Deutschland hat dieser Partei zu viel zu verdanken. Sozialdemokraten haben sich gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz gestemmt und sich mit demselben Mut gegen die Zwangsvereinigung mit den Kommunisten gewehrt. In manchen Gefängniszellen, in denen zunächst die Opfer der Nazis eingesperrt waren, folgten dann die Gegner der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), deren Rechtsnachfolger heute als „Die Linke“ firmiert. Der große Erfolg des Modells Deutschland ist auch ein Erfolg der SPD, ohne deren Unterstützung die Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder so nicht möglich gewesen wäre. Von den seit 2005 neu geschaffenen 1,7 Millionen Arbeitsplätzen führt Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn nicht weniger als 1,1 Millionen auf dieses Reformpaket zurück. Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten ist es gelungen, die Sockelarbeitslosigkeit zu senken.
Jetzt demontiert sich die SPD gerade wegen dieses Erfolgs selbst. Die Linke in der SPD zerstört Schlag für Schlag das eigene Reformpaket und bereitet so den Siegeszug für Die Linke vor, den erklärten Feind der eigenen Partei. Statt die Erfolge ihrer eigenen Politik zu feiern, zertrampelt die SPD die jetzt heranreifenden Früchte dieser Politik. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr. Denn große Teile der SPD wenden sich heute gegen die historischen Wurzeln der Partei. Die SPD ist die Partei der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, der gesellschaftlichen Moderne, des technisch-wirtschaftlichen Fortschritts, der Aufstiegs- und Leistungswilligen. Sie hat sich aus der Elite der Arbeiterschaft rekrutiert. Die Setzer, Buchdrucker, Lokomotivführer des 19. Jahrhunderts sind die Internet-Nerds, die Informatiker und Maschinenbauingenieure der Gegenwart: technisch versiert, wirtschaftlich orientiert, der Zukunft zugewandt. Einst haben sie sich und ihre Klasse mit Arbeiterbildungsvereinen am eigenen Schopf aus dem Dreck gezogen und dazu beigetragen, Wirtschaft und Gesellschaft Schritt für Schritt zu modernisieren, die Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Wohlergehen, an Staat und Gesellschaft zu beteiligen.
Doch Schritt für Schritt hat seit drei Jahrzehnten eine Art intellektuelles Prekariat Mehrheit und Meinungsführerschaft in den Ortsvereinen, Parteitagen und stellenweise in den Fraktionen übernommen. Es sind dies Sozialdemokraten, die niemals eine Fabrik, Bank oder ein Dienstleistungsunternehmen von innen gesehen haben. Ihnen fehlt das Verständnis dafür, dass nur das verteilt werden kann, was vorher erwirtschaftet wurde. Sie brauchen ihre Partei-, Staats- und Stiftungsämter, weil sie außerhalb dieser geschützten Werkstätten nicht erwerbsfähig wären. Aus der Partei der Aufsteiger wurde die Partei der Abstauber. Sozialpolitik ist für sie nicht Hilfe zur Selbsthilfe, sondern Mittel zum Selbsterhalt: Je mehr Menschen am Tropf des Sozialstaats hängen, umso größer, so ihr Kalkül, ist eine potenzielle Wählerschaft, die sie mit dem Versprechen ködern, ihre Löffel zu füllen. Mit Karl Marx könnte man sie intellektuelles Lumpenproletariat nennen. Der Zweikampf, den sie mit dem traditionellen Flügel austragen, lähmt die Partei und führt sie in die Tiefenzone der Demoskopie.
Freuen kann sich auch die Union nicht über den Niedergang des ewigen Machtkonkurrenten. Auch die Zustimmung zur CDU ist unter ihr Ergebnis gefallen, das sie bei der letzten Bundestagswahl erzielen konnte, und das war schon jämmerlich genug. Wenn die Mitte implodiert, droht eine Gesellschaftskrise.











81 Kommentare zu “Rettet die SPD”
@Zamir: Erwarte nicht, dass ich Gas-Gerd oder andere verteidige. Beim Gedenken an den Nato-Doppelbeschluss würde ich selbst unseren hanseatischen Spielführer auf die Bank setzen. Aber irgendwen müssen wir 82 Millionen Bundestrainer ja aufbieten. Sähe doch blöd aus, 23 sitzen auf der Bank und keiner spielt.
@Eysel: Tipp: In Word schreiben, danach STRG+A, STRG+C sowie im Wiwo-Fensterchen STRG+V. Geht sehr flott, ist viel komfortabler als das Steinzeit-Fensterchen und bietet Schutz vor den Posts to nowhere.
Ecken und Kanten, aggressives Profil, würde mir auch viel besser gefallen, als die Weichgespülten. Wie spricht der Franke eigentlich Pofalla aus?
@Klassensprecher: Tichy for Vaterland, überschätzen Sie meine Geduld nicht, ich kann nicht immer eine Zeitung zwischen mich und Polit-Talkshows halten. Zudem wäre ich als kölscher Bayer von den Interessen her eine Art Konrad Strauß oder Franz Josef Adenauer. Erst ich, dann die Heimat, und nach mir die Sintflut
Gut, rücken wir den Schießer-Feinripp zurecht, öffnen unsere Bierchen und zeigen den Spaniern, warum sie zurecht Angst vor der bestia negra haben.
Prost!
PCIIA
@Eysel – wir haben doch Zeit, versuch\\\\\\\’s mal so: erinnerst du dich noch an dein erstes Mal? War sicher wunderwunderschön! Weisst du noch worüber du dich anschließend mit ihr unterhalten hast, ob ihr miteinander gelacht habt oder tiefere Zusammenhänge erbohrtet?
Na siehste, was soll\\\\\\\’s. Du darfst auch nicht so drängeln, ist wie in der Sauna, alle 2 Minuten ein Aufguss ist einfach zu viel..
Zu Tichys Thema:\\\\\\\”Wer rettet die spd? ich nicht!\\\\\\\”
Aus gemeinsamen Studienzeiten verblieb als Freund mir ein Kommilitone namens Christoph B., der es auf seiner parteiinternen \\\\\\\”Lumpen\\\\\\\”tour bis zur Rolle des Herausforderers von Kurt B. in RLP brachte. Mein guter C. konnte uns den Popper, den Hajek, den de Tocqueville, den Friedrich v. Spee in Latein und den Haste-de-nich-gesehn-v.Nell-Breuning in moselfränkisch rauf und runter verklickern. Wenn er aber im TV gefragt wurde, ob er lieber Bier oder Wein goutiere und warum er was den Pälzern empfehle, waren seine Antworten keine Offenbarung, sondern verhielten sich zu denen Becks wie der Fado zum Donau-Walzer. Wo das endete ist bekannt. C. raucht heuer Blumenkohl in Imkerpfeifen, da befindet er sich in bester Gesellschaft, während Beck zunehmend vereinsamt bei dem Versuch den Deutschen den Donau-Walzer zu lernen. Der Irrtum der spd ist, zu hoffen, dass die Deutschen auf Becks\\\\\\\”alles Walzer!\\\\\\\” hin auch nur eine Sekunde die Beine vom Tisch nehmen würden. Das Volk der Dichter und Denker bevorzugt offenkundig etwas wie Agenda-Tscha-Tscha-Tscha rund um den Bierdeckel: eins vor, zwei zurück! Das ist der Rythmus, wo jeder mit muss, selbst die spd. Ob sie endgültig zur Splitterpartei degenieren wird, hoffentlich nicht, denn die Alternative wäre noch fataler, für junge leistungswillige blauäugige Optimisten ohne allzuviel Tiefgang, dafür mit partiellem Hang zum Zynismus, wie ich einer geblieben zu sein scheine..;-)
@PCIIA dein Mittelspiel mit dem Beamtenthema ist nicht unelegant, vergiss den stetig steigenden Verwaltungsfatalismus nicht, da könnt\\\’ ich dir ein Liedchen singen, aber am besten könnten das die Beamten selbst, ich bin leider keiner oder Gott-sei-Dank?
\\\”neue Verkehrszeichen\\\”, treib Eysel nicht zum Wahnsinn, das so zu bringen hätte selbst ich mich nicht getraut, aber wenn du das Thema schon ansprichst, sollte in nicht allzuferner Zukunft das Land der Dichter und Denker nach 14 Millionen Vertriebenen und 16 Millionen Ossis von ein weiteren Welle beitrittswilliger Inder, sagen wir mal 25 Millionen Hindus auf dem brain-drain, überfremdet werden, schlage ich rein prophylaktisch ein neues Verkehrszeichen vor: Kuh, liegend, auf weißem Grund in rotem Kreis, nicht etwa für die Hindi, nein für die Deutschen, damit die wissen, warum die indischen Ingenieure in ihrem Tata auf Deutschlands Strassen solange vor der liegenden Kuh anhalten, bis diese sich bemüßigt fühlen von dannen zu ziehen, für alle Christen, die nicht folgen können: Kühe sind in Indien wiedergeborene Götter und die rennt man nicht über den Haufen!
zum dream des Harlekin gestatten sie mir ergänzenden Vortrag wie folgt:\\\”Im Juni 1948 gehörte Erhard noch keiner Partei an, und auch in den Jahren ab 1949, als er als Bundeswirtschaftsminister dem Kabinett unter Konrad Adenauer angehörte und für die CDU ein Bundestagsmandat wahrnahm, war er kein Mitglied der Partei.Er vollzog den Parteieintritt erst kurz vor seiner Wahl zum Bundeskanzler im Jahr 1963. Für ihn stellte sich 1948 die Frage, welche Partei ihm die besten Chancen zur Umsetzung seines Konzeptes bot.\\\” Quelle: Orientierungen zur Wirtschafts-und Gesellschaftpolitik der Ludwig-Erhard-Stiftung Nr. 166, S. 13 ff in: Prof. Udo Wengst, Ludwig Erhards Durchbruch zu Marktwirtschaft.
Wenn L.E. 15 Jahre gebraucht hat um diesen Schritt zu vollziehen und man bedenkt wie alt Konrad Adenauer war als er Kanzler wurde, dann würde ich mal ganz kess anregen: PCIIA for Vaterland! Wir brauchen nur noch ein Konzept..;-)
Hey PCIIA,
Deine Romane lesen sich doch ganz flockig und ehrlich nicht schlecht. Aber wenn Du die Gazprom-Gerdchen-politik besser findest
als irgendetwas vorher oder nachher, dann bist du höchstpersönlich
Gazprom Gerd, oder DU schreibst von einem anderen Land.
Dabei lässt sich die Politik der drei letzten deutschen Oberfuzzis ganz
leicht umschreiben, v wie victory, also immer hatten sie Erfolg ?!
Der 1.Kohl_ v, wie Verblödungskanzler (und Deutschland hat auch
ihn (olle Helmut), ertragen müssen. Der 2.Schröder_v, wie
Verarmungskanzler (tut mir leid, aber hier wiederhole ich mich sehr gerne, woll). Die Dritte, v, wie Verlegenheitskanzlerin (hier ist die
Geschichte noch zu früh, um ein endgültiges Urteil abzugeben.
Noch mal zu meinem Liebling, Gerd der Niedersachse, Er wollte sich
ja unbedingt, nach eigener Aussage, an der Anzahl der Arbeitslosen,
messen lassen und hat dabei bereits mit beiden Holzaugen gezwinkert. Scharlatanerie nannte man dies bereits im Mittelalter.
Die Hälfte der Regierungsmannschaft von Gazprom-Gerd war dann
ja auch der ausgesuchte “Niedersachsen-Sumpf” und einige taffe
Frauen von damals, halten ja heute noch das Ministerinnen-Steuer
verkehrt herum, na Bravo.
Gruss zamir
Traurig aber wahr, lieber CIA …. bis auf Bayern,
da halt ich es mit den “Lederhosen-Laptops” die so pragmatisch ihr Land regieren. Auch wenn die augenblickliche Mannschaft ( +Aufstellung ) wirklich suboptimal ist. Uns fehlen bundesweit Kaliber wie FJS, Schmidt, Barzel und sogar Schröder + Brandt. Trotz all ihrer Fehler, es waren Kaliber, keine Luschen. Auch ein Punkt, an dem dieses Land krankt: Mangel an “kantigen Persönlichkeiten” .
Es war einmal, Brainstorming für ein politisch unkorrektes Märchen
Über Religion, Sex und Politik sollte man ja nicht diskutieren. Es sei denn, man ist ein Narr. Der darf nämlich allen die Wahrheit sagen, selbst dem König, ohne geköpft zu werden. Sofern Sie mir Narrenfreiheit gewähren, Herr Tichy, leg ich mal los. Okay?
Provokant in die Runde eine These: Früher stand die SPD einmal dafür, dass auch Leistungsträger aus der Unter- und Mittelschicht am Wohlstandsgewinn der Gesellschaft ordentlich partizipierten. Heute wird diese Klientel nur noch von der Partei der Nichtwähler vertreten. Vorne Brüder zur Sonne, hinten Brüder öffnet die Taschen. Meinetwegen auch political correct Brüderinnen, oder wie war gleich noch mal der Begriff für die Genossinnen Nahles oder Ypsilanti?
Die Linke sammelt die auf, die gefrustet sind und/oder es nicht kapieren, wer hier wirklich wen schröpft. Und natürlich diejenigen, welche ihre Sozialleistungskarrieren effizient planen. Wirtschaftlich (egoistisch) klug, das muss man ihnen lassen. Die SPD treibt sie ihnen ja gerade zu, oder täuscht mich das?
Daneben eine CDU, die sich im Misserfolg der SPD sonnt, selber aber ob zunehmend undurchschaubarem Profil nicht gewinnt. Für was steht die Partei wirklich noch? Christlich, demokratisch, vereint? Sorry, ich erkenne kein Profil mehr, wird wohl an mir liegen. Wo wollen wir denn hin? Okay, Kirchof und Merz haben wir entpolitisiert, und jetzt? Herzlichen Glückwunsch Frau Dr. Merkel.
Im Schlepptau zunehmend unzufrieden, die bayrische Antwort auf die SED, die CSU, gemessen an den Wahlerfolgen. Dass es mit Merkels Stillstandspolitik selbst unter weiß-blauem Himmel unschön ausgehen könnte, scheint ihnen langsam zu schwanen. Die Posse um Pauli, Eddy, Huber und Beckstein hängt ihnen ja auch noch nach. Mir tun die Kabarettisten leid, wie soll man das denn noch ins Lächerliche ziehen?
Den Kabarettisten möchte ich sehen, der Eddys Reden hätte schreiben können Ab und an richte ich eine Blume hin, meine Frau Muschi macht es dann mit dem Gärtner, die Transrapid-Flughafen-Story etc. Was für ein Talent, offenbar von oben gesegnet: Im Traum erscheint mir ab und an FJS … Halleluja, Luja sog i, kruzifix halleluja, sacklzement HALLELUJA …Gewitterwarnung über dem Freistaat, meldet gerade der Wetterdienst. Gottlob, dass wir Benedikt als Schlichter zwischen FJS und Zeus da oben installiert haben. Wer weiß, wen sonst der Blitz treffen würde.
Ferner Grüne, welche sich noch immer nicht vom Trennungsschmerz gegenüber ihren bürgerlichen Eltern erholt haben, zusammengehalten von ein paar grün angepinselten Ideologien aber weiterhin treudoof ihr Fähnlein schwenken. Kein Gas, keine Kohle, kein Atom … Strom erzeugen künftig leuchtende Köpfe von glücklichen Kühen, die nicht mehr rülpsen und pfurzen, gezüchtet über alternative Biochemie, ohne Gentechnik und Chemie und mit eingebauter Vorfahrt auf deutschen Autobahnen. Den Indern zeigen wir es! Wo wir gerade dabei sind, wir brauchen neue und mehr Verkehrskennzeichen, wäre ja auch schlimm, müssten sich Autofahrer dem Verkehr widmen. Neben unterschiedlichen Geschwindigkeitslimits für unterschiedliche Gewichtslimits sollten wir Verkehrszeichen um unsere Artenvielfalt bereichern. Oben Kühe, unten seltene Lurche, am besten mit einem Parkplatz vor jedem Schild, damit man sich auch fortbilden kann. Von wegen Bildung und so.
Und schließlich eine FDP, deren Kampf für Liberalität mau erscheint und für ihre Kernklientel zu schwaches Personal aufweist. Projekt 18% unter die Sohlen tätowiert, auftretend als Anwalt der Anwälte, ohne den Wert liberal wirklich zu transportieren. Eine Randgruppe, welche das Kraftwerk unseres Wohlstandes, die Marktwirtschaft, mangelhaft vertritt. Erst grübeln, dann dübeln. Tja Herr Brüderle, der Eulenspiegel reflektiert.
Summa summarum: Die Qual der Wahl, und offen gestanden schleppe ich mich schon seit Jahren mehr schlecht als recht zur Urne, um Kreuzchen abzuliefern, welche mich eigentlich nicht überzeugen. Will ich von denen regiert werden? Nein. Könnte ich es besser? Offen gestanden wohl auch nein, mir erschließt sich Politik nicht wirklich, mich überrascht da auch nicht mehr viel oder doch alles. Bin ich oder sind wir schizophren? Egal, wir sind trotzdem alle nett, oder?
Rückblickend betrachtet finde ich die Regierung Schröder besser als Merkel, wer hätte das gedacht? Vielleicht sollte ich ja mal contrarian wählen, an der Börse gefällt mir das ohnehin besser. Eine Stimme für Gregor+Oskar oder allegorisch kaufen, wenn die Nacht am dunkelsten ist. Mir sträuben sich selbst die Borsten …
Zumal ich’s jetzt jedem Fanclub einmal drüber gezogen habe, nur zu, prügelt auf mich ein.
Weiter oben hatte ich ja mal gefragt, wie Helmut Schmidt zur SPD passte. Nun, verstehen kann ich es noch immer nicht.
I have a dream:
Partei der Vernunft, Personal ausgewählt aus verschiedenen Parteien. Unsere Altkanzler würden sicherlich führend dabei sein. In der Opposition säßen z.B. Oskar+Gregor, aber auch Nobby +Heiner. Tja, auf Empörung der Betroffenen, wäre die Antwort: Sorry, das ist Demokratie, nicht ihr sucht eure Partei aus, sondern wir. Wäre doch mal was neues, hinter jedem Kopf ein Kreuz: Regieren oder Opponieren, Wettbewerb nicht nur zwischen Parteilisten, sondern auch innerhalb der Organisationen. Viel anders läuft das bei der Nationalmannschaft ja auch nicht. Merkel und Steinmeier spielen, Beck und Seehofer auf die Bank. Westerwelle oder Künast möglich, eventuell spielen wir auch mit einem Links-Links-Außen, klein und gewitzt wäre er gewiss. Gregor oder Oskar Marin, wer weiß, wozu es gut wäre?
Aber da stoßen wir wohl schon an die Manifeste von Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht, … okay, ich bin jetzt ruhig. Damit mich keiner für gefährlich verrückt erklärt.
Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Witzig finde ich das alles eigentlich nicht mehr, aber vielleicht finde ich ja Anschluss an eine anonyme Selbsthilfegruppe. Die anonymen Unregierten, oder so was. Eine starke Brust, an der ich mich ausweinen könnte.
Bitte denkt dran, es sprach der Narr. Verlacht mich, aber köpft mich nicht.
Harlekin alias PCIIA
@Klassensprecher
Zur Erinnerung, in diesen thread sind Sie (aus dem Pfad Flucht der Tüchtigen) gewechselt, nicht ich. Mit der alten Dame SPD hat dies alles vordergründig wenig zu tun. Das kriegen wir aber auch noch hin. Als Banker braucht man ja ein gewisses Talent zum Märchenerzähler, mal sehen was uns später einfällt. Ergänzen oder korrigieren Sie es mit Ihrer Phantasie.
Wenn Sie mir auf die Grenzbelastung der Mittelschicht mit etwas wie, die kapieren das eh nicht und bleiben schon motiviert kommen, sorry, fehlt mir jedes Verständnis. Das war nicht als Beamten-Bashing gemeint und auch nicht so zu lesen, sondern eine Erinnerung:
Im Gegensatz zu Beamten nehmen Arbeitnehmer am Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Gesundheitswesen in der Finanzierung teil. Auch am Steuersystem, die zahlen und bekommen nicht, im Gegensatz zu Beamten, Steuern.
Damit will ich in keiner Weise Beamte oder deren Stellenwert in der Gesellschaft angreifen, die Diskussion können wir an anderer Stelle führen. Wenn Beamte aber ihren hoheitlichen Status begründen wollen, sollten sie Ihre Kraft im Sinne der Bürger auf den Boden bringen, sonst wird es absurd. Persönlich habe ich mit dem Berufsstand sehr gute Erfahrungen gemacht, das will ich gar nicht verheimlichen, aber auch ein paar schlechte.
Ihre Reaktion auf das Thema Grenzbelastung, offenbar sehenden Auges, ist einfach nur zynisch. Es ist in meinen Augen ohnehin ein gravierendes Problem, dass Politiker und Beamte über Steuer- und Sozialversicherungssysteme entscheiden, an denen sie selber nicht teilnehmen. Das erhöht nicht gerade die Glaubwürdigkeit in der Diskussion oder die Reputation in der Öffentlichkeit.
Aber um den Kreis zur SPD zu schließen, besagte Berufsgruppen (Krankenschwestern et al) waren früher ein Kernklientel der SPD. Bei zum Teil über 60% Grenzbelastung über Steuern und Abgaben, stimmt der ein oder andere wohl auch u.a. aus diesem Grund mit den demokratischen Füßen ab. Es ist ja auch nicht so, als wäre die CDU hier besser. Das Mäntelchen des Schweigens wird in der Hoffnung ausgebreitet, als würde es schon keiner merken. Das Glück der Union dabei ist, dass es ihre Kernklientel nicht mittig trifft.
PCIIA
Letzter Satz im Roland Tichy Artikel: Wenn die Mitte implodiert, droht eine Gesellschaftskrise = Scharf erkannt und gut gesehen.
So ist 1998, nach 16 Jahren Kohlschem Rückschritt, ein SPD-Hoffnungsträger, aus Niedersachsen aufgebrochen, mit sehr viel Mut,
ELan und Geschik, als Hoffnungsträger, tatsächlich die erforderlichen
Veränderungen für alle Schichten des Volkes, einzuleiten. Aber,
am Ende war der Flurschaden des Verarmungskanzlers um so größer. Schade, hier hatte ´man nun wirklich den Bock zum Gärtner
gemacht. Die SPD ist doch beileibe nicht zu bejammern, mit den
Gewerkschaften, in innigem Zusammenspiel der Mitbestimmung,
in den Aufsichtsräten sitzend und der Mittelschicht ordentlich
die Butter vom Knäckebrot genommen.Da soll man noch
Mitleid haben mit solchen Volksverdummern. Klare Ansage,
weg mit den Ruinen.
Gruss Zamir
Verabscheungswürdige Neugier trieb mich zurück!
)) . Der Haken ist nur: Mir erschliesst sich der Zusammenhang zu Obigem Deinigem leider garnicht. Strategie? Meine Unfähigkeit wirklich TIEFERE Zusammenhänge des gehobenen Humors zu erbohren ?? Fragen über Fragen! Du wirst sie beantworten.
Selbstverständlich hast Du damit recht, fast gleichaltriger rucksackverabscheuender “Beckmesser”, dass richtig oder falsch von vollmundigem GeBeckere eigentlich niemanden interessiert ( ganz anders als hier
“auflauern” – ich schwöre nein, so help me God. ich hatte nur das Gefühl, es war mal nötig, könnte mich aber auch geirrt haben, werde mich bessern, mit meinem Spott musst du aber immer rechnen alter Rucksacktourist und was das Alter betrifft, ich wette du bist kaum drei anni älter, was wird den aus mir, wenn mich in drei Jahren mal ein Klassenlehrer anblöckt, PCIIA kann sich nicht immer um uns kümmern, obwohl mit ihm an der Seite draut’ ich mir auch mit 57 noch einiges zu …und nun vergib mir alter Plato-Fan;-)
falls du mit “fasch” fesch meinst: die Antwort gibt’s in Hameln
falls du mit “fasch” falsch meinst: hab’ ich nicht behauptet, mir geht’s da nicht darum das Prädikat “richtig” oder “falsch” zu verteilen, mal ein Beispiel:
Kurt Beck: ob der Guude viel Richtiges sagt oder Falsches interessiert mich nicht sonderlich, und so geht es im Moment fast der gesamten deutschen Journaille – ob das o.K. ist steht auf einem anderen Blatt, ob das gut für Deutschland ist? Schwer zu sagen. Ob das zur Rettung der SPD auf längere Sicht beiträgt, tendenziell eher ja, denn es kann nur besser werden, hoffentlich benutzt Kurtchen Ockhams Razor bevor er sich zum Abschiedsfotos unter Willys Statue stellt, wär doch’n starker Abgang, oder?;-)
Nur eine Minute Abstand.
… lauerst Du einem gebrechlichen alten Menn auf???
Hab nur burglers money dabei ….
Vorsicht: Und den RAZOR … !
Und jetzt mach ich weiter meine mails.
“vertrakt ist” würde ich nicht sagen “vertrakt sein kann” kommt der Sache m.E. näher; ich sehe, mein Eysel-Zähnchen, du findest zu aufgelockerter Grundhaltung zurück, das freut mich und so zwitschern sie weiter, die Vöglein im Forum ..;-)
Ich gebs auf. Die Kiste oder der Server will nicht, wie ich will.
Nur eins für Klasse-Sprecher:
Wieso sind einfache Zusammenhänge eher fasch als komplizierte?
Ich setze mal “Ockhams razor” dagegen und behaupte meinerseits, dass das Rasiemesser bis heute unwiderlegt ist.
@ Klassensprecher (sic!),
die Verpflichtung der Lehramtskandidaten entspringt wohl aus dem proklamierten “Marsch” durch die Institutionen. Welche Instis sich da anboten ist klar. Als “side effect” entstand wohl der Verlust der Vorbildfunktion des Lehrers, die ja nun überdeutlich ist und bei keinem anderen Beruf in dieser Zeitspanne stattfand.
Das Fehlen jedweglicher Ökonomie in Schulbüchern u. Unterricht und eine erkennbare Einengung vieler Geschichtsunterrichte auf den Nationalsozialismus sind Indikatoren für einen eher NICHT der Neutralität verpflichteten Unterricht.//
Einfach nur “grandios” den Zusammenhang ignorierend ( oder als unbequeme Autorität etwa diffamierend ? ) ist die Interpretation des Zitats des Gründervaters. //
Ebenso: Die “Blüte” der Hexenverbrennung als Reaktion auf Guttenberg zu sehen mag ja angehen. Allerdings kann man das auch als letzte Radikalisierung, Aufbäumen, Abwehrkampf der Kleriker, Dogmatiker sehen.
Als was K das sieht bleibt ganz unklar.//
Wieso sind einfache Zusammenhänge falsch?
Das kann man behaupten.
Ich setze mal “Ockhams razor” dagegen und behaupte meinerseits, das das Rasiemesser bis heute unwiderlegt ist. //
Von der für sich reklamierten Toleranz als Leidbild find ich bei K. diemal wenig. Eher Draufhauen. Er war schon mal besser. Und ich entscheide ganz sicher nicht, ob seine “Auflockerung” als Gegensatz zu meiner Krampferei Sinn macht. Klassensprecher auch nicht.//
Text zu lang? Kann sein.
Es braucht einige “VERBISSENE” langatmige Kommentare um Klassensprechers hochkomplizierte “Ergüsse” zu kompensieren, speziell, da mein “Deutsch2 ja ziemlich vertrakt ist ….
)))
…so einfach ist es eben nicht;-)
Erst kriege ich die Meldung: Kommentar wurde gespeichert.
Erscheint aber nicht. Vermutlich Zeitüberschreitung, ok. Ich wiederhole mit neuem Code. Meldung: Identischer Kommentar schon mal gespeichert. Erscheint aber immer noch nicht!
?????????????????????????????????????
H I L F E !
@ Klassensprecher (sic!),
die Verpflichtung der Lehramtskandidaten entspringt wohl aus dem proklamierten \”Marsch\” durch die Institutionen. Welche Instis sich da anboten ist klar. Als \”side effect\” entstand wohl der Verlust der Vorbildfunktion des Lehrers, die ja nun überdeutlich ist und bei keinem anderen Beruf in dieser Zeitspanne stattfand.
Das Fehlen jedweglicher Ökonomie in Schulbüchern u. Unterricht und eine erkennbare Einengung vieler Geschichtsunterrichte auf den Nationalsozialismus sind Indikatoren für einen eher NICHT der Neutralität verpflichteten Unterricht.//
Einfach nur \”grandios\” den Zusammenhang ignorierend ( oder als unbequeme Autorität etwa diffamierend ? ) ist die Interpretation des Zitats des Gründervaters. //
Ebenso: Die \”Blüte\” der Hexenverbrennung als Reaktion auf Guttenberg zu sehen mag ja angehen. Allerdings kann man das auch als letzte Radikalisierung, Aufbäumen, Abwehrkampf der Kleriker, Dogmatiker sehen.
Als was K das sieht bleibt ganz unklar.//
Wieso sind einfache Zusammenhänge falsch?
Das kann man behaupten.
Ich setze mal \”Ockhams razor\” dagegen und behaupte meinerseits, das das Rasiemesser bis heute unwiderlegt ist. //
Von der für sich reklamierten Toleranz als Leidbild find ich bei K. diemal wenig. Eher Draufhauen. Er war schon mal besser. Und ich entscheide ganz sicher nicht, ob seine \”Auflockerung\” als Gegensatz zu meiner Krampferei Sinn macht. Klassensprecher auch nicht.//
Vielleicht sollte er meine \”Verbissenheit, Verbohrtheit\” einfach nach dem voltairschen Ursatz der Meinungsfreiheit ertragen. Sein Leben wird er schon nicht dafür geben müssen. //
Mein Deutsch ist nicht gut. Leider, weiss ich. Zu geschachtelt, zu kompliziert. Der Kopf ist schneller als die Finger. Korrekturlesen schenk ich mir. Wenigstens da kann ich K uneingeschränkt zustimmen.
@ Hibiskus,
die Frage, die unbeantwortet bleibt ist:
Was sind \”sozialdemokratische Ideale\”?
Da gibt es wohl eine ungeheure Spannweite von Marx über Bebel und Schumacher bis Gysi. Zwischen Marx und Gysi hat sich nur die Welt gewaltig gewandelt. Stark vereinfachend war zu Beginn der Wert einer Fertig-Ware von ihrem Gehalt an \”Material\” bestimmt. Der wertmässige Gehalt an Arbeit war weit untergeordent. Heute ist es genau umgekehrt. ( Trotz! der Preissteigerungen der Rohstoffe. )
Das ist sicherlich auch der zunehmenden Komplexität von Gütern geschuldet, zu einem wesentlichen Teil allerdings AUCH der weit stärkeren \”Position\” eines Gutes namens Arbeit. Trotzdem wird von den Linken der Linken prinzipiell eine Position vertreten, die die Tatsache dieser bereits erfolgten!!! gewaltigen Verschiebung der Priorität weitestgehend ignoriert. Die sich gebärdet, als ginge es immer noch um schiere Menschenwürde der \”arbeitenden Klasse\”.
(Unternehmer arbeiten ja nicht, die SCHEFFELN Geld + saufen Schampus.) Der Kampf der Linken ist jetzt PRIMÄR kein Kampf mehr F Ü R \”Rechte für Arbeiter\”, er ist EHER ein Kampf \”GEGEN das Kapital\”. Was einen gewaltigen!!! Unterschied in der moralischen und demokratischen Legitimation des Kampfes ausmacht. Es scheint eher um die Zerstörung der Strukturen der Anderen zu gehen, als um den ( bereits weitestgehend erfolgten ) Erhalt eigener Rechte. Selbst die Notwendigkeit einer Kooperation von Arbeit und Kapital wird negiert, unterschlagen. Die einfache Tatsache, dass es ohne Kapital, ohne das Risiko einer Unternehmung tragende Unternehmer keinerlei Arbeit mehr gibt, dass – bei angenommenem durchschlagenden – Erfolg der Linken der Linken sie den \”Wert des Gutes Arbeit\” vernichtet hätten, wird unterschlagen, weil von Lieschen Müller nicht verstehbar. Aufschlussreich ist auch, dass praktisch alle grösseren \”Beteiligungsmodelle\” von Arbeitnehmern – wenn sie eine SPUR auch nur von Verantwortung ( Risiko des Irrtums ) beinhalten – gescheitert sind. Funktioniert nur dort, wo enge Bindungen von Menschen untereinander, Vertrauen zueinander gewachsen sind. Und das ist nun mal nur in kleinen Einheiten möglich.
- macht aber garnix, der Mensch ist ja gut, ist KEIN homo ökonomikus, arbeitet ja aus ethischen Prinzipien, ais höherer Einsicht heraus genauso fleissig wie aus Eigennutz …
Letztlich wird DAS argumentiert.
Ich sage: Letztlich ist in 99% \”homo hominis lupus\”.
Es bleibt – leider und trotz einer Reihe von rühmlichen Ausnahmen von \”an der Spitze der Bedürfnispyramide angekommenen Menschen\” – nur ein Traum zu glauben, dass MENSCH das GRUNDLEGEND ändern könne.
@in den 70er Jahren wurde die Verpflichtung der Lehramtskandidaten auf die damals sog. freiheitlich-demokratische Grundordnung eingeführt, die Älteren unter uns können sich gewiss daran noch erinnern. Das hat aber dieses Land nicht vor gewissen Teilen der Lehrerschaft von heute bewahrt, die zwar damals auf die Verfassung geschworen haben, nachfolgend aber durch ihre Trichter jahrelang Grenzwertiges ihren Schülern verabreicht haben. Das heißt aber weder, das \”in unserem Wertkanon etwas ganz gewaltig nicht mehr stimmt\” , noch dass das \”Gemeinwohl\” unter die Räder gekommen ist, solchen Erklärungen mögen bevorzugt einer unverkennbaren Sehnsucht nach Monokausalem Verfallene huldigen.
Es gibt Bundesländer, da wurde in den letzten Jahren den Lehrern das zu leistende Deputat auf 75% bei entsprechender Lohnreduzierung verordnet. Sie dürfen einer Nebentätigkeit nachgehen. Was glauben Sie was in denen vorgeht, wenn Sie Freitags mittags zwischen ihrer Nebentätigkeit und dem Wunsch eines Vaters nach Rücksprache wegen der Leistungen seiner Tochter entscheiden müssen? Die vertagen den Vater auf nächsten Montag. Soviel zum Thema Gemeinwohlorientierung und Dienstbeflissenheit von Staatsdienern. Und noch ein Beispiel für Gemeinwohlorientierung der besonderen Art im öffentlichen Dienst. Was glauben Sie, ereicht die Linke/PDS in den neuen Ländern unter den öffentlich Bediensten bessere oder schlechtere Wahlergebnisse als unter allen Wählern?
Und zur Frage, ob es \”offensichtlich also mehr um das geht, wie es scheinen könnte, als um das wie es ist\” – ich bin da nicht festgelegt, aber vielleicht gestatten Sie mir mal den schon gelegentlich strapazierten Plato zu zitieren. Von diesem Gründervater wird nämlich kolportiert, er habe als die Schrift erfunden wurde, vor diesem scheinbaren Teufelszeug, diesem Gekritzele gewarnt, es würde die Menschen in eine Scheinwelt entführen und ihnen Wirklichkeitverluste bedrohlichster Art bringen.
Sehr geehrter PCIIA, in welcher Gesellschaft auf Erden, hat der wie Sie es nennen \”dumme\” Teil der Gesellschaften je den Unterschied zwischen Luftgitarrre Jimmy-sei-gegrüsst-Hendrix und der Maultrommel von Fredl Fesl begriffen, dies nachhaltig positiv zu beeinflussen braucht es Generationen von gebildeten und nicht nur Staatsdienern, auch Top-Leuten in Wirtschaft, Kultur und NGOs. Sie wissen ja, was auf die Erfindung des Buchdrucks folgte, es war nicht etwa die Aufklärung es war zunächst die Hexenverbrennung und der 30-jährige Krieg. Eysels second world-Welt-Offerte scheint mir zu einfach, einfache Erklärung, einfache Schlussfolgerungen, einfache Urteile, einfach alles Furchtbar, welch ein Jammer, hoffentlich gibt\’s bald einen gro0en Knall. In meinem Wertekanon nimmt Vielfalt ein ziemlich hohen Stellenwert ein, gefolgt von Toleranz, Solidarität. Das auf Platz 1 Freiheit in Verantwortung vor Gott und den Menschen rangiert bedarf wohl keiner besonderen Betonung mehr. Und wissen Sie was: auch wenn mir der Glaube an ein Leben nach dem Tod nicht fremd ist, das Leben vor dem Tod ist mir lieber und das lebt sich leichter, wenn man nicht alles so verbissen sieht, oder?
Frdl. Gruß und a guts Nächtle
P.S: Ich überlege gerade was meine letzten Sätze mit der spd und ihrer Rettung zu tun haben könnten, denn sie lebt ja noch, die alte Tante Bebel, fällt ihnen dazu was ein?
@Klassensprecher
Offensichtlich geht es also nicht mehr um das, was ist, sondern um das, wie es scheinen könnte. Das dumme Volk der Dichter und Denker erkennt den Unterschied zwischen Luftgitarre und Jimmy Hendrix also Ihrer Meinung nach nicht mehr?
Mit Steuergeldern besoldet, bauend auf Pensionen aus Steuermitteln versprochen, könnte man etwas mehr an das was zählt und nicht das, was gewählt zu werden scheint, achten: Gemeinwohl
Enttäuscht beuge ich mein Haupt und muss diesbezüglich Herrn Eysel beipflichten. In unserem Wertekanon stimmt offenbar etwas ganz gewaltig nicht mehr, wenn schon Staatsdiener, man beachte das Wort, derart argumentieren.
PCIIA
mal was anderes zu rtys spd-Bild: Sie schreiben spd-intern hat ein eigenes intellektuelles Prekariat, ein Lumpenproletariat, die Meinungsführerschaft errungen. Merkmale seien: nie was richtiges gearbeitet, unfähig auf eigenen wirtschaftlichen Füßen zu stehen, ämtergeil, weil ämterabhängig, Abstauber statt Aufsteiger, Oberziel: Selbsterhalt.
Na prost Mahlzeit, wenn das so wäre, dann gute Nacht Deutschland, denke ich an die implodierende Mitte in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht….
ganz so dramatisch sehe ich das nicht. Die spd leidet unter einem verschlafenen Generationswechsel bei gleichzeitiger Bühnendominanz der CDU auf Länderebene. Nur so konnte ein Kurt Beck überhaupt zum Hauptdarsteller avancieren, die Jungen noch zu jung, die alten sich gegenseitig weggebissen. Dies darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die latente Bereitschft in Deutschland sozialdemokratischen Idealen und Werten anzuhängen und diese auch zu wählen, bis weit in die christdemokratische Klientel hinein, tief verwurzelt ist. So schnell fault da nichts ab. Es gibt soetwas wie ein natürliches Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit, wenn das durch eine geläuterte spd erkannt und aufgegriffen wird, flackert sozialdemokratische Glut bei Wahlen sofort wieder auf. Noch ist Bayern für die CSU nicht verloren, aber hier könnte, begünstigt durch CSU-induzierte Publikumsverwirrungen eine gestärkte spd mithilfe der csu-Zange geboren werden. Eine Gesellschaftskrise würde ich das nicht nennen, eine Hoffnung auf Befreiung unseres Landes von allen Palgen der Postmoderne noch viel weniger.
Grüsse Hibiscus
… und so erleichert sich jeder auf seine Art,…. mit dem was du \\\”lesen\\\” nennst, Eysel, geht es schon los, du nimmst nur wahr, was dir passt, anderes qualifizierst du aus oder ab, Gott sei dank entscheidest nichst du, was hier wer als Auflockerung oder Krampferei wahrnimmt, und nun beruhige dich bitte, hör auf das, was vom 1.Rang hier durch die Rauchschwaden an Grenzwertigem dringt. Ich respektiere das, was du hier seit Wochen einbringst, du gibst dir große Mühe und das mit der deutschen Sprache, das kriegen wir schon noch hin, solange wir verstehen, was du uns sagen willst und du dich über z.B. meine Beiträge nicht totlachst
– gemäß Eysels erstem Theorem der Wahrnehmung bin ich ja für das Bolzentum hier verantwortlich, inklusive des Eyselchen Alterlobs für Frau Mai.. – hier kömmt es also vor allem darauf an, zu erkennen: weniger kann mehr sein und das hat unsere Frau Merkel irgendwie unter Ärmchen, das Schärmchen und sitzt damit locker hoch aufm Tärmchen, uns Angelärmchen, bis jetzt jedenfalls…. schau\\\’n mer mal, oder?
würde ich mal sagen, ist der Grenznutzen für die meisten höher als die Grenzbelastung in Eysel gemessen.
@PCIIA Grenzbelastung etc., ich sagte bereits vorher, in diesem Punkte kann ich nicht folgen.
1. weil das in der Breite keiner kennt und versteht,… dem könnte man entgegen halten, darauf kommt es gar nicht an, ob der bildzeitungslesende Leistungsträger in der Post-Moderne das versteht, er empfindet es und richtet sein Verhalten, besser sein Nicht-Verhalten danach aus. Genau das bezweifle ich. Für die \\\”Leistung\\\”, die der bildzeitungslesende deutsche Facharbeiter vom Computer-Nerd bis zum Maschinenbauingeieur grad. am nächsten Montag bringt, ist das Resultat des EM-Endspiels viel entscheidender als sein Ergebnis lt. nettolohn.de. Und wenn er das Fußballspiel nicht angeschaut hat, ist am nächsten morgen das Lob seiner Hulda auf die Frage wie war\\\’s der entscheidende Anschub für den Tag.
Zugegeben, in terms of economic theory betrachtet gilt es den Unterschied zwischen handlungstheoretischer Analyse und gesellschafttheoretischen, also auf aggregiertem Niveau sich zeigenden Zusammenhängen im Blick zu behalten, aber auch über den reinen homo-oeconomicus-Ansatz sind die Ökonomen längst hinaus und auch über simple Anreiztheorien. Längst werden diverse Verhaltenskomponenten eingearbeitet, die durch keine 1.Ableitung reliable abgebildet werden können. Der Mensch ist was er isst und geistig zugemutet bekommt, da ist er schwer berechenbar. Das politische Geschäft wird dardurch nicht leichter, hier kömmt es – wie ich bereits an anderer
Stelle den Forumsdikutanten \\\”um die Ohren gehauen habe\\\”
Gruß K
um mal einen anderen großen Sozialdemokraten zu zitieren: Ein guter Mensch erringt einen Sieg und lässt es dabei (Willi Brandt) .. and so do I.
“Prachtvolle Selbstdarstellung” oder fällt das unter Auflockerung?
ja, ja die Unterchiede, wie würde es Frau M. wohl empfinden, sollte sie je obenstehendes Prädikat \”alt\” zu Ohren bekommen? Würde sie den Urheber als uncharmantes \”Großmaul\”, als beleidigenden \”Besserwisser\” als \”Clown\” gar titulieren. Wohl kaum, sie würde milde lächeln und zur Tagesordnung übergehen. Eigenwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, das Brett vor der eigenen Birne und die Splitter in der Iris der Mitmenschen, ein Schelm der Böses dabei denkt und ein Musterbeispiel dafür, wie es vor sich hin dümpelt, in Tichy-Town vorm roten Ochsen.. wo die Vöglein munter zwitschern, eine jegliches so gut es eben kann
mathematisch ausgedrückt könnte ich jetzt in Richtung Ey deuten und sagen: was zu beweisen war! Mir ist aber im Moment nicht \”mathematisch\”, sondern eher solidarisch… denn gegen die Spanier müssen wir erstmal zusammenstehen, oder?
Buenas Diaz K
Das muss nochmal zitiert werden!!!
“Aus der Partei der Aufsteiger wurde die Partei der Abstauber. Sozialpolitik ist für sie nicht Hilfe zur Selbsthilfe, sondern Mittel zum Selbsterhalt: Je mehr Menschen am Tropf des Sozialstaats hängen, umso größer, so ihr Kalkül, ist eine potenzielle Wählerschaft, die sie mit dem Versprechen ködern, ihre Löffel zu füllen. Mit Karl Marx könnte man sie intellektuelles Lumpenproletariat nennen.”
Auch “intelektuelles Prekariat” ist gut.
Womit wir wieder beim Thema “Leitbilder” wären.
Möchte auch mal auf einen Unterschied in den Diskussionen ( Tenor, Qualität) “damals”( 50er, 60er, 70er ) und heute hinweisen. Damals: Eloquent geschliffen, oft intellectuell, niemals persönlich diskriminierend. Heute: Oftmals persönlich verletzend auf niedrigen intellectuellem Niveau, auf “Wirkung” bei den “Massen” aus.
So hoch er herging bspweise zwischen Wehner und Strauss, so schwer so manches dem Laien verständlich war, sie hatten Niveau und hinterher konnten beide vermutlich miteinander ein Bier trinken gehn. Diese “Kultur” ist heute weitgehend ausgestorben.
Dogmen werden vertreten, statt Sachlösungen angestrebt.
“Bildung” gilt im Volk weitgehend nicht mehr als “erstebenswert”.
Nur noch DIREKT nutzenorientiertes Fachwissen.
Ich hab damals ( anfang 70er ) noch Studium Generale nebenher gemacht. Gibts das noch? Ist das noch begehrt? Ich vermute eher nicht.
@Klassensprecher,
die Beschreibung des Maischberger-Schmidt Interviews gefällt mir.
Der Unterschied zwischen Fragestellung nach “Zeitgeist” und Antwort nach einfacher überparteilicher undogmatischer Klugheit wurde sehr deutlich. M. sah ziemlich “alt” aus. Der “Alte” wesentlich “jünger”.
Werter Klassensprecher,
besten Dank für Ihren Eindruck, sehr aufschlussreich.
Als sozialisierter Raucher möchte ich aber gerne einen Punkt klarstellen, nicht dass eine der schwächsten Prophezeiungen unseres Altkanzlers sein Gesamtbild, sein Lebenswerk, hier verschlechtern. Die Philips-Kurve, der Zusammenhang zwischen Inflation und Beschäftigung, ist Unsinn. Letztlich hat er beides bekommen, Inflation und Arbeitslosigkeit.
Aber wie so oft, nur wo gehandelt wird, passieren auch Fehler oder fallen Späne. Insofern würde ich als wohl unverkennbarer Nicht-SPDler sagen, Schwamm drüber, so was kommt vor.
PCIIA
Lieber PCIIA,
Ihre Frage, wie Helmut Schmidt in die SPD passte oder passt, habe ich mir Ende der 70er Anfang der 80er Jahre x-mal gestellt, eine Erklärung die ich mir zurecht legte, lautete, Schmidt verfolgte Ziele, die eher \”Sozialdemokratisch\” waren, seine Mittel aber waren traditionell bis konservativ. Schmidts Rezeption des kritischen Rationalismus und seine Schluusfolgerungen für sein pratisches politisches Handeln waren für mich persönlich sehr überzeugend, allerdings kein Grund in die SPD einzutreten, denn sein Umfeld (vor allem Wehner) schreckten mich eher ab. Die Motive derer, die nach dem 2.Weltkrieg in die Politik gegangen sind, waren m.E. nicht minder materiell, Ausnahmen (Kurt Schumacher, Konrad Adenauer u.a.) bestätigen hier die Regel. Schmidt hat den Geist dieser politischen Gründerväter der Bundesrepublik aufgesogen, was ihn unter anderem auszeichnet war neben seiner intellektuellen Brillianz seine Unbestechlichkeit und Klarheit im Denken. Wenn man ihn heute mit Frau Maischberger sieht, dann fällt diese Eigenschaft noch immer stark ins Auge, seine milde Strenge und seine verschmitzte Nachdenklichkeit runden den positiven Gesamteindruck des wise guy wunderbar ab, gelegentliche Anwandlungen von Alterseitelkeit runden das Bild. Wenn es in der heutigen SPD einen Knopf gäbe, auf den man drücken könnte und Helmut Schmidt wäre mit einem Schlag 40 Jahre jünger, ich wette Münte würde nach diesem Knopf hechten und durch Deutschland würde ein Ruck gehen. Aus meiner Sicht würde neben dem EM-Titel
nur noch fehlen, dass Schmidt dann in die CDU eintritt. Er schöbe dann die Rest-SPD und die Linke vom deutschen \”Brett\” wie Anfänger. Wie wär das schön, dat wäre so schön, so unwahrscheinlich schön, die steuerliche Grenzbelastung eines solchen Experimentes würde mich nicht nicht einmal marginal tangieren, wie sagte einst Herr Schmidt: lieber 5% Inflation als 5% Arbeitslosigkeit, 5% Inflation das hätten wir fast wieder, von 5% Arbeitslosigkeit sind noch 1,5 Mio Einzelschicksale weit entfernt;-)
Gruß K
p.S. zur Gegenwartsgarde derer um Nahles und Beck, fällt mir wenig ein, deswegen lass ich’s weg.
Werte Kollegen,
eigentlich frage ich mich das schon seit längerem, es ist auch nicht boshaft gemeint, aber kann mir jemand erklären, wie unser (von mir sehr geschätzter) Altkanzler Helmut Schmidt jemals in die SPD „passte“.
Die erfahrenen Semester können sich sicherlich noch an damals erinnern. War da etwas diametral anders? Helmut Schmidt, die SPD, gut die Parteienlandschaft?
Wenn ich mir bspw. Schreiner, Ypsilanti, Nahles, Simonis oder Clement, Schröder, Steinbrück, Steinmeier, dazwischen, drunter oder drüber irgendwo Beck oder Struck, zurückgelehnt so ansehe, frage ich mich: Für was steht der Haufen eigentlich?
Was ich meine sind nicht die letzten Sonntagsumfragen, sondern, was passiert da eigentlich langfristig? Das ist für mich alles so widersprüchlich, ich kann mir darauf keinen Reim machen.
Freundliche Grüße
PCIIA
@Thomas B.: Das wäre zu einfach, den Medien nun die Schuld, zuzuweisen, für das unaufhaltsame Zerbröseln einer grossen
Volkspartei. Hier hat doch der \\\”User\\\”, eine riesige Auswahl und ich möchte hier eine Lanze brechen, für die Berichterstattungen von:
Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, FR, WiWo, Die Zeit,
Der Spiegel etc. Nur die Auswahl, die zu treffen, ist nicht ganz einfach. Die SPD hat vor zehn Jahren ihren Niedergang eingeläutet,
mit der Regierungszeit unseres Verarmungskanzlers. Ob Scharping,
Bulmahn, Schily, Matthäus-Maier und, und, Postengeschacher, der Unfähigen, ohne Ende, Wer hat noch nicht, wer will nochmal ?
Dagegen die CDU, ehrlich bis auf die Haut; Schon immer eine Partei,
der Unternehmer und Besitzenden gewesen und bleibt es auch,
aber dazu steht sie auch. SPD bedeutet Mogelpackung, für die
Arbeiter einzustehen, aber im Rücken das Messer bereithalten,
für den entscheidenden Stich.
Gruss Zamir
Ich stimme Ihren Beobachtungen zu und teile sie. Allerdings sehe ich hier eher ein Problem der Medienlandschaft, auf das die Politik einfach nur reagiert. Die deutsche Presse erscheint mir mittlerweile dermaßen linkslastig und von wohlmeinender Ahnungslosigkeit geprägt, daß sich schlichtweg Politiker von Rang finden, die derlei in der Bevölkerung erzeugte Stimmung wiedergeben.
In unserer Mediendemokratie läßt sich zunehmend beobachten, daß die Politik dem Volk, und ganz besonders dem einfachen Volk, nach dem Mund redet. Da ist niemand mehr der sagt, “Hey, da liegt ihr aber falsch” und tatsächlich das Land führt. Genau das nämlich machen unsere linken Medien, die von Tag zu Tag mehr auf die Tränendrüse drücken und sich immer offener zu ihren sozialistischen Hirngespinsten bekennen, ohne das dies nennenswerte Kritik der Liberalen oder Konservativen hervorrufen würde.