Der Selbstbetrug

Das Kreuz mit der Atomenergie in Deutschland ist, dass nicht mehr diskutiert oder verhandelt, sondern sofort abgeblockt wird – von beiden Seiten. Wer Atom sagt, ist Feind. Wer Kern sagt, ist Freund der Nukleartechnik. Bis in sprachliche Feinheiten hat sich das Lagerdenken in die Gehirne eingegraben. Aber was kümmert die Welt jene Feindbilder, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren vor Brockdorf, Wackersdorf oder Gorleben in das Bewusstsein einer Generation geprügelt wurden?

Die Welt kugelt weiter und sieht so aus: In der Energiepolitik lebt Deutschland in einem einzigartigen Selbstbetrug, leugnet Tatsachen, die Wohlstand und Sicherheit gleichermaßen gefährden. Denn: Die Atomwolke aus Tschernobyl hat ja nicht an der Grenze haltgemacht, sich nicht von rot-grünen Petitionen zum Abregnen bringen lassen. Rund um Deutschland, und zwar immer näher um uns herum, werden immer mehr Atomkraftwerke gebaut, finanziert – auch vom deutschen Stromverbraucher – und ausgelegt, um Deutschland zu versorgen. Damit liegt die Bundesrepublik im Gefährdungsbereich der Risikotechnologie – aber hat keinerlei Einfluss mehr auf die Sicherheit der neuen Anlagen in Frankreich, der Schweiz und denen, die in Ländern mit zweifelhafter Sicherheitskultur geplant oder im Bau sind – etwa Slowenien, Bulgarien und Albanien. Es ist ein dialektischer Treppenwitz, dass der Stilllegungsbeschluss für bestehende Atomkraftwerke in Deutschland nicht zu weniger Atomstromrisiko führt – sondern zu mehr, weil die Meiler außerhalb unserer Gesetze und Sicherheitsbedingungen entstehen.

Es ist Selbsttäuschung zu glauben, man könnte kurzfristig auf Atom- und Kohlekraftwerke verzichten. Ja, erneuerbare Energien werden mehr Energie liefern – aber erst, wenn es Energiespeicher für temporären Windstrom gibt, Benzinautos auf Batteriebetrieb umgestellt und zahlreiche andere Investitionen in Forschung, Infrastruktur und Marktdurchdringung geleistet sind – ein Vorgang, der eher 30 als 20 Jahre dauern wird. Ohnehin wird ausgeblendet, dass auch die Erneuerbaren riesige gesellschaftliche und ökologische Kosten verursachen: Nicht nur, dass jeder Arbeitsplatz in der Solarindustrie mit jährlich 153 000 Euro subventioniert wird. Ausgeblendet wird, dass Windräder die brutalste Landschaftszerstörung seit Erfindung des Betons sind und unterm Strich kein Gramm CO2 sparen. Ausgeblendet wird, dass für Wasserkraftwerke Flussauen überschwemmt und die schönsten Täler der Alpen im Wasser, hinter gigantischen Staumauern verschwunden sind.

Ja, lasst uns trotzdem alle erneuerbaren Energien nutzen – aber nicht den grünen Milchmädchen glauben, die so tun, als ob es genug Holzpellets für alle, Biogas für Großverbraucher und Agrarsprit für unendlich viele Autos gäbe: So verfeuern wir Nahrungsmittel, während ein Drittel der Weltbevölkerung verhungert. Und jeder Bauernbub kann zeigen, dass die Ackerkrume gelegentlich doch ein paar Pflanzenreste braucht, um den Humus zu erneuern, auf dem unser Brot wächst. Natürliche Ressourcen sind begrenzter, als man uns glauben machen will (zu vielen Details finden Sie ein Dossier auf www.wiwo.de/energie).

Es ist aber auch Selbstbetrug, an die Liefersicherheit für Erdgas aus Russland zu glauben. Daher ist die Atomenergie eine Option, die offen, und nicht verklemmt geprüft werden sollte. Es grenzt an Wählerbetrug, wenn Umweltminister Sigmar Gabriel behauptet, er müsse zunächst ein Endlager suchen. Er sucht nur und sucht und sucht – um nicht zu finden, was in seinem Wahlkreis liegt: ein endlagerfähiger Salzstock.

Die Suche nach einem Weg aus diesem Wahnsystem der Selbsttäuschung ist eine der Aufgaben, die der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor von Guttenberg anpacken sollte. Wir wünschen ihm auch dazu viel Erfolg.

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Alle Kommentare [151]

  1. @NASOWAS

    Nimm die Umschlagseite der WiWo, die ist fester und hilft auch gegen ganz große Bomben besser

  2. komische zivilverteidigungsstrategien. also helfen tut eigentlich nur zeitungspapier vor dem fenster, befestigt mit klebestreifen (aber nur als kreuz geklebt). aber vielleicht bei benutzung der wiwo (die hatten wir im osten nicht) geht es auch ohne kreuz. spart klebestreifen und ist somit ressourcensparend

  3. Aber Herr Tichy,

    „duck and cover“ ist auch ein gutes Rezept gegen Schuhwürfe oder ähnliche Wurfgeschosse.Das sollte im Notfall beherzigt bleiben..:)

    Gruß mad 🙂

  4. ts,ts,ts
    Diskussion etwas entglitten? Mineralwasserflache als Atombombe und dagegen Heilerde auf`s Knie?
    Sollte man sich nicht die Aktentasche über den Kopf ziehen, wenn die Bombe fällt? (Tip aus den 60ern)
    So kommt mir das mit der Heilerde auch vor

  5. fritz11, Heilerde tuts auch.
    NOCH bin ich nicht schrottreif…..meine Generation hat ein wenig mehr Strontium90 in den Knochen nachzuweisen,das macht mich ja so gelenkig.
    Aber danke der Nachfrage.Ich bevorzuge Thermalbäder.Da kann man sich genüßlicher verklappen als in der Asse.nu is aber jut:)
    strahlende Grüße mad

  6. danke lieber fritz11,war mir klar,ich spüle ja grade die Tassen.spinne gerne mal ein bißchen rum.alles strahlt,so auch ich.
    es kam mir auch nicht so sehr daran gelegen,1:1 zu vergleichen.
    und schön war die Südheide, sehr idyllisch.
    jaja,die alten Zeiten, als die Gelenke noch nicht knirschten und die Heide blühte…:)
    🙂 mad

  7. also, ein endlager für abgebrandte brennstäbe mit Hisohima zu vergleichen ist absurd.
    Dear Mad, lass die Tassen imSchrank und den Dreck im Salzstock. Scheint eher ein generatives Problem zu sein. was war das schön damals in Gorleben. die jüngere Generation sieht das gelassener. Um eine Kohlekraftwerk herum strahlt mehr Uran als im Kernkraftwerkspark. Ganz einfach, weil Uran überall vorkommt. Übrigens auch im Düsseldorfer Trinkwasser. Nur so nebenbei. Aber keine Angst: Auch wenn im Mineralwasser Uran enthalten ist – die Flasche explodiert nicht, Düsseldorf ist nicht Hirshima…..

  8. @Fritz eleven-
    deifi hin,deifi her-er steckt wie immer in den Details.
    So wird es noch lange weitergehen, denn eine solche Untersuchung alleine kann die Sorgen und Bedenken der Menschen nicht vermindern.
    Schon im Ortsnamen Remlingen-(REM=lingen,althochdeutsch für mindern) liegt des Pudels Kernkraft.
    Der Widerstand hat dort bereits Tradition.
    Es bedarf also eines Wunders an Überzeugungskraft,und mit einem gammeligen Salzstock wie Asse ist nun mal leider kein solches weit und breit zu finden.
    Ich kann das gut verstehen.Diese Kritik sollte man schon ernst nehmen.
    Die Forderung nach Sicherheit ist letztlich eine existentielle Frage-und wie man mit diesen Fragen umgeht, dafür gibt es genug Negativbeispiele.
    Also,Pro-Kernkraftler,Geologen und Statiker,legt Euch mal ins Zeug mit dem Forschen.
    Ich denke aber,daß man unliebsame Effekte einer eventuell zu hastig auf Profitmaximierung und Effizienz geeichten Technologie nicht allein durch den Einwand der laufenden Forschung und des Expertenstatus abweisen/negieren /vertuschen/schönreden etc. sollte.
    Mich hat ein Pfiffikus einmal gefragt,warum die nicht erst mal eine sichere Entsorgung erfunden haben und dann die Meiler gebaut haben-ich konnte keine Antwort darauf geben und eigentlich war es ja die typisch klarsichtige Frage eines Kindes.
    Insofern müßte man einfach zugeben,daß man (und das auf beiden Seiten!) vor noch ungelösten Problemen und Fragen steht (die Forderung nach weitestmöglicher existentieller Sicherheit/sauberer Energie und auf der anderen Seite die der riskoarmen Atomenergie-Technologie inclusive Endlagerung) und auf beiden Seiten die eigenrechtfertigende Haltung der eigenen Motive und Argumente auf den Prüfstand stellen.Es gibt auf beiden Seiten keine Garantie!!
    Neben der Tatsache,daß dies zugegebenermaßen eine sehr unzumutbare Idee ,wenn nicht Härte wäre,die beiden,Befürwortern und Gegnern ein stückweit an den eigenen Substanzgehalt und somit wiederum an das subjektiv-persönliche Fell ginge,gibts ja noch ein Problemchen mit der Atomkraft:
    die Contras wollen kein Mindestrisiko,sondern nada Endlager inclusive nada Atomkraft.
    Denn das Hiroshima überall sein könnte ,das mußte man übrigens nicht erst einprügeln, Herr Tichy.
    Neben dem Sterben und dem Siechtum Betroffener erzeugte dies auch eine massive Veränderung im Bewußtsein der Menschen und den nachgeborenen Generationen.Und Tschernobyl war eine ähnliche Grenzerfahrung.Der kalte Krieg war zwar diffuser und in manifestierte sich weniger konkret,aber die Szenarien sind bekannt.
    Angenommen, nach Hiroshima und Nagasaki wären Atombomben weltweit wirksam der strengen Ächtung anheim gefallen,gäbe es eventuell eine weniger starke Assoziation der Anti-AKW zu Friedensbewegungen.Beide gehen Hand in Hand-auch das hat Tradition.
    ……es ist also auch eine Übereinkunft in der gemeinsamen Haltung, oder kennt jemand einen Anti-AKW`ler,der Atomwaffenlobbyist oder Befürworter ist?
    Umgekehrt würde mich die Zahl der Atomwaffengegner unter den Pros interessieren.Vielleicht wäre da ein Annäherungspunkt in der Diskussion hierzulande,
    es sind vermutlich in der Mehrzahl die ausschließlich für eine friedliche und menschen- sowie umweltgerechte gerechte Anwendung forschen.Nur sieht die Beweislage etwas wacklig aus im Beispiel Asse.
    Und so dreht es sich bis zum Sankt Nimmerleinstag munter weiter, bis der große ÜberPudel das letzte Atom gefressen hat.Aber das erleben wir nicht mehr…..
    Das ist jetzt unbeabsichtigt ein quasi-satirischer Satz,die rationale Energie_Effizienz wird es mir verzeihen,hoffe ich.
    Ich sehe da irgendwie schwarz für die Möglichkeit einen gemeinsamen Konsens zu finden.
    Energy from nothing und Sicherheit und peace love und happiness for free gibts nun mal nicht: Effizienzdenken versus Existenzbefürchtungen bei ungeklärten technologischen Problemstellungen ist eine schwierige Gleichung.Noch eine Prise Profitdenken und Fanatismus der Pro`s und Contras dazu,voilà,der gordische Knoten.OH,ich vergaß ja noch die Klimaproblematik und geopolitische und wirtschaftskrislerische Auswirkungen.
    Ach ja,und die wahlkalkulatorischen Neusprechler und Opportunisten.?was vergessen?
    Eine der seltsamen Ausgeburten solch unvereinbarer Ansprüche auf die eigenen „Wahrheiten“ finde ich auch der rhetorischen Wortfechterei:
    ein Ausdruck wie „Ökoreligion“ suggeriert,
    daß die Ängste der Menschen „irrational“ sind und sie nur im Glauben bekehrt werden müßten.
    Und auf der anderen Seite gibt es auch solche Stereotypien wie „Kalt,technologiebesessen,subventionsverschlingend…“ (mehr fällt mir grad nicht ein..)
    Das Problem ist vielschichtiger als nur eine rein technisch sehr aufwändig lösbare Fragestellung-Wissen ist gut,Engagement ist gut,machbar nur ehrliche Kompromisse.
    Und-Energie ist wie Wasser und Luft eigentlich nichts,das gehandelt werden sollte.Emissionen schon.Aber das ist mein eigenes Utopia.
    sag ich mal-
    LG mad

  9. @mad Pilot

    Natürlich ist Asse eine SChweinerei.
    Aber die Gefahr dort ist trotzdem gering – dort wird Klinikmüll gelagert und die Schutzkleidung von Arbeitern in den AKWs.
    Wollen wir mit radiologischen Untersuchungen deshalb aufhören?
    Versuch ist Versuch.
    Es geht nicht um nüchterne Analyse, sondern um Verteufelung.
    Das sieht man auch an diesem Beitrag, der nicht argumentiert, sondern wieder nur verteufelt. Hat ein Abgeordneter der Grünen schon Ahnung von GEologie?

  10. @fritzi12

    Ja klar, das ist ein Landkreis, der vom Tourismus lebt. Also keine Industrie, keine Arbeitsplätze, die Energie in großem Umfang brauchen. Das ist ja der ‚Beschiss: So tun, als würden wir alle in einer ländlichen Region leben, ohne Fabrik, aber mit E-Werk am Wasser.
    Es ist eher erstaunlich, wie die es schaffen, so viel Müll zu produzieren wie sie produzieren.
    Der ganze Irrsinn bringt Null Erkenntnis, geht aber zu Lasten der STeuerzahler.

  11. herr fritz11, noch interessanter wäre ihr beitrag gewesen, wenn sie die tatsächliche industrielle struktur dieses landkreises offengelegt hätten. dort gibt es meiner meinung nach keine energieintensiven industriezweige? oder irre ich mich. um die überschüssige energie zu transportieren bedarf es aber eines energienetzes. oder wird die mit pferden in das ruhrgebiet geleitet?

  12. und das was herr sinn als „kommunismus“ bezeichnet ist ideologie. ich habe einen anderen „kommunismus-begriff“. es ist eine definition, die nicht als system gedacht ist. es ist eine form der gesellschaftlichen bewegung in der jeder mensch „nach seine fähigkeiten und seinen bedürfnissen“ leben kann. davon sind wir aber auf grund des tatsächlichen wissens der menschheit noch weit entfernt. im moment verwaltet die menschheit noch den mangel und das behaupte ich, trotz des wissens, dass es scheinbaren individuellen und unsittlichen reichtum gibt.

  13. mad: ich habe das buch auch gelesen. es ist schon erstaunlich wie so ein liberaler seine ratlosigkeit auf über 478 seiten verstecken kann. und es ignoriert auch wesentliche triebkräfte der menschlichen geschichte. er hinterfragt sie auch nicht: z.B. Der Satz: „Aus gesellschaftlicher Sicht besteht der Ertrag eines Konsumverzichts zum Zweck der Kapitalbildung darin, das zukünftige Sozialprodukt zu erhöhen.“ (S. 372) 🙂 und LOL. also 1929 war der Zweck des Konsumverzichts breiter Massen das zukünftige Sozialprodukt zu erhöhen? An dem Erbe dieses Konsumverzichtes hat die Menschheit heute noch zu knappern. 20 Jahre (1929-1949) verzichteten die Menschheit auf Konsum um der nachfolgenden Generation „mehr Kapital vererben, dann können sie aus ihrer Arbeitsleistung mehr Sozialprodukte machen.“ Das tatsächliche Erbe war verbrannte Erde, der Verlust der geistigen Intelligenzia. Jegliche Appelle der Herrschenden auf Konsumverzicht an ein breite Masse der Bevölkerung ist in allen Gesellschaftsformationen gescheitert. Die umfassende Bedürfnisbefriedigung war die Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung und nicht der Zins. Dieser stellt nur eine entfremdete Kategorie, die das Mass der „Möglichkeit der Bedürfnisbefriedung“ misst bzw. zuteilt. und ich habe hier bereits mehrmals nach den individuellen bedürfnissen der blogteilnehmer gefragt, denn ich weiß auch, dass die bedürfnisse eine historische kategorie sind und die heutigen bedürfnisse, sich grundlegend von denen die 1929, 1949, 1989 unterscheiden. wie die gesellschaft auf die wandlung in den bedürfnissen der menschen reagiert, dass müssen wir bewerten und darin würde ich z.b. ein kriterium für politisches und wirtschaftliches handeln sehen. und dabei helfen die appelle für den gesamtgesellschaftlichen konsumverzicht nicht.

  14. Hier sieht man übrigens so eine geschönte Darstellung, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers verbreitet:

    „Auf dem Weg zum Null-Emissions-Landkreis
    Cochem-Zell ist „Energie-Kommune“ des Monats März

    Berlin, 5.März 2009 – Der rheinland-pfälzische Landkreis Cochem-Zell ist „Energie-Kommune“ des Monats März 2009. Mit diesem Titel zeichnet die Agentur für Erneuer-bare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte aus und stellt sie auf dem Infoportal http://www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

    Cochem-Zell produziert schon heute mehr Strom aus Erneuerbaren Energien, als die rund 65.000 Einwohner verbrauchen. „Die Erneuerbaren Energien sind ein unverzichtbarer Faktor auf dem Weg zum Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell“, betont Manfred Schnur, Landrat in Cochem-Zell. Einstimmig hat der Kreistag das Ziel erklärt: Cochem-Zell wird „Null-Emissions-Landkreis“.

    Ein tolles Beispiel. Die Stadt liegt halt an der Mosel und hat ein Wasserkraftwerk, das seit 100 Jahren Strom liefert.
    So kann man sich auch zum Umwelthelden hoch hangeln und suggerieren, einfach alles wäre machbar.

  15. @Blogbar
    ist aber schon älter. Und hat wenig Kommentare, viel weniger als hier so ein Beitrag hat

  16. @rty
    in der Tat erschreckend.
    Begriffe wie \“Ökoreligion\“ oder \“Kernkraft-Stalinismus\“ o.ä. weisen ja schon darauf hin, daß mittlerweile auch der Geist verstrahlt ist.
    Traurig allerdings, welche Schlußfolgerungen sich in den breaking news im folgenden Link ergeben:Die Entscheider sind himmelweit entfernt von den Menschen, die es am nahesten betrifft.
    Das macht nicht gerade sanftmütiger…..

    LG mad

    http://www.ag-schacht-konrad.de/

  17. madnews: deine warnungen sind völlig berechtigt. eine demokratie muss auch sowas aushalten können. aber in dieser umfrage wird die heute lebende generation befragt. ist das nicht etwas vermessen. bei einer entscheidung, die in uns in ihren konsequenzen gar nicht mehr berührt?

  18. \“Internet-GAU im BMU

    Umweltministerium nimmt Umfrage aus dem Internet-Angebot

    Zur Absetzung der Internetumfrage zur Laufzeitverlängerung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) erklärt die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Katherina Reiche MdB:

    Wenn sich bei einer zugegebenermaßen nicht repräsentativen Internetumfrage des BMU 57 Prozent der Befragten für eine Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke aussprechen, so ist das noch lange kein Grund, die Befragung abzubrechen.

    Dennoch hat das BMU, nachdem es sich mit dieser Tatsache konfrontiert sah und es offensichtlich nicht ertragen konnte, dass seine Antikernkraftkampagnen der letzten Monate keine Früchte tragen, das Projekt zu Grabe getragen.

    Wer so handelt, der diskreditiert sich selbst. Es bleibt zu hoffen, dass das BMU aus seinem Fehler lernt und in Zukunft wieder mehr informiert, statt einseitig Stimmung zu machen. Sonst heißt die Botschaft, Plebiszit ja bitte, aber nur in unserem Sinne.\“ pressemeldung

  19. @Tichy + mad:
    „Es ist ein Glaubenskrieg“

    Yep, oder zumindest ein Kampf mit quasi-religiösen Überzeugen, die andere Meinung als automatisch falsch brandmarken. Das macht es so schwer, einen Kompromiss zwischen den Lagern herzustellen, wenn die Gegenseite per Definition erstmal ihrem Irrglauben abschwören müsste.

    Im Großmann-Interview (das ich übrigens sehr gut finde) ist das hier meine Lieblingsstelle.

    „Nirgendwo werden Meinungsänderungen so als Schwäche interpretiert wie in der deutschen Energiepolitik. Ja, ich sage, wir ändern uns. Ich gebe zu, RWE hat Anfang der Neunzigerjahre behauptet, der mögliche Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland sei auf wenige Prozent begrenzt. Ich gebe auch zu, die deutsche Energiewirtschaft war in den Achtzigerjahren der Meinung, durch die Rauchgasentschwefelung werde ganz Deutschland mit Gips zugeschüttet. Wir haben uns geirrt und daraus gelernt. Jetzt verlange ich aber, dass auch andere ihre früheren Einsichten hinterfragen und revidieren.

    Woran denken Sie in erster Linie?

    Erstens sollten die Verbraucher zugeben, dass vielen von ihnen der Preis letztlich wichtiger ist als die reine Umweltfreundlichkeit.
    (…)
    Ich habe nie verstanden, weshalb Kernkraftwerke aus rein politischen Gründen zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschaltet werden sollten. Wenn sie unsicher wären, müssten sie doch sofort abgeschaltet werden. Andernfalls gibt es keinen Grund für ein bestimmtes Abschaltdatum. Die Entsorgung muss so oder so geklärt werden.“

  20. Ich glaube, der entscheidende Punkt ist von Pampa und Gregor eher so zufällig angeschnitten:

    Es ist ein Glaubenskrieg. Wer auch nur darüber NACHDENKT, ob Atomenergie ein vorübergehender Teil der Energieerzeugung sein könnte wird sofort als bezahlter Lobbiist, unverantwortlicher Mensch ohne Kinder (siehe weiter oben) oder schlicht als saudumm bezeichnet.
    Dasselbe Unglück passiert dem, der nüchtern die Realtität der sogenannten regenerativen Energien untersucht. Auch das darf man nicht, wie bei jeder Sekte ist auch nur die fragend gerunzelte Stirn hinreichender Anlass für den Scheiterhaufen. Also muss ich mich zum Beispiel immer dagegen verteidigen, kein Solar-,Wind- oder Biogasfeind zu sein.

    Bin ich gar nicht. Ich rechne nur die Dinge aus. Und schon: Schwupps, rauf auf den Scheiterhaufen, ganz ohne Rücksicht auf die Erderwärmung.

    Allerdings muss man sagen, dass die großen Energiekonzerne auch ihren Teil dazu beigetragen haben, weil sie jede Alternative von vorneherein als technischen und wirtschaftlichen Schwachsinn abgetan haben. Gegen diesen Druck mußte man schon auch sehr stark sein, eben glaubensstark. Jetzt haben wir die Konsequenz: Festhalten an der eigenen Meinung zählt mehr als Nachdenken.

  21. Gregor,

    ich befürchte, das wüirde eine unserer extrem langweiligen Diskussionen …

    http://blog.wiwo.de/chefsache/2009/02/14/der-selbstbetrug/?comments=all#comment-6521

    Der link war nicht als Atom gegen Solar gemeint, einfach nur als Beitrag zur aktuellen Diskussion. Das eine hat mit dem anderen ohnehin sehr wenig zu tun, aber wir Deutschen diskutieren ja ohnehin gerne nach dem Motto braune Schuhe sind wärmer als hohe …

    Auch ich habe nichts gegen erneuerbare Energien, warum auch. Man sollte es halt realistisch und nicht ideologisch abhandeln. Bezeichnend fand ich bei dem Beitrag in der FTD, dass es offenbar wenig Unterschied in der Produktivität der Module gibt, der Wettbewerb hingegen über economies of scale, also Produktionsvolumen, ausgetragen wird. Das ist eigentlich ein Zeichen für gesättigte Märkte am oberen Ende der S-Kurve, deutet nicht unbedingt auf gigantisches Wachstumspotenzial hin. Kann das aber nicht wirklich beurteilen, denke ich mir halt nur so.

    Gruß
    PS

  22. @PS + Fritz:
    „Ja Gregor, das Thema Solar kann man unterschiedlich betrachten und wohl auch politisch rechnen“

    Ich sehe das leidenschaftslos. Unterschiedliche Technologien haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ich persönlich gehöre zu den Verfechtern der Kernenergie, weil für mich die Vorteile die Risiken aufwiegen. Das ist wie ein doppelwandiger VLCC Supertanker. Das sind höllisch effiziente Transportmonster für Rohöl, die die Ölversorgung sichern. Wenn jedoch ein VLCC eine Havarie hat, dann ist das ein gigantisches Umweltproblem.

    Dito ein Atomkraftwerk. Das Risiko ist da, dessen muss man sich bewusst sein. Deshalb kann ich verstehen, wenn andere das Risiko anders bewerten als ich und sich dagegen aussprechen.

    Man sollte halt verstehen, dass die normale Solarzelle eine ganz andere Technologiegattung ist. Warum soll ich einen Prius mit einem VLCC vergleichen, wenn klar ist, dass es Nächte gibt und nicht jeden Tag die Sonne scheint. Und dass die Solarzelle kein Endlager benötigt?

    Muss ich gegen Solartechnik sein, weil ich Vorteile der Kernkraft sehe? Absolut nicht. Wenn ich GWatt an Energie durch verteilte Anlagen gewinnen kann, die im Gegensatz zum Kraftwerk von vielen Mini-Investoren finanziert werden (Kernkraftwerke gibt es ohne Extras und Ledersitze zum Listenpreis von 3,5 Mrd Euro), dann finde ich das positiv. Wie wir sehen, steigt mit dem Verkauf auch die Forschung und wir bekommen immer bessere Solarzellen.

    Atom oder Photon? Die Diskussion finde ich überflüssig. Das wahre Thema sind für mich die überhöhten Einspeisevergütungen. Gut gemeint, aber leider eine Marktverzerrung. Das ist der Bereich, wo sich meiner Meinung nach der Staat raushalten soll. Wenn ich eine Technologie fördern will, dann zeitlich begrenzt aus Steuern. Wir finanzieren die Raumfahrt auf demselben Weg.

    Hohe Einspeisevergütungen sind eine Einladung zu verzerrtem Wettbewerb und hohen Preisen. Ich glaube, der freie Markt wäre die bessere Alternative. Denn die pauschale Vergütung greift auch, wenn viele Anlagen installiert werden und damit die Technologie weniger Förderung benötigen würde. Ich zahle gerne etwas mehr für meine Brötchen, wenn dafür der Bäcker in Laufweite erhalten bleibt. Aber ich verpflichte mich doch nicht, ihm alle Brötchen zum Fixpreis abzukaufen, selbst wenn er 20 Filialen aufmacht.

  23. @ Gregor Neumann

    Ach, mit dem Solar ist das so eine Sache, wenn man sich das aufs Dach baut. Speise meinen Solarstrom vom Dach für 44 Cent/Einheit kwh in das öffentlich Netz und beziehe Strom für 22 Cent/Einheit kwh für meinen Boiler und beklage mich dabei über zu hohe Strompreise.
    Gesamtkosten für den Solarkram: irgendwo zwischen 5 und 8 Mrd Euro an Subventionen. Dabei kommen wir ziemlich schlecht weg. Die Umwelt übrigens noch schlechter. Für diesen Betrag könnte man neue Kraftwerke bauen, die ein paar Mio. t CO2 sparen.
    Das ganze ist doch Irrsinn pur. Es ist abzocke.
    War da nicht mal so eine Grafik hier über alternative Kosten der CO2-Vermeidung?

  24. Ja Gregor, das Thema Solar kann man unterschiedlich betrachten und wohl auch politisch rechnen, erinnert mich etwas an das Einstellungskriterium für Controller: Zwei plus zwei ergibt, hm, was soll denn rauskommen Chef? … ist die korrekte Lösung. 😉

    Was ich mir so denke ist, dass am Ende des Tages man ja zu diversen Lösungen kommen kann, man dafür aber am Morgen nicht schon alle möglichen Denkverbotsschilder aufstellen sollte.

    Es stimmt doch, rund um uns herum wird die Atomkraft neu diskutiert. Aber wir tun so, als wenn wir morgens im Radio hören, es sei ein Geisterfahrer auf der A3 unterwegs. Was heißt hier einer, hier sind nur Geisterfahrer unterwegs …

    Hat die Sicherheit des Salzstocks in Gorleben eigentlich was mit dem Wahlbezirk unseres Umweltministers zu tun? Bin chemisch, physikalisch und politisch nicht so fit.

    Witzig fand ich die heutige Headline, dass Siemens mit Rosa-Tom kooperieren will. Nach lesen der Meldung stellte ich aber fest, dass die Ros-atom heißen, was mir dann wieder eher einstrahlt.

    Wenn wir manches nicht so verbohrt diskutieren würden, wäre Siemens heute neben EdF vielleicht ein gleichberechtigter Partner bei Areva. Dabei wäre mir im Prinzip wohler als eine Kooperation mit den lupenreinen Demokraten, aber nein … die never ending Story von gut gemeint.

    Was passiert eigentlich mit unseren Gaslieferungen, wenn der Staat Ukraine über die Wolga geht? Die können doch schon wieder ihre Rechnungen nicht bezahlen und zapfen die Gasleitungen an. Irgendwie verstehe ich den Tundrabären ja auch, ob der Rohstoffpreise wird es Russland derzeit auch alles andere als gut gehen.

    PS

  25. @Gunter:
    Wir lagern derzeit Atommüll seit ca. 40 Jahren oberirdisch in langfristig nicht haltbaren Lagern.
    Bislang hat die Anti-AKW-Bewegung den Bau von sicheren Atommüllagern blockiert und damit ein gigantisches Sicherheitsrisiko aufgebaut-
    Wir brauchen schon für den längst aufgelaufenen Müll große Läger, um ihn sicher wegzubringen.
    Warum geschieht das nicht?
    Nur durch Hoffen wird er aber nicht zum strahlen aufhören.

    In diese ohnehin schon notwenidigen Lagerstätten kann man dann auch noch den zukünftigen einlagern.
    Also: Ein Lager muss her, so oder so.

    Viele Grüße
    Roland Tichy

  26. Es geht auch andersrum: Solarzellen könnten preiswerter werden, was die Stromkosten senkt. Wenn man die NY Times liest, kommt Deutschland Engagement gar nicht so schlecht weg:

    „In a statement — seen by Green Inc. on Tuesday — First Solar, which has produced modules for solar installations in several countries in Europe, said it had brought costs down to $1 from $3 over the past four years through economies of scale by increasing its production capacity by 50 times, and by passing-on those savings to customers and consumers.

    First Solar’s chief executive, Mike Ahearn, tipped his hat to countries like Germany that have offered generous tariffs to producers of solar electricity.

    “Without forward-looking government programs supporting solar electricity, we would not have been able to invest in the capacity expansion which gives us the scale to bring costs down,” Mr. Ahearn
    said in the statement.

    Much of that investment has come by way of so-called feed-in tariffs, which allow solar operators, large and small, to earn a higher price for each unit of energy they produce for a grid than utilities reliant on electricity from dirtier sources like coal. The higher tariffs help operators to cover the comparatively higher cost of production.

    My colleague Kate Galbraith has written about how states and cities in the United States, including Gainesville, Fla., are exploring the use of such tariffs.

    “The Company’s long-term financial model suggests manufacturing cost targets of 65 cents to 70 cents by 2012 and it believes reductions below these levels are possible over time,” Mr. Ahearn said.

    The implication of what Mr. Ahearn is saying seems to be this: Continue government support for the industry now, and solar power will be able to match peak-hour pricing by from coal and natural gas by 2012 – meaning that the industry would not need subsidies anymore.“
    http://greeninc.blogs.nytimes.com/2009/02/24/first-solar-claims-1-a-watt-industry-milestone/?hp

  27. Hallo Herr Tichy, äußern Sie sich doch einmal dazu, daß weltweit noch nicht ein einziges Endlager für Atommüll existiert, und das wir auf diesen Müll ca. 40.000 Jahre aufpassen müssen – bei diesen gierigen Managern, die keine Skrupel kennen.

  28. Sehr geehrter Herr Tichy!

    In einem Punkt haben Sie Recht: Die Debatte ist stark geprägt von Abblocken auf beiden Seiten. Unparteiisch ist Ihr Artikel allerdings auch nicht – Sie gehören eher zu den Befürwortern, als zu den Gegnern der Atomkraft.

    Nun zur Sache: Es muss uns endlich klar werden, dass wir so wie bisher nicht weiterwirtschaften können. Damit ist nicht etwa die Finanz- und Wirtschaftskrise gemeint, sondern die Klimakrise, die zu wesentlich größeren Verwerfungen führen wird. Es ist richtig, dass der Agrarsprit nicht für die gleiche Anzahl von Fahrzeugen reichen wird, wie jetzt die Ausbeutung der endlichen Ressource Öl. Und das ist auch gut so, denn die jetzige Wirtschaftsordnung macht uns krank.

    Der Nutzer zahlt nicht die (externen) Kosten seiner Nutzungen, so dass es zu Verwerfungen in der Produktpalette kommt und umweltschädliche Produkte oftmals günstig angeboten werden können – die Kosten zahlt dann jemand anders. Das gilt im gleichen Maße für die Atomkraft. So konnten die Kraftwerksbetreiber Ihre Abfälle kostenlos im Schacht Asse einlagern und nun darf der Staat die (verstrahlte) Suppe auslöffeln.

    Auch in Wismut zahlen wir Milliardenbeträge für die Sanierung von Atomsünden vergangener Zeiten.

    Solange in der Kohle- und Atomindustrie durch Subventionen Arbeitsplätze in Branchen subventioniert werden, die nicht zukunftsfähig sind, da die ihnen zugrundeliegenden Rohstoffe endlich sind, sollten wir uns nicht über Subventionen in Zukunftstechnologien, wie Wind- und Solarkraft beschweren. Im Übrigen: Wenn der Atomstrompreis die tatsächlichen externen Kosten enthalten würde, wäre er mit dem Solarstrom nicht mehr konkurrenzfähig und das System würde sich von alleine auf nachhaltige und damit umwelt- und menschenfreundliche Produkte umstellen.

  29. @Bühler:

    Vielen Dank, deshalb habe ich ja formuliert, dass die Windrädchen kein Gramm CO2 sparen – einfach, weil im Hintergrund die Gasstinker laufen müssen oder Kohle auf stand-by.

    Aber irgendwie wird das ausgeblendet.

    Das erstaunliche ist, dass auch nur der Aufruf zur Diskussion aller möglichen Alternativen sofort als „Pro-Atom-Forum“ mißvertanden wird; dass Fakten einfach ausgeblendet werden.
    Wunderbar das Beispiel Asse: Da werden niedrig-strahlende Sachen verräumt, also beispielsweise die Schutzanzüge aus den KKWs.
    Und jetzt gilt die Schlamperei von Asse als Hauptargument.
    Ich verstehe jetzt mehr denn je die Politik der großen Energieerzeuger, die Dinger einfach im Ausland zu bauen.
    Aber selbst dieses Argument, dass wir in Rufweite von AKWs umstellt werden – ausgeblendet!

    Geisteriger Selbstbetrug eben.

    Wobei ich selbstverständlic ernst nehme, wenn jemand, wie Frau Veit-Hennemann ausnehme – es ist ja konsequent zu sagen, weil man der Beherrschbarkeit des Risikos mißtraut schaltet man ab.
    die Konsequenzen muss man dann halt tragen.

  30. Optimales Timing für diesen LA. Es wird berichtet in der Bundeshauptstadt sei es auch tagsüber düster, es sei windstill, seit 10 Wochen fast ununterbrochen saukalt und es würde schneien. Die Sicherheit der Gasversorgung ist noch in aller Munde. Eigentlich eine gute Zeit, um über die Sinnhaftigkeit des Abschaltens von 20 GW Dauerstromversorgung oder gar über Fernwärmeversorgung nachzudenken…

    Mein verspäteter Beitrag ist eine Referenz zu einer Faktensammlung Windenergie:
    http://www.fkphy.uni-duesseldorf.de/Faktensammlung_zur_Windenergie_2007.pdf

    Besonders die auf Seite 21 (Abb.16a und b) gezeigten Bilder machen klar, worum es beim Ersatz durch Windenergie geht.
    Zitate:
    „Nicht Planbare Schwankung fast 100% der installierten Leistung“
    „…Je MW Windkraftleistung müssen etwa 0,85 MW Reservekapazität aus konventionellen Anlagen bereitstehen für die Zeit der Windflauten“.

    Daran wird weder eine Wind-Vorhersageverbesserung noch Batteriespeicherung (GWh-Batterienkapzität, wow, und dazu wahrscheinlich richtig umweltfreundlich) fundamental und zeitnah etwas ändern können, es sind wie die Faktensammlung zeigt, seit Jahren dieselben Themen. Von nichts kommt bekanntlich nichts. Und wie lange nichts oder 0 dauern kann, weiss sicher nicht mal die Normalverteilung. Interessante Parallelen zu CDOs und Konsorten.
    Windernergie – allenfalls Ergänzung im Mix in vernünftigen Dosen, kein Ersatz für Kernenergie. Der kommt per Pipeline oder Kabel aus dem Ausland.

  31. Wall Street: US-Senator schickt Kurse tiefer in den SüdenDatum 20.02.2009 – Uhrzeit 19:20 (© BörseGo AG 2000-2009, Autor: Maier Gerhard, Redakteur, © GodmodeTrader – http://www.godmode-trader.de/)

    New York (BoerseGo.de) – Die Wall Street setzt ihre Reise nach Süden fort. Dazu trägt jetzt ausgerechnet auch noch ein führender Politiker aus Washington bei. US-Senator Chris Dodd, ein hochrangiger Parteigenosse von Obama, gießt jetzt noch Benzin ins Feuer.

    Dodd erkärte gegenüber der Agentur Bloomberg, es könnte notwendig sein, einige Banken zumindest für kurze Zeit zu verstaatlichen. Das verschärft jetzt den Kurseinbruch bei der Citigroup und der Bank of America, den üblichen Verdächtigen für eine Verstaatlichung.

    Citigroup rutscht momentan 36 Prozent auf 1,63 Dollar, die Bank of America taumelt 33 Prozent auf 2,66 Dollar.

    Der nachbörsliche Late-Dax wird bereits unter 4000 getaxt.

    Helau, Alaaf und ein schönes Wochenende zusammen 🙂
    Klaus F.

  32. Wir glauben und wir beten
    an ein bis zwei Kometen
    mit Pauken und Posaunen
    steigt auf erneut Erstaunen
    es wandern Bullenhorden
    statt südwärts gegen Norden?
    Die Laien hoffen neu
    die Profi trennen Streu
    von Weizen und von Gaudi
    im Rheinland hoasst\’s helaudi
    und nur ein kluger Bauer
    war wieder einmal schlauer
    bleibt short auf allen Ecken
    trinkt Bierchen mit den Jecken
    hält so sein Pulver trocken
    lässt anderen das Zocken
    am Ende zählt nur das
    Wer hat\‘ den meisten Spass!
    Das ist der Meister Emir
    zu dem geschwind jetzt geh mir;-)
    ob Schilda, Kalau, Tichy-Town
    heut abend auf den Putz wir hau’n
    denn es regiert Prinz Karneval
    er muntert auf im tiefen Tal
    ob Schweinchen oder brav
    heut‘ gilt: Kölle Alaaf!