ein psychologisches Phänomen, das liegt eher in der Rechnungslegung und übrigen Regulierung begründet.“ Selbstverständlich richtig. Mir stellt sich die Frage immer wieder, wie man das auf Bild-Niveau erklärt. Samt der RICHTIGEN Konsequenzen.~~
„Der Kapitalmarkt, an dem sich vorwiegend große Unternehmen finanzieren hat sich deutlich entspannt. Da schwimmt das Kapital der Institutionellen und sucht nach Anlage.“ Instis sind weniger risikoavers als Fritz Müller. Grund: Sie KENNEN, nutzen Instrumentarien zur Sicherung. ( Strukturierte! )
Ich hab die wenigen Anlagen die ich hab vollständig abgesichert. Klassisch: Verkauf call Kauf put. Und jetzt guck ich mir den Markt an, sitze auf meinen paar Kröten ( vorläufig ) und gebe den Baissier
… bä, wat ne fiese Charakter! ~~
Wenn ich Bank wär und mir in der Kneipe die Leute anguck die auf Überziehung in Urlaub fahrn, da frag ich mich, ob 20% ausreichen!- Es ist nicht nur dievon böswilligen Arbeitgebern angezettelte Arbeitslosigkeit , die die Leute in den Ruin treibt. Es ist in vielen Fällen MASSIVE Dummheit, das Missachten schlichtester Grundsätze einer halbwgs nur vernünftigen Haushaltsführung. Etwas, wozu man KEINE Betriebswirtschaft studiert haben muss!!!
… soso, apokryphisch soll ich das machen…
In welcher Bibliothek willst du mich denn verschwinden lassen?
Du magich, ich also apokryhisch?
Aus uns kann ja noch was werden!
Reif für Kumran! Die gesammelte Werke von Grautier und seiner Exzellenz M.
@Zamir
Es ist im Prinzip doch einfach, refinanzieren können sich die angesprochenen Banken ähnlich. Sie unterscheiden sich aber in der Qualität des Kundenportfolios. Mindere Qualität = höhere Risikokosten = höhere Überziehungs-Zinsen. Die zeigen nur an, dass z.B. die Citi oder Santander (früher CC_Bank + AKB hier in D) allen möglichen Mist finanziert haben. Langfristig muss man aufpassen, dass die eigenen Produkte nicht die Kunden umbringen. Von Santander kann ich Dir berichten, dass sie früher mal potenzielle Kunden im Gefängnis angeschrieben haben.
Was, ich soll Überziehungs-Zinsen googeln?
Wer sich dann wundert, dass das Portfolio miserabel aussieht … Risiko läuft einem nach, das kriegt man so schnell nicht weg. Überziehungszinsen zahlt ja nur, wer sich an den Kreditvertrag nicht hält. Hohe Überziehungszinsen sind Erziehungsmaßnahmen für schlechte Kunden. Meist werden Kunden ja aufgrund von Arbeitslosigkeit und/oder Scheidung ja säumig. In diesem Falle nicht die Rechnungen stapeln und das Konto einfach überziehen, sondern ab zum Banker, sofort. Oftmals kann man da vorübergehende Lösungen vereinbaren. Sieht man ja auch bei Peter Zwegat, der ja zum Teil die ganz üblen Problemfälle aufzeigt. Der erste Weg führt normal zur Bank.
Ansonsten kein Problem, nicht jeder Tag ist gleich und manchmal reagiere ich sicher auch über. Hatte mich vermutlich über irgendwas geärgert, ich glaube die Überziehungszinsen.
Pampa
@Greg
Was Du schreibst ist ja alles richtig, nur bezieht es sich auf die Einzelausfallwahrscheinlichkeit einer Bank, auf unsystematisches Risiko, nicht das systematische Risiko. Würde eine Losgröße wie die DB (zum Teil) ausfallen, ginge die Bonität im ganzen Bankenmarkt extrem zurück, die Risikokosten würden überall explodieren. Wir waren bei Lehman ja weltweit fast schon mal soweit. Lehman war aber noch bei weitem kleiner, als die DB.
De facto darf keine große Bank mehr umfallen, auch wenn das keinem gefällt. Wenn Du aber dem Branchenprimus schon nicht mehr vertraust, wem dann noch? Das nenne ich halt Bunker-Szenario. Dass gerade Finanztitel seit März so gestiegen sind, hat ja Gründe, nicht nur der spekulativen Art. Über steigendes Vertrauen sinken die Refinanzierungskosten und zugleich werden die Aktiva wertvoller, was wiederum das EK entlastet. Die Hausse nährt die Hausse, das ist nur am Rande ein psychologisches Phänomen, das liegt eher in der Rechnungslegung und übrigen Regulierung begründet.
Daher bin ich ja auch gegen weitere Gleichschaltung über Regulierung, das macht die ganze Bude nur noch volatiler, erhöht das systemische Risiko. Das verstehen aber leider sehr wenige. Es glaubt auch kaum jemand, dass shorte Hedgefonds die Volatilität im System senken, nicht erhöhen. Die Heuschrecken-Debatte bei uns ist eher ein Beleg für wirtschaftliche Ahnungslosigkeit auf oberster Ebene, ich kaufe Münte sogar ab, dass er es nicht böse meint, aber leider auch nicht den blassesten Schimmer hat. Die Mechanismen wirken präventiv, das sehen aber wenige.
Zur Zeit dürften zwei unterschiedliche Kräfte wirken:
1. Der Kreditmarkt, über den unsere mittelständische Wirtschaft sich ja stark finanziert, klemmt. Zum einen dürfte das an ungenügender EK-Aussattung der Banken liegen, zum anderen ist Risiko schlicht teurer geworden. Das sieht man verstärkt noch bei den Warenversicherern. Das wirkt deflatorisch.
2. Der Kapitalmarkt, an dem sich vorwiegend große Unternehmen finanzieren hat sich deutlich entspannt. Da schwimmt das Kapital der Institutionellen und sucht nach Anlage. Nur als Beispiel: Vor einem halben Jahr bot Daimler eine drei-jährige Anleihe mit einem Kupon zu 7,75% an. Diese Woche ging eine fünfjährige DCX-Anleihe mit einem Kupon zu 4,625% weg wie warme Semmeln. Fraport, die haben noch nicht mal ein Rating, kam erstmals mit einer Zehnjährigen zu 5,25% auf den Markt (Flughafenausbau, 800 Mio.) Die war in zwei Stunden 4fach überzeichnet. Das wirkt inflatorisch.
Ironischerweise würde hier gerade das Teufelszeug strukturierte Produkte helfen, Probleme am Kreditmarkt über den Kapitalmarkt zu heilen. Aber das traut sich dann nun doch noch keiner. Insgesamt brauchen wir uns aber nichts vorzumachen. So schnell kommen wir da nicht wieder hin, wo wir vor der Krise waren. Die Risikokosten werden hoch bleiben, vor allem für kleinere, zyklische Unternehmen. Dafür werden die Leitzinsen aber wohl noch geraume Zeit im Keller bleiben. Ob Cash wirklich Gozilla sein wird, da wäre ich mir nicht so sicher. Im Moment sieht es ja so aus, dass im März am dunkelsten war. Mal sehen, wie es weiter geht. Als Frühindikatoren für die Konjunktur sind die Bondsmärkte ja eigentlich besser als der Aktienmarkt. Beide machen aber zumindest Hoffnung. Wir sind ja extrem exportabhängig. Irgendwann brauchen die BRIC-Staaten schon wieder unsere Ausrüstungs- und Investitionsgüter sowie langfrsitige Konsumgüter, auch wenn Book-to-Bill natürlich noch katastrophal aussieht. Mehr Sorgen bereitet mir unser verschwendungssüchtiger Staat.