» 13.12.2008, 07:02

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Globaler Luftballon

Die globale Ökonomie kommt mir zurzeit vor wie ein gigantischer Luftballon, aus dem die Luft entweicht – pffffffffffffftt.

Schrumpelig wird die Welt, und sie schrumpft. Besonders schnell verfällt ein an sich kleines Land, nämlich Deutschland – schon allein deshalb, weil es sich zunächst selbst aufgebläht hat, indem es fast die Hälfte seiner Produkte exportiert. Jetzt also – pfffffffffffft – fährt unser Wohlstand dahin, weil die weltweite Nachfrage nach Maschinen und Autos verfällt.

Deutschlands Industrie wird von den Wirtschaftsforschungsinstituten ausgezählt wie ein geschlagener Boxer auf der Matte: 1,5 Prozent, 1,0 Prozent, minus 1,0 Prozent, minus 2,0 Prozent Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. Im Augenblick gilt die ökonometrische Faustregel: An jedem neuen Tag wird das erwartete Wirtschaftswachstum um jeweils einen Prozentpunkt niedriger geschätzt; derzeit sind wir bei Minus 4,0. Dabei gilt noch eine Faustregel: Jeder Prozentpunkt Wachstumsverlust kostet schätzungsweise bis zu 350.000 Arbeitsplätze. Auch aus dem Jobwunder der vergangenen beiden Jahre ist die Luft raus, und man scheut sich, die wahre Dynamik auszusprechen: Es droht eine ungeheure menschliche, soziale und politische Belastung.

Wenigstens hat die Bundeskanzlerin jetzt zum Konjunkturgipfel ins Kanzleramt geladen. Denn bislang hat sich die Bundesregierung selbstverliebt im vorweihnachtlichen Frohlocken geübt, etwa über die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Langem. In den Beamtenbunkern inmitten Hartz-IV-City (früher Berlin), von der wirtschaftlichen Realität sorgfältig abgeschottet, schien sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass man da draußen Stammbelegschaften zu halten versucht, solange es geht und was immer es zunächst kosten mag; dass allüberall die Arbeitszeitkonten geplündert werden, Kurzarbeit ausgerufen, Zeitarbeiter entlassen und die Weihnachtsferien künstlich verlängert werden. Aber spätestens ab Mai wird es vorbei sein mit der temporären Sonderkonjunktur für die große Kuschelkoalition, dann wächst nur noch eines: die Schlangen vor den Arbeitsämtern.

Abwarten und gemütlich beratschlagen, der lange Palaver am Kabinettstisch der großen Koalition – diese zähe Form der Politik ist für alle die teuerste Variante, auch für die öffentlichen Haushalte. Deutschland braucht ein schnelles, nachhaltiges und überzeugendes Konjunkturpaket, wie wir es mit unserer Forderung nach massiven Steuersenkungen schon seit Wochen an dieser Stelle fordern. Steuersenkungen sind nachhaltig und schaffen damit Vertrauen bei den Bürgern. Nur so kann auch die Binnennachfrage anspringen, denn machen wir uns nichts vor: Die Exporterfolge haben wir durch schwache Binnennachfrage teuer erkauft. Nicht um das Ob eines Konjunkturprogramms geht es, sondern um das Wie: In vielen Städten und Gemeinden liegen Pläne für die notwendige Renovierung von Schulen, Verkehrsanlagen und Infrastrukturmaßnahmen auf Eis. An vielen Orten könnte die deutsche Wirtschaft sofort anpacken.

Weltweit, in den USA ebenso wie in China, in Frankreich so gut wie in England oder Österreich, sind Regierungen und Ökonomen darin einig, dass sich dieser blaue Luftballon selbst wieder aufblasen muss. Überall werden dafür Milliarden über Milliarden bereitgestellt – nur der deutsche Bundesfinanzminister putzt in schneidigem Kasino-Ton seinen britischen Amtskollegen herunter und gefällt sich in der Rolle des besserwisserischen Sparkommissars. Aber in der heutigen Lage kann sich die Welt nicht gesundsparen, und eine global so verflochtene Wirtschaft wie die deutsche kann nicht darauf warten, bis irgendwann wieder einer anklopft und was bestellen will. Deutschland muss im globalen Konzert mitspielen, damit uns die Luft nicht endgültig ausgeht.

» 13.12.2008, 07:02

    Keine Kommentare zu “Globaler Luftballon”


  1. nasowas sagt:

    mad: habe furchtbar gelacht. du hast ja recht. aber ganz werden wir die wert-säcke nicht los werden, denn auch sie treten oft wert-paket-säcke auf.
    vielleicht hat die deutsche post doch recht? ich meine der kleine unterschied ist ja manchmal nicht unbedeutend.

  2. mad pilot sagt:

    °Ironiemodus°on:
    Die Diskussion erinnert mich ein wenig an die Verordnung der Deutschen Bundespost, bevor sie von der Evolution gezwungen war,sich phänotypisch anzupassen:))

    Der Wertsackbeutel

    Aus dem Merkblatt der Deutschen Bundespost zum Paragraphen 49 der Allgemeinen Dienstanordnung, 1972:

    Der Wertsack ist ein Beutel, der aufgrund seiner besonderen Verwendung im Postbeförderungsdienst nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden.
    Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß die zur Bezeichnung des Wertsackes verwendete Wertbeutelfahne auch bei einem Wertsack mit Wertbeutelfahne bezeichnet wird und nicht mit Wertsackfahne, Wertsackbeutelfahne oder Wertbeutelsackfahne.
    Sollte es sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsackes herausstellen, daß ein in einem Wertsack versackter Versackbeutel statt im Wertsack in einem der im Wertsack versackten Wertbeutel hätte versackt werden müssen, so ist die in Frage kommende Versackstelle unverzüglich zu benachrichtigen.
    Nach seiner Entleerung wird der Wertsack wieder zu einem Beutel, und er ist auch bei der Beutelzählung nicht als Sack, sondern als Beutel zu zählen.
    Bei einem im Ladezettel mit einem Vermerk “Wertsack” eingetragenen Beutel handelt es sich jedoch nicht um einen Wertsack, sondern um einen Wertpaketsack, weil ein Wertsack im Ladezettel nicht als solcher bezeichnet wird, sondern lediglich durch den Vermerk “versackt” darauf hingewiesen wird, daß es sich bei dem versackten Wertbeutel um einen Wertsack und nicht um einen ausdrücklich mit “Wertsack” bezeichneten Wertpaketsack handelt.
    —————————————————————————————————————————————–
    2009 geht die Diskussion weiter…
    http://www.newscientist.com/article/mg20026877.100-who-did-most-to-knock-man-off-his-pedestal.html?DCMP=OTC-rss&nsref=science-in-society

  3. Eysel sagt:

    Süsser, du kannst schlicht nicht lesen. Und weisst darüber hinaus nicht, was du selbst schreibst. Sheldrake spekuliert ( explizit) über nachvollziehbare Phenomene. Eine Spekulation zu widerlegen, nun daran dürften sich prinzipiell Einige noch die Zähne ausbeissen. ~
    Man sollte besser wissen, was Fremdworte – hier Determinismus – beinhalten, falls man sie benutzt, sonst wirds einfach … “unterirdisch”.

  4. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    Wo habe ich geschrieben, dass die Umwelt eine Absicht hat? Du kapierst es einfach nicht! Und mit Sheldrake hast du dich nun wirklich als totalen Wissenschaftskomiker entlarvt. Die morphologischen Felder sind klar widerlegt! Du bist halt einfach zu alt, um die neuen Biowissenschaften noch zu verstehen! Und jetzt nimm deine homöopathischen Tröpfchen und gib Ruh!!:-))))

  5. Eysel sagt:

    @ sceptic 10:28,
    das lieber sceptic ist schierer Unfug. Weder werden Gene selektiert, höchstens mehr oder weniger ausgeformt noch sind Emotionen angelegt. Neuronale Strukturen sind dieses. Empfehle mal nen paar Vorlesungen. Auch in Sachen elementarer Logik. Auch wenn wir erst wenig wissen, ein paar Sachen sinds schon deren wir uns recht sicher sind über Zufälligkeiten oder Intentionen. Und was Seele ist, darüber reden wir in ein paar Jahren mal wieder. Ne treffliche Spekulation gibt’s übrigens von Rupert Sheldrake. In deinem netten Artikel geht es um die lange gepflegten Irrtümer der Psychologie, mit denen interdisziplinär so langsam aufgeräumt wird. Und das hat mit den elementaren Irrtümern die du produzierst herzlich wenig zu tun. Zu 22:48 : Das ist Mist. Empfehle dir mal ne Definition von „Determinismus“ zu inhalieren. In deiner „Logik“ haben Umweltbedingungen die ABSICHT!!!, das Genom zu ändern. Unbestritten ist: Die Evolution führt zu einer Anpassung der Population an die Umwelt und nicht umgekehrt! Weshlab aber noch lange nicht Umwelt die Absicht! hat die Anpassung einer Population zu bewirken. Das tut sie völlig absichtslos!

  6. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    @eysel
    Natürlich ist die Evolution durch die Umweltbedingungen determiniert. Durch Änderung der Umwelt, kannst du den Genotyp einer Population gezielt in Richtung einer Anpassung ändern. Wenn du z.B. Pflanzen Trockenheit aussetzt, dann werden diejenigen selektiert, die zufällig die richtigen Gene haben, um diesen Stress auszuhalten. Die Umweltbedingungen bestimmen (determinieren) wer sich durchsetzt. Die Evolution führt zu einer Anpassung der Population an die Umwelt und nicht umgekehrt!

  7. nasowas sagt:

    mad: also ich habe mir das angeschaut. wirklich knorke. und bewunderung für dich. allerdings mit dem prof. habe ich nur angeführt, wegen thomas s. kuhn. er gehörte zu den wenigen, in meinem ehemaligen teil deutschlands der diesen typ persönlich kennenlernen dürfte. und für uns war das sozusagen eine theoretische motivation gegen die verkrustete realität anzugehen. im übrigen, sieht man mal von der unterschiedlichen systemen ab, behaupte ich, gibt es ähnlichkeiten zu 1989. und wenn du die zyklen schon ansprichst. 1989 wäre rein rechnerisch wieder einer dran gewesen. der prozess der wiedervereinigung hat ihn aber anders erscheinen lassen. wäre die wiedervereinigung nicht passiert, hätte die damalige bundesregierung wieder ein konjunkturprogramm auflegen müssen. es gab nämlich anzeichen einer überproduktionskrise. wie ossis haben sie gerettet. so einen schönen markt bekommt man nie wieder so friedlich. also passen wir auf. und das meine ich sehr ernsthaft.

  8. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    Als Einführung zur Evolutionspsychologie:
    http://zpm.uke.uni-hamburg.de/Webpdf/evoPsych.pdf

  9. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    weiß nicht genau, was du überhaupt meinst. Ich habe nie behauptet, dass die Entwicklung des Menschen der Zweck der Evolution ist.
    Es werden die Gene selektiert, die in einer gegebenen Umwelt, für einen Vermehrungsvorteil sorgen. Die menschlichen Emotionen sind genetisch angelegt, was bedeutet, dass sie auch in dieser Weise selektiert wurden. Wenn du an eine körperunabhängige Seele glaubst, ist das natürlich ein Problem. Das verstehe ich.

  10. Eysel sagt:

    Ganz offensichtlich lieber Vetter, war es nötig,
    einfache Dinge richtig zu rücken. Niemand hindert dich am “Glauben”. Nie würde ich deshalb ein schlechtes Wort über dich verlieren. Wenn sich allerdings Glauben und Wissen zu einer “gewissen Maische” verbinden, dann sind wir bald wieder bei einem unheilvollen “Gebräu”.

  11. Eisel sagt:

    ..wenn solche Gedankenonanie lese, dann denke ich, sind die Geschichten aus dem Buch der Bücher allemal weniger kaputt

  12. Eysel sagt:

    Mutationen entstehen ganz einfach, weil KEIN ( Kopier-)Vorgang immer und ganz fehlerfrei abläuft. Und danach kommt das NICHT GERICHTETE Ausleseprinzip ins Spiel. Wer zufällig mit dem was er vorfindet besser zurecht kommt, der hat nicht mal “Glück gehabt” ( das wäre wieder menschliche Denke ), sondern nur einfach die Eigenschaften die augenblicklich “geeigneter” sind als Eigenschaften Anderer. Trial und error WÜRDE eine Zielrichtung als minor Prämisse voraussetzen. An deren Existenz darfst du GLAUBEN, wenn du magst so. Nach dem was wir bisher WISSEN, ist es allerdings Unfug. Der naturwissenschaftliche Gottesbeweis steht noch aus. Da hilft dir nicht mal Göte weiter ,-))))

  13. Eysel sagt:

    Nee Sceptic,
    wenn du dir das geeignete „Vogelhäuschen“ baust, dann magst Du den Palast vor Augen haben der da entstehen soll und zweckgerichtet sägen. Dass Evolution den Menschen oder ne Rose vor Augen gehabt haben soll, als sie anfing Gene zu würfeln, das ist zwar vielleicht ne ganz romantische, wunderbar anthropozentrische Vorstellung, aber WEIT weg von jeder Wirklichkeit. – Selbst wenn Mensch einen Zweck erfüllen würde, welchen eigentlich?
    Und „Selektion durch Umweltbedingungen determiniert“ ist einfach nur …. es ist Weihnachten, da sagt man so was nicht. Und was mich antreibt (Konkurrenz um Ressourcen die selbstverständlich zu etwas führt, der Beweis der Intention steht allerdings noch immer aus), das ist eine Eigenschaft die sich zufällig für mein, unser Überleben als nützlich erweist. Du „wertest“ gleich alles in deinem Sinne. Nett kreationistisch zu GLAUBEN, dass alles was geschieht, einen Sinn hat, nur weil dir das Ergebnis vielleicht „sympathisch“ ist.

  14. rty sagt:

    Na, wird ja plötzlich sehr weihnachtlich hier, alles mit Liebe und so.

    Freue mich ja für Euch, und unsere Prophezeiung wird war, @ all: Die machen ein KOnjunkturprogramm, dass die Kassen klingeln.

    Wenn`s wirkt, soll es gut so sein-hingeschrieben haben wirs ja lange genug.

  15. skeptiker33 sagt:

    @nasowas
    Dann hoffe mal schön! Und pass auf, dass dein Liebster deinen Kommentar nicht liest, sonst erfährt er, dass du ihn für einen Loser hältst!! :-) ))))))))

  16. mad pilot sagt:

    nasowas, danke für den Buchtipp-steht auf Liste.Man kann gar nicht so viel lesen, wie man…..

    “Unterstützung dort, wo sie gewollt wird und nicht dort, wo wir uns darstellen können. Hilfe anbieten und nicht aufzwingen.”
    Ich stimme Dir zu, ich war selbst einmal ein renitentes “Kümmerkind”.
    Wenn ich den Marsch durch die Institutionen akzeptiert hätte, wär ich nicht die,die ich heute bin.
    Ich habe mich sehr gegen Stigmatisierung wehren müssen und mich weitgehend selbst “organisiert”.”Leider” hatte ich nie einen Prof.-oder vielleicht ist es auch gut so..:)
    Was die autonome Entwicklung von Projekten angeht habe ich ein wenig betriebsblind gestatet, es bezog sich auf die Einladung an rty und speziell auf die Verknüpfung mit dem Landesverband der Lebenshilfe e.V.Ich arbeite selbst mit geistig behinderten Erwachsenen und weiß um die Strukturen und die Schwierigkeiten.Das Sozpäd-Stigma:) kann auch behindern..
    In meinem “Kiez” hier in DDorf gibt es eine bunte autonome szene und die mag ich nicht missen.Guugel mal Kulturschlachthof Düsseldorf z.b.-det nenn ick knorke..:)
    LG mad

  17. nasowas sagt:

    und die verlierer von heute sind vielleicht die gewinner von morgen. geschichte ist eben nicht einfach.

  18. nasowas sagt:

    antwort: ich verliebe mich immmer in verlierer. die sind oft interessanter.

  19. skeptiker33 sagt:

    Als Literatur zur menschlichen Natur ist zu empfehlen:
    Prof. Dörners “Bauplan für eine Seele” und das Buch “Herr der Fliegen”

  20. skeptiker33 sagt:

    @nasowas
    Macht, Reichtum, Status sind nur egal, wenn man sie hat oder ein Mensch wie z.B. Gandhi ist. Aber der war doch offensichtlich eine Ausnahmen.
    Was treibt denn nach deiner Meinung den Menschen an? Ich meine jetzt nicht in Utopistan sondern in der realen Welt? Wer hat sich in den Jahrtausenden besser vermehrt, die Altruisten oder die gierigen, neidischen, aggressiven Egoisten? Für wen entscheiden sich die Frauen als Geschlechtspartner, den Loser oder den Gewinner?
    Das sind Fragen, die du dir mal ganz ehrlich stellen solltest!
    Nicht du bist berechnend, deine Gefühle sind es. Du verliebst dich eben in den Erfolgreichen und merkst nicht den Hintergrund deiner Gefühle. Würden sich die Frauen Loser als Partner wählen, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben.
    Deine romantische Weltsicht entspricht nicht der Realität und das wirst du auch in den nächsten Jahren erleben, wenn der Kampf ums Dasein wieder härter wird in Deutschland. Dann werden diese ganzen Ethik-Komissionen von alleine verschwinden!

  21. nasowas sagt:

    skeptiker: frage. Liebst du dich?

    und wenn du schon goethe in den mund nimmst, dann lies ihn richtig. er war ein getriebener der neugierde, auf der suche nach dem unbekannten. macht, reichtum, status waren ihm egal. es waren nur mittel seine neugierde zu befriedigen. und wer sex als niederen instinkt bezeichnet, tut mir leid. also mein mitgefühl.

  22. skeptiker33 sagt:

    Off topic
    mein Beitrag zur Aufklärung:
    http://www.dittmar-online.net/religion/kraemer.html

  23. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    Willst du bestreiten, dass alles was durch Evolution entstanden ist, einen Zweck erfüllt? Also ist doch die Evolution zweckgerichtet! Die Mutationen sind zufällig, doch die Selektion ist durch die Umweltbedingungen determiniert. Die Umweltbedingungen selber sind natürlich veränderlich. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich z.B. dein Gehirn nicht in dieser Weise eintwickelt hätte, wenn es keinen Vorteil für das Überleben gebracht hätte.
    Beschäftige dich doch mal mit Evolutionspsychologie, dann erkennst du, dass auch deine Psyche und deine Emotionen durch die Evolution geprägt wurden und einen Zweck erfüllen.

    Was denkst du denn, was den Menschen antreibt. Du bist doch zur Konkurrenz mit den anderen verdammt, um an Ressourcen, Arbeitsstelle, Partner etc. zu kommen. Das ist die logische Konsequenz eines freiheitlichen Systems. Warum liebst du deinen Nächsten nicht wie dich selber und überläßt ihm alles wie die Heiligen. Es sind die niederen Instinkte die nach Macht, Reichtum, Status, Sex etc. gieren und dich antreiben. Deswegen strengst du dich an und willst besser sein als die anderen, um dann auch besser dazustehen als die anderen. Das führt zu Fortschritt! Wenn du glaubst, dass der Mensch von Hause aus gut ist, bist du ein verkappter Kommunist. Lies mal Hobbes oder
    Goethes Faust, dann geht dir vielleicht ein Licht auf!!

  24. G.Bühler sagt:

    @nasowas am 18.12.2008 um 23:32
    Interessant, dass Sie Dörner kennen. Ich habe der Vollständigkeit halber den kompletten Titel reinkopiert.
    “Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen”.

    Das Buch ist besonders für alle, die schon immer mal wissen wollten, warum gut gemeint nicht immer gut ist. Auch wenn’s weh tut.
    Besonders bei richtig schwierigen Dingen wie Sozial-, Entwicklungs-, Klima-, und “wahrscheinlich” auch Wirtschaftspolitik.
    Was mir besonders gefällt ist, dass er alles empirisch belegt und nicht nicht einfach nur Thesen bietet.

  25. nasowas sagt:

    mad: warum beschränkst du dich auf vorhandene strukturen und ideen? vernetzung birgt auch immer die gefahr, neue ideen und strukturen auszugrenzen. ich suche nach ideen, die diese milieus selbst entwickeln. die werden von den vorhandenen strukturen und netzwerke als konkurrenten empfunden. selbstorganisation wird nicht zugelassen. auch nicht von der zunft der sozialarbeiter. ich will das nicht verallgemeinern. vieles ist bestimmt gut gemeint. aber z.b. bei den sogenannten straßenkindern funktioniert das nicht. das sind hochintelligente jugendliche, die sich der “kümmermentalität” bewusst entziehen. Sollten wir nicht diese lebensentwürfe ernst nehmen und sie respektieren. Unterstützung dort, wo sie gewollt wird und nicht dort, wo wir uns darstellen können. Hilfe anbieten und nicht aufzwingen.
    Mad: ich empfehle dir mal ein buch: Dörner: die logik des misslingens.
    Klaus F: ich mag den begriff “gesunder menschenverstand” nicht. Und ich bezweifle tatsächlich, dass gesunder menschenverstand ausgereicht hätte, rechtzeitig gegen die fehlentwicklung entgegenzuwirken. Ich behaupte auch nicht und da unterscheide ich mich von den meisten hier, dass dies von den entscheidungsträgern erkannt und nicht gewollt worden ist. Ich behaupte: sie wissen es nicht!!!! wie sollen auch menschen, die nie die mauern ihres milieus verlassen, die in den alten denkschulen gefangen sind, dies können? Schauen sie sich mal die vielzahl der gesellschaftlichen veranstaltungen an. Das publikum dort ist nie milieuübergreifend. Auf den veranstaltungen der einzelnen träger werden sie nie „grenzgänger“ finden. und selbst dieser blog ist doch im wesentlichen milieukonform. Das ist übrigens in den meistens blogs so. und deshalb bleibe ich dabei, dass die methoden noch gesucht werden müssen. Und ihre diskussion damals, wurde in anderen milieus schon lange geführt. Untergangsszenarien sind allerdings nicht sehr motivierend. Und wenn die freiwillige selbstisolation dieser milieus nicht übewunden wird, werden die globalen probleme nur mit feuerlöschern zeitweise unterdrückt.
    Mein prof. in erkenntnistheorie hat mit uns im seminar thomas s. kuhn und sein paradigmawechesel in einer praxisnähe behandelt, die ich seit 20 jahre nicht mehr kennengelernt habe. Und das war im übrigen nicht so einfach für ihn. In die geschichte ging er als „demonteur“ ein. „demonteure“ werden aber heute auch nicht geliebt. So ist nun mal der gesunde menschenverstand.

    und als kleiner gegensatz zu mads video:

    http://de.youtube.com/watch?v=o9p5rZmdsfQ

  26. Eysel sagt:

    @ Sceptic,
    lustig lustig…
    “in zweckgerichteter Evolution entstanden”……
    Was nun, Evolution oder Creationismus???
    Vielleicht ist dein Creationismus ja zufällig???
    “Dienlich dem Überleben” vielleicht nützlich dem Überleben, aber “dienen” sie dem Überleben?
    @ Pampa,
    erstaunlich, dass du dich von so ner “Holywoodszene” einlullen lässt. Da ist die blödsinnigste Ballerszene noch ehrlicher, besseres Kino. Nix gegen Märchen. Aber dann wenigstens die “Alten”. Sind einfach besser.
    @ sceptic,
    Gier und Neid als Antrieb des Fortschritts????
    Aha! Also deshalb hat Einstein nachdedacht haben Hopp, Jobs und Konsorten was auf die Beine gestellt! – Gut dass ich das jetzt weiss.

  27. mad pilot sagt:

    re-cycling…
    http://ftalphaville.ft.com/blog/2008/12/18/50601/the-toxic-bonus-plan-at-credit-suisse/

    Armenspeisung-
    gegen solche Aktionen ist einzuwenden@Pampa, daß sie auch nach hinten losgehen können, und zwar vor allem für die beteiligten seriösen Verbände und Privat-und Geschäftsleute, die offenbar nicht kritisch genug auf die Präsenz des Organisators geschaut haben.Tränen um Lady Di und Pop-Hartz 4ler machen keine Verbesserung der Situation und solch eine Aktion dient vor allem der Eigen-PR für diese \”Agentur\”, die offensichtlich noch im Aufbau ist.Tam Tam und Gulasch statt Interaktion der Stadt und ihrer lokalen Verbände wie Diakonie, Kirche etc. mit Bürgern und Geschäftsleuten.
    Das wäre meine Kritik an der Aktion. Aus meinem Umfeld kenne ich andere Beispiele für solche Aktionen und dafür braucht es keine Agentur dieser Art, sondern Vernetzung vorhandener Strukturen und Ideen.
    LG mad
    @nasowas-Zustimmung:)

  28. skeptiker33 sagt:

    @GPS-DIXKEN
    Gier, Neid, Angst etc. sind menschliche Emotionen, die in zweckgerichteter Evolution entstanden sind. Sie sind deswegen weder gut noch böse, sondern dem Überleben dienlich. Normalerweise gibt es ein natürliches Gleichgewicht, welches das längerfristige Überschießen einer Emotion verhindert. So wird die Gier normalerweise durch die Angst gehemmt, wenn nicht gerade irgendwelche Drogen (Staatsgarantien, Greenspan-Put etc.) die Angst ausschalten. Diese sozialistisch motivierten Eingriffe des Staates (Clinton: Jeder US-Bürger soll sein Eigenheim haben) und die Notenbankpolitik (Linearisierung des Wirtschaftswachstums) haben die Probleme mitverursacht. Die Banken fühlten sich einfach zu sicher und hatten keine Angst mehr vor dem Risiko.

    Gier und Neid sind in unserer Gesellschaft negativ besetzte Begriffe, letztendlich sind sie aber der Antrieb für Fortschritt und Wohlstand. Das Grundübel liegt meines Erachtens mehr in einer unnatürlichen Entfernung des Menschen vom natürlichen Gleichgewicht durch falsche Systemregeln.

  29. GPS-DIXKEN sagt:

    @bw-insider: “Schrumpelig wird die Welt” (Roland Tichy)
    Die wahren Schuldigen für die globale Finanzpleite sitzen auf der anderen Erdseite. Sparfreudige asiatische Haushalte und Dollar hortende ausländische Zentralbanken produzierten eine weltweite „Ersparnisschwemme“, die die Realzinsen in den negativen Bereich drückte – was seinerseits die US-Häuserblase anheizte und Finanziers in immer riskantere Abenteuer mit geborgtem Geld schickte. Eine auf die Gesamtwirtschaft bedachte Politik hätte hier die Kurve kriegen und rechtzeitig handeln können, um diese großen Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz zurückzufahren. Es wäre dann nicht so viel überschüssige Liquidität im Umlauf gewesen, die irgendwann zwangsläufig zu Problemen führen musste.
    Das globale Finanzsystem ist bei Lichte betrachtet pleite, weil die Bankiers – ganz zu Recht, wie sich erweist – immer schon implizit auf jene Staatsgarantie gesetzt haben, die jetzt explizit ausgesprochen wird. Daher wird die Refinanzierung der Banken schwierig bleiben, weil die Menschen selbst den Staatsbürgschaften misstrauen, nicht zuletzt in Bezug auf ihre Dauer (wobei die Staatshaftung ironischerweise gerade deshalb schwer rückgängig zu machen sein wird).
    Was jetzt als „Gier“ gegeißelt werde, sei im System angelegt: „Unser ganzer Wohlstand beruht auf dem Gewinnstreben, auf dieser Gier. Die Banker können im Wettbewerb gar nicht anders, weil sonst der andere Sie übernimmt.

  30. skeptiker33 sagt:

    @PS
    Der Staat geht doch so oder so bankrott.
    Das traurige ist ja gerade, dass Konzerne den Staat aufgrund ihrer Systemrelevanz oder Größe erpressen können. Da läuft doch was verkehrt! Und die Banken spielen nun mal die Hauptrolle im Geldsystem. Da muß der Gesetzgeber analysieren wie es soweit kommen konnte und dann den richtigen Rahmen setzen.

    Was wir brauchen ist ein nachhaltiges System! Hierzu gibt es auch viele Vorschläge von Ökonomen der österreichischen Schule.
    Aber zur Zeit ist ja Keynes modern. Hatte nicht Oskar Lafontaine die Verschuldungspolitik der USA immer gelobt? Wo das hinführt kann man doch jetzt sehen. Irgenwann ist Zahltag!!

  31. Pampastier sagt:

    @Skeptiker: Willst Du mir jetzt das kleine Einmaleins des Bankgeschäfts erklären? ;-)

    Beschweren will ich mich doch gar nicht, nur mal darauf hinweisen, dass auch der Staat selbst über Kapitalnachfrage die Risikokosten für die Privatwirtschaft verteuert.

    Im Prinzip gebe ich Dir ja Recht: Wer in der Marktwirtschaft versagt, sollte aussortiert werden. Nur was meinst Du was passiert, wenn meinetwegen die CoBa oder die Deutsche Bank umfallen? Die sind nicht nur too big to fall, too connected to fail, sondern auch too big to save. Dann kriegen wir unseren Staatsbankrott schneller, als uns das lieb ist. Ich habe es ja schon öfter postuliert: Legen wir mal mittelfristig die ganzen staatlichen Banken zusammen und privatisieren sie.

    @RTY: Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. Was ist denn an der kostenlosen Essens-Ausgabe so schlimm? Der Mundharmonika-Fritze, oder was? Peinlich finde ich das eigentlich nicht, wenn sich ein paar Leute zusammentun, um jemandem in irgendeiner Form etwas Gutes zu tun, die normalerweise über einem Lüftungsschacht der U-Bahn wohnen.

    Vielleicht ist es ja peinlich für mich, so ein Bild zu benutzen. Wer kennt Rambo III? Ganz am Anfang duelliert sich unser Held im Ring bandagiert und mit Stöcken bewaffnet mit einem Thai-Boxer. Das ist Marktwirtschaft. Nachdem er ihn niedergeschlagen hat und ihn töten könnte, reicht er ihm die Hand, um ihn aus dem Staub des Ringes zu heben. Die verdiente Kohle gibt er den Mönchen. Das ist sozial. Ja, derart primitiv sehe ich es, Marktwirtschaft und soziales Denken würde ich aber nicht zu sehr vermischen, sonst bezieht man Prügel im Ring. (Für die Mädchen, Rambo ist so etwas wie Sissi für die Jungs, seid gnädig, wir haben bald Weihnachten)

  32. G.Bühler sagt:

    @GPS/BW
    Fischer und Schröder haben doch was dazu gelernt. Der erstere sicher noch mehr als der letztere. Vom Politfreak bei Opel übers AA nach Princeton. Das sollte man doch anerkennen.

    Vielleicht haben sie auch rechtzeitig folgendes unterhaltsames Buch gelesen und was daraus gelernt: “Die wilden Achtziger” von Matthias Horx
    Die interessanteste These daraus: Profis und Dilettanten – hier verläuft die Grenze in der Gesellschaft. Nicht zwischen Freund und Agressor.

    Vom selben Autor Titel/Untertitel: “Anleitung zum Zukunfts-Optimismus
    Ein Pamphlet gegen Untergangs-Ideologen, Panik-Publizisten, Apokalypse-Spiesser und andere Angst-Gewinnler”

    Bezüglich selbstgefälliger Charity-Aktionen, ich glaube die halten wir aus, aber wer weit effektiver was gegen Armut und für Würde macht ist der hier: Mohammed Yunus.
    Biografie: “Muhammad Yunus – Banker der Armen” von Peter Spiegel.
    Gruß, g.b

  33. GPS-DIXKEN sagt:

    @BW-insider:Ich würde es ja wünschen – aber wenn man die Kolleg. der Koalition sieht und hört, stockt einem ja auch nur noch der Atem. Was sind das für Konzepte, die Staatskrise anzugehen? Herr X (CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzender) möchte Straßen bauen lassen (das hatten wir ja schon einmal), während die Erbschaftssteuer in der CDU und CSU am liebsten abgeschafft werden sollte. Gleichzeitig tricksen die Ministerialbürokratien, um die elende Situation im Bildungs- und Arbeitsmarkt zu beschönigen. Von den asozialen Absurditäten im Krankenversicherungssektor, wo sich die Besserverdienenden ganz legal aus der gesamtgesellschaftlichen Solidarität raushalten können, einmal ganz zu schweigen.

  34. bw-insider sagt:

    @GPS-Dixken. Das stimmt. Darum war die rot-grüne Regierung ja auch jeweils schockiert über die Armutsberichte aus den eigenen Ministerien. Gehandelt wurde jedoch nicht. Psychologisch deute ich die gesellschaftiche Verarmungspolitik des “Kanzlers der Bosse” (und der “Regierung der Bosse”) als “Identifikation mit dem Aggressor”. Die aus kleinsten und wirtschaftlich armseligsten Verhältnissen stammenden Gerhard Schröder und Joschka Fischer waren wie auf Droge, als sie endlich mit den von ihnen bekämpften “Eliten” und Bossen reden durften. Das Ergebnis ihrer neurotischen Besoffenheit waren Gesetze, mit denen die beiden genannten Akteure sich Liebkind machen wollten – mit denen sie aber gleichzeitig die “Soziale Marktwirtschaft” aufkündigten. Helmut Kohl leitete mit der verfassungswidrigen (s.o.) und ökonomisch total verrückten Erhöhung der SV-Beitragssätze die Entwicklung ein – aber Gerd und Joschka haben das Werk dann zum Ende gebracht. Mittlerweile herrscht staatlich organisierter Arbeitszwang bei staatlich organisierten Niedrigstlöhnen. Das ganze kann man nur als “Anti-Soziale Anti-Marktwirtschaft” bezeichnen.

  35. GPS-DIXKEN sagt:

    @ BW-insider: Aber Rot-Grün ist doch 1998 auch ausdrücklich angetreten, um diese Entwicklung umzukehren.

  36. mad pilot sagt:

    http://de.youtube.com/watch?v=MUXYVhznOik

    ….es könnte so einfach sein….isses aba nicht

  37. nasowas sagt:

    „Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte“ (Max Liebermann)

    danke!

  38. Roland Tichy sagt:

    …nachdem hier schon Spendenkontonummern ausgetauscht werden möchte ich Ihnen die peinlichste Einladung nicht vorenthalten, die mich dieser Tage erreicht hat:

    Obdachlose-Gucken, mit Mundharmonika

    Tribute Charity: Festessen für Obdachlose zum 4. Advent !

    (Presse-Einladung 21.12.)

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am Sonntag, dem 21. Dezember 2008 organisiert das Kölner Tribute-Team in Kooperation mit Vertretern des Landesverbandes für Lebenshilfe e.V. (LVP Hessen) eine kostenlose Essensausgabe am Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden. Wir möchten Sie einladen die Ereignisse des Tages (Straßenumfrage, Essenszubereitung, Candle-Beschriftung, Essensausgabe, Bannerwalk und vieles mehr) mit einem Team Ihrer Redaktion zu begleiten. Einen ersten Programm-Überblick finden Sie unter: http://www.tribute-to-diana.de/tributecharity/programm

    Thema: Christmas Sozial – Weihnachten auf der Straße /Volksküche zum 4. Advent !

    Anbieten werden wir ein 3-Gänge-Menü mit Rahmgulasch und zahlreichen Beilagen sowie leckerem Schokopudding zum Nachtisch. Ein kleines Festessen für Obdachlose und Bedürftige zum 4. Advent.

    Hintergrund: Wiesbaden bei Frankfurt ist eine der reichsten und zugleich auch teuersten Städte Deutschlands. Mit der Aktion wollen wir zeigen, wie nah die Armut dem Reichtum im Jahre 2008 inzwischen schon steht und wie sehr die Menschen von der Straße das Engagement der Besserbetuchten brauchen.

    Zubereitet wird das Essen in der Küche des Wiesbadener Fasans, wo auch schon in der Vergangenheit viele solcher Projekte unterstützt wurden. Von dort aus wird die mobile Suppenküche des Tribute-Teams dann ab 16.00 Uhr losfahren und zusammen mit Vertretern des Landesverbandes für Lebenshilfe e.V. am Platz der Deutschen Einheit eine Essensausgabe unter freiem Himmel organisieren, dort wo die Betroffenen auch leben.

    Finanziert wird die Aktion aus eigenen Mitteln und alle mitwirkenden Helfer arbeiten ehrenamtlich.

    Darüber hinaus ist ein kleines Rahmenprogramm geplant. Hierfür eingeladen hatten wir unter anderem auch Michael Hirte, den Mann mit der Mundharmonika, der erst kürzlich Millionen Menschen in ganz Deutschland tief bewegte, und den wir uns für unsere Gäste so sehr gewünscht hatten. Leider hat Michael Hirte nun ausgerechnet am selben Tag bereits schon ein anderes Konzert, so dass ein Besuch in Wiesbaden parallel zum Konzert im Frankfurter Rhein-Main-Theater dann trotz großer Bemühungen nicht mehr zu realisieren war. Wir werden aber versuchen ein paar der letzten Karten für das Konzert zu bekommen, damit zumindest einige von unseren Gästen dieses schöne Ereignis dann doch noch Live miterleben können.

    Mit dem kostenlosen Weihnachtsessen und dem anschließenden Konzertbesuch wollen wir besonders bedürftigen Menschen helfen den 4. Advent nicht allein und vor allem nicht in Einsamkeit zu verbringen. Wir tun dies, weil wir fest davon überzeugt sind, dass ein wirklich schönes Erlebnis auch über nur diesen einen Tag hinaus ganz neuen Mut und vielleicht auch neue Hoffnung schaffen kann. Leute, die schon jahrelang kein Konzert mehr besucht haben, vielleicht auch weil das Geld hierfür fehlt, oder aber sie nach jahrelangem Leben auf der Straße mehr Ausgrenzung als Zuneigung erfahren, denen wollen wir dieses Geschenk machen, und wir hoffen alle wirklich sehr, dass die Verantwortlichen auf Seiten des Künstlers das Vorhaben auch unterstützen.

    Kontakt: Beverly Hoffmann
    - Projekt Office Köln -
    Bonner Str. 484-486 MBE 274
    D-50968 Köln \ Germany
    T: 0221-1625674-77
    F: 0221-1625674-78
    info@projektoffice.org
    http://www.projektoffice.org

    Veranstalter: Tribute Team Deutschland

    www tributecharity com

    Bryan Kemmenoe

    post@tributeteam.info

    Projekt-Partner:

    Landesverband für Lebenshilfe e.V.
    Walramstrasse
    665183 Wiesbaden

    Klaus Maletz, Arnold Theuke

    lvp.hessen@web.de

    Infomappe & Bildbezug (Hires) via Programm-Link (siehe oben)

    (Folgen Sie dem dortigen Foto Link im Menü)

    Mit freundlicher Unterstützung von Wiesbadener Fasan & Musikhaus Matthias Petroll.

    (Am Ende des Tages schenken wir unseren Gästen dann jeweils eine Mundharmonika)

  39. mad pilot sagt:

    Ist eine Katastrophe von Zeit zu Zeit eine kulturelle, biologische, evolutionäre Notwendigkeit? Wäre das eine Fortführung von Talebs Gedanken?

    @eysel, ich schau mir gerade interessiert den Kybernetiker Heinz von Förster an, Theorien über Emergenz und Sprung.
    Es ist wesenhaft für den Menschen, daß er erst versteht, wenn er einen gewaltigen Tritt bekommen hat.Ich sehe es als Chance die Abläufe aus einer anderen und erschütterten Sicht zu sehen, solche Beispiele gibt es in der persönlichen Biografie doch auch, das kennt jeder aus dem eigenen Leben.
    Es ist ein Drama, in dieses Universum geboren zu sein, ohne es wirklich zu verstehen.:))
    Die Unwägbarkeiten geschehen bereits,und das in jeder nanosekunde, und es gibt meiner Ansicht nach auch andere, parallele Zeitebenen in der Historie-abhängig vom Sieg der Dampfmaschine.
    Die Zeit läuft meßbar asynchron auf unserem Planeten.Und was gerade geschieht, ist wohl einmalig in den Trillionen Jahren der Entwicklung..
    Es ist arrogant, zu glauben, wir müßten alles angleichen im Takt der allgemeinen technischen und kulturellen Entwicklung.Manchmal genügen Maßnahmen wie Mikrokredite, damit Menschen sich in ihrer Zeit und in ihrer Umgebung einrichten können ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren.
    Übrigens geschieht täglich mindetens eine Beinahe-Kollision im deutschen Luftraum, trotz der ausgefeilten Flugsicherungssysteme.Der Faktor Mensch ist also ein gefährlicher und wird es wohl auch bleiben, solange er nur “spielt”.
    Hoffentlich fällt uns heute nicht ein Flieger auf den Kopf!
    LG mad :)

  40. Eysel sagt:

    @ Klaus F
    Zustimmung! “H E F E” braucht das Land. Selbst die wüsteste Spinnerei ist besser als stumpfe Hirnlosigkeit.
    ( und selbstverständlich irrst du nicht! ;-) ))))
    Dachte schon, hier wär ne Mediokristan Pandemie ausgebrochen….

  41. Eysel sagt:

    @ sceptic,
    der wahre Kern deines augenzwinkernden Kommentars liegt wohl darin, dass Menschen zwar dazu neigen, unreflektiert wegen relativer Kleinigkeiten in Überreaktionen zu verfallen, und gleichzeitig wichtige Tatsachen falsch ein zu schätzen. Das “Risiko-Schätz-Vermögen” ist wohl ziemlich “dürftig”. ( Schon wieder Evolution. )

  42. skeptiker33 sagt:

    @eysel
    Zitat:
    “Was ist, wenn jetzt noch so nen Ding wie SARS reinhaut? Oder sogar zwei Nummern grösser? Siehe Grippe Szenarien des MIT mit 60 Mio Toten NUR in den Industrieländern. Oder Allianz Studie 4 Mio Tote alleine in D bei mittlerem Szenario. Kollateralschäden in der economy garnicht betrachtet. Panikreationen der Bevölkerung noch ignoriert. Das Ding ist schon lange ( euer geliebter Gauss )überfällig.”

    Es ist sehr gefährlich, die Menschen darauf hinzuweisen, dass ihr Leben lebensgefährlich ist. Pass nur auf, dass du nicht für die kommende Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht wirst, weil die Leute sich im Keller verschanzen und nicht mehr KONSUMIEREN!!
    Wir sollten doch als brave Bürger für gute Stimmung sorgen und hier keine realistischen Szenarien verbreiten.;-))

  43. skeptiker33 sagt:

    @PS
    Die Banken vermehren nicht nur das Geld auf den Sparbüchern, sondern auch das Giral-Geld. Das ergibt Mrd. Summen!. Oder willst du das wirklich bestreiten. Für 100 € Einlage (Zinsauszahlung der Bank z.B. 1,5 €) können die Banken 900 € verleihen (Zinseinnahmen mindestens 40 €). Nur so kommen die hohen Eigenkapitalrenditen der Banken zustande!
    Im Übrigen ist das momentane Problem der Banken, dass sie im Grunde ungesicherte verbriefte Schrottkredite gekauft und jetzt in den Büchern haben. Also ganz klare unternehmerische Fehlleistungen wie von dir weiter oben beschrieben. Das führte dann zu Vertrauensverlust und dem Zusammenbruch des Interbankenmarktes. Jetzt über die verschärften Refinanzierungsbedingungen zu jammern und den Steuerzahler zur Kasse zu bitten ist nur billig! Laßt sie doch pleite gehen wie im Kapitalismus üblich. Die schlimmsten Auswirkungen auf die Bürger könnten dann vom Staat abgemildert werden. Evolution heißt: Versager weg!!!!

  44. Pampastier sagt:

    Magic, ich will Dir weder den Tag noch Weihnachten versauen, aber vielleicht findest Du ja etwas für Deine Anliegen heraus:

    http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/:Agenda-Chipbranche-Cluster-La-Vista/453036.html

  45. Klaus F. sagt:

    “Bin ich hier im passenden Forum?”

    JA! Eysel – bist du ;-)

    Hier trifft sich eine kleine Clique von Querdenkern mit dem Versuch neues Denken, oder besser ein Umdenken zu installieren. Naja, die Meisten jedenfalls. Lediglich die Richtung scheint mit unter äußerst konträr zu verlaufen. Zugegeben auch nicht immer zielführend, mit unter in eine Sackgasse laufend, aber dennoch ständig in Bewegung. Eines scheint uns aber dennoch zu einen: Ein weiter so wie bisher führt uns geradezu in den Abgrund – zurück in die Höhlen – oder irre ich da?

    Gruß und N8
    Klaus F.

    p.s. Korrektur gelesen! (lach). Wenn jetzt noch Fehler vorhanden sind, dann sind es echte Schreibfehler ;-)

  46. G.Bühler sagt:

    @Eysel am 17.12.2008 um 21:50
    Danke für die Zustimmung. Ich muss jetzt doch mal Taleb lesen. Aber irgendwie, ich weiss nicht, das Interview neulich, aber o.k. ich leg das Buch mal auf den Stapel. Ich habe jetzt leider noch was anderes vor, was mich aber irgendwann nochmal reizen würde, ist das Statement oben am Karriereeifer diverser Staatsanwälte zu spiegeln.

  47. Eysel sagt:

    So ist es: “Gute Ideen sind durch Geld nicht zu ersetzen. Protagonisten von Ideen, die diese clever gegen falsche Moralisten und Bedenkenträger eindrehen braucht’s auch. An beidem in Kombination herrscht naturbedingter Mangel. Deswegen hilft ja Geld allein auch nicht.” Es herrscht nicht nur Mangel an solchen Ideen. Deren Akzeptanz, von deren Durchsetzbarkeit ganz zu schweigen, ist extrem schlecht in dieser SATTEN verwöhnten Gesllschaft. Das prangerte ich verschiedentlich an. Wenn was nicht funktioniert kommt immer nur der reflexhafte Ruf nach mehr Geld, statt nach neuen vielleicht unkonventionellen Ideen. Solche, falls sie denn mal kommen, werden sofort von den entsprechenden “ja aaaber” Typen mit Bedenken verschüttet. Und das blöde Volk von Presse und Politik in seinem Mediokristan gefangen gehalten klatscht frenetisch Beifall, wenn “freie” Denker phre Meinung sagen. Die Unfähigkeit sich aus der Gewohnheit des mediokren Denkens zu lösen. Wenn unsere Väter so unfähig gewesen wären sich von Gewohntem zu lösen, wohnten wir heute noch in Ruinen. Ist eine Katastrophe von Zeit zu Zeit eine kulturelle, biologische, evolutionäre Notwendigkeit? Wäre das eine Fortführung von Talebs Gedanken? Bin ich hier im passenden Forum?

  48. Pampastier sagt:

    @Skeptiker: „Oder habe ich hier einen Denkfehler?“ Einen gewaltigen. Versuche mal 10 Mrd. Anleihevolumen über Kinderspielzeug für 1,5% p.a. zu platzieren. Solange Fristentransformation nicht möglich ist, das Kapitalmarkt- und Provisionsgeschäft stocken, spucken alle Banken Blut. Sieh Dir z.B. die Depfa an, reiner Staatsfinanzierer, reißt die HRE mit nach unten. Ohne Fristentransformation haben die kein Geschäftsmodell, da geht es gar nicht um Bonitätsprobleme im Aktivbuch.

  49. G.Bühler sagt:

    @Pampastier am 17.12.2008 um 16:21, Magic Südwestsachsen am 17.12.2008 um 13:11

    PS, Hast Du hervorragend auf den Punkt gebracht das mit den Standortfaktoren. Ich kann mich noch gut erinnern, wie der Strauß und später seine Nachfolger verlacht wurden, als sie im Erdinger Moos so einen grössenwahnsinnigen Flughafen geplant hatten. Ein paar Jahre später nach der Eröffnung 92 war Bedarf für Terminal 2.

    Strauß hat für München auch in den 50ern das Atomei für die TU besorgt und damit die jetzt weltweit konkurrenzfähige Teilchenphysik in München mitbegründet. Ausserdem hat er 1966 den Airbus als europäischen Verkehrsflugzeugbauer initiiert. Macht auch einige tausend HighTech-APs in M und anderswo, von der restlichen Bedeutung ganz abgesehen.

    Gute Ideen sind durch Geld nicht zu ersetzen. Protagonisten von Ideen, die diese clever gegen falsche Moralisten und Bedenkenträger eindrehen braucht’s auch. An beidem in Kombination herrscht naturbedingter Mangel. Deswegen hilft ja Geld allein auch nicht.

    Ein klägliches Beispiel für das Fehlen von beidem ist ja der Transrapid. Am Geld kann’s einfach nicht gelegen haben. Das kann mir keiner verkaspern. Hier wurde ein potentielles und sehr umweltfreundliches Exportprodukt der Ignoranz oder irgendwelchen Partikularinteressen geopfert. Das Fiese ist, dass in 20-30 Jahren keiner merkt, das das Ding in der Handelsbilanz fehlt. Man sieht vielleicht nur die Malaise insgesamt, wenn nichts anderes nachkommt.

    Zu Qimonda: der Chipmarkt ist extrem schwierig, trotzdem meine ich, wegen der speziellen Bedeutung der Silikon-Industrie, sollte hier der Staat bei Qimonda stützend eingreifen, auch wenn Infineon jetzt nichts gibt. Natürlich muss ein Plan her und Veränderungen und vielleicht Unternehmensanteile im Gegenzug, aber man sollte hier nichts unversucht lassen.

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