Haben Sie heute schon Ihren Anlageberater geohrfeigt? So unkultiviert sollte man sich keinesfalls geben. Noch vor einem Jahr wäre das als Notwehr durchgegangen – an dem Tag, an dem der Ihr sauer erspartes Vermögen halbierte. Mittlerweile kritisiert niemand mehr Bankberater für die größte Geldvernichtung aller Zeiten. Verständnisvoll hören wir unserem leidgeprüften Berater zu, der seinen lieben Kunden so traurige Nachrichten übermitteln muss. Lehman! Was kann man da machen?
Schicksalsergebenheit umwölkt den Bankschalter. Hinter diesem Vorhang lässt sich jede Verantwortlichkeit verstecken. Ja, die Finanzkrise ist eine wunderbare Gelegenheit, von eigenen Fehlern abzulenken. Beispiel Märklin. Wegen der Finanzkrise wurde nicht eine Lok weniger verkauft. Märklin ist das Opfer von Managementfehlern, später haben gierige Berater und hungrige Heuschrecken das letzte Grün zwischen den Eisenbahngleisen abgegrast. Und doch – Märklin wird als Opfer der Finanzkrise wahrgenommen. Oder Opel: Ja, es ist schade um die hübschen neuen Modelle. Aber in den 20 Jahren davor produzierte der Konzern jede Menge Schrott im Wortsinn. Diese Fehler machen Opel nun den Garaus – nicht die Finanzkrise. Oder Schaeffler: Dort setzte das Management im Kasino alles auf Rot – leider fiel die Kugel auf Schwarz. Die Maus kann keinen Tiger reiten – das galt schon vor der Finanzkrise, ebenso wie der Grundsatz, der bei der Hypo Real Estate zum Desaster führte: Finanziere niemals lang mit kurz. Hätte Herr Boni-Funke wissen können.
Aber geschenkt! Kleben Sie das Schild „Finanzkrise“ auf die Leiche, und die Kripo drückt Ihnen ihr Beileid aus, statt Sie zu verhaften.
Allerdings sind ein paar Feinheiten zu beachten. Es kommt auf den Zeitpunkt und die Nullen an. Falsch hat es der damalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt gemacht. Seine Pleite-Bank, die Sachsen LB, belastet den Haushalt mit 2,75 Milliarden Euro. Eigentlich ein Geniestreich, wie es ihm in letzter Sekunde gelungen ist, das größte Loch im Osten an die Landesbank Baden-Württemberg zu verticken.
Dass die Käufer jetzt wegen der Sachsen LB ein Problem von rund 20 Milliarden Euro an der Backe haben, führt in Stuttgart nicht zur Frage nach der Verantwortlichkeit von Bank und Land, denn mittlerweile haben wir gelernt: Es war nicht der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, sondern die Finanzkrise! Die ehrliche Haut Milbradt war nur zu früh dran und hat versucht, den Schaden zu begrenzen – das hat ihn Ehre und Amt gekostet.
Also: Versuche nicht, es billig zu machen! Je höher, umso besser. Über Millionen regen sich die Leute auf, Milliarden dagegen sind systemisch, somit entschuldigt. Jeder Hamburger – Vater, Mutter, Baby, Greis – haftet mit 16 661 Euro für die Fehler der HSH Nordbank. Wurde deshalb jemand davongejagt? Nein. Riesen-Beträge führen zur kollektiven Ohnmacht, in der die Frage nach Verantwortlichkeiten nicht mehr gestellt werden kann. Etwa bei der Commerzbank. Die kaufte die Dresdner und stellte 14 Tage später fest: 6,3 Milliarden Euro Miese tauchen auf wie das Ungeheuer von Loch Ness. Der schnellste und folgenloseste Fehler der Wirtschaftsgeschichte. Toll, Herr Blessing, supi!
Auch wir Journalisten sind nicht frei von Demenz. 20 Milliarden Euro hat die Allianz in der grünen Hölle der Dresdner Bank verloren. Ein „glücklicher“ Deal sei das, schreibt ein Wirtschaftsmagazin, dessen Namen ich aus Scham über die eigene Profession lieber verschweige. Begründung: „Es hätte noch viel schlimmer kommen können.“
Manchmal denke ich, ganz im Stillen: Da helfen nur noch Ohrfeigen.











289 Kommentare zu “Danke, liebe Krise”
Living in a Box …
Der kapitale Denkfehler …
… lautet, uns passt etwas nicht, wir hätten es gerne anders und regulieren es dementsprechend. So funktioniert der Kapitalmarkt nun mal nicht.
Wir haben schon Spielregeln, nach denen haben sich alle möglichen Marktteilnehmer aufgestellt, ändere ich die Regulation, passiert „Unvorhersehbares“.
So ähnlich wie bei unserem Steuer“system“. Wir sitzen vor einer großen schwarzen Kiste, welche ein paar Millionen Schräubchen hat. Nun drehen wir an zwei oder drei und warten, was die Kiste macht. Wie von Geisterhand drehen sich alle möglichen anderen Schräubchen mit und die Kiste spuckt plötzlich andere Ergebnisse aus. Meistens nicht unbedingt die, welche man gerne gehabt hätte. Dann dreht man wieder, die Verwandtschaft von Hamster zu hamstern ,,,
Am internationalen Kapitalmarkt ist das Spielchen noch etwas diffiziler, da drehen auch noch alle möglichen Staaten gleichzeitig an allen möglichen Schrauben. Meistens etwas entgegengesetzt, so dass sich die Kiste einigermaßen ruhig verhält. Wehe, es drehen alle gemeinsam abgestimmt an den Schrauben, dann hustet einen die Kiste nach gewisser Zeit gewaltig an. Dann sehen alle miteinander vor der Kiste gemeinsam dumm aus der Wäsche. Mist.
Ben Rambo und Tim Ganter drehen nun hektisch an den Schrauben. Und siehe da, die Kiste reagiert wie üblich widerborstig und unvorhersehbar, daher heißt es ja auch die Kiste und nicht der Regulierung. Eigentlich müsste es auch die System heißen, aber Sprache soll ja nicht zu einfach sein.
International die Hedgefonds regulieren, YES WE CAN! Dass ich nicht lache, die sitzen doch alle hinter ein paar Briefkästen in der Karibik. Wenn es hoch kommt, drehen die den Reggae auf internationales Regulierungsgeheul etwas lauter auf.
No woman, no cry. Oder wie wir Bayern sagen, koa Weibeleit, koa Geschroa. Na ja, mal sehen was die Kiste macht. Das müssen ja die Amis bezahlen, oder deren Gläubiger aus China und Japan. Will jemand US-Treasuries von mir haben? Zwar habe ich keine, aber ich würde sie mir auch leihen und verkaufen, am besten noch mit fremden Geld, das ich über wieder anderes fremdes Geld hebele. Oh, ich böser Mensch …
Finde ich aber irgendwo Arbitrage, … nun ja, nehmen ist ab und an seliger als geben. Darauf kann man sich verlassen, Arbitrage beherrscht die Kiste perfekt, daher drehen sich ja auch die anderen Schräubchen mit.
Everything is gonna be alright, Albright, All breit?!
Pampa Marley
@Magic 10.51 Uhr. Danke für das \”Sittengemälde\” Magnifique!
Ich habe leider nicht die Zeit und auch den Überblick, mich hier aktiv zu äussern. Der Input von Euch Protagonisten in Tichy Town ist jedenfalls enorm! Zamir, hast Du morgens senile Bettflucht? Oder Kreissen die Gedanken so enorm, dass Du sie als Elektronen hier reinladen musst?
Klausemann- das Wetter kann nur besser werden….
Tach Tichy-Town
von Gregor Neumann am 26.03.2009 um 13:09 Uhr:
Ja klar, Gregor, vorher war es der „Greenspan-Put“ und ermöglichte eine extrem günstige Fremdfinanzierung. Das Risiko blieb aber im privaten Finanzsektor – naja, wie sich im Nachhinein herausstellt – Pustekuchen!
Nun ist es der Geithner-Put. Also der Staat – die Allgemeinheit – die Leverage und Großteil des Risikos übernehmen. Die Gewinne jedoch bleiben beim Privatinvestor.
Man muss zugeben diese Finanzierung hat irgendwie Charme. Besser als alles bisher gewesene.
Wenn die Rechnung aufgeht müsste es eigentlich einen Run auf dieses Schrottpapiere geben und das Spiel kann von vorn beginne: „Faites vou jeux!“ Allerdings mit dem klitzekleinen Unterschied und dieses Mal hochoffiziell abgesegnet: Verluste werden sozialisiert und Gewinne privatisiert, des Geldadels liebste Spielregel. Das motiviert ungemein!
Gruß
Klaus F.
@Zamir mal eben nochmal etwas ernsthafter: Geld befindet sich nicht immer (ob mit oder ohne Gottes Einwirkung) dort, wo es benötigt wrd. Und genau deswegen braucht es seit Jahrhunderten Banker!
Oder, Zamirowitsch?
Erst wenn Menschen/Völker Zugang zu funktionierenden Geld-und Kreditnetzwerken haben, könne sie etwas gegen ihre Armut tun. Oder noch anders gewendet (mit Niall Ferguson) erst wenn Sparer ihr Geld auf Banken bringen können, kann es von den Müßigen zu den Fleissigen umgeleitet werden.
China hat andere Probleme. Hier haben viele Unternehmen in dubiose Finanzprodukte investiert, weil die Banken zu geringe Zinsen boten. Darunter sind viele Konstrukte, die man bestenfalls als undurchsichtig bezeichnen kann.
Dummerweise hat das auch viele Staatsunternehmen (SEO) getroffen, die das als Risikoabsicherung verbucht haben. Wobei das Management oft Probleme hat, zu erklären, warum sie staatliche Kredite in Anspruch genommen haben, die der Exportförderung gelten sollten, um in zwielichtige Derivate zu investieren.
Eine Kommission durchleuchtet im Auftrag des Ministerium alle SEOs und die Zwischenergebnisse lassen Übles ahnen, auch wenn die offiziellen Zahlen eher die Frage aufwerfen, warum man die Untersuchung überhaupt gestartet hat. Eine Antwort finde sich später im Text: Offenbar wurden durch Derivate die Bilanzen geschönt und viele SEOs arbeiteten nicht so profitabel, wie es den Anschein hatte:
“Also, China Eastern suffered a much larger percentage of book-value losses than its international counterparts. It reported 20 billion yuan in annual income and hedging losses as high as 6.5 billion yuan in 2008, compared with Japan Airlines, which reported operational earnings of 106 billion yuan and hedging losses of 140 million yuan for 2008.
(…)
There are many reasons why such contracts attract Chinese companies. At the time of signing for a derivatives contract, for example, a ceiling price for a call option may be below the market price, allowing investors to profit immediately through the purchase of a cap gain – an earnings channel for airlines before last year’s debacles for Air China and China Eastern. Indeed, some airlines in the past earned more through derivatives contracts than from their main businesses.”
http://english.caijing.com.cn/2009-03-25/110127786.html
Ein hübscher Begriff macht die Runde: der Geithner Put.
Nach den Regeln des Geithner-Plans werden die privaten Investoren nämlich gegen Verlust wie mit einer Put-Option absichert, während die nach oben an den Gewinnen unbegrenzt beteiligt werden.
Ein Autor erklärt das höchst verständlich mit Grafiken und Details:
“This goes to the principal/agent problem. We are hiring the hedge fund to make money in the banking market. However the hedge fund can make money in two directions – it can make money off banking assets by bidding correctly, and it can make money off the Geithner Put option by fudging around with the volatility numbers. And as we see above, it can make a hell of a profit off just the Geithner Put option by itself.
So looting the FDIC may not just be a by-product of what the hedge funds are doing – it can be an active strategy they seek to maximize.”
bei Stones fallen mir die anderen ein:
On the corner is a banker with a motorcar
The little children laugh at him behind his back
And the banker never wears a mack
In the pouring rain, very strange.
…
In Penny Lane the barber shaves another customer,
we see the banker sitting waitung for a trim
An when the fireman rushes in
from the pouring rain, very strange
…
Penny Lane is in my ears and in my eyes…
Lieba Magic,
im kürzel geht’s auch und das nicht schlecht, sagt der rollende zum liegenden stone:
“You can’t always get what you want
But if you try sometimes you get what you need.
Gruß Zamir
..das heisst aber noch lange nicht, dass “diese Leute” mit dem Gelde machen können was sie wollen, den zehnten haben sie der Allgemeinheit abzugeben, na gut, es ist weniger geworden, heutzutage ist es der zweite und nicht der zehnte, dann bekommt es von der Allgemeinheit wiederum nicht jeder, sondern nur die nicht leisten und deswegen nichts haben, inzwischen auch fast jeder zehnte, diei, die etwas bekommen haben, von Gott oder weil sie was leisten geben ihr Geld wiederum zu treuen Händern an die Banken. Banker sind Zeitgenossen, genauer Nachfahren von Geldhändlern, die aus dem von Gott auserwahlten Volk Isreal hervorgegangen sind und im frühen Mittelalter zunehmend hinter Tischen auf Bänken sitzend in Erscheinung traten, um sich in die göötliche Geldnormalverteilung beschleunigend und vermehrend einzumischen, hiessen damals nicht Heli Ben, sondern Shylock, Cosimo, Vieri di Cambio etc. Man nannte sie auch die Gilde der Geldverleiher, in Italien Arte de Cambio. Aus ihren Bezirken heraus, den sogenannten ghetto vecchio brachten sie es vereinzelt sehr weit: zweie wurden Päpste, also Stellvertreter Gottes auf Erden, so schloss sich mancher Kreis, andere wurden französische Königinnen, wiederum andere Herzöge und Großherzöge. Ihre Aktivitäten über die Jahrhunderte trugen dazu bei , das das Geld, was der Herr den Menschen geschenkt hatte, segensreiche Wirkungen entfaltete, mal abgesehen von ein paar kleinen Krisen, die man aus göttlicher Sicht getrost als Kunstpausen bezeichnen könnte. Also: alles folgt einer Art Vorsehung, nennen wir es getrost Masterplan und du, Zamir, auch du bist ein Naopartikel in dieses Planes Universum. Natürlich es gewichtigere Protagonisten, etwa Heli Ben, oder Barrack, Joe und Tundrabär,m aber hier in Tichy-Town gehörst du in die vorderste Reihe im Stimmenchor, gleich neben EMIR. Da hier, wenn überhaupt, die Frauen das Geld von Gott bekommen haben kann man die Krise eher als Versuch der Ganter deuten, den Frauen das zu nehmen, was ihnen Gott hat zuwachsen lassen. Und da fragt ich mal ganz bescheiden: Müssen wir Männer uns den wirklich um alles kümmern?;-)
Zur Ablenkung, EINER geht immer noch:
“Was der liebe gott vom gelde hält, kann man an den leuten sehen
denen er es gibt”
Krawumm, da bleibt kein auge trocken.
Gruß Zamir
…na wer hätte das gedacht?;-) Ne Krise ist doch schließlich kein Selbstzweck, weder “Betroffenen” und “Bändiger” machen den Krisengram aus Spass an der Freud’…und auch hier in Tichy-Town
muss zur Kenntnis genommen werden, dass die alten Damen und Herren nach dem September 09 gern die neuen bleiben würden, diesbezüglicher kostenträger? unsere liebe Krise, insofern nochmals: heissen Dank statt heisse Kartoffel:-)))
Das muss man Obama und Geithner lassen: Sie legen ein enormes Tempo vor und gehen alle wichtigen Themen an. Das ist schon beeindruckend, wie produktiv eine Regierung sein kann.
Heute folgen Vorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte. Die Washington Post hat bereits eine Übersicht und die zeigt, dass es in wichtigen Fragen in Europa und den USA eine ähnliche Haltung gibt. So sollen Banken, Fonds, Versicherungen etc. einheitlich behandelt und kontrolliert werden. Keine Sonderrechte mehr für Hedge-Fonds, nur weil sie formal keine Bank sind, alle Derivate müssen in geregelten Märkten gehandelt werden:
“The administration also wants to expand oversight of a broad category of unregulated investment firms including hedge funds, private-equity funds and venture capital funds, by requiring larger companies to register with the Securities and Exchange Commission. Firms also would have to provide financial information to help determine whether they are large enough to warrant additional regulation.
Hedge funds were designed to offer high-risk investment strategies to wealthy investors, but their role quickly grew from one on the fringe of the system to a place near the center. Some government officials have sought increased regulation of the industry since the 1998 collapse of Long-Term Capital Management threatened the stability of the financial system.
(…)
The administration’s broad determination to regulate the totality of the financial markets also includes a plan to regulate the vast trade in derivatives, complex financial instruments that take their value from the performance of some other asset. Derivatives have become a basic tool of the financial markets, but trading in many variants is not regulated. Credit-default swaps, a major category of unregulated derivatives, played a major role in the collapse of AIG.
Geithner plans to call for the entire industry to be placed under strict regulation, including supervision of dealers in derivatives, mandatory use of central clearinghouses to process trades and uniform trading rules to ensure an orderly marketplace.”
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/03/25/AR2009032502311.html
…nicht nur da, Zündkerzenwerfer, nicht nur da;-)
Miss Marple sagt, ignorier die Wurst, meine innere Stimme aber sagt, gib diesem einsamen Sucher in der Palladiumwüste für die nächsten 10 Jahre ein wenig Zuwendung: Bück dich!
Die spinnen doch die “Burger”
Ein Fast-Reversal vom Reversal (lach)
Gute N8
…und schließt “gutes Wetter” in eure Gebete mit ein – Danke!
Klaus F.
@magic
Das Lustigste hier in Tichy Town war, als du dich in Miss Marple verwandelt hast. Bitte noch einmal!!!
))))
@PS
))
Zitat:
“Süße Grüße
PS”
Lieber ein kalter Krieger als ein warmer Bruder. (Franz Joseph Strauß)
Die aktuelle Schmucknachfrage ist irrelevant, wenn man einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren hat. Ich hoffe
inbrünstig, dass die Nachfrage nach Gold und den anderen EM einbricht, weil ich dann günstiger einkaufen kann. (Warren Buffet freut sich ja auch, wenn die Aktien günstig sind).
Wer dir den Bären aufgebunden hat, dass ich Forscher bin, weiß ich nicht. Von mir hast du das sicher nicht!
@magic
Wer an die Jungfrauengeburt glaubt, braucht halt nicht mehr “stochern” (nicht mal mehr an der Oberfläche). Da bist du klar im Vorteil!
))))))))))
http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=20749056
pardauz,ein Untersuchungsausschuss…@nasowas,ich mache einfach mal ein wenig kreative Pause.alles soweit ok.Den Tee zuzubereiten, reicht die Kraft grad noch..:)
Liebe Grüße mad
pardauz, welche Farbe das Kerzlein? Wie lange ist der Docht? Huuuch…;-)
Pampa…würde auf Zündkerzensammler ggf Pyrofusionist, also kalte Fusion bei 33 tippen, viel Tiefgang kann da nicht sein, stochert seit Jahr und Tag an der Oberfläche und schliesst vom Storchenflug auf generatives Verhalten, so hat halt jeder seinen Glauben…;-)
Oha! Ein Intraday-Reversal im Dow, mit Umkehrkerze als Tagescandle, bahnt sich an. Da kommt wohl der mehrtägige Rücksetzer von dem ich weiter oben sprach. Die erwähnte Polaritätszone ist dann erst mal genug des Guten.
Immer aber auf Bestätigung warten! Also Morgen wissen wir mehr
Klaus F.
Skeptiker, das habe ich schon 2002 verstanden, nicht in der ganzen Dimension, aber vom Prinzip her. Es ist ja auch nicht sonderlich schwer. Das haben aber etliche Landesbanker auch selber verstanden, von daher widerstrebt es mir immer etwas, über die ganzen Leute pauschal herzuziehen. Da gibt es durchaus auch sehr gute Leute. Aber sie werden nun mal regulatorisch getrieben, wie viele andere. Auf Dich und Deine Goldseiten, haben die gerade gewartet.
Was macht denn die Schmuckindustrie, wie läuft’s mit den Katalysatoren, oder wozu brauchst Du Palladium-Münzen? An was forschst Du eigentlich, oder ist das ein Geheimnis?
Süße Grüße
PS
@PS:
Wirklich sehr interessant. Gibt in jedem Fall ein Fleiß-Stierchen, ähhhh Fleiß-Sternchen
Ich sag’s ja, wegen solcher Fundstücke lohnt es sich, in Tichy-Town rumzuhängen
@PS
Hast du das mit den Landesbanken jetzt nach 2 Monaten auch schon verstanden? Typisch Banker, den neuen Erkenntnissen immer etwas hinterher!
Zitat:
von skeptiker33 am 23.01.2009 um 21:30 Uhr:
In der FAZ steht folgender bemerkenswerter Satz:
“Noch schlimmer sieht es in den Bilanzen der Landesbanken aus. Die haben kurz vor dem von der EU erzwungenen Wegfall der Gewährträgerhaftung mehrere hundert Milliarden Euro Kapital aufgenommen und damit Schrottpapiere gekauft.”
Pampa, BayLaB – Klasse Real-Persiflage!;-))) … “Erfahrung ist dabei das Maß aller Dinge”, hi,hi…
Der Ton in Europa wird rauher. Schwer vorstellbar, dass ein Politiker aus Deutschland sein Staatsoberhaupt im Europaparlament so hart angeht, aber die Engländer haben eine etwas direkter Debattenkultur. Persönliche Angriffe gehören im Unterhaus zum guten Ton.
Daniel Hannan ist ein konservativer, europakritischer Politiker (und Mitglied des Europaparlaments) mit einem Hang zum Nationalismus, was ebenfalls keine untypische Mischung für die Insel ist.
Unter dieser Prämisse ist es trotzdem erstaunlich, wie Hannan Gordon Brown zusammenfaltet, wobei sehr viel Frustration über die wirtschaftliche Lage Großbritanniens mitschwingt:
http://www.youtube.com/watch?v=94lW6Y4tBXs
Schade, in der FAS war ein Interview mit Prof. Nonnenmacher, VV HSH Nordbank, war früher Risikovorstand da, leider nicht für lau:
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&dx2={E64A5E38-78BF-4A7B-8B54-284A7A5F4792}&rub={035D49F5-2EC3-47D5-A803-F3F19B49A0EA}
Ich könnte ja die Hälfte zitieren, ein anderer Abonnent den Rest. Aber das ist glaube ich nicht im Sinne des Erfinders. Das man damit etwas verdienen könnte, glaube ich ohnehin nicht, es geht wohl eher darum, den Print zu schützen, 2 Euro Schutzzoll sozusagen. Protektionismus in der FAZ …
Wäre aber mal nett von der Redaktion rechtliche Grundlagen und gewünschte Richtlinien hier im Forum für Zitate zu erläutern. Es will ja keiner von uns hinter gesiebte Luft, man müsste die rechtlichen Grundlagen aber kennen. Nachdem sie mich bei EBAY verklagt hatten, weil ich ein Bildchen mit der rechten Maustaste geklaut hatte, bin ich da vorsichtig geworden. Unkenntnis schützt bekanntlich vor Strafe nicht. Damals war es übrigens noch so, dass man von einem „Werk“ bis zu 75% zitieren durfte. Ein Bild ist in diesem Sinne auch ein Werk. Kann man aber auf 74% zuschneiden und schon darf/durfte? man wieder. Es gibt nichts, das wir nicht geregelt kriegen, aber im Ernst, ich fände ein paar Erläuterungen und Wohlverhaltensvorstellungen dazu gut. Könnte man ja vor den Haftungsausschluss setzen.
PS
Zu Bonds in the long run:
http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Gastkommentar-Kenneth-Rogoff-Das-Schulden-Endspiel/491957.html
Übrigens steht irgendwo, ERFAHRUNG KÖNNE MAN NICHT KAUFEN. Nun, das stimmt so nicht, ist aber nicht immer ganz billig.
Tja Greg,
etwas mühsam zu belegen, aber wir können ja mal nachsehen.
Jetzt kommt der Hammer, habe mal etwas in der Bilanz der BayLaBa von 2004 geblättert. Die 200 Seiten sind voller Bildchen, etwas unangenehm zu lesen und blättern.
http://www.bayernlb.de/ar/Internet/de/Downloads/0100_CorporateCenter/1320Kommunikation/2004/20050505Geschb2004-d.pdf
Aber lesen wir doch mal z.B. 30 ff.
Strategie:
DER BEGINN FÜR UNVERGLEICHLICHE KONZEPTE: IDEENREICHTUM.
Geht doch schon mal gut los, in der Tat ein unvergleichliches Konzept. Etwas später steht dann, dass sie für 2005 und 2006 schon eine Kapitalerhöhung geplant haben. Lästig, wenn man zu wenig EK hat, gleichzeitig Verluste schreibt und die Bilanzsumme ausweitet. Die Erträge stammen angeblich halb halb aus nationalem und internationalen Geschäft, insbesondere GB und USA. Als Beispiel nennen sie zum Beispiel einen Lead bei Calpine. Wenn mich nicht alles täuscht, waren die doch schon damals Matthias am letzten. Modell Enron, unsere Schulden bilanzieren wir woanders, jedenfalls nicht in unserer Bilanz.
Springen wir mal auf Seite 90 ff.
EIN ERGEBNIS IST SO GUT WIE DAS WERKZEUG, MIT DEM ES GESCHAFFEN WURDE: (allerdings) ERFAHRUNG IST DABEI DAS Maß ALLER DINGE. (soso) – VON DER INDIVIDUELLEN PLANUNG ÜBER DIE GELUNGENE DURCHFÜHRUNG BIS HIN ZUM EINZIGARTIGEN RESULTAT. (einzigartiges Resultat?! Nana, so alleine wart ihr nicht) UND ES IST MEHR ALS ROUTINE; DENN JEDES NEUE PROJEKT IST EIN NEUER ANFANG. (… vom Ende)
Etwas weiter: DIE IM JAHR 2002 BEGONNENE UND IN DEN JAHREN 2003 und 2004 intensiv fortgesetzte Transformation des Geschäftsmodells trägt Früchte. DER TURNAROUND IST GESCHAFFT. (aha)
Siehe auch mal Seite 109ff., was uns nicht so alles beschäftigt.
Oha, auf Seite 117 … steht es ja explizit: Aufgrund des Wegfalls von AAA … Bevorratungsstrategie für lang laufende Passiva aufgesetzt.
Bingo.
Na, nur mal so drübergelesen, geplante Kapitalerhöhungen, Risikoaktiva bis zum Anschlag, langfristige Bevorratungsstrategie, … ich weiß was Du von 2002 bis 2005 strategisch gemacht hast liebe BayLaBa, Du warst jung und dumm und das Geld war noch billig. Man muss auch verlieren können. Jetzt hast du an Erfahrung gewonnen, schade, dass man die nicht bilanzieren darf … Aber es stimmt schon, ERFAHRUNG IST DAS Maß ALLER DINGE, steht ja oben.
Beweisen kann ich es aber extern nicht Greg, aber es ist doch relativ offensichtlich, gab ja damals auch einen kolossalen Aufschrei beim DSGV. Die wollten halt mit Zähne und Klauen ihren Wettbewerbsvorteil auf der Passivseite nutzen. Wenn Ihnen langweilig ist, können Sie sich ja mal die Bilanzen der LBs der Jahre zusammensuchen und im Zeitvergleich betrachten.
Was wollen wir als nächstes regulieren? Schon gut.
))
PS
@Pampa
…meeehl
@Gregor
Ich schaue nicht so intensiv auf den Bondmarkt. Lediglich interessehalber so nebenher. Aber Bond-Experten aus meinem Börsenforum befürchten ebenfalls in naher Zukunft dort eine crashartige Bewegung.
Ja der Aktienmarkt war zuletzt „extrem“ überverkauft und bedarf dringend einer technischen(!) Erholung, die durchaus über mehrere Monate anhalten kann. Kurzfristig hängt der DAX jedoch in einer Polaritätszone(4100/4300), die so schnell nicht durchgehandelt wird. Nach einem Rücksetzer – ggf. sogar noch einmal bis zum Jahrestief – aber nicht zwingend – dürfte dann aber die alte Herbst/Winter-Range wieder zurück erobert werden. Für immer noch Investierte die letzte Möglichkeit vor der Fahrt durch den Keller noch raus zu kommen. Denn langfristig bleibt der Haupttrend weiter „down“ mit dem Ziel 2200.
Gruß
Klaus F.
@PS:
“Mit Fall der Staatshaftung wurde es für Landesbanken wesentlich teurer, sich nach dem 15.7.2005 zu refinanziern”
Brillanter Gedanke. Müsste man sich im Detail mal ansehen, ist aber ein interessanter Ansatz, warum es bei den Landesbanken einen Anfall von Kollektivversagen gab.
Ironie des Schicksal: Wir steuern weltweit auf eine Verstaatlichung aller Banken zu. Sparkasse goes global
OK, das erklärt natürlich nicht, warum private Institute weltweit denselben Mist verzapft haben. Aber als Kapitel über Risiken und Nebenwirkungen von Regulierung finde ich das Beispiel wirklich gut (wenn es sich belegen lässt).
@Klaus:
“Der Markt dürstet nach Stohhalmen – auch wenn sie leicht knicken”
Absolut. Ich glaube, der Aktienmarkt hat auch noch einigen Raum für eine nette Erholungsphase. Denn die eigentliche Krise findet bei den Wertpapieren statt. Wir haben zu viele Kredite, die durch Bonds finanziert wurden. Es wird immer schwerer, diese zu refinanzieren. Die ZBs drücken den Leitzins, aber die Anleger scheuen zu Recht das Risiko bei so geringen Risikoprämien.
Wenn ich raten müsste, findet das eigentliche Blutbad bei den Anleihen statt, weil diese nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden können. Der oft zitierte “haircut” für die Anleger setzt viel tiefer an. Die Deflation sucht sich einen Weg, um den Zinsübehang abzubauen. Und das geht nur, indem Geld und Kredite vom Markt verschwinden. Notfalls, indem Verbindlichkeiten (und nichts anderes sind Bonds) platzen.
Erst trifft es die Banken. Dann die Kunden der Banken. Dann die Gläubiger der Banken.
Lieber Zamir,
weißt Du was nach meiner Ansicht das ganze Elend bei den Landesbanken ausgelöst hat? Regulation.
z.B. http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/meldungen/:Banksektor-Sparkassen-Ende-Staatshaftung/526371.html
Mit Fall der Staatshaftung wurde es für Landesbanken wesentlich teurer, sich nach dem 15.7.2005 zu refinanziern, Diktat kam aus Brüssel. Was haben sie in der Übergangsphase also noch gemacht? Genau, sich mit so viel wie möglich billigem Kapital vollgesaugt. Und wohin damit? Keine Ahnung, Hauptsache billig finanziert.
Dann sind sie international losgezogen und haben die Kohle irgendwo und in irgendwas angelegt. Keine Ahnung vom Geschäft, aber sehr viel Kapital, gab ja schon internationale Witze, dass es nichts gebe, was man einer Landesbank nicht verkaufen könne. Kindergarten hat sich ja auch als Wort im Englischen eingebürgert, Landesbank verstehen die meisten wohl mittlerweile auch.
Jetzt sehen die politischen Regionalpolitiker dumm aus der Wäsche, weil ihre geliebten Vehikel Blut spucken. Das liebe Geld der Steuerzahler, tja. Eigentum verpflichtet und wem gehören die Spielzeuge der Politiker? Dem Staat.
Herzlichen Glückwunsch, selten so teuren Nachhilfeunterricht für Politiker gesehen ….
Schönen Gruß an die Berliner Landesbank und schau doch mal beim DSGV auf der Friedrichstraße vorbei, kannst ja symbolisch eine Flasche davor stellen …
PS
@Gregor
Nunja, schau auf den Dow aktuell. Der Markt dürstet nach Stohhalmen – auch wenn sie leicht knicken
Es hätte aber auch irgendein andere Auslöser sein können – kurzfristig fehlt oben noch etwas
Ich persönlich trenne Nachrichten streng von meiner Wellencounterei. Findes es aber immer wieder witzig wie unterschiedlich, trotz gleicher Tendenz, sie am Markt dann letztendlich wirken. Warum ist mir schon klar
@Klaus:
“US-Auftragseingänge langlebige Güter unerwartet gestiegen.”
Ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Januar 2009 (ohne Verteidigungsausgaben, also Panzer und Raketen) stimmt hoffnungsfroh – bis man feststellt, dass es gegenüber dem Februar 2008 ein Minus von 22,8 Prozent ist.
Alle fallen …
Lieber Pampastier,
Irrtum, Banker sind keine schlechten bzw. schlechteren Menschen !
Im system selbst ist der wurm drin, den man nicht wegphantasieren kann.z.B.:
Viele sozail schwache US-bürger finanzierten ihr gesamtes leben mit schulden, die sie nie wieder zurückzahlen können und konnten.
Da die banken dies wussten, versicherten sie die ausfälle bei andere instituten, die ihrerseits wieder bei anderen und so weiter.
Das risiko wurde-gegen eine versicherungsprämie- immer weiter und weiter gegeben. Schneeballsyststem, typisch america life,
irrtum, ein lieblingskind der dumpfbacken-landesbanken.
Gruß Zamir
Vielleicht mal zum besseren Verständnis, ganz einfach gehalten:
Wir spielen jetzt mal Bank:
Links auf unserer Bilanz stehen die Aktiva. Zumal wir riskante Geschäfte betreiben, nennen die sich auch Risiko-Aktiva. Rechts steht unsere Refinanzierung, größtenteils Verbindlichkeiten und etwas EK, sagen wir mal einfach nach dem alten Ansatz so um 8% EK.
Wenn wir Risikoaktiva kaufen, müssen wir die mit EK, genauer Haftendem EK, HEK, unterlegen. Im Normalfall sind das 8% der Finanzierungssumme. Das ist so die Grundlage, Handels- und Anlagebuch, Nachrangdarlehen etc., lassen wir mal alles weg.
Jetzt hat sich der Gesetzgeber aber etwas ausgedacht, das kam übrigens schon über Basel I. Es macht ja einen Unterschied, ob ich einen Staat wie Deutschland über Anleihenkauf finanziere, oder Lieschen Müllers Waschmaschine. Daher werden die Aktiva risikogewichtet. Finanziere ich Deutschland, brauche ich gar kein EK, die fließen mir also mit 0% in den Grundsatz 2 ein. Die Waschmaschine hingegen kostet mich 100%. Wir finanzieren als Bank Lieschen und Peer gleichmäßig.
Macht also nach Adam Riese: (50%*0 + 50%*100%)*8% HEK = 4 % HEK
Wir brauchen also 4% HEK, um die Bude am laufen zu halten. Wenn unser HEK aufgrund dubioser Weise schrumpft, haben wir ein Problem. Bei Peer macht das nix, für den brauchen wir kein HEK. Liesel müssen wir aber an die Wäsche. Nun erhöhen wir die Anforderung an das HEK von 8% auf 12%. Peer freut sich, Liesel geht es noch stärker an den Schlüpfer. Liesel schreit Sauerei, Peer schreit die Banken leihen sich kein Geld mehr. Wer ist jetzt der Depp? Genau, medial natürlich wir. Und wer hat den ganzen Quatsch beschlossen? Von wem wird er gewählt? Was ist im September?
Was so einfach begann, ist in sich höchst verlogen.
Nichts ist spannender als Gesetzgebung und Regulation.
PS
Sonntag abends ist es übrigens bei der ARD meist der Gärtner, nicht der Banker, noch …
@GN “Südwestsachsen ist seiner Zeit voraus” – ich wusste einer merkt’s, an der Börse kann dieses “Vermögen” manchmal ein Vermögen wert sein
@ Klaus wegen eventuellem Mangel an City-Boys in der City of London, …man könnte sich ja auf einer solchen Dienstreise ganz konventionell mit girls abgeben, anschliessend ein netter kleiner Erfahrungsbericht..;.)
„Das ist alles eine Frage des politischen und regulatorischen Willens.“
Genau das befürchte ich ja Greg. Seit geraumer Zeit sehen wir ja, dass sich der Bankensektor deleveraged und das innerhalb der bestehenden Regeln. Am saubersten brennt man den Benzintank aus, wenn man an das Loch ein Streichholz hält. Im Moment ist es doch so, dass man mir allen Mitteln versucht, den Bankensektor zu rekapitalisieren und wieder ans Laufen zu bringen. Jetzt auch noch die EK-Regulation zu verschärfen, auch die Aussicht darauf bewirkt schon einiges, kommt nicht unbedingt zum richtigen Zeitpunkt. Ich würde eher vorschlagen, die EK-Unterlegung und Gewichtung der Risikoaktiva jetzt zu lockern. Kostet nichts, wenn es wieder bergauf geht kann man ja wieder strikter regulieren.
Hatte ich schon einmal zur Diskussion in den Raum gestellt: Über die EK-Unterlegung nach Basel I+II sowie die Risikogewichtung (u.a. auch Basel II) haben wir de facto eine Art Goldstandard etabliert und wundern uns nun, dass die Finanzierung der Wirtschaft nicht mehr funktioniert. Das ist nicht nur eine Frage des gegenseitigen Vertrauens unter Banken, es ist zum Teil schlicht zu wenig EK da, um andere zu finanzieren. An was es auch alles gelegen haben mag, Fakt ist nun mal jetzt, dass das EK weg ist. Damit funktioniert die Geldschöpfung nicht mehr richtig. Gut Rambo, Ben Rambo Bernanke, kann noch nach Lust und Laune kaufen, die privaten Banken nicht. Staatsanleihen gehen, weil ich dafür kein EK brauche, deswegen sind die Zinsen ja so im Keller, bzw. Staatsanleihen hoch im Kurs. Wehe ich brauche EK zur Refinanzierung, sprich nehme Risiko, dann wird es sehr schnell sehr teuer, je schlechter es dem lieben Kunden geht, umso teurer wird es noch. Und dann wundern sich alle, dass die Amplituden der Wellen in der Realwirtschaft hochschlagen.
Übrigens Leute, so aus Erfahrung, seid lieb zu Eurem Banker, vor allem wenn ihr selbständig seid, …
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E068A42481EFA48ADBBE8AF9DA592E43F~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ach ja, so an Chefredakteure, es geht nicht nur um Anzeigenvolumen, es geht auch um Verlagsrefinanzierung. Im Zweifelsfalle würde ich es begrüßen, wenn der Banker meines Vertrauens sich nicht gerade maßlos über einen Artikel geärgert hat …
)) Auch Banker sind Menschen, wenn auch schlechte Zamir.
Okay, okay … Aber im Ernst, das persönliche Verhältnis zu seiner Bank sollte man imho als Unternehmer hegen und pflegen, in guten wie in schlechten Zeiten, bis der Konkursrichter einen scheidet.
Eilmeldung – US-Auftragseingänge langlebige Güter unerwartet gestiegen.
Na bitte! Ein postiver Nebeneffekt: Allein die neu bestellten Gelddruckmaschinen für Heli-Ben zeigen Wirkung auf die Konjunkturdaten
)))
Off Topic = offener topf,
die grundlage der westlichen suppenküchen-kultur, besteht in der irrigen annahme, dass man mit macht und kapital, alle probleme
bewältigen und alle wunder vollbringen kann; unabhängig von raum und zeit.
GT= geschlossener topf.
Gruß ZAmir
@PS:
\”Dann gehen etliche der groß Fritzchen AGs gleich mit über den Jordan, weil sie ausgetrocknet werden.\”
Erstens kann man Übergangsfristen schaffen, zweitens kann ich einen undichten Benzintank nicht ignorieren, nur weil der Besitzer ihn dann auspumpen müsste. Die Explosionsgefahr bewerte ich höher als die Probleme von Banken bei der Reduzierung ihres Risikos.
Deleveraging machen die Institute ohnehin gerade, also kann ich einen Zeitplan aufstellen, etwa mindestens 5 Leverage-Punkte pro Jahr, um zu verhindern, dass die alten Banken sich bis zum Stichtag vergrößern, um dann wieder \”too big to fail\” zu sein.
Das ist alles eine Frage des politischen und regulatorischen Willens.
@Klaus F.: Mach ich.
@rty
Aha! Habe gerade dazu passend aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass sie auch in London sein werden. Also G21
…und meiden sie den Einfluss der City-Boys, sofern es noch welche gibt.(grins)
Gruß
Klaus F.
@Eysel:
“Die Struktur des Programms zeigt klar, dass die Amis keine Berliner Allmachtsphantasien haben, sondern regelt typisch marktwirtschaftlich das Problem”
Im Prinzip ist die Öffnung für private Investoren eine gute Idee, aber in der aktuellen Ausführung übernimmt der Staat das Gros des Risikos und das hat mit Marktwirtschaft wenig zu tun.
Der Plan sagt eigentlich, dass man ziemlich viel Zucker auf die bitteren Pillen in den Bilanzen streuen muss, damit sich überhaupt ein Investor findet.
Da fand ich unsere Idee mit der Good Bank besser, die die funktionsfähigen Teile aus den alten Banken herausgekauft und frische Kredite an vernünftige Kunden vergeben hätte. An so einem Institut hätte ich mich jederzeit als Aktionär beteiligt.
@magic:
“Schönen wonnigen Do nach Berlin”
Südwestsachsen ist seiner Zeit voraus, im restlichen D ist noch Mi
)))
@ GN,
”Solange also niemand den Murks fällig stellt, niemand den Murks verkaufen oder zu unbekanntem Wert bilanzieren MUSS.” Danke für die Korrektur. Die Struktur des Programms zeigt klar, dass die Amis keine Berliner Allmachtsphantasien haben, sondern regelt typisch marktwirtschaftlich das Problem indem es Investoren „in die Schuhe“ hilft. Die Amis scheinen besser zu verstehen, dass Regulierung nicht wirklich die geglaubte omnipotente Lösung ist, sondern doch eher die Creativität von Menschen, sogar von gewinnorientierten, fehlerhaften, Menschen.
nasowas, nasowas, ganz schön kess, neugierig wie ein im Septembergeborene;-) wenn du mir erzählst wie es vorgestern abend war, dann lass ich zug-um-zug ein wenig mehr von meinen deals gucken, o.k.? Mal sehen, wer schneller fertig ist und wo Höhepunkt und wo Ernüchterung überwiegen;-)….
p.s. ein Kontoüberziehung von 400 Eu ist ja noch beherrschbar, wirst deswegen nicht gleich in den Schuldturm gesperrt von deiner Sparkasse in Willmersdorf, oder? Wenn ide Provinzganter dir mal schräg kommen, gib Signal in Tichy-Town, unsere Frauen sind uns immer eine Anstrengung wert. Schönen wonnigen Do nach Berlin;-)
@GN
Sorry, bin etwas short in time, um auf alle Regulierungsideen einzugehen, aber mal ein exemplarisches Beispiel bezüglich eines Gedankenganges:
Was man vielleicht vor 20 Jahren hätte machen sollen/können, kann heute zum Desaster führen. Gut, Sie schlagen 11-12% EK-Quote vor. Mal unabhängig davon, wie Sie eigentlich auf die Quote kommen und auch noch unabhängig davon, dass es ja auch um die Risikogewichtung der Aktiva geht, wenn wir das heute durchziehen, fällt uns sofort der Himmel auf den Kopf.
Im Moment ist es doch so, dass es mehr oder weniger drei Möglichkeiten gibt:
1. Bank besorgt sich weiteres, privates EK, um die Aktivseite finanzieren zu können. Das gibt es nur leider nicht oder kaum unter extrem ungünstigen Bedingungen. WEB hat ja noch was, unterbreitet aber nur Knebelungsverträge mit extrem ungünstigen Konditionen, blöd ist der ja nicht und auch nicht von der Caritas.
2. Bank besorgt sich frisches EK von Staaten, sehen wir ja weltweit. Die wiederum refinanzieren sich am Kapitalmarkt.
3. Bank deleveraged ihre Bilanz und baut Risikoaktiva ab. Daher auch die schwere Lungenentzündung der Weltwirtschaft. Zumal Staaten rund um den Globus ja Kapital brauchen, auch noch deutlich besser in der Risikogewichtung sind, saugen sie den Kapitalmarkt leer. Die klein Fritzchen GmbH steht in Konkurrenz und sieht in die Röhre.
Jetzt wollen Sie als Medizin auch noch die EK-Unterlegung verschärfen. Haben Sie mal überlegt, was das derzeit bedeutet? Dann gehen etliche der groß Fritzchen AGs gleich mit über den Jordan, weil sie ausgetrocknet werden.
Prinzipiell würde ich bei Regulierung bedenken, dass das, was eventuell früher mal die Blase weniger aufgepumpt hätte, heute in die Katastrophe führt. Die Risiken sind schon da, sie müssen prolongiert oder revolviert werden, sonst Game over. Jede neue Verschärfung der Regulierung erhöht das System-Risiko noch weiter. Vorsicht mit der Medizin, viele zusätzliche Medikamente verträgt der todkranke Patient Weltwirtschaft nicht und greift bei Ableben gleich wieder das Bankensystem an. Das hat etwas pandemisches an sich, würde Eysel vielleicht anmerken.
Was früher vielleicht mal richtig gewesen sein könnte, kann heute grundlegend falsch sein. Wir bewegen uns in der Zeit in Relation zueinander. Es geht nicht nur um Autos oder Banken, es geht um alles, was mit Kapital zu tun hat. Wenn man schon meint regulieren zu können, dann aber bitte antizyklisch, es sei denn man liebt hohe Wellen …
herr tichy: wenn mad einen tee braucht, geben sie bitte jemanden einen dienstauftrag!!!
wo ist eigentlich mad?