Angela Merkel hat unumstößliche Gesetze der Politik außer Kraft gesetzt: Eine Frau aus dem Osten als Bundeskanzlerin – das schien unmöglich. Demnächst könnte sie eine weitere Wahrheit umstoßen: „Im Schlafwagen kommt man nicht an die Macht“, hat einstmals der Abgeordnete Jürgen Todenhöfer dem CDU-Chef Helmut Kohl zugerufen, der erst durch eine härtere Gangart zum Kanzlerkandidaten wurde. Diesmal führt Merkel einen Wahlkampf nach dem Motto „Stell dir vor es ist Wahlkampf und keiner geht hin“. Sie macht einfach nicht mit bei den Rempeleien der Jungs. Da wirkt einer wie Krümmel-Gabriel, der einen kaputten Trafo zum Tschernobyl-GAU hochschwätzt, so erbarmungswürdig wie ein kleiner Junge, dem sie im Sandkasten das Förmchen weggenommen haben. Ulla Schmidt mit ihren Angriffen auf Ärzte und Privatversicherte kommt so übrig geblieben daher wie eine rheinische Karnevalsprinzessin am Aschermittwoch. Merkel verspricht dadurch, dass sie nichts verspricht, Sicherheit, Ruhe und seltsamerweise Kompetenz – denn dass uns Frank-Walter Steinmeiers Elektroautos aus der Krise fahren, glaubt eben auch kein Mensch. Auch die FDP sagt lieber nichts, und dieses kluge Maß an Selbstbeschränkung wird als Ausweis der Regierungsfähigkeit wahrgenommen. Und so gleitet Guido Westerwelle als blinder Passagier im Kanzlerinnen-Schlafwagen mit ins Regierungsviertel.
Aber wenn sie dort tatsächlich ankommen sollten – dann wird es vorbei sein mit der Ruhe. Im Herbst wird deutlich, dass an deutschen Autos, Maschinen und Anlagen zwar die Welt genesen kann, aber die industriellen Kapazitäten, gemessen an der Nachfrage, deutlich zu hoch sind. Keine Regierung kann so viele Autos abwracken, wie wir bauen können. Diese Überkapazitäten sind die deutsche Abart der kreditgeblähten globalen Blasen-Ökonomie. Die Entlassungswelle trifft die Stammbelegschaften der Automobilwerke in Süddeutschland und der Chemie im Westen.
Bundeshaushalt und Sozialkassen können dann nicht mehr mit Mehreinnahmen saniert werden – es wird den explodierenden Mehrausgaben hinterhergespart werden müssen. Spätestens dann wird sich der bisherige sozialdemokratische Grundkonsens in der großen CDU/CSU-SPD-Koalition, wonach mit allerlei kleinen Wohltaten die Schmerzen der Agenda-2010-Politik gelindert werden, zum ständigen Koalitionskrach mit der FDP verwandeln.
Innen- und gesellschaftspolitisch wirkte die große Koalition einschläfernd wie ein überdosierter gesamtgesellschaftlicher Dämmerschoppen: Die Oppositionsparteien wurden im Parlament an den Rand gedrängt und in den Medien kaum mehr wahrgenommen. Ist die SPD erst wieder in der Opposition, wird sie eine viel lautstärkere Mobilisierungskraft beweisen als derzeit die Linke oder die ergrauten Grünen. Mit einer Wahlniederlage von Steinmeier treten die letzten Agenda-Reformer in der SPD und Merkel-Schmuser ab – dann wird eine junge Garde die Mikrofone übernehmen, der die Linke näher, sehr viel näher ist als die Union. Flieht auch noch Oskar Lafontaine wieder in die Feinschmeckerrestaurants des Saarlands, steht einer sozialistischen Neo-Bruderschaft ohnehin nichts mehr im Weg.
Bisher waren Wahlkämpfe die Zeit der harten Auseinandersetzung, während eine gewählte Regierung vergleichsweise friedlich arbeiten konnte. Diesmal wird das anders sein. Der Wahlkampf ist so still wie eine Wanderung durch die Mark Brandenburg. Dafür wird’s laut, wenn der Schlafwagen am Zielbahnhof Berlin-Mitte einrollt. Dann muss Merkel zeigen, ob sie nur eine große Koalition moderieren oder wirklich das Land führen kann.
Für die politische Klasse gilt: Genießt den Wahlkampf, das Regieren wird fürchterlich.











248 Kommentare zu “Merkel-Schmuser”
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Jungkommunistin, Funktionärin für Propaganda und Agitation. Studiert in Russland. was soll man dazu noch schreiben?
Aus dem Film “Der längste Tag” (D-Day);
Invasion in der Normandie! Die Panzerreserven stehen irgendwo im Hinterland, der Führer schläft und darf nicht geweckt werden …
Gruss aus Atlantic Canada
haha?
Erst ne große Klappe aber keine Ahnung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland haben.
Natürlich ist Merkels Papi ein Kommunist, natürlich war sie Stasispitzel. Das bezeichnet man als Wendehals, egal welches System: Immer oben an der Spitze sein.
auch nicht so abwegig, birne hat ja seine ehemalige schön mit ihrer krankheit sitzen lassen. Und wie man sieht gefallen ihm ja jüngere…
Blödsinn “hängenbleiben”: wikipedia lesen reicht schon, da stehts schwarz auf weiß. einmal oberschicht immer oberschicht.
..hast ja Recht, ole Eyss, hast ja Recht, außerdem braucht Mutti mich gewiss nicht zu ihrer Verteidigung… aber du siehst, erst eins, dann zwei, dann drei ….dann noch ein wenig Sippenhaft (siehe Forstner) und usw. usf. irgendwie kriminell, n’est-ce pas?!*#*
Nee, er könnte immerhin erpresst worden sein! Ihr sexuell – welche Spielart bevorzugst du – verfallen vielleicht?
Mit Verdächtigungen mürbe schiessen. Irgendwas bleibt immer hängen …
Wie wär es mir folgendem ETWAS anspruchvollerem Gedanken:
Helmut hat sich Angela ans Herzchen gedrückt. Hatte er genug “Quellen” sich seine Angela ( Mata Hari ?) genau anzuschauen??? Wahrscheinlich doch bessere als Du lieber forstner. Oder er war sooo verliebt… Oder sooo dumm
das über die merkel ist gar nicht so abwegig. ihr vater, horst kasner war berüchtigt als “roter kasner” der gute verbindungen zum stasispitzel lothar de maiziere. er durfte auch in den westen reisen.
es ist schon erstaunlich dass die die damals das sagen hatten es auch heute tun – kasner-merkel u. maizieres.
wär interessant zu wissen was die großvatergeneration gemacht hat…
Ich kann weiss Gott dein Genervtsein verstehen.
Aber etwas moderater gehts schon … mit dieser Art von nur Konfrontation diskreditierst du dich auch immer selbst.
…sagen wir mal so: die mir verfügbaren “Quellen” verhalten sich zu deinem Gegooglten in etwa so wie die Südsee zur einem Schlammloch in einer Tagebaulandschaft, empfehle deswegen Zurückhaltung;-) ..und was das sprachliche Niveau betrifft, ich halte es eher für wahrscheinlich, dass du selbst bei äußerster Anstrengung aller dir gegebenen geistigen Kräfte von meinem “Niveau” soweit weg bist, wie besagte Schlammlöcher vom Pazifik-Becken. Ist ja nicht strafbar, maxchen, Übung macht den Meister…Seriösität setzt Bildung voraus, Herzensbildung, danach kann man schlecht googeln, mäxchen, ganz schlecht, auch wenn dir das vielleicht glaubst…*#*
Es tut mir leid: Auf dein sprachliches Niveau werde ich mich nicht herabbegeben, lieber magic.
Wenn du googlest wirst du noch mehr Quellen finden, auch wenns dir nicht paßt.
..entweder, madmax, du bist dumm, wie die eine Stubenflieg oder du bist bösartig. Dieses Magazin, auf das du hinweist, ist ja schon anDreistigkeit kaum zu überbieten, diese Pfeifen haben aber immer noch ein “?” hinter die Überschrift gemacht, was du aber hier um 19.30 bringst, übertrifft diesen Gestank noch um einiges. Scher dich zum Teufel!
Unsere Kanzlerin und Ex-Dosenpfandministerin Merkel hat bereits noch andere Rekorde gebrochen:
Sie ist die erste ehemalige Stasispitzelin die Kanzlerin geworden ist.
http://www.schweizmagazin.ch/2009/04/13/deutsche-kanzlerin-merkel-ein-stasi-spitzel/
\”I just think we should keep our guards up. That\’s really my prediction.\”
http://www.news1130.com/news/national/more.jsp?content=n115289529
Wenn du dir Laune verderben willst, schau dir mal das an:
http://www.swinefluinfo.co.cc/pandemic-1918/
We must go out tonight!
..danke für die Anerkennung, Eysel-San, sieht man einmal großzügig über die “Blagen” hinweg, plagt mich als von Zamir angeregter Klassensprecher der Gedanke, dich für die nächste Preisverleihung in Tichy-Town als “Popocatepetl von TiTo, Kategorie gas-und feuerspeiend” zu nominieren, bin noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen, werde die Idee auf meiner Terasse am Grill in der Chemnitzer Abendsonne vorsichtig vertiefen, bei dir weiß man ja nie;-) Cherioh, Mister Eysel*#*
@ magic
abends läufst du wohl zu Form auf! Zustimmung!
Ich beschreibe das Problem in seinen Grundzügen als das „Eltern-Kind-Problem“.
Aus allzu grosser Achtung vor all den Rechten seiner Kinder lässt Staat zunächst gewähren und kann dann keine „Grenzen“ mehr setzen,
beginnt Schutzbefohlene zu betrügen. – Eine Analogie zu allzu gut meinenden ( schlecht erziehenden ) Eltern und ihren „Blagen“.
Eine Lösung beginnt mit der Rückkehr zur Wahrheit. Zu den harten Konsequenzen die daraus resultieren. – Wo sind die tabubrechenden Politiker, die das angehen? – Es käme einer Revolution gleich, die die Kinder der ersten Stunde frisst! -
Wieviel schlechte Erfahrung mit „untauglichen Rezepten“ braucht es noch bis zu einer „Umkehr“? – Muss womöglich ein „Rattenfänger“
oder ein „Starker Mann“
welche „Super-Nanny“ den Weg durch das Tal der Tränen ebnen? – Manchmal hänge ich der Hoffnung an, dass „Volk“ über ganz schlichte Intuition/Heuristiken
( keine Ahnung welche ) verfügt, die NOCH eine Umkehr möglich machen.~~
„Kinder an die Macht!“
Das ist eine wirklich gute Persiflage des Problems.
..na dann, viel Vergnügen;-) – Kinder an die Macht!
Magischer Philosoph:
…so weit wie dtesch an die Wand malt wird es nie kommen, die Mehrheit(!) der Leute wird das so schnell nicht mitbekommen, eben weil sie es nicht verstehen, es nicht interessiert entgegen der eigenen Interessenlage im wahrsten Sinne des Wortes “links” liegen lassen oder “rechts” ignorieren. Die Hoffnung ein mehrheitlich aufgeklärtes Volk regieren zu dürfen, wenn’s nicht besser heissen sollte, die Befürchtung ein solches Volk regieren regieren zu müssen, diese Qualitätsvariante des Wahlvolkes halte ich für vorerst ausgeschlossen…
ich fürchte, dass Du damit Recht hast. Profane Interessen über- wiegen wohl bei den meisten. Es ist auch schwer, für den gemeinen deutschen Michel bei all der Informationsflut das wesentliche herauszufiltern, Dinge zu hinterfragen Kausalzusammenhänge zu verstehen. Wobei wir wieder beim Thema Bildung wären. Naja ich zähl halt lieber mal bis 10 und schnaufe tief durch.
Geh ich doch jetzt zum Geburtstags meines Patenkinds und versuche von ihr aus erster Hand mal eine aktuelle Meinung einer 13 jährigen zu bekommen. Nur mal so als Segment…
“aber wenn die Mehrheit der Leute es spüren, dass der Staats-und Beamtenmoloch ihnen die Freiheit genommen haben” (dtesch 14.8., 12:14Uhr) in Verbindung mit Mit Pique-las Luhmann;-) 14.8. 23:04 Uhr “Komplexität ff” wage ich einmal die These: so weit wie dtesch an die Wand malt wird es nie kommen, die Mehrheit(!) der Leute wird das so schnell nicht mitbekommen, eben weil sie es nicht verstehen, es nicht interessiert entgegen der eigenen Interessenlage im wahrsten Sinne des Wortes “links” liegen lassen oder “rechts” ignorieren. Die Hoffnung ein mehrheitlich aufgeklärtes Volk regieren zu dürfen, wenn’s nicht besser heissen sollte, die Befürchtung ein solches Volk regieren regieren zu müssen, diese Qualitätsvariante des Wahlvolkes halte ich für vorerst ausgeschlossen. Soviel in Bildung investieren geht nicht in der verfügbaren Zeit!
P.S. danke für deine Ermutigung, Doppel-Null…:-)
magisches T-Bone: Respekt zu Deinen letzten beiden postings.
Wie die öffentliche Schuldnlast senken: wir müssen alle daran arbeiten die allseits ausgeprägte Verteilungs- und Bedienungsmentalität durch den Staat zu reduzieren. Ich fürchte nur, dass es uns wie Don Quichote gegen die Windmühlen geht…
Aus der Komplexität wieder in die Einfachheit zu finden und damit Vertrauen zu fassen. Kein Mensch kann das Debakel in irgendeiner Form mehr nachvollziehen. Unsere Analysefähigkeit kommt an seine Grenzen, ist es wert sich weiterhin damit zu beschäftigen…… Die Komplexität überfordert uns, weil wir die Regeln nicht verstehen, es ist vergleichbar mit einer Dschungeltour durch den Kongo ohne Guide um die Bestie zu finden. Ohne Zaun gibt es keine Wege und damit keine Spuren. Nice WE
..auf eine von vielen Paradoxien des Rechts-und Sozialstaates möchte ich noch hinweisen: Diejenigen zu deren Gunsten einen sozialen Ausgleich zu organisieren man als seine vordringliche Aufgabe ansieht, sondern genau diejenigen zu deren Lasten (nicht auschließlich) er sich in der Regel die Mittel beschafft, die für diesen sozialen Ausgleich benötigt. Hier findet das Spiel “linke Tasche-rechte Tasche” seine Vervollkommnung, nicht immer aber immer öfter.
Vom Phänomen der “präventiven Gegenausbeutung” der Sozialsystem durch deren Schutzbefohlene war hier schon an anderer Stelle die Rede.
Zur von zitat angesprochenen Frage wie der moderne Parlamentarismus an der StaatsSteuerschraube dreht, noch einen Hinweis auf die USA. Dort gibt eine Vereinigung namens “Amerikaner für Steuerreform” . Sie fordert “Staat, raus aus der Erziehung, raus aus der Wohlfahrt, raus aus der Gesundheit!” ihr Vorsitzende deklamiert: “Ich würde den Staat gern in 25 Jahren auf die Hälfte schrumpfen lassen, auf eine Größe, das wir ihn in der Badewanne ersäufen können” Und fall s das nicht gelingt: “Lasst das Biest verhungern!” Der Sonnyboy hat angeblich bis auf 21 Renitente alle republikanischen Senatoren und Kongressabgeordneten dazu gebracht, eine Selbstverpflichtung zu unterschreiben, niemals einer STeuererhöhung zuzustimmen. Bush II und sein Vize Cheney haben zugestimmt. – Und was ist draus geworden: die größte Krise der letzten paar Hundert Jahre, mit globalen Rückwirkungen gigantischer Art, denn iwe hat sich das Ding entwicklet: man parallel den US-Bürger eingeredet, sich bis über Halskrause zu verschulden.. der Rest ist bekannt. Wenn wir also nach vorne schauen und zusammenfassen: weniger Staat = weniger Steuerlast plus(!) weniger private Verschuldung.
Wie wir die überhohe öffentliche Schuldenlast reduzieren können: keine wirkliche Ahnung, aber vielleicht über höheres Steueraufkommen wegen wieder guter Wirtschaftsentwicklung bei gleichbleibenden oder leicht gesenkten Steuersätzen…
dtesch 12:14 Weniger Staat
Du fragst: Was kann der Staat besser als der Rest?
Ich frage zurück: Darf der soziale Rechtsstaat die innere Ordnung der Gesellschaft z.B. einfach den Kräften überlassen, die aus ihr selbst heraus in ihr Wirken. Wie ist das bei Bedrohungen von außen
oder überwiegend extern bedingter Krisen?
An dieser Stelle sind wir uns wahrscheinlich sehr schnell eigentlich, oder?
Was den Grad des staatlichen Eingreifens in andere Freiheiten und das Eigentum seiner Bürger betrifft, wird’s dann schwieriger: der Staat ist nicht nur dazu da seinen Bürger die häufig zitierte Freiheit unter den Brücken zu schlafen abzusichern. Da ist schon bei aller Berechtigung des Schreies nach weniger Staat mehr Staatsverantwortung nötig.
Nur nochmals kurz zur Entwicklung seit 70gern: dein Stichwort lautet “Sinnentleerung der FDGO”, ich würde gerne den Verlust an Auftrieb dieses Ballons gerne wesentlich mit der Unterlasssung der damals von Kohl versprochenen “geistig-moralischen Wende” erklären. Dieser Unterlassungsünde der 80er folgten weitere: das von Biedenkopf und anderen zeitig aufgezeigte Rentenproblem hat man wegge”blümt”, was den deutschen Sozialstaat in ein Dilemma führte aus dem er bis heute nicht raus ist. Sehr schöne Ausrede dann die deutsche Einheit, wieso man ausgerechnet angesichts der bekannten Dilemmata auf den Gedanken verfiel, die Finanzierung der Einheit im Innern maßgeblich über die Sozialsysteme zu finanzieren bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis ihrer politischen Macher. In den letzten Jahren kam mit dem zunehmenden Steuerwettbewerb mit osteuropäischen (Beitritts)ländern der EU in allem daraus resultierenden und politisch abgeleiteten Druck auf die Rolle des Staates im Innern eine weitere Last hinzu: ein ums andere Mal hieß es, der Staat muss die Konsequenzen regeln , der Staat muss die Nebenwirkungen schultern, der Staat und seine “Manager”, die Politiker sind in der Pflicht – ist ja auch schön bequem, oder Atlas hält den Himmel schon oben, alle anderen verteidigen ihre Freiheiten unter dem Firmament zu raffen, koste es was es wolle, schließlich haben sich auch die Politiker dieser Bedien-dich-Mentalität angenähert und in ihren parlamentarischen Zirkeln heftigt darüber gehirnt, wie man den Bürger möglichst ungestraf in die Tasche greifen kann: der Wettkampf der Taschendiebe war eingeläutet, feineres Beispiel: die Benzinsteuer: Rentensystemsicherung durch mehr Autofahren, da könnte einem das lachen schon vergehen, aber: es ist nicht nur die Neigung der Vernatwortlichen beim Staat, es ist auch die tiefsitzende Sehnsucht nach dem vormundschaftlichen Staat, die in den meisten von uns schlummert: wir sind der Staat, es stelle sich keiner allzuweit daneben, oder?
Soviel erstmal für den Moment;-)
von Le Bon:
Gefahren des Parlamentarismus
Trotz aller Schwierigkeiten ihrer Arbeitsweise bilden die Parlamentsversammlungen die beste Regierungsform, die die Völker bisher gefunden haben, um sich vor allem möglichst aus dem Joch persönlicher Tyrannei zu befreien. Sie sind jedenfalls das Ideal einer Regierung, wenigstens für Philosophen, Denker, Schriftsteller, Künstler und Gelehrte, kurz für alle, die den Gipfel einer Kultur bilden.
Sie bergen eigentlich nur zwei ernstliche Gefahren in sich: die übermäßige Verschwendung der Finanzen und die zunehmende Beschränkung der persönlichen Freiheit. Die erste Gefahr ist die notwendige Folge der Ansprüche und der Kurzsichtigkeit der Wählermassen. Wenn ein Parlamentsmitglied einen Antrag stellt, der offensichtlich demokratischen Anschauungen entspricht, z. B. auf Altersversorgung aller Arbeiter oder Gehaltszulage für Bahnwärter, Lehrer usw., so wagen die andern Abgeordneten aus Furcht vor den Wählern nicht, sich den Anschein zu geben, als ob sie deren Vorteile durch Ablehnung der vorgeschlagenen Maßnahme geringschätzten. Sie wissen wohl, dass dadurch der Staatshaushalt stark belastet und die Auflegung neuer Steuern nötig werden wird. Doch bei der Abstimmung gibt es kein Zögern. Während die Folgen der Ausgabenvermehrung in weiter Ferne liegen und für sie keine unangenehmen Wirkungen haben, könnten sich die Folgen einer ablehnenden Abstimmung schon am nächsten Tage, wenn sie vor die Wähler treten müssen, bemerkbar machen.
An diese erste Ursache für die Überspannung der Ausgaben reiht sich eine andre, nicht weniger gebieterische: die Verpflichtung, alle Ausgaben für rein örtliche Bedürfnisse zu bewilligen. Kein Abgeordneter kann sich ihnen widersetzen, weil sie ebenfalls Forderungen der Wähler darstellen und weil jeder Abgeordnete nur dann das Nötige für seinen Wahlkreis erlangen kann, wenn er den entsprechenden Forderungen seiner Kollegen zustimmt.*) Die zweite der oben erwähnten Gefahren, die unvermeidliche Beschränkung der Freiheit durch die Parlamente, ist zwar weniger sichtbar, aber doch Tatsache. Sie ist eine Folge der zahllosen, stets einschränkenden Gesetze, deren Auswirkungen die kurzsichtigen Parlamente nicht bemerken und für die zu stimmen sie sich verpflichtet fühlen.
Diese Gefahr muß wohl unvermeidlich sein, denn selbst England, wo sich gewiß die vollkommenste Art der parlamentarischen Regierung zeigt und der Abgeordnete am unabhängigsten vom Wähler ist, vermochte ihr nicht zu entgehen. Herbert Spencer hatte in einer früheren Arbeit gezeigt, dass die Zunahme der scheinbaren die Abnahme der wirklichen Freiheit zur Folge haben müsse. In einer späteren Schrift. “Der Einzelne gegen den Staat”, nimmt er diese Behauptung wieder auf und sagt über das englische Parlament folgendes:
“Seit dieser Zeit hat die Gesetzgebung den Lauf genommen, den ich voraussagte. Diktatorische Maßnahmen, die sich rasch vervielfachten, haben das ständige Bestreben, die persönliche Freiheit zu beschränken, und zwar in zwiefacher Weise: jedes Jahr wird eine immer größere Anzahl gesetzlicher Forderungen erlassen, die der früheren Handlungsfreiheit des Bürgers Beschränkung auferlegen und ihn zu Handlungen zwingen, die er früher nach Belieben begehen oder unterlassen konnte. Gleichzeitig haben immer drückendere Lasten, besonders örtliche Abgaben, von vornherein die Freiheit beschränkt, indem sie den Teil seines Einkommens, den er nach Belieben ausgeben konnte, verminderten und den Teil vergrößerten, der ihm weggenommen wurde, um je nach dem guten Willen der Beamten ausgegeben zu werden.”
Diese immer mehr zunehmende Freiheitsbeschränkung zeigt sich in allen Ländern in einer besonderen Weise, auf die Spencer nicht hingewiesen hat: Die Schaffung jener unzähligen gesetzlichen Maßnahmen allgemeinbeschränkender Art führt notwendig zur Erhöhung der Zahl, der Macht und des Einflusses der Beamten, die mit ihrer Durchführung beauftragt werden. Sie haben also alle Aussicht, die wahren Gebieter der Kulturländer zu werden. Ihre Macht ist um so größer, als nur die Beamtenkaste, als einzige, die unverantwortlich, unpersönlich und auf Lebenszeit angestellt ist, dem unaufhörlichen Machtwechsel entgeht. Nun gibt es aber keine Gewaltherrschaft, die härter ist als diese, die in dieser dreifachen Gestalt auftritt.
Die fortwährende Schaffung von Gesetzen und Beschränkungsmaßnahmen, die die unbedeutendsten Lebensäußerungen mit byzantinischen Förmlichkeiten umgeben, hat das verhängnisvolle Ergebnis, den Bereich, in dem sich der Bürger frei bewegen kann, immer mehr einzuengen. Als Opfer des Irrtums, dass durch Vermehrung der Gesetze Freiheit und Gleichheit besser gesichert würden, nehmen die Völker nur drückendere Fesseln auf sich.
Sie nehmen sie nicht ungestraft auf sich. Gewohnt, jedes Joch zu tragen, kommen sie schließlich dahin, es “aufzusuchen, und büßen zuletzt alle Ursprünglichkeit und Kraft ein. Sie sind nur noch wesenlose Schatten, Automaten, willenlos, ohne Widerstand und Kraft.
Wenn der Mensch in sich selbst die Spannkraft nicht mehr findet, muß er sie anderswo suchen. Mit der zunehmenden Gleichgültigkeit und Ohnmacht der Bürger muß die Bedeutung der Regierungen nur noch mehr wachsen. Sie müssen notgedrungen den Geist der Initiative, der Unternehmung und Führung besitzen, den der Bürger verloren hat. Sie haben alles zu unternehmen, zu leiten, zu schützen. So wird der Staat zu einem allmächtigen Gott. Die Erfahrung lehrt aber, dass die Macht solcher Gottheiten weder von Dauer noch sehr stark war.
Die fortschreitende Einschränkung aller Freiheiten bei gewissen Völkern, trotz einer Ungebundenheit, die ihnen Freiheit vortäuscht, scheint eine Folge ihres Alters und ebensosehr der Regierung zu sein. Sie ist ein Vorzeichen für die Entartung, der bisher noch keine Kultur entgehen konnte.
Wenn man aus den Lehren der Vergangenheit Schlüsse zieht und nach den Anzeichen urteilt, die überall in Erscheinung treten, so sind mehrere unserer modernen Kulturen auf dieser Stufe des höchsten Greisenalters, das der Entartung vorangeht, angelangt. Bestimmte Entwicklungsformen scheinen für alle Völker unabwendbar zu sein, da sich dieser Verlauf in der Geschichte so oft wiederholt. Es ist leicht, die Stufen dieser Entwicklung ganz allgemein zu kennzeichnen, und mit dieser Zusammenfassung soll unsre Arbeit abgeschlossen werden.
Liebe nasowas, was für Frau in deutschen Städten gilt, gilt womöglich auch für Mann in Tichy-Town. Solche Prachtexemplare wie Herrn Eysel finden sich nicht an jeder Ecke. Lso, führe bitte du das Wortgefacht zu Marcuse mit Herbert M. Eysel, ich fürchte, wenn ich diesen Dienst am Nächsten übernehme, hört man sein quieken noch auf dem Quasar und der ist 13 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Ich selbst beabsichtigte unter T-Bone mit dtesch das Thema “Weniger Staat” weiter zu buchstabieren. Mal sehen wie ich mich nachher fühle. Jetzt geht’s erst mal in die Chemnitzer Abendsonne.
) Ansonsten geht’s hoffentlich gut, im schönen Berlin?!
Darf ich mir den Hinweis erlauben, dass ein großer Geist, wenn “tod” ist “tot” ist?
Nur dass kein Verdacht aufkommt: Man kann M(abuse;-)). sehr schätzen und trotzdem ( heute ) ganz anderer Meinung sein.
ach magic
. du bist zu ungeduldig. 40 jahre sind kein zeitraum und was kann marcuse dafür, dass seine jünger mit ihren interpretationen durch die welt ziehen. ein großer geist kann sich, wenn er tod ist nicht mehr wehren. und marcuses versuche zu lebzeiten, dies zu tun, endeteten mit verbannung aus dem kreis der erlauchten. und nicht jeder verbannte bleibt auch dort. manche stehen schneller auf als dir vielleicht lieb ist.
und ich habe jetzt mal seinen sohn sprechen hören. solche welt-bürger lernt frau selten in deutschen städten kennen. peter marcuse lebt in new york und da herrscht irgendwie wieder eine aufbruch-stimmung. und da wären wir beim thema. deshalb passt marcuse tatsächlich hier in diesen block.
Hätte ich M als Mob bezeichnet???
Klaus`gewaltige Unterstützung:
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@ big M:
M war ganz sicher Manches, nur ganz sicher kein Mob.
(Das wär ne lange Diskussion,
falls jemals eine solche zustande kommt.)
Wenigstens soweit Übereinstimmung.
Ne Antwort auf die Frage nach O ist das nicht,
sowenig wie M. Eysel noch irgendwie lustig ist.
Du warst schon besser. Gib nicht auf Kasper
..Marcuse würde ich nicht als Mob sondern als Flop bezeichnen, nicht s von seinerlei Utopien hat sich in den letzten 40 Jahren als empirie- relevant;-) – also unterm Strich: 99% eindimensionale Phantasie am Positivismus gescheitert;-)
))
sieht man einmal von all dem ab, M. war für meinen Privetge-schmack ein brillianter Kopf, nur eben verwirrt und damit wären wor wieder in Tichy-Town. lieber Herbert M. Eysel
…und wer ist “wir”, traumatisierte Schwatzbacke;-)?
@ magic
Nein magisch Grossprech,
du kannst mir mit deinen Klassenclownerien nicht helfen …
Du könntest dir helfen,
wenn du zu O mal was beizutragen hättest außer Missfallen, auf das selbstverständlich nur ich nicht gewartet habe. -
Falls Du O ernsthaft mit den 68er Steinewerfern gleichsetzt, dürfte auch gleich geklärt sein, dass Herbert M. zum Mob gehört und dass magische Klassensprecher- Blendereien vielleicht bei einigen schwachen Geistern für Applaus sorgen, sonst aber eher intellektuelles Verheben bezeugen.
@T-Bone
Du kannst mich ruhig duzen.
Mein Arzt und Apotheker rät: weniger Staat.
Was kann der Staat besser als der Rest? Andersherum gefragt: Warum sind Beamte, die von der Schule, bzw. Soziologie- Philosophie- Kunstgeschichte- Theaterwissenschaft- Indogermanistik- Philologie- Politikwissenschaften- Romanistik- uns-sonstiges-Studium mit/ohne Praktika besser geeignet Probleme zu lösen, die sie aus der Praxis überhaupt nicht kennen?
Externe Berater? Man hole sich die Berater, die genau die entsprechende Politik bestätigen. Es gibt jede Menge davon, leider kommen nicht alle zum Zuge, so sehr sie sich auch verbiegen.
Diese Art von Politiker hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Ich weiß nicht genau wofür sie eigentlich stehen, außer für sich selbst. Beliebigkeit, statt Berechenbarkeit zählt zum Überlebenstraining der Politiker. Wie sonst kann man das ständige wirklichkeitsfremde Geplapper, das sinnlose Geschwätz, das Dreschen der immer gleichen Phrasen erklären.
Die Welt um uns herum ändern sich, die Politik hat keine adäquate Antwort darauf. Sie reagiert, wie sie es gelernt haben zu reagieren: Zünden von vielen Nebelkerzen – vielleicht stammen von daher, lieber T-Bone, Deine erwähnten Nebelbänke – Aufbauen von Horrorszenarien, um das Volk von der eigenen Unfähigkeit abzulenken und gleichzeitig gefügig zumachen. Das Volk muss kontrolliert werden. Daher hagelt es nur so von Gesetzen, die die allgemeine Freiheit beschränken und kaum jemand bemerkt es. Nicht einmal die sogenannte “Vierte Gewalt” im Staat. Für mich in der Mehrzahl Hofberichterstatter.
In diesem Land, wie auch in weiten Teilen Europas gibt es große Kräfte, die sich mehr Staat wünschen, sich bevormunden lassen wollen, weil sie für ihr Leben nicht die Verantwortung übernehmen wollen. Die darauf aus sind, dass der Staat sie rundum versorgt, selbstverständlich all-inclusive. Da wird gejammert, geheult was das Zeug hält, in der Hoffnung der Staat, als Erfüllungsgehilfe, wird weitere Gesetze zu ihren Gunsten erlassen, um den letzten Rest von Freiheit und Selbstbestimmung zu beseitigen.
Es lässt sich natürlich heute noch verhältnismäßig gut leben. Die Betonung liegt auf “verhältnismäßig”. Aber wann wird die Mehrzahl der Leute es spüren, dass der Staats- und Beamtenmoloch ihnen die Freiheit genommen hat?
P.S. Alle Beamten, die diesen Text lesen, sind natürlich ausgenommen
Gruß
dtesch
Lieber Eysel, deine Lieblingsvariante hast du ja hier mehrfach eingestellt: Ochlokratie, ist aus meiner Sicht so ähnlich wie “Steine werfen” vor 40 Jahren;-) damals nicht mein Ding, und heute nicht!
Wer ist denn eigentlich “wir”, solche Diktion kenne ich aus bestimmten Kreisen als Tonart der Traumatisierten!
Mensch Eysel, kann ich dir helfen°#°
Na bravo.
Auf diese Sorte von ultimativem blabla
haben wir alle gewartet!
…zum Wochenende und Abschluss der Schmuse-Session noch den naseweisen JU-Spruch aus der Nacjkriegszeit:
Nach der Wahl ist vor der Wahl! Ergo: In der Ruhe liegt die Kraft;-)
@ dtesch darf ich mal älter und durchaus dem Leben noch immer zugewandt fragen, was denn um alles in der Welt diese “Sinnentleerung” verursacht, welche die wahrgenommenen Symptome so sind und was Ihr Arzt oder Apotheker rät?
Die FDGO hat nach ihrem Siegeszug (Mauerfall) aus meiner Sicht
zugegebn ein paar Verdauungs-und partiell Motivations-schwierigkeiten, aber vergleicht man unsere heutigen Befindlichkeiten mit denen von 1929 lässt sichs doch kommod aushalten, oder? Die Verdauungschwierigkeiten der einen wirken für andere interessanterweise verdauungsanregend, die Jammerepisteln der Vorzeigejammerer von Broteifer wegen kan ein jeder hören oder überhören, je nach gusto, was also macht sie latent unzufrieden, die Zukunft unserer Sozialsysteme können es doch -Hand aufs Herz – nicht sein. Da könnte man sich auch darüber aufregen, dass auf Rennstrecken wie den Landstrassen des Lebens immer mal wieder Nebelbänke lauern, für einen inzwischen abgewaschenen Profis kein wirkliches Problem, “lockere Schrauben” zieht der Fahrtwind des Lebens doch nebenbei an, oder?
Also dtesch, par favor, mal was konkretes…;-)
Isn’t life a kind of magic?
Die Stunde der Wahrheit kommt nach der Wahl. Gute Nacht
@T-Bone
, was heute den Ökojüngern schon bei dem Gedanken daran die Schweißperlen auf die Stirn treiben würde.
“Die freiheitlich demokratische Grundordnung” war von meiner damaligen Sicht aus noch nicht so sinnentleert wie heute. Z.B. konnte ich noch mit über 180 km/h über die Landstraßen fegen
Trotzdem, obwohl jung und naiv habe ich auch damals keinen Eid darauf abgelegt.
Übrigens, die 68er waren mir ebenfalls sehr suspekt.
Gruß
dtesch
Bischen FÄKAL-VULGÄR
ist nen sicherer Lacher …
@ T-Bone,
als bescheidener Kopf, kann ich Dir nur soviel flüstern, dass alle
Erkenntnisprozesse vom sogenannten Willen nach, oder zur Erleuchtung abhängen. Wie das ganze funktioniert, dahinter bin ich auch noch nicht so richtig gestiegen. Angeblich ist der Körper nur ein
Werkzeug ohne jegliche Willensbekundungen (Pubertät vergessen).
Alles Anhaften an sämtliche Lustbarkeiten sind von kurzer dauer und
soweiso nur Trugschluss, angeblich. Mehr habe ich bis heute nicht
begriffen und selbst das Vordere nicht so deutlich.
OT: Vergesst die Schweinegrippe, es gibt viel gefährlichere Krankheiten, die uns alle bedrohen
)
http://www.youtube.com/watch?v=-jBKKV2V8eU